Als Beitrag zur Dritten Internationalen Konferenz der Antilockdownlinken sende ich Euch diesen Text, verfasst am 23. Juni 2026. In ihm versuche ich, meine Gedanken zum aktuellen historischen Wandel zusammenzufassen. Dieser ist von epochalen Umbrüchen geprägt. Insbesondere aber äußere ich mich zu dem äußerst kritischen Moment, in dem wir uns gerade befinden. Im Folgenden erläutere ich, warum dieser Moment gerade für uns in Europa und im gesamten westlichen Raum äußerst kritisch ist.
Vielleicht konzentriert sich mein Beitrag nicht genau auf das Thema I der Diskussion (»Das Coronaprogramm als Transformation des Kapitalismus?«), sondern versucht, in groben Zügen eine Bestandsaufnahme der Gesamtsituation vorzunehmen, in die die derzeit laufenden »Programme zur Transformation des Kapitalismus« einzuordnen sind. So wie sich meiner Meinung nach die mit Covid-19 verbundene globale Terroroperation 2020/2022 (die für mich persönlich einen Wendepunkt darstellte) in eine Gesamtperiode epochaler Umwälzungen einfügt, die mit der objektiven Lebensfähigkeit des weltweiten kapitalistischen Systems zusammenhängen. Ich glaube daher, dass die Antwort auf eine der grundlegenden und allgemeinen Fragen aus Einberufungsdokument der Konferenz »Thematische Fragen für die dritte Konferenz der Antilockdownlinken« – »Gibt es einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Kriegen und dem Coronaprogramm?« – zweifellos »Ja« lautet.
Ja, es gibt »einen Zusammenhang« zwischen der Kette epochaler Umwälzungen, die durch diese Reihe von »symbolischen Daten« gekennzeichnet ist, um nur die letzten Jahre zu betrachten:
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Sommer 2019: drohender Zusammenbruch des globalen Finanzsystems ausgehend von seinem amerikanischen schwarzen Herzen.
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Januar 2020/Januar 2022: globale (terroristische) Operation Covid-19 (beendet dank des Aufstands eines Teils der chinesischen Bevölkerung, der das plötzliche Ende der brutalen »Zero-Covid«-Politik der Regierung in Peking erzwang).
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24. Februar 2022: Bewaffneter Verstoß Russlands gegen die »ukrainische Souveränität«, d. h. gegen die Souveränität des Imperialismus über die Ukraine.
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7. Oktober 2023: Angriff Al-Aqsa-Flut durch den palästinensischen Widerstand und die Gesamtheit der Kräfte der Achse des Widerstands (bewaffneter Verstoß gegen die in Palästina und ganz Westasien etablierte imperialistische Ordnung).
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28. Februar 2026: Angriff der USA und Israels auf den »Kopf der Schlange«, so bezeichnen die Strategen des Imperialismus – aus ihrer Sicht zu Recht – die Islamische Republik Iran, die sie bereits vergeblich versucht hatten zu enthaupten und zu stürzen, zunächst im 12-Tage-Krieg im Juni 2025 und anschließend durch die Anstiftung eines internen Aufstands im Iran im Januar 2026. (Alle Angriffe wurden bisher von den Streitkräften der Islamischen Republik und der gesamten Achse des Widerstands auf großartige Weise – und mit Zinsen! – zurückgeschlagen, in einem Kampf von wahrhaft epischen und titanischen Ausmaßen, der noch in vollem Gange ist und dessen Ausgang ebenso völlig offen ist wie der des Konflikts zwischen den ukrainisch-NATO-Streitkräften und denen der Russischen Föderation. Gerade während ich diese Zeilen schreibe, wurden die Hauptstadt Moskau und ihre Region am 18. Juni dem massivsten Raketenangriff seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt, bei dem über 600 Drohnen von der Ukraine/NATO abgefeuert wurden!)
Was verbindet diese Reihe von Umwälzungen, die man auch als Momente eines im Gange befindlichen epochalen und globalen Umwälzungsprozesses bezeichnen kann, wie die Glieder einer Kette miteinander?
Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich kurz auf einen meiner Meinung nach herausragenden Aspekt unserer gegenwärtigen historischen Epoche, dieser Kette von Umwälzungen und dieses Prozesses einer epochalen und globalen Revolution eingehen, die gerade stattfindet: Sie erfasst tiefgreifend alle Aspekte des menschlichen Lebens bis in seine Wurzeln hinein. Vielleicht wie nie zuvor in der jahrhundertelangen Geschichte des Kapitalismus. Vielleicht.
Nichts bleibt von dieser epochalen Umwälzung verschont
Zum Beispiel: In wissenschaftlichen Labors verschiedener Länder (darunter auch im Staat Israel) wird bereits seit vielen Jahren sogar die Reproduktion menschlichen Lebens durch Ektogenese – also außerhalb des … »traditionellen« und natürlichen Mutterleibs der Frau – erforscht und erprobt (wir befinden uns in einer sehr fortgeschrittenen Phase der Erprobung). Und in dieser Möglichkeit, die – wie ich sagen möchte – radikaler und erschütternder nicht sein könnte – einer Möglichkeit, die dank der außergewöhnlichen Entwicklung (ich sage: monströsen Entwicklung) der Produktivkräfte, wie man in marxistischer Sprache sagen würde, entstanden ist –, sehen manche darin sogar die endgültige und radikale mögliche »Befreiung der Frau«, die »endlich von der Last« befreit ist, Mutter zu sein. Ich persönlich sehe darin eine wahnvolle und verhängnisvolle Möglichkeit einer endgültigen Loslösung von der Verbindung unserer Spezies mit der Natur. In diesem Fall ist der Bezug zur Dystopie, der der tatsächlichen Realität am ehesten entspricht, nicht der zu Orwells 1984, sondern der zu Schöne neue Welt, wie sie in der wahnvollen Erzählung von Aldous Huxley vorweggenommen wurde.
Ganz zu schweigen von den unaufhaltsamen und revolutionären Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz, der Biotechnologie und so weiter und so fort … bis hin zu den erschreckenden Anwendungen eines Monsters wie Palantir Technologies, Anwendungen, die bereits während der Jahre des »Gesundheitsnotstands« in der Praxis erprobt wurden, noch bevor sie auf dem Schlachtfeld in Gaza-Palästina zum Einsatz kamen. Bis hin zu der jüngsten, von den Partnern von Bill Gates angekündigten, erstaunlichen Entwicklung: dem DIOSynvax, einem wundersamen »Universalimpfstoff«, der der »Menschheit angeboten« werden soll. Die Forscher behaupten, er biete »umfassenden Schutz vor Tausenden von Virusvarianten«, sogar vor Viren, die es noch gar nicht gibt. »Geschützter«, »vorbeugend geschützter« als das … da stirbt man doch! (Ich verhehle nicht, dass sich in mir, wenn ich von solchen »erstaunlichen Fortschritten« höre, blinde und mächtige, tierische, wild anti-progressistische Impulse luddistischen und/oder … »traditionalistischen« Charakters entwickeln: Lieber die alten Zauberer und Schamanen zur Heilung der menschlichen Krankheit als die sensationellen Fortschritte und Erfolge, die von der verfluchten Big Pharma verkündet werden!)
Ohne übermäßig zu schimpfen, erinnere ich daran, dass bereits im Manifest von Marx/Engels über die kapitalistischen Krisen geschrieben steht, die wie »gesellschaftliche Epidemie« ausbrechen: »[…] und warum? Weil sie zu viel Civilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt.«
Und das war im Jahr 1847!
Es ist zwar wahr, dass Seine Majestät, das Kapital, seine Weltreise noch vor sich hatte und somit noch einen immensen Raum für Expansion, für objektive Entwicklungs- und Lebensmöglichkeiten besaß, aber was würden die Verfasser des Manifests von 1847 heute angesichts der erstaunlichen und zugleich beängstigenden Grenzen sagen, die die Entwicklung der Produktivkräfte erreicht hat?
Noch einmal zu den aktuellen Umwälzungen und den enormen Problemen, die sie auf der Ebene der theoretischen Interpretation und des daraus folgenden politischen/praktischen Handelns aufwerfen:
Wir stehen wahrscheinlich kurz vor der Einführung der digitalen Währung im großen Maßstab (meiner Meinung nach möglich nach einem großen Schock, der die Massen auf ihre Einführung vorbereitet), deren Bedeutung und Zweck (eines der Hauptziele) die Kontrolle der großen kapitalistischen Machtzentren über das Geld ist, das »der freie Bürger« einst in seiner eigenen Tasche besitzen und nach eigenem Ermessen verwenden konnte. Wahrscheinlich werden wir in den finsteren Plänen des Großkapitals nicht mehr »frei« über unser Taschengeld, unser kleines Geld und unsere kleinen Ersparnisse verfügen können. Und obendrein, ganz im Sinne des berühmten Mottos, das auf dem WEF-Gipfel in Davos geprägt wurde: »Du wirst nichts besitzen und glücklich sein«, wird es sicherlich auch einige, mehr als nur einige »auf der Linken und der extremen Linken« geben, die in dieser (vorgeblichen, falschen) »Abschaffung von Geld/Bargeld und Privateigentum«, die von einer Reihe von Milliardären und Philanthropen sowie den höchsten kapitalistischen Gremien aktiv vorgeschlagen wird, einen Schritt … »in Richtung Sozialismus« sehen.
In diesem Zusammenhang fällt mir wieder ein, was Jacques Camatte bereits Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts schrieb, als er schon damals die epochale und radikale Tragweite der kapitalistischen »Veränderungen« erahnte:
»Die Unentgeltlichkeit der Produkte ist keine Unmöglichkeit: Das Kapital kann jedem Individuum, das in das kapitalistische Gesamtsystem eingebunden ist, eine bestimmte Menge dieser Produkte zuweisen. Diese Menge würde sich nach der von diesem Individuum geforderten und ihm auferlegten Tätigkeit richten, und es handele sich um einen Despotismus, der mächtiger wäre als der derzeitige. Die Menschen würden schließlich das Geld vermissen, das ihnen die Freiheit des Zugangs zur Vielfalt der Produkte ›gewährte‹.«1
Wir werden vielleicht sogar schon sehr bald gezwungen sein, für das (durch und durch bürgerliche) Recht zu kämpfen, »frei« über unser kleines Geld verfügen zu können. Wir, die wir Kommunisten sind, betrachten Geld und Privateigentum doch als höchste Ausdrucksformen der menschlichen Entfremdung! So wie wir im übrigen auch – wenn man so will – für die Verteidigung »unseres individuellen Privateigentums« gekämpft haben, indem wir die vom Staat (von allen Institutionen des Staates und der Kapitalgemeinschaft: Regierung, Gewerkschaften der Arbeiter und Verbände der Unternehmer, Präsidenten der Republik und der Berufsverbände, »geistliche Oberhäupter« dieser Welt wie der Papst der Katholiken, »Systemkritiker« vom Kaliber eines Noam Chomsky und einer Unzahl von Unterkalibern und allerlei Ungeziefer jeder Art) auferlegten Covid-19-Impfpflichten abgelehnt haben, die im Namen des (vorgeblichen, falschen) »Gemeinwohls« und des »kollektiven Interesses« auferlegt wurden.
Ich habe diese Aspekte angesprochen, um die Tiefe und Radikalität des gegenwärtigen epochalen und revolutionären Umwälzungsprozesses zu unterstreichen, den wir gerade durchleben und der alle Bereiche des menschlichen Lebens erfasst, was zumindest bei mir ein beträchtliches Schwindelgefühl hervorruft.
Zusammenfluss zweier »tellurischer Strömungen«
Nun also die Frage: Was verbindet die Reihe der derzeit stattfindenden Umwälzungen wie Glieder einer einzigen Kette?
Meiner Meinung nach ist dieser Zusammenhang – wenn man die Dinge in ihrer verborgenen und sozusagen »innersten« Herkunft gründlich untersucht und ergründet – in der explosiven Verbindung zweier äußerst mächtiger tellurischer, also im Erdinnern wirkender Strömungen zu finden, die unsere Welt (»Tal der Tränen« für christliche Gläubige), die (das steht, wie ich meine, außer Frage) dominieren, die in jeder Hinsicht von den Gesetzen Seiner Majestät, des Kapitals, beherrscht wird.
Sergej Lawrow dixit …
Die erste ist eine »Erdströmung«, für alle offensichtlich, absolut spürbar und glühend. Um es mit den Worten von Sergej Lawrow zu sagen: »500 Jahre westliche Vorherrschaft gehen zu Ende«. Mit all dem Enormen und Umwälzenden, was diese absolut offensichtliche Bewegung auf allen Ebenen für das Leben aller Völker der Erde mit sich bringt und nach sich zieht, die heute mehr als 8 Milliarden Menschen umfassen. Zu Zeiten des zweiten imperialistischen Weltkriegs waren es etwa zwei Milliarden – ein gewaltiger Unterschied!. Von einer »gewaltigen und umwälzenden Bewegung« zu sprechen, bedeutet auch, auf die enormen Schwierigkeiten und kritischen Situationen hinzuweisen, die sich auch für die große Masse der privilegierten Sklaven des Kapitals in den westlichen Ländern ergeben, für das westliche Proletariat selbst, das von diesen »500 Jahren der Vorherrschaft« – die nun, laut Lawrow und auch unserer Meinung nach – zu Ende gehen, reichlich Krümel abbekommen hat.
Wenn ich diese äußerst kritische Situation nur kurz ansprechen müsste, würde ich symbolisch auf die Lage verweisen, die sich in einem kleinen, am Rande gelegenen europäischen Land entwickelt hat (wo es schon seit vielen Jahren brodelt): Irland, sowohl in seinem republikanischen Teil (Dublin) als auch in dem Teil, der noch zum Vereinigten Königreich gehört (Belfast). Eine irische Nation und ein irisches Volk, die Opfer jahrhundertelanger kolonialistischer Unterdrückung waren und unter dem grausamen Zwang zur Massenauswanderung litten, sehen sich heute mit den dramatischen Problemen konfrontiert, die die Masseneinwanderung mit sich bringt. Dramatische Probleme, die im schlimmsten Fall sogar in einen schrecklichen Bürgerkrieg ausbrechen können, der von Rassen- und Religionskonflikten geprägt ist. Damit schließe ich den Exkurs über die enorme Brisanz des Augenblicks »insbesondere für uns in Europa« ab, wie ich in den einleitenden Zeilen geschrieben habe. Es liegt auf der Hand, dass zu dem äußerst heiklen Problem der Masseneinwanderung (und zwar nicht nur in den »weißen« westlichen Ländern) eine weitere spezifische Konferenz einberufen werden sollte, möglichst bevor wir von der rasanten Entwicklung der Ereignisse überrollt werden.2
Ich greife den Faden meiner Ausführungen wieder auf. Die 500 Jahre Herrschaft neigen sich dem Ende zu, so Lavrov …
Um denselben Gedanken auszudrücken, sprach der russische Präsident Putin eindrucksvoll von der zu Ende gehenden Ära als dem Ende der Gewohnheit der westlichen Eliten (in seinen antiwestlichen Anklagen spricht Putin nie von einer bestimmten sozialen Klasse oder von Imperialismus)3, sich »den Bauch mit Menschenfleisch und die Taschen mit Geld zu füllen«. »Der Tanz der Vampire neigt sich dem Ende zu!«, erklärte er. Ich zitiere diese sehr treffende und eindrucksvolle Aussage des russischen Präsidenten auch deshalb, weil sie kürzlich von Vertretern der iranischen Regierung wörtlich aufgegriffen wurde: »Das Fest der Vampire ist vorbei«, sagte Ali Bagheri, stellvertretender Sekretär des Obersten Rates für Nationale Sicherheit, im vergangenen Mai bei einem Treffen in Moskau, an dem Vertreter von sage und schreibe 120 Ländern teilnahmen (natürlich ohne die Diplomaten der vampirisch-imperialistischen Länder).4
Aus dieser – wenn man so will – recht allgemeinen Beobachtung lässt sich (und sollte meiner Meinung nach auch) bereits eine politische und operative Konsequenz ziehen:
Wir zögern nicht anzuerkennen, dass die derzeitigen politischen Führungen bürgerlicher und kapitalistischer Staaten (allen voran Staaten wie Russland, Iran und China) tatsächlich einen Kampf führen, »um dem Fest der Vampire ein Ende zu bereiten«, auch wenn sie aus klassenideologischer und sozialistischer Sicht Lichtjahre entfernt oder gar entgegengesetzt von jedem revolutionären Bezug sind, aber die konkreten Interessen ihrer Völker vertreten, das heißt der jeweiligen nationalen Bourgeoisien, die »einfach« ihre Souveränität und die Nichtunterwerfung unter imperialistische Diktate einfordern.5
Ein möglichst rasches Ende dieses blutigen »Festes« liegt auch in unserem Interesse. In unserem Interesse als privilegierte weiße westliche Sklaven des Kapitals … »cisgender«, wie man es, glaube ich, in jener abscheulichen Sprache nennt, die in bestimmten ultraprogressiven und »alternativen« Kreisen bei uns gerade in Mode ist. Deshalb nehmen wir den Bourgeois Putin, den Obersten Führer der Schiiten und die anderen derzeitigen politischen Führungen des »globalen Südens« beim Wort, wenn sie dem Imperialismus das Leben schwer machen (und wie sie ihm das Leben schwer machen!) und dem vampirhaften Mechanismus einen Strich durch die Rechnung machen. Wir nehmen sie beim Wort, was ihr eigenes erklärtes und »oberstes« Ziel angeht, das zweifellos ein Reformziel ist. Nur dass es, um diese Reform der kapitalistischen Weltordnung wirklich umzusetzen … einer Revolution bedarf. Das mag wie eine wirre Sichtweise der Dinge erscheinen, wie ein Unsinn: ein Revolutionsprozess, der von ausgewiesenen konterrevolutionären Subjekten ausgelöst und geleitet wird … und doch geht es meiner Ansicht nach genau darum.
Wenn Kritik an diesen aktuellen politischen Richtungen geübt werden muss – und das muss ohne jedes Zögern und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen gründlich geschehen6 –, dann um ihre Inkonsequenz im Kampf um die Erreichung jenes »obersten« Ziels anzuprangern, das absolut auch das unsere ist (in unserem Interesse). Diese Inkonsequenz ist sowohl auf der Ebene ihrer Außenpolitik festzustellen, also bei der Umsetzung eines einheitlichen und globalen Plans für Angriffe und Aggressionen gegen die Nervenzentren der Macht »der Vampire, die sich den Bauch mit Menschenfleisch und die Taschen mit Geld füllen« (wir verwenden die feurigen Worte aus Putins Wortschatz, den wir wörtlich nehmen), als auch auf der innenpolitischen Ebene, da nicht nur eine mehr oder weniger kleine Klasse »lokaler Vampire« – russischer, iranischer, chinesischer und so fort – an der Fortsetzung »des Festes« interessiert ist. Diese müssten brutal in die Schranken gewiesen werden. Allerdings ist die für uns notwendige, möglichst breite und radikale Beteiligung der Massen am höchsten und heiligen Kampf, um die imperialistische Kette zu sprengen, eine potenzielle Gefahr für die derzeitigen politischen Führungen des Kampfes gegen die Vampire darstellt. Putin, vor allem Putin, und die russische nationale Bourgeoisie wissen sehr gut, was diese potenzielle Gefahr ist, wenn sie auf die Ereignisse ihrer eigenen nationalen Geschichte zurückblicken. (Kürzlich haben wir gelesen, dass jemand in Russland angesichts der Pattsituation an der ukrainischen Front und der immer zahlreicheren und tief in das eigene Territorium vordringenden Angriffe die Möglichkeit eines »Februars 1917« ins Spiel gebracht hat …)
So bezweifeln wir im Fall des Bürgers Putin sehr (um es milde auszudrücken), dass »die westlichen Eliten« mit Oreshnik und durch raffinierte diplomatische Manöver gezähmt werden können, die einem Kirill Dmitriev anvertraut sind, Putins Sonderbeauftragter (dessen Lebenslauf sehr aufschlussreich ist) für Verhandlungen mit … »den westlichen Partnern«. So haben wir unsererseits nicht gezögert, die scharfe und fundierte Kritik eines Edward Slavsquat am Umgang der russischen Behörden während der Pandemie, einschließlich des pilatusartigen Verhaltens von Präsident Putin in dieser Zeit, zu unterzeichnen (und zu verbreiten). Ebenso würden wir nicht zögern, die iranischen Titanen selbst zu kritisieren, sollten sie beschließen, die Hisbollah oder den Gazastreifen ihrem Schicksal in den Klauen des Ungeheuers zu überlassen (was sie unserer Meinung nach auf keinen Fall tun werden, da der Sturz auch nur einer einzigen Kraft der Achse einen tödlichen Schlag für die Islamische Republik bedeuten würde).
Der zweite »tellurische Strom«
Dieser erste »tellurische Strom«, die ich in groben Zügen beschrieben habe, würde ausreichen, um die derzeitige globale Erschütterung zu erklären. Doch meiner bescheidenen und durchaus kritisierbaren Meinung nach ist eine zweite Strömung im Gange. Weitaus weniger offensichtlich und greifbar als die erste, aber von gleicher zerstörerischer und den Status quo untergrabender Kraft.
Wenn, wie ich glaube, das Kriterium von Karl Marx noch gültig ist (für einige »revolutionäre Denker«, wie zum Beispiel im Denken des oben erwähnten Jacques Camatte, ist es nicht mehr gültig, da das Kapital »seine eigenen Grenzen überschritten« habe, angefangen beim grundlegenden Wertgesetz), bedeutet dies, dass die erstaunliche/monströse Entwicklung der Produktivkräfte (darunter auch die Wissenschaft) das unaufhaltsame Versiegen der einzigen wirklichen Quelle des Werts (des Mehrwerts, Quelle und Lebensgrund des Kapitals) mit sich bringt, die laut Marx in der lebendigen Arbeit, in den Reihen der Lohnarbeiter, liegt. Diese werden eben durch den unaufhaltsamen Prozess der Robotisierung, Automatisierung und Digitalisierung dezimiert. Der unaufhaltsame Gewaltmarsch des Kapitals führt zur fortschreitenden Erschöpfung seiner Lebensquelle. In diesem Sinne gräbt sich das »automatisierte Monster« mit eigenen Händen sein Grab.
»Was sollen wir mit all diesen nutzlosen Menschen anfangen?« (die dank des erstaunlichen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts aus dem Produktionsprozess verdrängt wurden und daher »nutzlos« sind), fragen sich besorgt der bekannte Guru Yuval Harari, ein regelmäßiger Besucher von Davos, und viele andere »Denker«, deren Intelligenz im Dienst des »kollektiven Gehirns« Seiner Majestät des Kapitals steht.
Daraus ergibt sich die extreme Schwierigkeit für das Kapital, seine lebenswichtige Funktion der Wertsteigerung fortzusetzen. Das Versiegen seiner objektiven Lebensmöglichkeit. Daraus ergibt sich – wenn man von den Wolken und den abstrakten Nebelwolken der Theorie auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt – der krampfhafte Kampf zwischen den verschiedenen Machtzentren und kapitalistischen Staaten um die Aneignung des letzten Tropfens an Mehrwert – dem Lebenssaft, der der Lohnarbeit entzogen wird. Daraus ergibt sich der objektive und zwingende Drang zu imperialistischer Politik. Und daraus ergibt sich wiederum, zum Beispiel, der zwingende Drang, die Russische Föderation zu zerstören, um sich ihre Ressourcen anzueignen – ein Ziel, das von bestimmten westlichen Kreisen sogar unverhohlen und öffentlich beansprucht wird. Durch und durch imperialistisch und demokratisch und »antifaschistisch«.
(In Italien beispielsweise sind wir mittlerweile bei einer öffentlichen Erklärung von bekannten und einflussreichen, fanatischen Anhängern der Demokratisch-Progressiven angelangt – natürlich »Antifaschisten« – ein exemplarischer Fall ist eine bekannte »intellektuelle Persönlichkeit« namens Paolo Flores d’Arcais (ehemals Linker in den 60er und 70er Jahren), der, von der Aufregung während der Unruhen im Iran im Januar dieses Jahres mitgerissen, in einem »äußerst einflussreichen Interview« sogar so weit ging zu erklären: »Ich wäre für eine Intervention Trumps, die den Iran von der Diktatur befreien würde.« Ich führe den Fall dieses einflussreichen italienischen Intellektuellen an, könnte aber eine ganze Reihe ähnlicher Fälle aufzählen, um zu verdeutlichen, dass die Behauptung »durch und durch imperialistisch und demokratisch und ›antifaschistisch‹« keineswegs eine polemische Übertreibung ist.)
Objektive Grenzen des Lebens Seiner Majestät
Im Rahmen der extremen Schematisierung und Vereinfachung, in der ich hier skizziert habe, will ich nicht sagen, dass es absolut keine Auswege für die senile und verdorbene Existenz Seiner Majestät gibt (abgesehen vom »gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen«, der auch im Manifest von 1847 heraufbeschworen wird – eine düstere Perspektive, die man einkalkulieren muss …).
Zu dieser Frage gibt es unter Revolutionären seit langem eine theoretische Debatte, die politischen und praktischen Konsequenzen hat. So schrieb Anton Pannekoek, einer der führenden Vertreter des Rätekommunismus (und zudem ein weltberühmter Astronom), im Jahr 1927:
»Der Kapitalismus ist noch lange nicht an seinem Ende angelangt. Wer vom Gegenteil überzeugt ist, meint, es reiche aus, noch ein wenig durchzuhalten, und dann werde der endgültige Sieg kommen. Das ist eine Art, sich die Sache zu versüßen. Der schwierigste Weg liegt, ehrlich gesagt, noch fast vollständig vor uns: Wir stehen erst am Fuße des Berges.«7
Einige Jahrzehnte später schreibt Samir Amin zu Recht:
»Zu sagen, der Kapitalismus befinde sich in einer Phase des Niedergangs, bedeutet keineswegs, dass er sich aufgrund irgendeines unaufhaltsamen wirtschaftlichen Widerspruchs selbst zerstören wird; dies zu behaupten hieße, das reduktionistische, positivistische und ökonomistische Schema wieder aufzugreifen.«
Und im selben Aufsatz weiter:
»Heutzutage ist es also, wie es sich bereits im Laufe des vergangenen anderthalb Jahrhunderts bewahrheitet hat, möglich, eine neue Etappe in der Entwicklung der Produktivkräfte zu erreichen, ohne die Grundlagen der Klassengesellschaft in Frage zu stellen. Tatsächlich ist es nicht schwer, sich vorzustellen, welche neuen Industrien die Grundlage eines erneuerten Akkumulationsmodells bilden werden: Atom- und Solarenergie, Raumfahrt, Genetik und die Herstellung von Lebensmitteln durch chemische Synthese, die Ausbeutung des Meeresbodens usw.«8
Der Aufsatz von Samir Amin, aus dem ich zitiert habe, stammt aus dem Jahr 1976, inzwischen ist genau ein halbes Jahrhundert vergangen. Ich verfüge nicht im Geringsten über die nötigen Kenntnisse, um zu behaupten, dass inzwischen extreme und objektiv unüberwindbare Grenzen für die Lebensfähigkeit Seiner Majestät des Kapitals erreicht worden sind. Dennoch neige ich dazu zu glauben (ohne auch nur den geringsten wissenschaftlichen Beweis), dass solche objektiv unüberwindbaren Grenzen existieren und dass jedenfalls die unbestreitbare extreme Schwierigkeit der Expansion, die dem kapitalistischen Mechanismus innewohnt, im Grunde genommen das Motiv für den zweiten »tellurischen Strom« ist, von der ich gesprochen habe.
Eine »sportliche« Randbemerkung. Ein Rekord nach dem anderen, apropos »unüberwindbare Grenzen« …
Ich war ziemlich verblüfft, als ich (nach vielen Jahren des Desinteresses) die Gelegenheit hatte, die letzte Ausgabe des historischen Radrennens Paris – Roubaix zu verfolgen. Es wurde ein neuer, unglaublicher Rekord bei der durchschnittlichen Stunden-Geschwindigkeit aufgestellt: 48,91 km/h. Ein erstaunlich/monströs naher Wert an der extremen, aber mittlerweile nicht mehr unüberwindbaren Grenze von 50 km/h im Durchschnitt – und das auf einer Strecke von fast 260 km, von denen etwa 50 km über Kopfsteinpflaster zurückgelegt wurden. OK, gut: Die höllische Business-/Unterhaltungsmaschine wird es wohl schaffen, Grenzen zu durchbrechen, die heute noch als unüberwindbar gelten, auch wenn sie dafür alles, jedes Element, auf den Kopf stellt. Auch und vor allem das menschliche Element, den Körper und den Geist des Radfahrers. Dennoch gibt es eine objektive Grenze, und früher oder später wird auch diese höllische Maschine zerschellen, wenn sie mit dem Kopf dagegen stößt.
Ich bitte um Entschuldigung und Nachsicht für das äußerst wenig wissenschaftliche und überzeugende Beispiel, das ich zur Untermauerung meiner These über die Erschöpfung der objektiven Lebensfähigkeit des Kapitals angeführt habe – eine These, die ich, ein alter Liebhaber des Radsports und des Fußballs, vertrete. Ende des Exkurses.
Die gleiche klassische und äußerst konkrete kapitalistische »Lösung« für unsere »theoretischen« Dilemmata, »Lösung«, die wir nur allzu gut kennen, nämlich die allgemeine Vernichtung von Menschen und Dingen, wie sie 1914-18 und 1939-45 praktiziert wurde, ermöglicht zweifellos, auf den Trümmern und dem Gemetzel neue Räume für einen erneuten Aufschwung der Akkumulation und Entwicklung des Kapitals zu eröffnen. Wie bei großen Naturkatastrophen. Sie kann sicherlich die Lebensdauer eines Organismus verlängern, der unfähig ist, in ausreichender Menge den Lebenssaft zu erzeugen, der ihn belebt und am Leben erhält. Aber sie ist keine endgültige Lösung.
Eine sinnlose und müßige theoretische Frage, wird man sagen. Sicherlich zählt es wenig bis gar nichts, darüber zu diskutieren, ob der Kapitalismus noch hundert oder tausend Jahre vor sich hat, wenn der Krieg kommt, um alles auszulöschen und zu zerschmettern. Doch für uns Militante des revolutionären kommunistischen Lagers ist dies nicht ganz und gar eine müßige Frage. Denn falls und sofern sich der höllische Kreislauf des Kapitals »dank« der klassischen und konkreten »Lösung« der allgemeinen kriegerischen Zerstörung reproduzieren könnte, würde sich seine Existenz von Ewigkeit zu Ewigkeit, über einen sehr langen, unbestimmbaren Zeitraum, hinziehen. Wir befänden uns in einer Art Sisyphus-Verdammnis. Eine Verdammnis, die nur durch einen Akt des Bewusstseins und des Willens seitens der Massen der verdammten modernen Sklaven des Kapitals durchbrochen werden könnte, die sich irgendwann ihrer Sklaverei »bewusst werden« und aufbegehren, um die Ketten zu sprengen. Von wegen!, möchte ich sagen.
Ich glaube hingegen – und glücklicherweise –, dass die Dynamik des laufenden Umwälzungssprozesses vom Faktor Bewusstsein seitens der breiten Massen unabhängig ist, wie sich auch aus dem oben Gesagten über den Kampf mit extrem hohem revolutionärem Potenzial gegen »die Vampire« des Imperialismus ableiten lässt. Ein Kampf, von dem wir hoffen, dass er von seinen derzeitigen politischen Führungen – die ihrerseits völlig reformistisch sind – so radikal und konsequent wie möglich geführt wird.
Kehren wir auf den Boden der Tatsachen zurück, müssen wir anerkennen, dass wir uns in einer äußerst kritischen Phase befinden, gefangen in der Zange einer sozialen und politischen Polarisierung im Westen, angefangen bei den innerlich zerrissenen Vereinigten Staaten, zwischen zwei Fraktionen der kapitalistischen Macht, die ohne Rücksicht auf Verluste aufeinanderprallen. Auf der einen Seite die Fraktion der »patriotisch«-imperialistischen Kräfte (Rechte/Trump/J.D. Vance/Elon Musk/Milei/Orbán und so weiter), auf der anderen Seite die »globalistische«-imperialistische Fraktion (Linke/Liberaldemokraten/Progressive/Mark Carney/EU-Kommission/Starmer oder wer auch immer von der Labour-Partei/Pedro Sánchez/ Mamdani und so fort). Die gleiche Polarisierung lässt sich auch innerhalb der sehr einflussreichen Machtkreise der jüdischen Bourgeoisie beobachten: An den entgegengesetzten Extremen stehen auf der einen Seite Netanjahu/Miriam Adelson und eine Reihe mächtiger Zionisten, am anderen Ende der antizionistische Milliardär und Philanthrop Soros mit seiner weitverzweigten Open Society Foundation, die einen Großteil der Linken und sogar der westlichen »Linksextremen« beeinflusst.
Während die lange Phase des Verschwindens eines zeitgemäßen Klassenkampfes seitens einer politisch zerschlagenen Arbeiterklasse und »ihrer« traditionellen, jahrhundertealten politischen Parteien weitergeht - selbst Schwergewichte wie die deutsche SPD und die britische Labour Party (Vertreter der Arbeiterklasse und des Bürgertums, die die Anliegen des Proletariats vertreten) erleiden eine Reihe von Erdrutschen und Wahlniederlagen - droht das große soziale Leid des westlichen Proletariats massiv von den »sozialen« rechten Kräften ausgenutzt zu werden.
In einigen Ländern Europas erscheint mir die Lage explosiv, beängstigend. Ich denke dabei vor allem an Frankreich. Der zutiefst diskreditierte Macron, ein Mann der Rothschilds, wird die Regierungsgeschäfte abgeben müssen, doch ein »schmerzloser« und friedlicher Machtwechsel zu einer »sozialen und souveränistischen« rechten Regierung, die sich auf die Zustimmung des einfachen Volkes in Frankreich stützt, ist höchst unwahrscheinlich. Dies ist nur ein Beispiel für ein sehr nahes mögliches Szenario.
Der derzeit stattfindende Prozess einer globalen und epochalen Umwälzung führt auch über diese Turbulenzen.
Anmerkungen
1 Jacques Camatte, »Erranza dell’umanità. Coscienza repressiva. Comunismo«, in Invariance, dicembre 1973. Anche in Verso la Comunità Umana, ed. Jaca Book.
J. Camatte, der kürzlich verstorben ist, war bis in die 1970er Jahre ein Aktivist der Internationalen Kommunistischen Linken (»Bordigisten«). Später führte ihn die Weiterentwicklung seines Denkens dazu, den Marxismus aufzugeben, da dieser als Instrument nicht mehr geeignet war, die Entwicklung des »Monster-Kapitals« zu begreifen, dem es laut Camatte gelungen ist, nicht nur seinen vermeintlichen Totengräber, nämlich das Proletariat, zu »zähmen«, sondern die gesamte Menschheit.
2 Allein schon das Aussprechen und Anerkennen, dass die Masseneinwanderung ein Problem darstellt, wird von der überwiegenden Mehrheit der heutigen »extremen Linken«, einschließlich all ihrer Gruppierungen, als eine Art Gotteslästerung und Ketzerei angesehen. Für diese Leute entstehen Probleme nur aufgrund der Instrumentalisierung oder Aufbauschung durch rechte und rechtsextreme Kräfte. Und wegen der »Unwissenheit« der einheimischen Proletarier (wörtlich so auf einer irischen »trotzkistischen« Website gelesen), die wie eine Masse von Dummköpfen behandelt werden, die sich von der demagogischen Agitation der nationalistischen und rassistischen Rechten täuschen lassen.
Ich glaube hingegen, dass es sich um ein reales und äußerst heikles Problem handelt (auf das zweifellos die Rechte und die extreme Rechte aufspringen), das übrigens nicht nur die »weißen« westlichen Länder betrifft: Man denke nur an die schwerwiegenden Probleme, die die Masseneinwanderung in Ländern wie dem Iran oder Südafrika mit sich bringt. Wir müssen oder sollten uns eingehend damit befassen …
3 Siehe insbesondere die Reden Putins vom 21. und 24. Februar 2022, in denen der Präsident dem russischen Volk den Sinn der »Sonderoperation« »erklärt«. Siehe auch das wichtige Interview vom März 2024, in dem er vom »Vampirfest« des Westens spricht, das ein Ende finden muss:
Vor allem aber ist die Rede vom September 2022 anlässlich der verkündeten Annexion der vier ehemals ukrainischen Provinzen an die Russische Föderation (von denen derzeit nur die Provinz Luhansk vollständig von den ukrainischen/NATO-Streitkräften geräumt ist) meiner Meinung nach ein Dokument von absoluter historischer Bedeutung und die schärfste Form von Putins antiwestlicher Anklage. Auf Italienisch ist sie hier in voller Länge zu lesen:
https://mostafamilani.ir/blog/2022/09/30/discorso-putin-sett-2022
Ich nutze die Gelegenheit, um auf einen sehr heiklen Punkt hinzuweisen, den Putin in dieser historischen und feierlichen Rede angesprochen hat:
Indem er die lange Reihe der vom Westen begangenen Verbrechen aufzählte und anprangerte, fügte er – zu Recht! – auch die verbrecherischen und terroristischen Bombenangriffe hinzu, die die »Alliierten« am Ende des Zweiten Weltkriegs »nach dem errungenen Sieg« auf Dresden und andere deutsche Großstädte verübten (»Alliierte« von wem? könnten wir den russischen Präsidenten fragen). Soweit mir bekannt ist, erinnert zum ersten Mal ein russischer Präsident an dieses Verbrechen und lastet es den westlichen »Alliierten« an. Das politische Ziel dieser historischen Anklage besteht meiner Meinung nach darin, der deutschen Bourgeoisie – oder zumindest einem Teil davon – zu schmeicheln, um zu versuchen, sie vom feindlichen NATO-Lager abzuspalten. Ein Versuch, der bislang gescheitert ist. Bislang …
Doch der russische Präsident vergisst in seiner kraftvollen antiwestlichen Anklagerede – und das nicht zufällig – einige äußerst wichtige Ereignisse, einige schreckliche Verbrechen (um bei denen des Zweiten Weltkriegs zu bleiben). Zum Beispiel die Vernichtung der Aufständischen in Warschau im August 1944 durch die SS, die durch den ebenso grausamen und verzweifelten Widerstand der polnischen Aufständischen mehr denn je grausam und rasend geworden war, während diese 63 Tage lang vergeblich darauf warteten, dass die Rote Armee, die sich knapp außerhalb von Warschau lagerte, die Belagerung der Stadt durchbrechen würde.
4 »Das Fest der Vampire ist vorbei«: Der Iran sagt »Schluss« mit den Schutzschilden für US-Stützpunkte, https://www.presstv.ir/Detail/2026/05/28/769424/-Feast-of-vampires-is-over---Iran-says-no-more-shields-for-US-bases
5 Gegen meine Argumentation könnte ein heimtückischer Einwand vorgebracht werden. Man könnte in diesem Zusammenhang einwenden, dass auch Hitlers Deutschland und das Japan von Kaiser Hirohito sowie Mussolinis »Italietta« wiederholt »die internationale Ordnung verletzt« hätten, indem sie den herrschenden »demokratischen Plutokratien«, den unbestrittenen Supervampiren jener Zeit, »Steine in den Weg legten«. Tatsächlich stellte die Propaganda der Nationalsozialisten und des japanischen Kapitalismus den Massen ihr imperialistisches Vorgehen, das in den Krieg mündete, nicht nur als (ich zitiere aus einer faschistischen Propagandabroschüre von 1941) »Kampf für ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den Staaten«, sondern auch als »großartige Revolution« dar, »die dazu bestimmt ist, neue ethisch-soziale Werte zu etablieren, von denen alle Völker profitieren werden«.
Ein Einwand, den man nur vorbringen könnte, wenn man die heutige Russische Föderation als imperialistischen Staat und ihren »bürgerlich-zentristischen« Führer Putin als Faschisten betrachten würde. Und wenn man die Achse Rom/Berlin/Tokio … gegen die heutige beeindruckende Achse des Widerstands austauschen würde, die den Imperialisten, der »Epstein-Klasse«, wie es die Propaganda der Islamischen Republik Iran zu Recht nennt, so sehr das Leben schwer macht. Das ist keine polemische Übertreibung meinerseits: es gibt sogar sogenannte »internationalistische Revolutionäre« (ganz zu schweigen von den eingefleischten Soros-Anhängern, für die Putin und Khamenei natürlich »Faschisten« sind), die den »Aufstand« vom vergangenen Januar im Iran bejubelten und in ihrem erbärmlichen »Iran-Dossier« zu der Absurdität gelangten, den Obersten Führer Ali Khamenei als »rassistisch wie Trump« zu bezeichnen!
6 Die winzige Gruppe, die ich vertrete, hat regelmäßig ihre Meinung zur brutalen »Anti-Covid-Politik« der chinesischen Regierung zum Ausdruck gebracht: »Über die bestialische Abriegelung von Schanghai – Einblicke in den sich anbahnenden Weltkrieg«, https://magma-magazin.info/2022/07/nucleo-comunista-internazionalista/ueber-die-bestialische-abriegelung-von-schanghai-einblicke-in-den-sich-anbahnenden-weltkrieg/
»Es lebe der Aufstand der Sklaven des chinesischen Kapitals!«, November 2022 https://ilrovescio.info/wp-content/uploads/2022/11/Liberta-di-scelta-e-non-cavie-1.pdf
7 In Proletairer, 1927. Oder Pannekoek e i consigli operai, Musolini ed. 1969. Pannekoek selbst schrieb 1946, als bereits klar war, dass es keinen neuen »Roten Oktober« geben würde, der durch die Gemetzel des imperialistischen Krieges ausgelöst worden wäre:
»Mit anderen Worten: In dem Moment, in dem das kapitalistische System den Großteil der Menschheit erfasst hat, in dem es keine nennenswerten Expansionsmöglichkeiten mehr sieht, wird sich die Notwendigkeit des revolutionären Kampfes aufdrängen. In diesem höchsten Stadium des Kapitalismus wird die Gefahr einer Massenvernichtung dazu führen, dass dieser Kampf für alle Klassen der Gesellschaft zu einer Notwendigkeit wird.« »The Failure of the Working Class«, in: Politics (New York 1946), jetzt in: Pannekoek und die Arbeiterräte, a. a. O.
8 »Le crisi strutturali del passato e come il sistema le ha superate«, Samir Amin. In La crisi dell’imperialismo, Coines Ed. 1976
Bild: Modell von Mantelkonvektion von B. Steinberger, basierend auf seismischer Tomographie von S. Grand Quelle: B. Steinberger, Inst. f. Meteorologie und Geophysik, Uni Frankfurt Fotograf/Zeichner: B. Steinberger Datum: 1999, wikimedia commons.

Für den Aufstand der chinesischen Bevölkerung gegen angebliche Coronamaßnahmen hätte ich gern einige Belege. China setzte die vom Westen geforderten Maßnahmen nur in den für den Westen wichtigen Wirtschaftsgebieten durch, um sich damit gegen den westlichen Wirtschaftskrieg zu wehren. So verhinderte es, dass der Westen gegen die Maßnahmen protestieren konnte, ohne sich selbst zu widersprechen. Es gibt Bilder aus anderen Gebieten China, die ein ganz normales Leben zeigen.
China hat versucht, die Veröffentlichung des angeblichen SARS-CoV-2 zu verhindern, da dieses Genom nicht nach wissenschaftlichen Standards erzeugt wurde. Auch hat China bei der WHO gegen die Benennung SARS-CoV-2 protestiert.
Billandmelinda. So viel Zeit muß sein.
»Januar 2020/Januar 2022: globale (terroristische) Operation Covid-19 (beendet dank des Aufstands eines Teils der chinesischen Bevölkerung, der das plötzliche Ende der brutalen »Zero-Covid«-Politik der Regierung in Peking erzwang). «
Ich glaube nicht, dass China je in dem Ausmaß an der Corona-PsyOps teilgenommen hatte wie hier in Lügenfressenpresse und den Großmedien dargestellt und behauptet wurde. Vielmehr hat China anscheinend ein paar lokal inszenierte Aufführungen produziert um den weltweiten, aber inspesonder »westlichen« Furor zu bestärken - weil es in deren Interesse lag und liegt, den absterbenden »Westen« noch schneller zu schwächen um die Schmerzen des Absterbens zu mildern. (Denn der Niedergang einer Zivilisation ist immer mit Not und Tod vieler Menschen verbunden).
Warum sollte China in China die Erzählung unterstützen, dass ein angeblich in China »ausgebrochenes« angeblich tödliches Virus die ganze Welt heimsuchen würde. Wäre interessant dazu mal in China eine ungesteuerte Straßenumfrage zu machen: »Was wissen Sie über die angebliche weltweite tödliche Seuche im Jahr 2020 und in den folgenden Jahren?« »Ach, Sie wissen gar nichts davon, und wenn, dann nur aus englischsprachigen Informationsmedien?« Nasowasaberauch.…
»unaufhaltsamen und revolutionären Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz« Auch hier sitzt der Autor einer PsyOPs auf. »KI« ist nichts weiter als massive Datenverarbeitung. Natrlich ist die Durchdringung der echten Welt durch Datenströme gefährlich, die Dystopie der totalen Überwachung naheliegend. Aber revolutionär ist daran nichts. Es ist die alles erfasssende, alles durchdringende, alles bestimmende Massivität in der Anwendung, die das so gefährlich macht. Geplante 3.500 neue Rechenzentren in den USA. Das ist einfach massive Rechneranwendung, verbunden mit immer subtilerer Datensammlung und immer feinerer Datenauswertung und Verknüpfung.
»Der zutiefst diskreditierte Macron, ein Mann der Rothschilds, wird die Regierungsgeschäfte abgeben müssen, doch ein »schmerzloser« und friedlicher Machtwechsel zu einer »sozialen und souveränistischen« rechten Regierung, die sich auf die Zustimmung des einfachen Volkes in Frankreich stützt,«
hier sollte doch wohl die Frage erlaubt sein, wie sich Macron bisher überhaupt halten konnte - oder wie ein CumEx-Scholz oder ein Blackrock-Merz hierzulande ans die Spitze kommen konnte.
Das Muster ist in FR wie DE dasselbe: die Angst vor »Rechts« schüren, in FR LePen bzw. FN in DE Höcke, bzw. die AfD. Und genau an der Stelle ist die »LInke« ja bekanntlich ganz, ganz groß. Wobei man ebenso dann die Frage stellen muss, warum »rechte« Politiker auffallend oft genau die Narrative der Großmedien bedienen.
Nun, PsyOps-Agenten stehe eben auf ALLEN Seiten bereit.
Ein Klima des Mißtrauens, der Verdächtigung und der Denunziation durchweht den gesamten Widerstand gegen die B-Waffen, genannt »Impfung«. Weg ist er, der Widerstand. Vereinzelt in den Häusern der Republik. Die anlaufende Kybernetik wird entweder den letzten Rest zerstören oder eine neue Bewegung initiieren. Wahrscheinlicher ist ein Szanario, wie es sich Thiel, Rockefeller usw. erträumen: Tod von 80-90% der Menschheit. Das ist schlimmer als 1933.
Und jetzt lasst uns gemeinsam mal virtuell in den Weltfalseflagtag reinfeiern. Ahoi!
„Allein schon das Aussprechen und Anerkennen, dass die Masseneinwanderung ein Problem darstellt, wird von der überwiegenden Mehrheit der heutigen »extremen Linken«, einschließlich all ihrer Gruppierungen, als eine Art Gotteslästerung und Ketzerei angesehen. Für diese Leute entstehen Probleme nur aufgrund der Instrumentalisierung oder Aufbauschung durch rechte und rechtsextreme Kräfte. Und wegen der »Unwissenheit« der einheimischen Proletarier (wörtlich so auf einer irischen »trotzkistischen« Website gelesen), die wie eine Masse von Dummköpfen behandelt werden, die sich von der demagogischen Agitation der nationalistischen und rassistischen Rechten täuschen lassen. „ (Nucleo Comunista Internazionalista)
… eine Kritik des „Nucleo“ wäre angebracht, sprengte aber den Rahmen einer Kommentarsektion. Wer kennte schon noch Camatte, auf den der Autor in seinen Ausführungen stark rekurriert? Und wäre es nicht übertrieben, das trübe Resultat der theoretischen Anstrengungen dieses ehemaligen Linkskommunisten zu prüfen, das ihn an seinem Lebensende an die Seite eines „Circle Marx“ fürhrte, eines rot-braunen konfusionistischen Projekts, inspiriert von Francis Cousin, eines anderen neu-rechten Leichenfledderers (Zu F. Cousin s. Kommentar im Anschluss)?
Es hat etwas sehr Zweischneidiges, sich hier mit Andeutungen und Verweisen zu begnügen, anstatt Nägel mit Köpfen zu machen – immerhin kann ein aktueller Videokommentar des linkssozialistischen Formats »99 zu 1« - zeigen, dass das vom „Nucleo“ gezeichnete Bild einer „extremen Linken“, die Proletarier „ wie eine Masse von Dummköpfen (..), die sich von der demagogischen Agitation der nationalistischen und rassistischen Rechten täuschen lassen“ behandelt, nicht zutrifft.
https://www.youtube.com/watch?v=JozYw2FRopw
(Mit 99 zu 1 liegen andere politische Probleme vor, die in diesem Zusammenhang jedoch nachrangig sind)
Es ist anzunehmen, dass der rot-braune Ideologe Francis Cousin dem deutschen Publikum wenig bekannt ist. Es genügt das Wissen, dass einige aus der linken Coviddissidenz ihn kennen, mit denen wir in einer bestimmten Phase des Übergangs das Vergnügen hatten, einige Worte zu wechseln. Es zeigt sich heute deutlicher, dass es keine politischen Gemeinsamkeiten geben wird.
https://sortirducapitalisme.fr/emissions/une-analyse-critique-des-theories-de-francis-cousin/
(… auch nicht unser Ansatz, genügt aber fürs Erste)
Masseneinwanderung als Waffe und Problem ist wohl bekannt, nur bei den Linksliberalen nicht, weil sie davon profitieren. Es stellt sich dann die Frage ob dabei die nationale Frage in der Ideologie wichtiger ist als die Klassensolidarität. Nur ist letztere zu oft mißbraucht worden um für reaktionäre Interessen zu dienen. Letzlich geht es um die Lohndrückerei durch Migration und Konkurrenzherstellung, gegenseitiges Ausspielen und die Unmöglichmachung der Führung eines Arbeitskampfes. Den sichtbaren Kulturkampf zu führen macht dabei wenig Zweck. Die »kulturelle Hegemonie« wird durch reaktionäre Interessen hergestellt, insbesondere mit Identitarismen und ist nicht zu gewinnen 2026. Woher sollen die Ressourcen kommen? Das Spiel läuft in der linken Subkultur (liberal/libertär) seit spätestens 1990 im Westen. Und die Reaktion war äußerst erfolgreich. Es existiert keine Linke mehr. Das Problem ist der völlige politische Bankrott der Linken seit der Auflösung der Sowjetunion. An den libertären Linken lag das nicht. Von einer neuen sozialistischen Partei zu träumen ist schön, aber ohne Bewegung gibt es keine Partei. Eine Bewegung herbeizaubern wollen für gewöhnlich nur Trotzkisten. Dazu haben die Gewerkschaften vergessen, dass die Lohnarbeit abzuschaffen ist. Von einer revolutionären Gewerkschaft, die ihren Namen wert ist ganz zu schweigen. Aber auch dazu braucht es eine Bewegung. Vor allem nach 2019-2021, dem nahezu vollständigen Lagerwechsel. Eine Bewegung ist einfach nicht da. Ich lese hier teilweise komplett weltfremde Theoretisierungen. Es ist hilfreich, sich mal ganz praktisch im Land umzuschauen. Eine Produktionsgenossenschaft zu Gründen bringt mehr als dutzende Pamphlete.
Ein ernst geschriebener und ernst gemeinter Kommentar, und nicht ohne Witz.
…also persönlich, okay. Das Obkektive braucht dann nichts anzugehen?
te absolvo
https://www.youtube.com/watch?v=rGxTA4LE43I
(Danke für die aufmerksame Kritik und für das schöne Kompliment - im Inland und darüber hinaus…)