Es ist kein Geheimnis, dass die DKP das heutige China, nachdem es unlängst kapitalistisch geworden ist, als Vorbild ansieht. Als China sozialistisch war, unter Mao Tsetung, verabscheute die revisionistische DKP-Führung es dafür. Was vielen jedoch unbewusst ist, ist das Ausmaß der revisionistischen Degeneration der DKP-Führung unter Patrik Köbele.
Aus diesem Grund sei hier ein Überblick dargeboten über den ideologischen Degenerationsprozess der DKP im Hinblick auf den Sozialismus.
Die DKP weiß nicht mehr, was den Sozialismus ausmacht
Nach der Eingliederung der DDR in die BRD 1990 und dem Zerfall der Sowjetunion 1991 verfiel die DKP in tiefe ideologische Verwirrung über den Sozialismus. Im DKP-Programm von 2006 heißt es: »Wie der künftige Sozialismus im Einzelnen aussehen wird, kann heute nicht vorhergesagt werden.«1 Das spricht fast einem Jahrhundert sozialistischer Praxis Hohn, wenn eine angeblich kommunistische Partei behauptet, sie wüsste nicht, wie der Sozialismus auszusehen hat.
In diesem Kontext sind auch folgende Aussagen zu sehen: Renate Koppe, Leiterin der Internationalen Kommission der DKP, sagte 2021 in einer Rede vor dem Parteivorstand:
»Welche Rolle spielen Marktmechanismen und sogar kapitalistische Wirtschaftssektoren bei der Entwicklung eines sozialistischen Systems? Das lässt sich sicher nicht allgemein beantworten.«2
»Auch in der VR China war offenbar eine erhebliche Produktivitätssteigerung (das heißt Produktivkraftentwicklung) ohne Nutzung von Marktmechanismen – also kapitalistischer Methoden, wenn auch unter Kontrolle eines Staates, in dem die Arbeiterklasse die herrschende Klasse ist – nicht erreichbar.«3
»In der VR China ist jetzt eine wieder verstärkte staatliche Einflussnahme auf die privaten kapitalistischen Unternehmen zu beobachten, aber genauso eine Ausweitung von Marktmechanismen bei der Leitung staatlicher Unternehmen. Die Frage, inwieweit eine Abkehr von solchen Mechanismen unter der Voraussetzung der Dominanz des Imperialismus und eines kapitalistischen Weltmarkts überhaupt möglich ist, ist sicher nicht schnell zu lösen.«4
Darin steckt die Denkweise, dass man kapitalistische Elemente im Sozialismus behalten könnte – und müsste! Das ist die Denkweise, die Bucharin an den Tag legte und die von Stalin zerpflückt und widerlegt worden ist5. China verfolgt seit 1978 einen Kurs, der sich in dem von Bucharin kaum unterscheidet. Aus diesem Grund sprang die DKP unter Patrik Köbele auch so auf China an.
»Mein Eindruck…« – Köbeles Subjektivismus
Patrik Köbele hat mehrfach China bereist. Von seiner Reise 2018 berichtete er ausgiebig in zwei Artikeln. In einem schrieb er:
»Unsere Delegation der Kommunistischen und Arbeiterparteien nahm neben den Teilnehmern weiterer Konferenzen – unter anderem einer großen Konferenz von Vertretern aus afrikanischen Ländern – an einem Festakt bzw. einer Präsentation zu den Erfolgen von 40 Jahren Reform- und Öffnungspolitik teil. Es war ungewohnt, dass dort auch hochrangige Manager bzw. Besitzer privatkapitalistischer Konzerne auftraten – sicher mindestens vielfache Millionäre –, um zu betonen, wie wichtig die führende Rolle der kommunistischen Partei für ihr Business sei.
Mein Eindruck: Die KP hat die führende Rolle und es gibt derzeit keine relevante gesellschaftliche Gruppe oder Klasse, die diese führende Rolle in Frage stellt – auch nicht die existierende Kapitalistenklasse. Diese hat sich derzeit, so mein Eindruck, darauf eingelassen und damit arrangiert, nicht die herrschende Klasse zu sein. Natürlich tut sie das auch, weil sie ökonomisch von der derzeitigen Situation profitiert – im wahrsten Sinne des Wortes.«6
Man kann ersehen, dass Köbele kein visuelles Problem hat und auch kein kognitives, Kapitalisten zu erkennen, wenn sie vor ihm stehen. Sein Problem liegt darin, dass er unehrlich ist wie man nur sein kann. Sehenden Auges versucht er seiner Audienz weiszumachen, dass die Bourgeoisie, die vom »Sozialismus chinesischer Prägung« profitiert (weil es eben bloß Kapitalismus unter pseudo-sozialistischen Phrasen ist), handzahm sei. Der Klassenkampf wird völlig ausgeblendet; die Ausbeutung der chinesischen Arbeiter wird komplett ignoriert.
Diese subjektive Meinung Köbeles teilen auch eine ganze Reihe einfacher DKP-Mitglieder, wie ein Leserbrief vom Januar 2021 an die UZ belegt, in welchem sechs DKPler ihren Glauben daran bekunden, dass China noch immer von einem Bündnis aus Arbeitern und Bauern beherrscht werden würde7. Das beweist, dass nicht nur die DKP-Führung, sondern auch ihre Parteibasis, aus verkommenen Arbeiterverrätern besteht.
Patrik Köbele schreibt im anderen Artikel über seine China-Reise von 2018:
»Aus meiner Sicht gibt es keine herrschende Kapitalistenklasse, sondern die über die führende Rolle der Partei verwirklichte Herrschaft der Arbeiterklasse. Diesen Weg mag man unschön finden, derzeit funktioniert er aber. Viele Produktionsmittel sind in den Händen einer neuen Kapitalistenklasse, die Masse aber nach wie vor nicht. Die Produktion auch dieser Produktionsmittel wird in einem gesamtgesellschaftlichen Interesse gesteuert bzw. Kapitalisten werden gezwungen, einen Teil des Mehrwerts in die gesellschaftliche Entwicklung zu investieren. Ohne herrschende Kapitalistenklasse ist es kein Kapitalismus und ich glaube, dass unsere Formulierung von der VR China als einem Land mit sozialistischer Orientierung richtig ist.«8
Die Arbeiterklasse herrscht definitiv nicht mehr in China und die KP Chinas ist nicht mehr die Avantgarde Partei des werktätigen Volkes. Seit 2001 dürfen auch Kapitalisten der Partei beitreten9. Das führte zu einer Beschwerde von 14 hochrangigen, langjährigen Parteimitglieder der KPCh, dass Jiang Zemin die KPCh zu einer »Partei des ganzen Volkes« umgewandelt hätte, so wie die revisionistische KPdSU10. Außerdem herrscht die kapitalistische Produktionsweise vor und dies wird nicht einmal verheimlicht. Am 1. November 2018 prahlte Xi Jinping regelrecht in einer Rede auf einem Privatwirtschaftssymposium damit, dass der Privatsektor in China dominiert und belegte dies mit Zahlen11.
Aus diesem Grund ist es auch nichtssagend, dass die DKP im März 2023 auf ihrem 25. Parteitag in Gotha folgende Worte in einen Beschluss gießen ließ: »Die KPCh hat es bisher souverän gemeistert im eigenen Land zu verhindern, dass sich die Bourgeoisie zu einer Klasse für sich entwickelt. Sie hält die Kommandohöhen der Wirtschaft und die Macht im Staat.«12 Es ist der DKP-Führung unter Patrik Köbele egal, wie die soziale Zusammensetzung die KPCh hat; sie interessiert in typisch deutscher Manier lediglich der Name auf dem Papier.
Es ist Köbeles subjektiver Wunsch, dass China heute sozialistisch wäre. Aus diesem Grund ignoriert er aktiv jedes Anzeichen des Gegenteils. Mit einer wissenschaftlichen Untersuchung eines Landes hat dies nichts zu tun. Köbeles Weltanschauung fußt auf Subjektivismus, nicht dem dialektischen Materialismus. Ihn als Kommunisten oder als Marxisten zu bezeichnen, würde diesen ehrenvollen Begriffen Hohn sprechen!
Das kapitalistische China als Vorbild für ein sozialistisches Deutschland
Die DKP will das dengistische China als Vorbild für ein sozialistisches Deutschland nehmen.
Auf dem 25. Parteitag der DKP 2023 in Gotha wurde in einem Beschluss folgender Satz aufgenommen: »Die DKP erkennt, dass die KPCh am Sozialismus festhält und die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung und Modernisierung des gesamten Landes schafft.«13 Dabei heißt es im selben Beschluss:
»Im praktischen Aufbau des Sozialismus können die besonderen und allgemeinen Erkenntnisse für den Übergang zur klassenlosen Gesellschaft gesammelt werden. Um diese Aufgaben zu meistern, waren und sind die Kommunistischen Parteien auch zu Kompromissen mit dem Klassenfeind gezwungen. Dazu zählt die Zulassung von kapitalistischem Eigentum in sozialistischen Ländern. Sind die Machtverhältnisse klar, können Kapitalisten sowohl aus dem Inland wie dem Ausland genutzt werden, um eine nachholende Entwicklung der Ökonomie zu ermöglichen. Dies muss unter enger Führung der kommunistischen Partei erfolgen, ansonsten führen die in der Warenproduktion angelegten Widersprüche zu einer Rückentwicklung in die kapitalistische Produktionsweise.«14
Es wird erkannt, dass in China eine »Rückentwicklung in die kapitalistische Produktionsweise« stattfand. Die »nachholende Entwicklung der Ökonomie« mit Konzessionen scheiterte schon in der Sowjetunion, wie Lenin und Stalin erkannten und die DKP übergeht damit die Erfolge der Mao-Ära völlig und impliziert, dass China zwischen 1949 und 1978 nichts erreicht hätte, aber nach 1978 alles, was eben nicht stimmt15. Diese Falschbehauptung wird besonders in diesem Teil des Beschlusses des DKP-Parteitags sichtbar:
»Die Einführung der „sozialistischen Marktwirtschaft» ist einerseits ein Schritt zurück von ganz überwiegend gesellschaftlicher zu mehr privater Aneignung der Produktion, andererseits hat sie zu einer stürmischen Entwicklung der Produktivkräfte geführt. Das Agrarland China wurde in historisch kurzer Zeit auf den Weg zu einem modernen Industrieland gebracht, das weltweit Spitzenleistungen in Forschung und Entwicklung vorzuweisen hat.«16
Warum beschließt ausgerechnet ein DKP-Parteitag, wie das heutige China zu beurteilen sei? Offensichtlich weil diese revisionistische Partei sich eben an der KPCh von heute orientiert! Damit nicht genug.
CGTN zitiert folgende Aussage Köbeles auf dem 15. Weltsozialismus-Forum in Peking 2025 indirekt: »Für die DKP sei China der Beweis, dass sozialistische Entwicklung keine Theorie, sondern gelebte Praxis sei.«17 Es ist doch offensichtlich, dass Köbele damit China als Vorbild anpreist, auch wenn er es nicht offen ausspricht. CGTN zitiert ihn lediglich folgendermaßen: »Laut Köbele zeige die Modernisierung chinesischer Art, dass sozialistische Systeme Stabilität, Effizienz und langfristige Perspektiven bieten könnten. Dieser Befund sei für die internationale Linke ermutigend.«18 Es läuft auf eine indirekte Anerkennung des heutigen Chinas als Vorbild hinaus, ohne dies ganz offiziell so zu formulieren.
Mögen die Apologeten, die die DKP nicht als das sehen wollen, was sie ist – eine dengistische Partei – sich daran aufputschen, dass der Satz »China ist unser Vorbild!« nicht gefallen ist. Er steht wie ein Elefant im Raum. Die Frage ist eher, wie lange die DKP-Führung es noch vermeiden wird, ihren de-facto-Kurs auch de jure festzuhalten.
Die immer enger werdenden Beziehungen sind ja ebenfalls kein Geheimnis. So sprach Patrik Köbele auf dem 26. Parteitag der DKP in Frankfurt am Main im Juni 2025 folgende Worte:
»Liebe Genossinnen und Genossen,
intensiviert haben wir, wie vom 23. und 25. Parteitag beschlossen, die Beziehungen zur KP Chinas. Dreimal konnten Genossinnen und Genossen unserer Partei auf Einladung der KP Chinas die Volksrepublik besuchen. Mehrfach haben Delegationen von Studentinnen und Studenten aus China Gespräche mit unserer Partei geführt. Häufige Kontakte haben wir zur chinesischen Botschaft. Zum ersten Mal seit einigen Jahrzehnten führen wir nun auch wieder UZ-Leserreisen in die Volksrepublik durch. Der Zuspruch hat uns selbst überrascht. Aus einer sind bereits zwei Reisegruppen geworden und die nächsten für 2026 sind in Vorbereitung. Wir freuen uns sehr auf einen Meinungsaustausch des Parteivorstands mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der für Anfang August geplant ist.«19
Dem Sehenden möge dies als Beleg genügen; der Blinde möge in die Grube fallen.
China als Führer eines »anti-imperialistischen Lagers«?
Die DKP lehnt es ab, Russland und China als imperialistische Staaten anzusehen. In einer sehr gehässigen Rezension eines Buches von Joma Sison schrieb Rüdiger Göpel im Dezember 2020 für die UZ:
»Die Diktion, wonach die Volksrepublik China – wie auch Russland – als ’neuimperialistisch‹ gilt, zieht sich durch das gesamte Buch und wird an keiner Stelle hinterfragt. ›China hat sich vollständig in ein kapitalistisches Land verwandelt und zu einer imperialistischen Macht entwickelt‹, so Sison. Die Philippinen seien ›direkt mit dem chinesischen Expansionismus konfrontiert‹. Bezeichnenderweise versieht der Interviewband das China-Bashing von US-Präsident Donald Trump im Verbund mit Grünen, FDP und AfD in Deutschland mit einer roten Schleife.«20
Eine marxistisch-leninistisch-maoistische Analyse des chinesischen Imperialismus wird einfach mit bürgerlicher Hetze gleichgesetzt, ohne (nicht vorhandene) Gegenbelege vorzubringen.
Conny Renkl schrieb im Juli 2025 in der UZ einen Artikel mit dem Titel »Multipolarität und Imperialismus«. Dort heißt es: »Das fortschrittliche, antiimperialistische Lager um die VR China soll nicht einem geschlossenen Block imperialistischer Mächte gegenüberstehen.«21 Damit wird China eine Opferrolle zuerkannt, es als »anti-imperialistisch« angesehen und sogar als Führer eines »anti-imperialistischen Lagers« angesehen.
Kapitalexporte aus China scheint die DKP als Nettigkeiten anzusehen und die Profitinteressen der chinesischen Unternehmen völlig zu ignorieren. In den Anträgen zum 25. Parteitag der DKP heißt es:
»Die Belt and Road Initiative ermöglicht vielen Staaten erstmals Investitionen in Infrastrukturprojekte, die nicht an imperialistischen Interessen ausgerichtet sind. Unterstützung und Kredite sind, anders als die des Imperialismus, nicht mit Einmischung in die inneren Angelegenheiten verbunden.«22
Die KO (Göttingen), die heutige KP (2024), kritisierte im Mai 2023 in ihrem Artikel »Die DKP, der Sozialismus und die VR China« eben solche Einschätzungen von chinesischen Kapitalexport von DKP-Seite:
»Da aber die Basis Chinas marktwirtschaftlich ist, muss die heutige Ausdehnung als Kapitalexport im Sinne der imperialistischen Gesetze gesehen werden. Eine in manchen Teilen der Welt weniger aggressive imperialistische Einflussnahme Chinas ist ein temporäres, taktisches Vorgehen, das momentan aufgrund der Marktstellung und der spezifischen geopolitischen Situation die erfolgsversprechendste Expansionstaktik des chinesischen Imperialismus ist und bestimmt damit die Erscheinung und nicht das Wesen der chinesischen Außenpolitik.«23
Es ist nicht bloß Analogie, den chinesischen Kapitalexport mit jenen der westlichen Staaten zu vergleichen, schließlich handelt es sich um denselben Mechanismus, dieselbe Zielsetzung und dieselbe Eigentumsform. Wenn China nicht imperialistisch ist, dann sind die westlichen imperialistischen Staaten es auch nicht – sie tun dasselbe.
Konklusion
Patrik Köbele ist eine willige Puppe und unkritisches Sprachrohr von Xi Jinping in Deutschland. Die »Genossen« von der KP (2024) haben sich jahrelang innerhalb der DKP vergeblich abgemüht, Köbeles Parteiführung dazu zu bewegen, ihre Meinung zu ändern. Und sie wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
Die DKP als Partei ist, wie man ersehen kann, auf einem offensichtlich revisionistischen Kurs. Die Partei ist außerdem massiv überaltert und entsprechend am Schrumpfen. Mittlerweile ist die MLPD – und das grenzt an Peinlichkeit – die größte sich als kommunistisch bezeichnende Partei.
Was wir brauchen, ist eine kommunistische Partei, die nicht den Interessen imperialistischer Mächte hinterherkriecht, so wie die DKP dem chinesischen Kapital und die KPD zuletzt dem russischen Kapital (indem sie nun auf allen Vieren der pseudo-kommunistischen KPRF hinterherkriecht24). Wir brauchen eine kommunistische Partei, die sich von den Interessen des werktätigen deutschen Volkes leiten lässt und deren Anti-Imperialismus sich nicht von Opportunismus, sondern vom proletarischen Internationalismus leiten lässt.
Ist es nicht an der Zeit, die Kommunistische Liga Deutschlands zu gründen?
Verweise
3 Ebenda
4 Ebenda, S. 21/22
9 Vgl. »Speech at a Meeting Celebrating the 80th Anniversary of the Founding of the Communist Party of China« (1st July 2001) In: »Selected Works of Jiang Zemin«, Vol. III, Foreign Languages Press, Beijing 2013, S. 280, Englisch
12 https://www.unsere-zeit.de/die-vr-china-ihr-kampf-um-den-aufbau-eines-modernen-sozialistischen-landes-und-die-veraenderung-der-internationalen-kraefteverhaeltnisse-4779337/
13 https://www.unsere-zeit.de/die-vr-china-ihr-kampf-um-den-aufbau-eines-modernen-sozialistischen-landes-und-die-veraenderung-der-internationalen-kraefteverhaeltnisse-4779337/
14 Ebenda
15 https://www.die-rote-front.de/reform-und-oeffnung-und-noep-analogie-und-wirklichkeit/ Den gesamten Sachverhalt habe ich bereits in einem Artikel vom Januar 2020 ausführlich dargelegt
16 https://www.unsere-zeit.de/die-vr-china-ihr-kampf-um-den-aufbau-eines-modernen-sozialistischen-landes-und-die-veraenderung-der-internationalen-kraefteverhaeltnisse-4779337/
18 Ebenda
24 https://www.k-p-d.org/index.php/aktuell/international/1625-fuer-gerechtigkeit-und-eine-friedliche-entwicklung-der-welt-gegen-faschismus-terrorismus-und-krieg
Zuerst erschienen in Die Rote Front
Bild: Liebknecht-Luxemburg-Demo-2018 Infostand der DKP (Fridolin freudenfett CC BY-SA 4.0)

Wu Bu und seine Verwechslung von Sozialismus mit parteibürokratisch-planwirtschaftlicher Despotie. Daß Stalins Sowjetunion oder Maos China auf dem Weg zu Verein (besser: Staat i.S.v. Hegel) freier Menschen (Bürger) waren, vermag ich nicht zu erkennen. Was die allgemeinen Probleme einer reinen Planwirtschaft sind, dazu empfehle ich die gelegentliche Lektüre von »Chinas gelenkte Marktwirschaft« von Rainer Land*, der noch in der DDR u.a. Ökonomie studiert hat und den Endzustand des dortigen Systems aus eigener Anschauung kennt.
Den Chinesen jedenfalls wird es egal sein, ob ihr Regime »auf dem Weg zum Sozialismus« ist (wie Werner Rügemer* im Ernst glaubt) oder »revisionistisch« ist (Bu) ist oder »neokonfuzianisch« (Hornetz*). Jedenfalls berichten Reisende – auch Chinesen, die vormals aus China abgehauen sind – von grundsätzlicher Zufriedenheit der Bürger mit den herrschenden Zuständen, gerade im Vergleich zu Maos Zeiten.
* K. Hornetz: https://www.medizinisches-coaching.net/coach_arzt_bewegungslehrer/gastbeitraege/klaus-hornetz.html
* R. Land: https://www.rla-texte.de/china-marktwirtschaft/
* W. Rügemer: https://www.isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/2764-63die-volksrepublik-china-und-ihre-menschheitliche-bedeutung
Nachtrag: Als zentrales Problem einer Planwirtschaft identifiziert R. Land die prinzipbedingte (!) Unfähigkeit einer Planungsbürokratie zur Innovation. Ein Plan geht per Definition davon aus, daß man weiß, was die Zukunft bringt. Und dann hat man die Schreibmaschinenproduktion der nächsten 5 oder 10 Jahre geplant und jemand erfindet den Personalcomputer und niemand will die Maschinen mehr haben. Die intrikate Verschränkung von individuellem Erfindungeist, dessen marktwirtschaftlicher Verwirklichung und der staatlichen Lenkung dieses Prozesses hat Jochen Mitschka beschrieben. Man beachte, daß eine ungelenkte Marktwirtschaft, d.h. ein Konzernkapitalismus wie er im Westen herrscht, ebenfalls innovationsfeindlich ist. Eine Erkenntnis, die schon auf Thorstein Veblen zurück geht, der »business« – mit dem Eigentumsprinzip – als Feind der »industry« – der Kooperation schöpferisch tätiger Manschen – verstanden hat (in Werken wie »Theory of Business Enterprise«, 1904 oder »Absentee Owenership«, 1927). Die chinesische Erkenntnis ist halt, daß eine reine Planbürokratie umgekehrt ebenfalls in diesem Punkt versagt.
* J. Mitschka: https://tkp.at/2026/06/26/das-trillionen-dollar-problem-warum-grossartige-erfindungen-im-westen-scheitern/
Merkwürdig. Der Nachtrag ist freigeschaltet, der eigentliche Beitrag auf den er sich bezieht, fehlt. Hier ist der »Vortrag« nochmal, in leichter Variation:
Für Wu Bu ist Sozialismus = parteibürokratisch-planwirtschaftliche Despotie. In wie fern Stalins Sowjetunion oder Maos China auf dem Weg zu einem Verein freier Menschen (besser wäre: Staat freier Bürger) waren, vermag ich nicht zu erkennen. Was die allgemeinen Probleme einer reinen Planwirtschaft sind, dazu empfehle ich die gelegentliche Lektüre von »Chinas gelenkte Marktwirschaft« von Rainer Land*, der noch in der DDR u.a. Ökonomie studiert hat und den Endzustand des dortigen Systems aus eigener Anschauung kennt.
Den Chinesen jedenfalls wird es egal sein, ob ihr Regime »auf dem Weg zum Sozialismus« ist (wie Werner Rügemer* im Ernst glaubt) oder »revisionistisch« ist (Bu) ist oder »neokonfuzianisch« (Hornetz*). Jedenfalls berichten Reisende – auch Chinesen, die vormals aus China abgehauen sind – von grundsätzlicher Zufriedenheit der Bürger mit den herrschenden Zuständen, gerade im Vergleich zu Maos Zeiten.
* K. Hornetz: https://www.medizinisches-coaching.net/coach_arzt_bewegungslehrer/gastbeitraege/klaus-hornetz.html
* R. Land: https://www.rla-texte.de/china-marktwirtschaft/
* W. Rügemer: https://www.isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/2764-63die-volksrepublik-china-und-ihre-menschheitliche-bedeutung
…möglicherweise hat »Bu« gar nicht mitbekommen, dass einer seiner Artikel hier gespiegelt wurde… und antwortet deshalb nicht…
…ohne Rücksprache mit den Autoren deren Texte veröffentlichen (wie sich zuletzt bei Frau Hockett zeigte) wenn einem selbst die Autorität und Kompetenz für ein Thema, das es zu besetzen gilt, fehlt oder weil man sich einfach zu unsicher ist, geht aber als jugendhafte Tollheit und Dreistheit in Ordnung, find ich. -- So mancher hat es auf diese Weise zu etwas gebracht – man sieht das z.B. am »Weltexpress«!… klein angefangen mit Freidenkern, »Querschlägern« und so… und heute: »Rosebud«!!!
Aus dem MagMa kann also auch noch was werden!
***
Eine Hommage bei dieser Gelegenheit an einen großen und vorbildlichen Schaumschläger, der seiner Zeit in vielem voraus war - wie sich heute bemerken lässt - und natürlich im politisch (und darüber hinaus..) abgrenzenden Sinn:
https://www.youtube.com/watch?v=52oA9PYb9Ek&list=RD52oA9PYb9Ek&start_radio=1
Plus ca change, plus c´est la meme chose.
Wu Bu weiß, dass seine Artikel hier veröffentlicht werden, auch fragt die Redaktion vorher bei Autoren an. Nur in seltenen Fällen mag die Kommunikation etwas missglücken.
Der Herr Wer auch immer beschwert sich, dass eine Redaktion sich kompetente Autoren besorgt und nicht alles selber macht. Selber ist er ja kompetent alles zu kritisieren und zu bemäkeln. Auf die zahlreichen Angebote der Redaktion, dass er doch selber Artikel schreibe, kommen dann stets Absagen. Nun, wenn wir nicht den Wer auch immer haben, dann müssen wir halt mit weniger kompetenten Autoren hier leben.
»Beschwerde«? -- Ach - i wo! Aber vielleicht hätte ich den Kommentar nicht durch Streichungen derart verstümmeln sollen, dass meine lautere Absicht nicht deutlicher erkennbar ist, für »missglückende Kommunikationen« der MagMa-Redaktion eine wohlwohlende Rechtfertigung zu finden oder einen zumindest nachzusehenden Grund aufzuzeigen. Ich denke aus meinem Post spricht ein freundliches Mitempfinden.
Es ist ja nicht so, dass Wer-auch-immer nicht selbst chaotische Redaktionsarbeit leidvoll erfahren hätte…da kommt man ja häufig in Erklärungsnot, und solche Rechtfertigungen wie »der Typ kann gerade seine Telefonrechnung nicht bezahlen« oder »der Genosse hat wieder Bier über seine Tastatur gekippt«, bzw »…ihm ist das Smartphone ins Klo gefallen« lassen sich nicht beliebig oft wiederverwenden, ohne sich plötzlich böswilligen, unfairen und natürlich völlig unberechtigten Verdächtigungen ausgesetzt zu sehen.
Das Argument mit »Kompetenz« übergehe ich mal, da es hierbei um prinzipielle Fragen redaktioneller Arbeit der MagMa ginge und ich freilich nicht die Absicht verfolge, mich da irgendwie einzumischen.
Was Beiträge betrifft, erinnere ich mich, eine humorvolle Kurzgeschichte über das unerwartete Ableben eines Politologiestudenten aus der Nachbarschaft in Aussicht gestellt zu haben… Gerade bin ich noch dabei, seine Bücher teils zu sichten und teils zu lesen, die, in Kartons und Beuteln gepackt, in etlichen Ecken des Karrees auf den glücklichen Finder gewartet hatten. Langsam gewinnne ich eine Vorstellung von seiner Persönlichkeit und sofern es mir gelingen sollte, den richtigen Ton zu finden, werde ich Euch die Geschichte natürlich gerne schicken.
… andererseits… es ist nicht mehr die Zeit für Humoresken - es hätte etwas Eskapistisches. Und das politische Spektrum zwischen BSW und AfD -: es lässt sich mit einer Achse vergleichen - kein Publikum.
Also denn, um keine Indifferenz aufkommen zu lassen - besonders angesichts schiefer Achsen und Vergleiche -: Nein, es wird keine Zusammenarbeit in Zukunft meinerseits mit dem MagMa geben, keine Artikel noch sonst eine politische Unterstützung.
… und logischerweise keine Kommentare, die erübrigen sich dann ja.
Schon erleichternd irgendwie, auch wenn es wenig zur »Klärung der Begriffe« beiträgt - aber das hatte es bislang auch nicht getan.
Kein beidseitiger Gewinn, aber eben auch kein Verlust - ! Glück gehabt …
Der Corona-Ausnahmezustand und die politischen Auseinandersetzungen, die ihn begleiteten, waren eine spannende Zeit, die das langweilige Warten auf die Fortsetzung und Verschärfung der kapitalistischen Krise in der Zeit nach 2007/2008 beendeten. Es hat sich nichts wesentlich Neues ergeben. Das Leben glich bereits vorher einem offenem Strafvollzug, es gibt heute mehr Leute, denen es bewusst geworden ist - eine nur quantitative Änderung.
Die beständig geführten Kriege sind seit dem Angriff auf Serbien wieder näher gerückt und haben an Intensität zugenommen. Man redet weiterhin lieber übers Wetter - jedoch wie über Kriegspropaganda.
Elend, Faschisierung, Imperialismus, Krieg - begleitet von Wellen des Protest, die sich stets an der Repression brechen, kooptiert werden und sich kooptieren lassen mit wachsender Demoralisierung und ausdauernder Idiotie.
Bislang ist keine Besserung abzusehen, nur das die alten Albträume Wirklichkeit werden - etwas weniger an Täuschung.
Gut so…
https://www.youtube.com/watch?v=C_TUGF9NNnk
Zum Thema:
WuBu hält die Zeit reif für eine Katholische Liga - oder, wie er schreibt »kommunistische« Liga, aber wir gehen da natürlich nicht auf den Leim …
- In Anbetracht der schändlichen Vereinnahmung der »Katholischen Aktion« in Deutschland durch das von Gnostikern gesteuerte »Pax Christi« eine wohlgefällige Idee. Erst schmeißen wir alle sektiererischen Protestant_innen und Max-Weber-die-protestantische-Ethik-Antichristen aus den Friedensgebetkreisen, besetzen die Schlüsselpositionen - und dann machen wir Magdeburg platt.
Aber einige Nasen haben den Braten bereits gerochen, wie es scheint…
… darum Vorsicht: die Besessenen haben auch »nachgedacht« und bereits finstere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Sie machen auf »Antifaschismus«, um anderen den Schwarzen Peter ihrer paganen AfD-Kuschelei zuzuschieben. Es ist immer dasselbe Spiel mit den Evangelen: Lautstark protestieren, aber gleichzeitig dem Teufel die Hand reichen. Sie können nicht anders. Warum verkaufen sie ihnen nicht Reliquien? - ist doch viel besser: Euro klingt, Seele springt!
…jedoch Irren ist menschlich, das Leben ein Traum, WuBu in Wahrheit ein aufrechter Kommunist und vermutlich auch voll und ganz mit der Spiegelung seiner Artikel einverstanden. Es stellt sich dann die Frage:
Warum gerade jetzt die DKP wegen ihres schon länger bekannten Revisionismus kritisieren? Klar ist, dass sie mit ihrer organisatorischen Abhängigkeit von der PdL in vielen Wahlkreisen kein Ansprechpartner ist, der einer Zusammenarbeit mit AfD-Reptilien und Faktota ein offenes Ohr leihen würde, im Gegenteil: sie hat solche Kollaborationen publik gemacht, wo es ihren Friedenbündnisaktivisten aufgefallen ist. - woher wüßten wir sonst davon?
Tatsächlich macht so der Artikel des WuBu den Eindruck einer taktischen Positionierung in der Debatte, die von Bündnisaktivisten darüber geführt wird, wie am besten mit dem rivalisierenden Spektrum innerhalb der Friedensbewegung umzugehen ist: Soll der Kritik an der Zusammenarbeit mit der AfD - eine Kollaboration, die jüngst vom BSW-Vorstand mit einem Offenen Brief an deren Adresse abgesegnet wurde - (in Worten) entgegengekommen werden oder soll auf eine Distanzierung (und wäre es nur in Worten) weitgehend verzichtet werden.
Das Objekt der Begierde scheint dabei das christliche Spektrum zu sein, was die Verschiebung der Diskussion auf »chinesische Fragen« gerade vor dem Hintergrund der Repression und Kontrolle der katholischen Propaganda durch den chinesischen Staat plausibel macht.
…nicht wirklich eine kommunistische Debatte – oder, offen gesagt, schon so abgehoben ideologisch, dass es kaum glaublich wäre, dass sich eher randständige Aktivisten in derartige Organisationsmystik verlieren, wüssten wir es nicht besser, »leider«.
Wie auch immer nun diese „chinesische“ Debatte auch ausgehen mag, das Ergebnis ist vorhersehbar stets das gleiche, wenn „Friedensaktivisten“, die sich offen nur auf elitistischen Kongressen mit absichtlich teuren Eintrittspreisen untereinander aussprechen und ansonsten fürs „Fußvolk“ etwas Bullshit aus dem Ärmel schütteln, an dessen Aufnahmebereitschaft im Publikum sich ihre Augurenkünste in der Erstellung eines „Meinungsbildes“ üben:
Arbeiterverarschung.
… auch das können wir (uns) selbst besser…
https://www.youtube.com/watch?v=mSh-pHDWe-4