Vorstellung von »Real Left«, den Irrtümern der Lockdown-Linken und Plädoyer für eine meta-materialistische Politik zur Bekämpfung der transhumanistischen Bedrohung

Übersetzung der Mitschrift des Vortrags von Emily Garcia auf der Dritten Internationalen Konferenz der Antilockdownlinken aus dem Juli 2026 (hier im Original)

Vorstellung von »Real Left«

Real Left wurde Anfang 2021 von den Herausgebern einer Online-Zeitschrift namens Marxist World ins Leben gerufen, von denen nur noch einer in der Gruppe aktiv ist. Ursprünglich wurde die Gruppe unter dem Namen »Left Lockdown Sceptics« gegründet, da der Schwerpunkt damals auf der Kritik an den Lockdowns aus antikapitalistischer Perspektive lag. Left Lockdown Sceptics veröffentlichte Artikel auf einer gleichnamigen Website. Im Jahr 2023 änderten wir unseren Namen in »Real Left«, da Lockdowns zu diesem Zeitpunkt allgemein als historisches Ereignis wahrgenommen wurden. Die Namensänderung spiegelte auch die Tatsache wider, dass sich unsere kritische Analyse bis dahin auf die gesamte Vierte Industrielle Revolution ausgeweitet hatte, von der die Lockdowns natürlich nur ein Symptom waren.

Im Sommer 2021 veranstalteten wir unsere erste Konferenz in London, an der etwa fünfzig Personen teilnahmen. Seitdem treffen wir uns in der Regel mehrmals im Jahr persönlich und bauen so eine reale Gemeinschaft linker Dissidenten auf. Diese Veranstaltungen waren gut besucht und fanden großen Anklang, insbesondere unsere jährlichen Konferenzen. Durch die Ausrichtung einer Reihe solcher Treffen und die Veröffentlichung von Hunderten von Artikeln haben wir konsequent hochwertige Analysen, Kommentare und gelegentlich investigativen Journalismus zu dem Thema verbreitet, das zugleich das kritischste und das am meisten vernachlässigte politische Thema unserer Zeit ist: der Kampf gegen den technokratischen High-tech-Totalitarismus oder die digitale Einhegung (digital enclosure).

Dass Menschen Zugang zu solchen zensierten und an den Rand gedrängten Informationen, Meinungen und einer Gemeinschaft haben, die auf gemeinsamen egalitären und freiheitsorientierten Werten basiert – frei von den üblichen Zugeständnissen an die Macht des Establishments, die von jenen gemacht werden, die entweder um mehr Mainstream-Finanzierung oder -Unterstützung bemüht sind, oder die es versäumt haben, ihr eigenes Bewusstsein von auf Herrschaft und Ausbeutung basierenden Kontrollsystemen wie dem Kapitalismus oder dem Zionismus zu befreien (letzteres ist eine besondere Plage in der britischen Widerstandsbewegung gegen den »Great Reset«) – das ist von Bedeutung: Wir haben einen Raum dafür geschaffen. Wir haben auch mit anderen Basisinitiativen der Freiheitsbewegung zusammengearbeitet, unter anderem durch ein Interview für die britische Zeitung The Light, die eine beachtliche Auflage von Zehntausenden hat.

Die Herausforderungen für »Real Left« bleiben hingegen groß. Seit den Anfängen der Gruppe ist es uns nicht gelungen, unsere Mitgliederzahl nennenswert zu vergrößern, und folglich beschränkt sich unsere Wirkung auf den zugegebenermaßen bescheidenen Umfang der Aktivitäten, die ich soeben erwähnt habe. Zweifellos werden wir durch repressive Algorithmen auf Social-Media-Plattformen in die Bedeutungslosigkeit zensiert, da ein genuin basisorientierter und egalitärer Widerstand gegen die vierte industrielle Revolution eine potenziell bedeutende Gegenkraft zur Umsetzung der transhumanistischen Agenda der herrschenden Klassen darstellt. Dies scheint nun auch auf Substack der Fall zu sein, wo wir in den letzten Jahren Mühe hatten, Follower zu gewinnen.

Die Irrtümer der Lockdown-Linken

Im Vereinigten Königreich entstand spontan ein großer und energischer Widerstand gegen die Lockdowns als Reaktion auf die aggressive Covid-Panikmache und die unmittelbaren Angriffe auf die Menschenrechte. Dies geschah zudem unter völliger Abwesenheit der gesamten organisierten Linken (das heißt Gewerkschaften, sozialistische politische Parteien und Publikationen und so weiter) – sofern man nach einem fünf Jahrzehnte andauernden Zermürbungskrieg durch die Kräfte des Neoliberalismus überhaupt noch von einer solchen Linken sprechen kann.

Eine kurze Anmerkung am Rande: Im Vereinigten Königreich (und ich glaube, in Deutschland war es genauso) hat sich die organisierte/traditionelle Linke, von wenigen Ausnahmen abgesehen, während der Covid-Psycho-Operation unwiderruflich blamiert, indem sie die Diktate der herrschenden Klasse unterstützte. Sie schluckten unkritisch das absurde Märchen, dass – zum ersten Mal in der Geschichte des globalen Kapitalismus – diejenigen, die die Macht hatten, eine Einstellung der normalen Wirtschaftstätigkeit für einen längeren Zeitraum zu verhängen (oder abzulehnen), bereit waren, die Gewinnerzielung zugunsten des edleren Ziels der »Rettung der Oma« zurückzustellen. Seitdem hat es kein groß angelegtes Erwachen in dieser an der Nase herumgeführten linken Bevölkerungsgruppe gegeben. Wir könnten vielleicht den oft zitierten Aphorismus aus Gil Scott-Herons Protestlied/Gedicht aus den 1970er Jahren, »The revolution will not be televised«, wie folgt abwandeln: »The revolution will leave the legacy left behind!« (»Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen»; »Die Revolution wird die Traditionslinke hinter sich lassen!«)

Ich sollte jedoch kurz eine ehrenvolle Ausnahme zu meiner vorgeschlagenen Maxime über den antirevolutionären Charakter der Linken erwähnen. Und das sind die wichtigen Analysen und Initiativen für direkte Aktionen, die seit 2023 von der antiimperialistischen Linken ausgehen. Real Left hat auf unserer Konferenz im letzten Jahr die Bedeutung der antizionistischen Bewegung – deren Führung größtenteils von Basisaktivisten und nicht von Institutionen oder politischen Parteien der Linken ausgeht – im breiteren Klassenkampf hervorgehoben, und wir werden dies auch in diesem Jahr wieder tun.

Aus meiner Sicht besteht ein großes Problem der Linken – und damit meine ich nicht »(Links-)Liberale«, sondern diejenigen, die sich als Anarchisten, Sozialisten, Materialisten und Marxisten verstehen – darin, dass sie es versäumt haben, ihre Analyse anzupassen, um das kapitalistische System so zu begreifen, wie es heute funktioniert. Ihre Kritik ist in der neoliberalen Phase des Kapitalismus erstarrt, während wir uns bereits in der Ära des Stakeholder-Kapitalismus befinden. Sich im Klassenkampf richtig zu orientieren, ohne diesen Wandel zu verstehen, ist so, als würde man heute versuchen, mit einer Karte von Preußen aus dem Jahr 1750 den Weg nach Erfurt zu finden.

Ein konkretes Beispiel für solch blindes Herumtappen war die Reaktion der extremen Linken auf jegliches Zögern, im Jahr 2020 Unternehmen und die Zivilgesellschaft stillzulegen. Sie prangerten die (etwas) langsamere Reaktion der Johnson-Regierung beim Startschuss und den (geringfügig) milderen Lockdown im Vergleich zu einigen anderen europäischen Ländern als »die Wirtschaft vor Menschenleben stellen« an.

Die falsche Annahme, die einer solch verkehrten Haltung zugrunde liegt, ist, dass die Milliardärsklasse weiterhin darauf angewiesen ist, dass die Proletarier an physische Arbeitsorte gehen, um ihre (ausgebeutete) Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen und in stationären Geschäften einzukaufen, damit die Reichen Gewinne erzielen können. In Wirklichkeit hat die kapitalbesitzende Klasse jedoch ein (zumindest aus ihrer Sicht) überlegenes System der Ausbeutung entwickelt. Ein System, das von uns verlangt, zu Hause zu bleiben, online zu bestellen und uns einzuklinken – insbesondere in das superschnelle, breitbandgestützte Internet der Dinge, das Kabel für Kabel auf den menschenleeren Straßen verlegt wurde, die den Telekommunikationsunternehmen in den frühen Tagen des Lockdowns geschenkt wurden. Der Übergang zum Stakeholder-Kapitalismus erfordert tatsächlich all das Folgende:

  • Die Verdrängung des Großteils der realen Wirtschaft durch Online-Handel und -Aktivitäten.

  • Die Konzentration des Unternehmensbesitzes in den Händen der Superreichen und die Dezimierung unabhängiger Kleinunternehmen. (Siehe den dokumentierten gigantischen Vermögenstransfer, der im Zeitraum 2020 – 2022 von den 99 Prozent auf die ein Prozent stattfand.)

  • Eine massive Ausweitung der Umgebungsintelligenz (ambient intelligence) / allgegenwärtigen Überwachung beziehungsweise der »Smartifizierung« von Städten (und Haushalten).

  • Eine weitreichende Akzeptanz von Technologien, die bisherige Bereiche vorwiegend menschlicher Tätigkeit in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft sowie bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen ersetzen.

  • Die Ablösung des traditionellen liberalen Rahmens für bürgerliche Freiheiten und Menschenrechte durch das Prinzip, dass individuelle Rechte einem übergeordneten kollektiven Wohl untergeordnet sind – wie es von Experten festgelegt wird, die dem Establishment dienen (technokratischer Kommunitarismus).

Jeder Punkt auf dieser Liste wurde durch die Maßnahmen zur »Pandemiebekämpfung« enorm beschleunigt, aber wir sollen das als Zufall abtun?! Covid war die Gans, die das goldene Ei für den Einzug der Big-Data-Wirtschaft legte – was die Roboter der Führungsklasse, die mit der Umsetzung dieser Umwälzung beauftragt sind, in öffentlichen Dokumenten auch nicht verheimlichen.

Darauf gehe ich im dritten Artikel meiner Reihe »The Great Health and Social Care Reset for the Big Data Economy« recht detailliert ein. Die nächsten Artikel – die noch nicht veröffentlicht sind – dürften für ein deutsches Publikum von größerer Relevanz sein. (Die Artikel des ersten Teils beziehen sich sehr spezifisch auf das Transformationsprogramm des britischen NHS.)

In diesen nachfolgenden Artikeln gehe ich detailliert auf eine Reihe von Indizien ein, die darauf hindeuten, dass die Covid-Impfstoffe vom Militär entwickelte, auf Graphen basierende Nanotechnologie-Komponenten enthalten, um Menschen in das »Internet der Bio-Nano-Dinge« einzubinden – eine Erweiterung des Internets der Dinge in den biologischen Bereich –, zum Zwecke der Kontrolle, Überwachung, Manipulation/Modifikation und biologischen Veränderung der Menschheit im großen Maßstab. (Anmerkung: Es gibt andere kritische Forscher, die zu einem ähnlichen Schluss gekommen sind. Ich möchte damit nicht behaupten, dass ich hier eine originäre These aufstelle, sondern lediglich, dass ich versucht habe, dies anhand einiger Primärquellen zu belegen.)

Argumente für eine meta-materialistische Politik zur Bekämpfung der transhumanistischen Bedrohung

In meiner Einleitung habe ich meine Verbundenheit mit dem Lebenswerk von Rudolf Steiner erwähnt. Steiner – der vor über 100 Jahren starb – hat die Herausforderung des Transhumanismus, oder des »mechanischen Okkultismus«, wie er es manchmal nannte, vorausschauend erkannt. Seine Schriften und Vorträge enthalten einen Reichtum an Weisheit über praktische Wege, wie wir dieser Herausforderung begegnen können.

Zwar räumte Steiner die Beiträge des wissenschaftlichen Materialismus zum kulturellen Fortschritt durch technologische Entwicklung ein, doch lehnte er diesen als vorherrschende Philosophie der Zeit entschieden ab, da er unfähig sei, in die tieferen geistigen Realitäten vorzudringen, die allen äußeren Phänomenen zugrunde liegen, einschließlich der wahren seelisch-geistigen Natur des Menschen. Er warnte zudem eindringlich vor den verheerenden Folgen des (atheistischen) Materialismus für die Entfaltung der gegenwärtigen und zukünftigen Zivilisation. Wiederum warnte er – prophetisch im Lichte des »Pandemie«-Ereignisses – ausdrücklich:

»[…] die Gefahr, die die Menschheit bedroht, wenn dem, was sich heute Wissenschaft nennt, erlaubt wird, die Führung zu übernehmen und sich in Gebiete einzunisten, wo Begriffe Realitäten werden.«

Steiner, Das Karma des Materialismus II

Entdeckungen der Quantenphysik haben seitdem die Erkenntnisse Steiners (und jene alter metaphysischer Traditionen) bestätigt und Annahmen der klassischen Newtonschen Physik widerlegt, indem sie beispielsweise die vernetzte, probabilistische und beobachterabhängige Natur der Wirklichkeit aufzeigten.

Dies bringt mich zu einem zweiten Problem der Traditionslinken , wie ich es sehe, das nicht nur betrifft, was sie denken (oder genauer gesagt, nicht begreifen), wie ich zuvor dargelegt habe, sondern auch die zugrundeliegende Ursache solcher Denkfehler: wie sie denken.

Anekdotisch betrachtet sind die meisten Sozialisten außerhalb freiheitsorientierter Kreise, denen ich begegnet bin, Atheisten, während nur eine Minderheit der Menschen im Widerstand gegen den Great Reset dieselbe Verbundenheit mit einem gottlosen Universum teilt. Tatsächlich habe ich dieses Muster so konsequent beobachtet, dass ich mich berechtigt fühle zu behaupten, dass eine Weltanschauung, die die Realität einer wie auch immer gearteten höheren Macht oder göttlichen Ordnung anerkennt (nicht notwendigerweise und in der Tat meist nicht im traditionell-religiösen Sinne), tendenziell eine gewisse Immunität dagegen bietet, der Manipulation durch Ideologien zum Opfer zu fallen, die in abstrakten materialistischen/atheistischen Konzepten verwurzelt sind, sowie deren (zahlreichen) illusorischen Ängsten oder Aberglauben: wobei die Phobie vor »Keimen« oder Viren und die Angst vor dem Tod in diesem Fall besonders relevant sind.

Das »kopflastige«, leblose Denken des hartgesottenen atheistisch-materialistischen Menschen, losgelöst von der wärmenden und belebenden Weisheit des Herzens, erwies sich in den Jahren 2020 – 2022 als zutiefst anfällig für die Propaganda falscher Autoritäten – mit schrecklichen Folgen. Steiner sagte:

»Das Heil unserer Zeit kann nur dadurch entstehen, daß gerade mit Bezug auf alles, was das soziale Leben befruchten soll, das Rechtsleben, das Staatsleben, daß mit Bezug auf das alles solche Gedanken eingreifen, die in lebendigem Zusammenhang mit der geistigen Welt stehen.«

Steiner, Das Karma des Materialismus I

Ein solches »lebendiges Denken« könnte niemals die lebenswichtigen heilenden Wirkungen leugnen, die wir in einer liebevollen Umarmung oder beim Halten einer Hand erfahren, und sich damit abfinden, den körperlichen Kontakt zu geliebten Menschen, schutzbedürftigen älteren Menschen, Enkelkindern und so weiter zu meiden, bis eine externe Autorität willkürlich verkündet, dass eine solche lebensspendende Berührung nicht mehr gefährlich beziehungsweise potenziell tödlich (!) sei.

Die Tatsache, dass der Widerstand gegen den »Great Reset« – die einzige Gruppe, die sich während der ungeheuerlichen Angriffe dieser Zeit gegen die Tyrannei gestellt hat, das dürfen wir nicht vergessen – überwiegend spirituell ausgerichtet ist (zumindest im Vereinigten Königreich), weist meiner Meinung nach auf die notwendige Weiterentwicklung des politischen Kampfes in den 2020er Jahren hin.

Das transhumanistische, digital-biologische, mit dem Leben verschmolzene Kontrollnetz (das Steiner als die »Achte Sphäre« bezeichnete) ist als allwissendes, allgegenwärtiges und allmächtiges Netz konzipiert, das letztendlich die Möglichkeit des menschlichen freien Willens beseitigen würde.

Ich kann die zutiefst bösartige Natur dieser Bedrohung nur als einen feindseligen Versuch verstehen, die allwissenden, allgegenwärtigen und allmächtigen Eigenschaften der Quelle oder der Gottheit – von der wir alle ein Funke sind – nachzuahmen und an sich zu reißen, um uns durch die Verstrickung in dieses gefälschte virtuelle Königreich oder Imperium dauerhaft von unserer vom Schöpfer verliehenen spirituellen Natur zu trennen.

Marx hat uns viele sehr wertvolle Einblicke in Klassenverhältnisse und das Wesen des Kapitalismus geschenkt. Ich glaube jedoch, dass er sich geirrt hat, als er den dialektischen Materialismus als treibende Kraft der Weltentwicklung ansah. Der wahre Antrieb, der der Geschichte der menschlichen Zivilisationen zugrunde liegt, ist vielmehr die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins und die Spannungen zwischen Kräften, die diese Entwicklung entweder vorantreiben oder verzögern wollen.

Tatsache ist, dass viele von uns, die in diesem Kampf aktiv sind, bereits intuitiv erkannt haben, dass wir uns auf dem Schlachtfeld eines geistigen Krieges zwischen guten und bösen Mächten und Fürstentümern befinden, die um das Schicksal der kollektiven menschlichen Seele kämpfen. Ob die Menschheit sich zur nächsten Stufe mit einer tieferen Fähigkeit zur christusgleichen Liebe weiterentwickeln wird; ob sie die Freiheit einer innerlich entwickelten Moral erlangen wird; und ob sie das »Ich« unseres »Ich bin, der ich bin« vor dem Abstieg in den Abgrund retten wird – oder ob wir in das Reich des Untermenschlichen fallen werden –, steht für jeden von uns noch auf der Kippe.

Es bringt nichts, die Tragweite dessen zu leugnen, was auf diesem Schlachtfeld auf dem Spiel steht, auf dem wir uns entschieden haben, (metaphorisch) zu den Waffen zu greifen, oder theologische oder apokalyptische Rahmenkonzepte zu vermeiden, um für Genossen, die wir – in Wirklichkeit – bereits hinter uns gelassen haben, überzeugender zu wirken.

Das Eintreten für solche Perspektiven sollte jedoch nicht als Aufruf missverstanden werden, zu meditierenden Nabelschauern zu werden. Was derzeit am dringendsten benötigt wird, ist mutiges und gemeinsames Handeln: Solange wir physisch in dieser materiellen Welt verkörpert sind, gibt es wesentliche Arbeit zu leisten, die nur wir tun können.

Im Gegenteil, ich behaupte, dass die Aneignung solcher bislang tabuisierter Perspektiven im politischen Raum dringend benötigte Stärke und Mut vermitteln kann, indem sie die Überzeugung von der Bedeutung dieses Kampfes und unserer Rolle darin stärkt – was uns die Fähigkeit verleihen wird, diese Arbeit trotz der schwierigen Zeiten, die uns sehr wahrscheinlich bevorstehen, beharrlich fortzusetzen.

Zusammenfassend vertrete ich also die Ansicht, dass die Weiterentwicklung des jahrtausendealten Klassenkampfes des Volkes gegen die Mächtigen den Zeitgeist unseres postmechanistischen Zeitalters einbeziehen muss. Einen Zeitgeist, der uns nicht bloß als wirtschaftliche Akteure in dialektischen Kämpfen versteht, sondern als verkörperte Geister, die einer Berufung im Namen des Weltkarmas folgen, um für Wahrheit, Güte und Schönheit einzutreten, damit das rechtmäßige Schicksal aller Lebewesen, in Liebe und Freiheit zu existieren und sich zu entwickeln, verwirklicht werden kann.

Auf diese Weise glaube ich, dass die revolutionäre Linke (wir selbst!) erneuert und gestärkt werden kann, um das satanische bio-digitale Konvergenzprojekt am treffendsten zu benennen und ihm wirksam entgegenzutreten – wozu sich die alte Linke als unfähig erwiesen hat.

Darüber hinaus dürfte dies uns auch zu einer attraktiveren Kraft für diejenigen innerhalb des Widerstands gegen den »Great Reset« im Allgemeinen machen, angesichts der den einfachen Mitgliedern innewohnenden radikalen und spirituellen Tendenzen (im Gegensatz zu den selbsternannten »Führungsfraktionen« der Managerklasse), was daher dazu beitragen könnte, Sympathie für unsere vorgeschlagenen Lösungen einer egalitären Revolution zu gewinnen und mehr Menschen für unsere Sache zu gewinnen.

Die praktische Umsetzung einer solchen übergreifenden Philosophie lässt viel Raum für Diskussionen, und ich hoffe, dass dies ein Gespräch (oder eine Debatte!) ist, das wir nun führen können. Ich möchte auch die Frage aufwerfen, wie unsere beiden »Schwester«-Gruppen (und vielleicht auch andere, die mir in Europa und den USA bekannt sind) durch zukünftige Kooperationen verschiedener Art gegenseitig unsere Reichweite vergrößern und die Arbeit der jeweils anderen unterstützen können.

Ich möchte mit einem weiteren Zitat von Steiner schließen, das uns Mut machen soll, die Bedeutung unserer Mission als »linker Rest« anzuerkennen – trotz unserer geringen Zahl und der (quantitativ) begrenzten oder wenig beachteten Natur unserer Arbeit:

»Wir müssen uns klar darüber sein, daß von einem gewissen Gesichtspunkt aus das Kleinste und Größte, was wir verrichten können, gleich wichtig ist für das Ganze. Das Leben stellt sich dar als ein Mosaikbild, das aus einzelnen Steinchen zusammengefügt ist. Der ein einzelnes Steinchen hineinfügt, ist nicht weniger wichtig als der, der den Plan zu dem Mosaikbild ausgedacht hat. In bezug auf das, was man göttlich-geistige Weltenordnung nennen kann, ist das Kleinste ebenso bedeutsam wie das Größte. Wenn wir das einsehen, so wird uns das vor mancher Unzufriedenheit bewahren können, welche sonst leicht im Leben kommen könnte.«

Steiner, Das neue spirituelle Zeitalter und die Wiederkunft Christi

Zusammenfassung der Diskussion über den Vortrag

Mehrere Genossen stellten fest, dass es in der Freiheitsbewegung viele »Steiner-Anhänger« gebe und dass die meisten Menschen, die sich in Steiner-Initiativen engagieren (Waldorfschulen, biodynamische Landwirtschaft und so weiter), nicht auf die Covid-Psycho-Operation hereingefallen seien. Ein Genosse meinte, dies deute darauf hin, dass in ihrem Denken »etwas Richtiges« sei. Dem wurde entgegengehalten, dass Menschen wegen Nichtbefolgung der mRNA-Impfungen oder -Vorschriften aus diesen Einrichtungen ausgeschlossen worden seien. Ich stellte fest, dass hier dasselbe Problem auftrete, das in der gesamten Gesellschaft vorherrsche: Die Führung sei korrupt und spiegele nicht die Einstellungen und Wünsche der einfachen Mitglieder wider.

Ein Genosse, der sich als Atheist bezeichnete, äußerte den Wunsch, mit den »Steiner-Anhängern« als Verbündete zusammenzuarbeiten, und betonte, wie wichtig es sei, deren Überzeugungen zu tolerieren und nicht zu verspotten. Ein anderer, der sich als Agnostiker bezeichnete, wies darauf hin, dass es Dinge jenseits menschlicher Erkenntnis gebe, selbst bei scheinbar materiellen Phänomenen, und führte als Beispiel unsichtbare Prozesse an, die zwischen dem Gießen einer Pflanze und ihrem Wachstum liegen.

Die katholische Arbeiterbewegung wurde als historisches Beispiel für spirituell-radikale politische Bewegungen angeführt. Ein Genosse wies darauf hin, dass in den politischen Kreisen der 70er Jahre Offenheit für spirituelle oder metaphysische Diskussionen herrschte, sowie für Kritik an Technik und an konventionellen medizinischen Ansätzen, die später jedoch verschwinden sollte.

Zu den Streitpunkten gehörte die Ablehnung einer monotheistischen Weltanschauung, da – wie es ein Genosse formulierte – ein einziges Gottwesen, das allwissend und allmächtig ist (und über eine Welt voller Leid herrscht), an sich schon böse wäre. Als spirituelles Glaubenssystem wurde der Animismus bevorzugt. (Meine Anmerkung: Die Anthroposophie steht in größerer Übereinstimmung mit dem Animismus, als es meine nur grob skizzierte Momentaufnahme dieser Weltanschauung wahrscheinlich vermuten lässt.)

Ein anderer Genosse erklärte, dass der wirtschaftliche Bereich die wichtigste Triebkraft des gesellschaftlichen Lebens sei. Daraufhin entgegnete ein anderer, dass Weltanschauungen beziehungsweise das Bewusstsein – ob sie nun auf expliziten oder impliziten atheistischen Annahmen beruhen – a priori existieren und selbst die wirtschaftliche Logik lenken.

Es wurde argumentiert, dass marxistische theoretische Instrumente, wenn sie richtig angewendet werden, zu den richtigen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Covid-Verschwörung führen sollten (das heißt: es muss nichts weiter hinzugefügt werden). Und dass ein marxistischer Humanismus mit seiner Betonung von Autonomie und Selbstbestimmung – der zudem auf dem Vorrang des Menschlichen basiert – den Drang wecken kann, den Menschen gegen solche transhumanistischen Angriffe zu verteidigen.

Jemand wies darauf hin, dass es möglicherweise unterschiedliche Interpretationen der erwähnten Erkenntnisse der Quantenphysik gebe, die metaphysische beziehungsweise mystische Weltanschauungen nicht stützen.

Es wurden Einwände gegen den Begriff »technokratischer Kommunitarismus« erhoben: Man bevorzugte den Begriff »Faschismus«. Ebenso gegen die Idee einer »Managerklasse«: Diese sei nach Ansicht des Redners keine Klasse an sich, sondern eine Unterkategorie der Arbeiterklasse.

Ein Genosse beschrieb den Vortrag als »sehr überraschende Perspektive auf einer marxistischen Konferenz«, »im positiven Sinne«. Ein anderer sagte, er sei daran interessiert, sich mit Steiner auseinanderzusetzen, den er zuvor nicht gekannt habe. Und eine dritte äußerte, sie hätte den »Punkt zu Steiner gerne intensiver diskutiert«, wenn mehr Zeit gewesen wäre. Insgesamt stießen die Ideen auf unerwartet große Zustimmung, und ich dankte den Genossen dafür, dass sie den Vortrag mit einer so herzlichen und aufmerksamen Einstellung aufgenommen hatten.

Bild: Krämerbrücke in Erfurt

https://real-left.com/author/emily-garcia/

13 thoughts on “Vorstellung von »Real Left«, den Irrtümern der Lockdown-Linken und Plädoyer für eine meta-materialistische Politik zur Bekämpfung der transhumanistischen Bedrohung

  1. das ist gefährlicher Unsinn und enthält zahlreiche völlig abwegige Thesen. und ist sicher keine linke Analyse der Situation, die aktuell unsere gesellschaftliches miteinander bedroht.
    Wer sein metaphysisches Weltbild, das jeder Mensch völlig unterschiedlich erlebt, als Grundlage für die Realität benutzt ist ein Träumer und Schlafwandler. am Ende hilft es nur denen die weiter die mediale meinungsmacht nutzen, um ihre Vorstellung über unsere Realität zu konstruieren. Religion und glaube spielt dabei keine Rolle, es geht um die Bewältigung des Alltag, um das wiederkehrende und die Schicksale, die diese Wege kreuzen.
    Ich kenne durchaus sehr linke (er ist sogar Vorsitzender der linken in meiner Stadt) Anhänger von Steiner die Vehement zero covid forderten (und sogar gerichtlich vorgingen).
    Nur weil man die Grundlagenforschung nicht versteht und diese deshalb in ein Glaubensbekenntnis einbaut, hilft dem Arbeiter nicht. Auch wenn es bei manchem geholfen hat, den covid Unsinn zu verweigern. Aber um die Gefahr des Finanzkapitals auf unsere politischen system zu erkennen und wirksam zu bekämpfen, ist das nicht hilfreich.

  2. »Real Left wurde Anfang 2021 von den Herausgebern einer Online-Zeitschrift namens Marxist World …«

    »Real Left«, also das »echte Links«, marxistisch …

    Hier sieht man mal wieder ganz offen, wie Marxisten die scheinbar einzige Gegenposition gegen »Rechts« besetzen wollen.

    Und ich sage Euch: ihr seid dann nicht besser als die »Rechten«.

    Der einzig freiheitliche Gegenpol gegen »Rechts« ist undogmatisch, menschlich, echt-demokratisch, ohne Führungsanspruch einer Funktionärs-Riege, ohne Marx- oder Sonstwas-Hohepriester, antiideologisch, antiautoritär.

    Erst wenn wir aus dieser »links-rechts«-Ausschließlichkeitsfalle (man nennt es auch »Dichotomie«) ausgebrochen sind, kann eine weitere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung möglich sein. Weil eben Marxisten dieses »Links« so besetzen und dominieren - und gleichzeitig schwächen und zersplittern und zerreden.

    So lange marxistische Kräfte das »links« aussschließlich besetzen und für sich okkupieren, so lange wird alles nichts.

    Marxismus ist das größte Gift für den notwendigen Widerstand in unserer Zeit. Stellt Euch an die Seite und lasst zu, dass auch andere Kritiken an den herrschenden Verhältnissen geübt werden. Dann kann man sehen, ob man sich zusammentun kann.

    Aber die heutige Realität ist, dass »Antifa«, »Linke«, »Schwarzer Block«, »Links«-Intellektuelle, angeblich »linke« Parteien (wie dieLinke und MLPD) ___in einer Front___ mit Bourgeoisie, also Großbürgertum, den Behörden, der Regierung, den Altparteien, den Supermilliardären, der Konzernwirtschaft, der Werbewirtschaft, den Großmedien _in einer Front GEMEINSAM_ gegen jeden Widerstandsfunken wie zB der Coronamaßnahmen-Widerstand, »Querdenken«, die Partei dieBasis, Bauernproteste, Finanzoligarchie-Kritik (»strukturell antisemitisch«), Migrationsföderungs-Kritik (»open border, keine Grenzen, kein selbstverfasster, autonomer, souveräner Staat, Antinationalismus«), Klimawahn-Kritik, etc., also gegen jede zivilgesellschaftliche gegen die herrschende Meinung sich artikuliernde Äusserung ankämpft.

    Die »marxistischen Linken« sind zum größten Teil die fünfte Kolonne der Globalisten und Weltherrschafts-Konstrukteuren. Also effektiv die Feinde der Arbeiter und uns kleinen Leute.
    Und dieser Umstand ist in der marxistischen Lehre entweder so angelegt, oder wurde später so hineingedeutet. Etwa der (für Arbeitenden völlig unrealistische und nur hinderliche) Internationalismus-Gedanke. DIe einzigen, die sich international zusammenschließen können (und die dies effektiv tun) sind die Reichen und Superrreichen!

  3. Das »dass die Covid-Impfstoffe vom Militär entwickelte, auf Graphen basierende Nanotechnologie-Komponenten enthalten« ist technisch kompletter Schwachsinn.

    Das Graphen war sicher nur eine Verunreinigung durch die überstürzt aufgebauten und eingesetzten Produktionsanlagen. Etwa ein Schmierstoff aus der Maschinenproduktion, der nicht ausreichend ausgewaschen wurde.

    Es gibt keine sich selbst zusammensetzenden Maschinen oder Sendegeräte oder ähnliches aus Nanobestandteilen. Sowas ist »Alien-Technologie«. Da sind wir ja gleich bei der »Reptiloiden-Herrschaft« und weiterem Quatsch, der geheimdienstlich verbreitet wird um Kritiker massenmedial in die Spinner-Schublade schieben zu können.

    Mit diesem Artikel soll auf perfid-subtile Weise Steiner und seine Anhänger verunglimpft werden. Zumindest ist das die Wirkung so eines Artikels. (Wobei Steiner genauso kritisch betrachtet werden muss wie zB Marx. Aber dieser Artikel ist dazu nicht dienlich sondern eher davon abschreckend.)

    1. »Das Graphen war sicher nur eine Verunreinigung«

      Dass das so verharmlosend klingt, war nicht beabsichtigt.

      Natürlich ist, neben der Entwicklung einer schädlichen Impfung, die nämlich gezielt Spike-Proteine, also Schadstoffe enthält (neben anderen Schadstoffen), der überstürzte und damit verantwortungslose Aufbau von Produktionskapazität ein Nebenproblem. Und angesichts der Lüge einer angeblichen weltweiten, tödlichen Seuche sogar noch nebensächlicher.

      Denn das »Gesamtpaket« ist der ungeheuerliche Angriff auf die Gesundheit UND DIE VERNUNFT von Milliarden Menschen.

  4. ein »Kommentar« geht noch:

    Bericht eines Genossen der »Reproduktionskolonne Roter Halbstern« (Reprokol) über Erfahrungen aus Aktivitäten der Vergangenheit, die insbesondere im Vergleich mit der Häufung von Fällen verzerrter Kommunikation in der Antilockdown-Linken einige Ähnlichkeiten erkennen lassen können - oder: »Freier Geist, Spiritus und Materialismus«

    Beginn des Berichts des M.N., erster Teil.

    Vor längerer Zeit nahm ich an einem Uni-Streik teil. Die Institute wurden besetzt. Ich gehörte zu den Besetzern des Philosophischen Instituts. Während des Streiks, der ein Semester lang aufrechterhalten werden konntem, gewann die streikende Studentenschaft einen personellen Zufluß durch die Patienten einer nahegelegenen Psychatrischen Institution, die aus Gründen, die sich nicht klären ließen, ihre Geschlossenen Abteilung geöffnet hatte. Diese Patienten sorgten durch ihre Handlungen und Reden für erhebliche Störungen auf den Plena und bei Aktionen. So wurden sie nach und nach von den besetzten Instituten ausgeschlossen. Zuletzt blieb nur das Philosophische Institut offen für die Irren, da wir den Konsens eine prinzipiellen Offenheit und einer sehr weitgehenden akademischen Freiheit aufrechterhielten und vor allem für uns selbst in Anspruch nahmen, indem wir die Räume des Instituts für Happenings verschiedenster und mitunter ausgefallenerer Art benutzten und den Institutsgarten zum großen Teil in einen Gemüsegarten umwandelten, dessen Produkte in einem großen Kessel verarbeitet wurde, den wir mit Gas und Spiritus, je nachdem, befeuerten. (…)

    Zunächst erhielten wir nur sporadischen Besuch dieser Streikgäste und wenige blieben dauernd. Von Außen betrachtet, wäre es wohl schwierig gewesen, Streikaktivisten und Irre auseinanderzuhalten. Morgens flitzte der Buddhismus-Spezialist unserer Gemeinschaft mit dem Spitznahmen »Die ideologische Säge«, die er mit unermüdlichen skeptizistischen Repliken auf den Plenumsitzungen eines vorangegangenen Streiks erworben hatte, dürftig nur mit einer »Windel« bekleidet um das Gebäude, um nach dem Austoßen einiger »Urlaute« sich allerdings schweigsam der Meditation im Gemüsebeet zu widmen, in dem er sich mit seinem indischen Kleidungsstück sehr authentisch ausnahm. Währenddessen turnte eine Person, die wir »Tarzan« nannten an den Treppen- und Galeriegeländern herum, sowie an den Wänden der Eingangshalle, keinen Vorsprung missend mit einer unheimlichen Geschicklichkeit und Ausdauer. Auf dem Boden der Halle und in den Seminarräumen begannen sich die Aktivistinnen und Aktivisten in ihren Schlafsäcken und »Kissenburgen« zu regen und versuchten beim Aufstehen nicht über die unzähligen leeren Weinflaschen und Aschenbecher zu stolpen, die das letzte Plenum hinterlassen hatte.

    Zwischenfrage von C.S. (Reprokol):

    In unserem Vorgespräch erwähntest Du in Zusammenhang mit der Tarzan genannten Person einen Vorfall mit einer Philosophie-Dozentin. Diese beklagte, nachts von »Tarzan« verfolgt zu werden; das Wort »Sexismus« fiel und dass sich die Besetzerinnen und Besetzer unverschämt gleichgültig, herablassend und höhnisch gegenüber der Hochschulangestellten verhalten hätten. Kannst Du etwas mehr dazu ausführen?

    Antwort M.N.:

    Sicher, gerne.

    Ende des ersten Teils.

    Erfahren sie mehr im zweiten Teil des exklusiven Berichts »Freier Geist, Spiritus und Materialismus« - nur in den Kommentarspalten des »Magazin der Masse«!

    https://www.youtube.com/watch?v=ZhbzynqNDh4&list=RDZhbzynqNDh4&start_radio=1

  5. Zweiter Teil des Berichts des Genossen M.N.

    … ich möchte vorausschicken, dass ich zu der Zeit mit anderen Dingen befasst war und mich wenig um die Frage der Integration der Irren befasste. „Tarzan“ machte auf mich einen harmlosen Eindruck. Er antwortete nie, wenn man ihn ansprach, blieb überhaupt stumm und sah einen nur ausdruckslos an, wenn er einen überhaupt notierte. Er legte aber eine besondere Wachsamkeit gegenüber der Polizei an den Tag. Tatsächlich mehrten sich in dieser Zeit die Vorbeifahrten von Polizeiwagen - wir wurden aus parkenden Zivilautos heraus beobachtet. Tarzan wurde dann sehr unruhig und pflegte urplötzlich spurlos zu verschwinden. Er hatte also, das ließe sich sagen, seine Qualität als eine Art vorsichtiger Wachhund… Letztlich löste sich das Problem, dass im Verdacht bestand, er sei darüber hinaus auch zu sexuellen Belästigungen streikbrechender Dozentinnen disponiert, als er eine Landstreicherin traf, die ihm zugetan war und der es egal war, dass er nicht redete. Er brachte sie zu unserem Institut, wo die beiden begannen eine Ecke für sich zu okkupieren. Die Landstreicherin erwies sich als gute Rednerin und schnitt bei Plenumsdiskussionen beachtlich ab.

    Auch in politischer Hinsicht hätte uns die Angelegenheit zum damaligen Zeitpunkt wenig schaden können, denn nach einigen Vollversammlungen, deren Abstimmungen die Verlängerung der Institutsbesetzung unterstützten und einer letzten der wir eine Tolerierung einer Umwandlung der Besetzung in einen „Kreativen Ausnahmezustand“ abringen konnten, war das Semester schon bald um – es fanden sich einfach keine Studenten mehr, die noch Lust gehabt hätten, das offizielle Seminarangebot in Anspruch zu nehmen.

    Die Erarbeitung des Konzepts „Kreativer Ausnahmezustand“ hatte einige intensive Studien und anstrengenden Diskussionen erfordert. Auf den Plena waren die Fetzen geflogen. Aber die Mühen waren von Erfolg gekrönt worden. Wir sahen uns schließlich in der Lage, den Kommilitoninnen und Kommilitonen, den Ausnahmezustand zu erklären, den wir nach der Okkupation der DDR mit der Wiederherstellung der nationalen Einheit Deutschlands in der Aufhebung der Geltungsbedingungen des provisorischen Grundgesetzes der BRD eingeleitet sahen. Wohlgemerkt: Den Ausnahmezustand zu erklären war unser Ziel, nicht über ihn gebieten zu wollen oder ihn herbeizuführen. Wir sahen uns vielmehr einem unerklärtem Ausnahmezustand gegenüber und der Unterdrückung der Aufklärung über ihn. Die Verhinderung der Aufklärung aber schien uns ihre Durchführung als revolutionäre Tat zu fordern. Wir führten den französischen Revolutionskalender für unsere Veröffentlichungen ein…

    Einwurf C.S. (Reprokol):

    Na, das ist aber nicht Marx !– klingt eher nach jakobinisch verdrehtem Kant mit Carl Schmitt verquirlt; also sowas wie Habermas Herrschaftsfreier Diskurs als Pseudopraxis mit Revolutionsgedöns… war doch wohl auch nur das Steckenpferd der Philosophiestudis, nicht der Grund des Unistreiks, oder?

    Antwort M.N. (errötend, kleinlaut)

    Ja, äh … offen gestanden –

    Ende des zweiten Teils

    Wird sich der als bürgerliche Dumpfbacke und Laberwas entlarvte M.N. noch einmal herausreden können?

    Und was ist mit den ulkigen Irren, buddhistischen Institutstrotteln und sonstigen Wahnsinnigen , die im ersten Teil angekündigt werden? Kommt das noch?

    Erfahren Sie mehr in der Fortsetzung von „Freier Geist, Spiritus und Materialismus“

  6. Fortsetzung 2. Teil »Freier Geist, Spiritus und Materialismus«

    Antwort des M.N.

    …offen gestanden ja. Der Ansatz war in der damaligen Form ein nachteiliger Kompromiss, der sich aus der ideologisch heterogenen Zusammensetzung der „Inhalts-AG“ jener eigentümlichen Organisationsform „Fachschaftsinitiative“ der Studentenschaft ergab.

    Solche Fachschaftsinitiativen erscheinen heute als selbstverständliche Organe der verfassten Studentenschaft auf Institutsebene, sie organisieren Einführungsveranstaltungen für Erstsemester und entfalten im Anschluss daran eine im Wesentlichen sozialpädagogische Integration, vermitteln Bekanntschaften und Wohngemeinschaften und bieten je nach Ambition der Beteiligten studentische Begleitveranstaltungen zum Seminabetrieb an. Nun, sie sind alles andere als politisch indifferent und erlauben keineswegs eine selbstbestimmte Beteiligung an den Angelegenheiten der Fachschaften.

    Zum Zeitpunkt unseres Streiks gab es noch einige abgelegenere Institute, die gänzlich ohne diese den „Bürgerinitiativen“ ähnlichen Organisationsform ganz passabel auskamen; simpel mit einer gewählten studentischen Vertretung als Beirat im Direktorium, die repräsentativ mit den Dozierenden verhandelte und die politischen Aktivitäten der Studenten im Rahmen des Ordinariatsystems vereinheitlichte, sie also in enger Verbindung mit dem Lehr-und Forschungsbetrieb erhielten und, wo sie inhaltlich über die Kritik der Lehrinhalte hinauszugehen beanspruchten, an das studentische Parlament, also die verschiedenen Hochschulgruppen delegierten.

    Ich führe diese Institute, die ihre Verwaltungsstruktur noch aus der alten Ordinariatsuniversität durch die Reformära der 70ger durchgehalten hatten an, um der „Fachschaftinitiative“ als vermeintliche Basisorganisationsform der Studenten den Schein der Selbstverständlichkeit zu nehmen, nicht weil ich meine, das alte System sei wünschenswert - auch wenn ich zugeben muss, dass es vor allem viel einfacher war, an einem dieser Institute zu studieren, bevor ein sozialdemokratischer Dozent es mit Hilfe einer Fachschaftsinitiative modernisierte – – Vielmehr soll dieser Einschub einen Hinweis liefern auf die politische Nützlichkeit von „Fachschaftsinitiative“. Denn einerseits entwickelte sie sich objektiv in ein zwar subalternes, aber nicht ganz unwichtiges Vehikel der „Universitätsreform“, - verstanden als ständiger Prozess der staatlich dirigierten Angleichung der institutionell hergestellten Qualifikationsstruktur an die kapitalistische Beschäftigungsstruktur - andererseits dient sie – ich sollte besser sagen: diente, aber das ändert sich gerade wieder, scheint´s - als Vorfront des jugendlichen und ideologisch produktiven Teils des Bildungsbürgertums gegen die Organisation sozialistischer und kommunistischer Hochschulgruppen. Der Umstand, dass diese – im Fall des Philosophischen Instituts die SEW-Studentengruppe – nach der Niederlage der DDR aus der Hochschulpolitik verschwunden waren, überließ den „Fachschaftsinitiativen“ das Feld der studentischen Hochschulpolitik praktisch unangefochten, umso mehr, als die Hochschulgruppen der politischen Rechten auf der Ebene der Fachschaftsarbeit kein gegensätzliches Interesse geltend machten.

    Also, Cindy, so war die Lage: Die vormals bestehende sozialistisch getragene bundesweite Koordination der Vereinigten Deutschen Studentenschaft (VDS) hatte sich 1990 anläßlich eines Streits über sie Bewertung der Reaktion der KP Chinas auf einen studentischen Protest, von der imperialistischen Propaganda als „Tiananmen-Massaker“ ausgeschlachtet, aufgelöst. Marxistisch orientierte Hochschulgruppen waren verschwunden; „marxistische“ Professoren wurden weggesäubert, die verbleibenden hielten ihre ohnehin schiefen Mäuler und mit ihnen ihre Studenten. Dass sie nicht im Weg standen, war das einzig Gute.

    Du fragst nach dem „Grund“ des Hochschulstreiks. Es gab einige Gründe, die von den meisten geteilt wurden: die Verschulung des Studiums, die sich mit der Einführung von Anwesenheitslisten zuerst bemerkbar machte; die Ankündigung einer Studiengebühr, die auch wenig später in Form eine Rückmeldegebühr tatsächlich eingeführt wurde, die Zerschlagen der Reste des „fachübergreifenden sozialwissenschaftlichen Grundstudiums“ und des sogenannten „studentischen Sektors“, womit viele die Idee der Uni als „Lebensraum“ verbanden.

    Letztere war tatsächlich ein starkes Motiv des Streiks. Die Idee als solche verband den Streik inhaltlich mit der autonomen Bewegung der Hausbesetzungen und deren „Freiraum“-Ideologie, aber hatte trotz ihrer Weltfremdheit dennoch eine materielle Grundlage in dem Bedürfnis nach zumindest erträglichen sozialen Beziehungen während des Studiums bzw. der nur zu berechtigten Befürchtung, diese könnten einem mit der „Verschulung“ schwer verdorben werden.

    Anlass des Streiks war jedoch die drohende Zerschlagung des Psychologischen Instituts (PI) gewesen, das dem Anspruch nach eine marxistische Psychologie lehrte. Da ich auch an diesem Institut studierte, konnte das nicht in meinem Interesse sein, und das war der reale Grund meiner Streikaktivität.

    Du hast Recht damit, die Argumentation der Inhalts-AG der Fachschaftinitiative (FSI) Philosophie in die reaktionäre phänomenologische Richtung der deutschen Philosophie einzuordnen. Mein Beitrag bestand dabei u.a. in einer verfassungsrechtlichen Auffassung, die ich aus der Analyse eines der DKP nahestehenden Rechtswissenschaftlers entlehnte . Diese ging aber nicht auf die Feststellung eines Ausnahmezustands aus, sondern auf die im bestehenden institutionellen Rahmen zu bewerkstelligende Behebung eines Legitimationsdefizites. Gewissermaßen war die Ausnahmezustandsmetaphysik, die die AG dieser rechtswissenschaftlichen Argumentation überstülpte und letztlich völlig verdeckte, eine bewusste Abwehr der in ihr enthaltenen materialistischen Implikationen von Seiten der beteiligten „Phänomenologen“.

    Ums kurz zu machen: Du kannst halt im Prinzip jedes Legitimitationsdefizit zum „Ausnahmezustand“ aufblasen und wenn´s zu fadenscheinig ist, nennst Du es meinetwegen „temporärer Ausnahmezustand“, weil „partieller“ Ausnahmezustand augenscheinlicher Unsinn wäre.

    Zweck einer solchen Operation scheint es mir von heute aus gesehen, den konkreten Staat als ideellen Gesamtkapitalisten - für uns der deutsche Bürgerliche Staat - als ein Moment in der totalitären Entfaltung der „Moderne“ verschwinden zu lassen und somit der Kritik zu entziehen.

    BRD und DDR können so als bloße Durchgangsmomente eines kapitalistischen Modernisierungsprozesses interpretiert werden, der zwangsläufig in der „deutschen Einheit“ resultierte. Die Vorstellung „Ausnahmezustand“ diente als „Bedingung der Möglichkeit“ der existentiellen Affirmation der imperialistischen Volte, die die gewaltsam, bzw. „totalitär“ hergestellte Einheit wieder der eigentlichen „Volksgemeinschaft“ - oder nach aktueller Sprachregelung „Solidargemeinschaft - revindizeren soll, indem sie die Heteronomie der neuen Verhältnisse abstrakt negierte. Das Resultat ist ein quasi existentieller Proimperialismus, der sich „anti-imperialistisch“ oder präziser „un-imperialistisch“ dünkt.

    Vielleicht ist hierin die fundamentale geistige Anpassungsleistung der linksbürgerlichen BRD-Intelligenzija an das Ergebnis des Imperialismus ihres Staates zu sehen, die mit der „antideutschen Tendenz“ ihren extremistischen Ausdruck finden sollte. Hinter dem „Nie wieder Deutschland“ versteckten sich die neuen Reichsbürger.

    Ja, durchaus ließe sich die ideologischen Anstrengungen unserer kleinen Inhalts-AG in diesen Anpassungsprozess der linken BRD-Intelligenz als vielleicht gar nicht einmal so allseits unbewusste Dienstleistung am bürgerlichen imperialistischen Erkenntnisinteresse einordnen.

    Ziemlich erfolgreich, oder?

    Kommentar C.S.

    So weit, so opportunistisch; ich verzichte auf die Nachfrage, was Du da sonst noch an Zynismus und Schrott „beigetragen“ hast… - Du erwähntest „schiefmäulige“ marxistische Professoren… Ich denke, Du meinst das Arschloch, das wir als Unterzeichner des Zero-Covid-Aufrufs kennen? – Wie war dessen Verhältnis und das seines studentischen Anhangs zum Streik im allgemeinen und zur FSI Philosophie? Gab es überhaupt Marxisten, Dozenten oder Studenten, die beteiligt waren?

    Ende des zweiten Teils

    Erschütternd - ! aber niemand, auch Genosse M.N. nicht, ist so unnütz, dass er nicht als abschreckendes Beispiel dienen könnte. Als ob das dreiste Eingeständnis der Lüge von Aufrichtigkeit zeugte! Ein Gedanke, der wohl nur Beichtstuhlgängern und maoistischen Autokritikfetischisten einleuchten kann…

    Dem Leser sei eine Erholungspause gegönnt, bevor es im vierten Teil des „Berichts“ konkreter und materialistischer wird (hoffentlich), auch wenn die Irren gar nicht mehr so ulkig, wie es zu Anfang schien, auftreten werden und sich der von M.N. so scheinbar klar gezogene Trennstrich zwischen sich und ihnen ebenfalls als Täuschung herausstellt.

    https://www.youtube.com/watch?v=YyknBTm_YyM&list=RDYyknBTm_YyM&start_radio=1

  7. Religion sollte von Politik so weit es geht getrennt sein, sonst wird es lächerlich. Was keinen religiösen Menschen daran hindern sollte z.B. gegen Atombomben zu demonstrieren wie etwa die Friedensgruppe der Quäker und die Versöhnungsbundgruppe Cochem/Zell am 06. August 2026 vor dem Fliegerhorst Büchel zum Gedenken an die Atombombenabwürfe. Das ist die »Spiritualität«, die gesund ist und obendrauf noch ihren Ausdruck im öffentlichen Raum gefunden hat. Das ist die Religion, nach der Diogenes gesucht und sie selbst im August 2026 gefunden hat. Religion, die es wert ist in den Geschichtsbüchern der Völker erwähnt zu werden anstatt derjenigen Religion, die im günstigsten Fall kaum mehr als zur Verspottung ihres Obskurantismus einlädt. So wie auch die Graphengeschichte schlicht falsch ist und ihre Verbreitung und irreführende Glaubwürdigkeit im Zutrauen allem Schlechten der herrschenden Klasse geschuldet ist.

    Der religiöse Dreh an unpassender Stelle ist indes global. In einem Interview mit Wladimir Solowjow und Roger Köppel argumentierte Wladimir Solowjow ebenfalls mit »Satan«, so wie auch der Artikel. Der wesentlich nüchternere Roger Köppel lehnte dies trotz sichtlicher Verkaterung ab. Bei der Frage »Wer ist in der EU für den Krieg und die Unterstützung der Ukraine verantwortlich?« Beantwortete Wladimir Solowjow diese Frage mit »The Tax Payer«. Eine gesunde religiöse Reaktion darauf gibt Ammon Hennacy aus der katholischen Arbeiterbewegung: Verweigerung jeder Steuerzahlung zur nicht-Unterstützung des Krieges als one-man-Revolution.

    Die Freie Linke ist die einzige mir bekannte linke Gruppierung, die ein neutrales Deutschland fordert. Das funktioniert eben auch von links und nicht nur von rechts. Warum muß eine Linke in einem Streit der wildgewordenen Reaktion (Nordstream 2 etc.) und der Reaktion in einem Land Partei ergreifen? So sehr man auch mit Nationalfahnen wedeln mag: hier kämpft (ultra-)Reaktion gegen Reaktion. Selbst für diejenigen, die die nationale Frage als erstrangig bezeichnen sollte sich die Frage stellen: Was hat Deutschland mit dem Krieg der USA gegen Russland zu tun?

  8. Steiner wird gegen Transhumanismus nicht viel ausrichten können. Eine Zerstörung z.B. der Struktur des »Cultural Engineering« ist unumgänglich, weil diese der Zweck der Struktur ist. Z. B. provoziert nach Drehbuch die Bundesregierung am 01. September die Russische Regierung. Also immer dort, wo es Eskalationspotential gibt. Dazu dienen historische Daten, was wiederum Revanchisten fördert und gleichsam eine Dehistorisierung ist. Mag sein, dass viele dagegen immun sind, so wie auch gegen die Ausrufung einer Pseudopandemie. Aufklärung hilft gegen so massive Propaganda nicht, auch nicht das erkennen solcher. Nur: was hat das für praktische Konsequenzen, denn es ist ja ersichtlich, dass diese Strategie funktioniert. Und Dissenz spült es nach unten. Wahr ist für das »Cultural Engineering« das, was funktioniert. Dazu eine Überwachungsinfrastruktur zur Herstellung von »Compliance«, denn Dauerüberwachung ist Observation und diese dient zur Herstellung von »Compliance«. Also Gefügsamkeit. Tu, was man dir sagt und halt den Mund. Pseudoalternativen werden dann durch Negativpropaganda gefördert wie z.B. die AfD, oder die FPÖ. Auch diese Überwachungsstruktur sollte zerstört werden. Zu übernehmen ist sie nicht. Mit einer Atombombe kann man nicht grillen. Womit geklärt wäre, was zerstört werden müßte um z.B. auch einen Krieg in Zentraleuropa zu vermeiden, der unübersehbar der Zweck davon ist. Das wird kein Parlament machen, kein Gott, kein Gericht, kein Talking Head, kein Kickl, keine Weidel, keine Wagenknecht, kein Lafontaine, keine Le Pen, kein Melenchon. Nützlich ist ein Blick auf Frankreich. die machen so was einfach. Allerdings: dieser Geist fehlt in dieser Zeit schmerzlich. Europa ist sonst bald ein nicht wiederaufzubauender Trümmerhaufen. Also ans Werk. Und wer »non-Compliant« ist, sollte sehr bald in Zentraleuropa das Internet meiden.

  9. Die »Anthroposophie« Steiners ist eine Variante der Theosophie und kann gegen den »Transhumanismus« nichts Wesentliches an Einwänden aufbringen, weil sie selbst eine anti-humanistische Richtung ist. Die Unterschiede Steiners zu Blavatsky oder auch den Magiern der Golden-Dawn-Logen bestehen dabei vor allem in den besonderen deutschen Kultur-Applikationen mit denen er seinen Zauberermantel besetzt hat – besonders Goethe und Humboldt, billig, da politisch obsolet – im Kern bleibt es dabei bei einer Adaption des damals „boomenden“ Pragmatismus als universeller Sinnstiftungsdenke des Imperialismus. Das menschliche Denken wird auf ein Unbedingtes hin überschritten, das sich dem »talentierten« Seher in dem Strom von Bewusstseinsdaten offenbaren soll, wie es von ihm herfließt gleich den Waren und Rohstoffen dem nationalen Kolonialwarenladen vom „entgrenzten“ Markt. Der „Sinn“ den der theosophische Seher in diesem stream of consciousness erschaut, ist analog dem Preis, den ein Händler mit echten afrikanischen Holzmasken und sehr echten ägyptische Mumien aus Paris erzielt haben mag. So trat in der Anthroposophie von Beginn an eine schöne Verbindung von (Kunst-)Gewerbefreiheit und Meinungsfreiheit ein, die in den Kirchen als Großhändler des „Unbedingten“ ihren „natürlichen“ Gegner findet, solange die Trennung von Staat und Glaubensinstitutionen eine prekäre bleibt, aber ebenso herzlich Verbündete, wenn es um den gemeinsamen Feind in Gestalt des modernen Materialismus geht.

    Die Übergänge von Theosophie und Anthroposophie zum Freimaurertum und anderen okkulten bürgerlichen Geheimgesellschaften waren und sind fließend. Angesichts einer Unterwanderung der Kommunistischen Partei Frankreichs durch Logenangehörige sah sich der IV. Kongress der Kommunistischen Internationale 1922 in seiner „Politischen Resolution zur französische Frage“ verursacht, die Unvereinbarkeit der Angehörigkeit zur Komintern mit solchen esoterischen Gemeinschaften zu erklären:

    „The incompatibility between Freemasonry and socialism was recognised by the majority of parties of the Second International. In 1914, the Socialist Party of Italy expelled the Masons from its ranks, and this measure was certainly among the reasons why this party was able to carry out an oppositional policy during the war, since the Italian Masons functioned as tools of the Entente in favour of Italy’s joining the war.
    In defining the conditions for admission to the Communist International, the Second Congress did not include a special point regarding the incompatibility of communism with Freemasonry, but only because this principle had already found expression in a separate resolution adopted with the agreement of the congress. At the Fourth Congress it unexpectedly came to light that a significant number of French Communists belong to Masonic lodges. In the eyes of the International, this fact constitutes the most striking and also the most regrettable evidence that our French party has preserved not merely the psychological heritage of the epoch of reformism, parliamentarism, and patriotism, but also very specific relationships, highly compromising for the party leadership, with secret political and careerist organisations of our enemies.

    (..)

    The congress instructs the Central Committee of the Communist Party of France to cut all ties, in the person of individual members or groups, between the party and Freemasonry. Every Communist who is now still a member of the Freemasons, and has not publicly declared in the party press by 1 January 1923, that he has fully broken with Masonry, automatically leaves the Communist Party, without the right ever to be readmitted. If anyone conceals their membership in the Masonic order, this must be viewed as the penetration of the party ranks by an enemy agent, and the person concerned must be branded as such before the proletariat as a whole.“

    Eine Änderung in der Haltung der Komintern zum Freimaurertum setzte stillschweigend ein mit der Ersetzung der Einheitsfront durch die Taktik der Volksfront.

    Vor diesem Hintergrund konnte Domenico Losurdo in sinisterer Weise von Antonio Gramsci (Erfinder des „historischen Blocks“) kolportieren:

    Obwohl Gramsci kulturell und politisch der Freimaurerei fern stand
    und hervorhob, dass diese dazu neige, sich mit dem Faschismus zu ar-
    rangieren oder vor ihm zu kapitulieren, verurteilte er sowohl das Vor-
    haben Mussolini s, alle Freiheiten abzuschaffen, wie auch »das terroris-
    tische System der Brandstiftung gegen die Logen«. Und er zog daraus
    den Schluss, dass derjenige, der nunmehr »gegen die Freimaurerei ist,
    auch gegen den Liberalismus ist«. Wenn also Schmitt im Jahre 1926
    auf die »merkwürdige Übereinstimmung« hinweist, die angeblich zwi-
    schen Faschisten und Kommunisten hinsichtlich der »Bekämpfung der
    Freimaurerei» bestände, hat er die Stellungnahme Gramsci s ignoriert, (…)“ (Losurdo, Hamburg 2012)

    … womit Losurdo seinerseits die Resolution der Komintern von 1922 unterschlägt und sie mit C. Schmitt (seit wann eine sozialistische Autorität?) in die Nähe faschistischer Politik zu stellen scheint, um die Einheitsfront-Taktik rückwirkend zu diskreditieren und sich selbst bei aller Kritik am Liberalismus zumindest nicht dem Verdacht des Anti-Liberlalismus auszusetzen – ein Bauerntrick für Bauernfänger.

    … aber jedenfalls einer der auf dem Treffen der Antilockdown-Linken seinen Dienste getan hat.

    Denn sollte es überhaupt jemanden dort gegeben haben, dem eine „marxistische“ Kritik an Steiners Anthroposophie eingefallen wäre, so lässt sich im Bericht über die Diskussion nichts finden, was darauf hindeutet, dass er sie hätte äußern wollen.

    Steiner nützt nichts gegen antihumanistische Ideologie. Und die Zerschlagung des Internets nützte nichts gegen Steiner – den gab´s vorher schon. Auch „cultural engineering“ kommt als Täter nicht in Frage.

    Die Spuren führen vielmehr eindeutig zu:

    „Widerspiegelung“ (…ist immer der Mörder)

    … auch wenn´s Leserinnen und Leser der Zeitschrift „Das Argument“ vielleicht etwas anders sehen wollen, aber beim Versuch, es zu tun … na, da passiert regelmäßig etwas Seltsames mit ihnen:

    https://www.youtube.com/watch?v=n-WnY_ZmT9E

    (… und nicht nur denen.)

  10. Der Mensch ist ein spirituelles Wesen. Die Mehrheit der Menschheit bekennt sich zu einer Kirche bzw. zu einer Religion bzw. zu einer spirituellen Weltsicht. Das ergibt sich schlicht aus der Tatsache, dass wir als bewusste Wesen uns den Fragen ausgeliefert sehen:
    - warum muss man leiden?
    - warum muss man sterben?
    - und wie soll man mit diesem Wissen darum leben?

    Moderne Menschen mögen dazu tendieren, diese Fragen im Konsumrausch, der allgegenwärtigen Unterhaltung/Ablenkung und mit Drogen (Tabletten!) zu unterdrücken.

    Aber jeder halbwegs bewusst lebende Mensch sieht sich damit konfrontiert.

    Theosophie oder Anthroposophie sind nichts anderes als im »Westen« versuchte Antworten auf diese Fragen, die sich nicht (nur) auf die abrahamitischen Religionen stützen sondern zum Teil auf ältere (oder als älter vermuteten) monotheistische Quellen berufen, etwa altägyptische. Aber jeder muss sowieso seine ureigene Antwort darauf finden. Manche machen das in Gruppen und Verbünden, manche individuell persönlich.

  11. Interessant, wie die Gruppe sich von den Lockdown-Kritiken zur umfassenderen Analyse der digitalen Kontrolle entwickelt hat – das macht total Sinn, dass die Lockdowns am Ende nur ein Teil eines größeren Problems waren.

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