Dies ist eine deutsche Übersetzung einer englischen Übersetzung eines Interviews, das 2025 von der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in der Zeitschrift World Socialist Research auf Chinesisch veröffentlicht wurde.
1. Michael Roberts, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben! Könnten Sie uns kurz erzählen, wann Sie zum Marxismus gefunden haben und welchen Einfluss Ihre frühere Tätigkeit in der Londoner City darauf hatte?
Wer die Funktionsweise des Finanzkapitals aus marxistischer Perspektive versteht, wird weitaus seltener davon ausgehen, dass bei Finanzinvestitionen alles gut ausgeht. Eine Lehre für Arbeiter, die ich gezogen habe – und das gilt auch für China: Halten Sie sich von den Finanzmärkten fern. Noch besser wäre es, wenn die Rentenfonds der Arbeiter nicht auf Aktienmarktinvestitionen setzen würden, da diese Fonds dadurch ständig die Beiträge der Arbeiter verlieren. Aber es funktioniert auch umgekehrt. Ein tiefes Verständnis der Funktionsweise des Finanzmonsters kann uns helfen, die Schwachstellen und Spekulationen des Systems besser zu erklären.
2. Was ist Ihrer Meinung nach der Kerngedanke des Marxismus? In welcher Beziehung stehen der historische Materialismus und die Kritik der politischen Ökonomie zueinander?
Die Kerngedanken des Marxismus können auf zwei Schlüsselbegriffe eingegrenzt werden.
Zunächst einmal ist die Geschichte der Organisation der Menschen seit Urzeiten die Geschichte des Klassenkampfes. Die materialistische Geschichtsauffassung besagt, dass Veränderungen – zum Guten oder zum Schlechten – von den materiellen Interessen der Klassen und insbesondere von der herrschenden Klasse (Feudalherren, kapitalistische Unternehmen) und der Arbeiterklasse vorangetrieben werden. Zwar können Einzelpersonen zu bestimmten Zeitpunkten in der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen (Entscheidungen und Handlungen von Königen oder revolutionären Führern), doch hängt der Wandel letztendlich von wirtschaftlichen Faktoren und den Klassen ab. Wie Marx sagte: »Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.«
Der zweite Kerngedanke ist das Wertgesetz im Kapitalismus. Der Kapitalismus ist ein Produktionssystem, das auf den Profit der Eigentümer der Produktionsmittel ausgerichtet ist, welche diejenigen ausbeuten, die nichts anderes besitzen als ihre Fähigkeit, für die Eigentümer zu arbeiten. Die Arbeit schafft alle Güter und Dienstleistungen, die wir nutzen und benötigen, doch der Wert dieser Arbeit wird von den Eigentümern der Produktionsmittel als »Mehrwert« angeeignet, der über das hinausgeht, was Arbeiter für ihre Arbeit erhalten. Dieser Mehrwert wird als Kapital akkumuliert. Unsere gesellschaftlichen Bedürfnisse hängen dann von den Entscheidungen der Kapitalisten ab, ob etwas rentabel ist oder nicht. Diese Erklärung der Funktionsweise der modernen Wirtschaft wird von den Apologeten des Kapitalismus geleugnet – doch sie ist auf überzeugende Weise klar.
3. Die Krisentheorie ist ein wichtiger Bestandteil von Marx’ Kritik der politischen Ökonomie. Unter Marxisten gab es zahlreiche Debatten darüber, wie Marx’ Krisentheorie zu verstehen ist. Was halten Sie von Marx’ Krisentheorie und dem Zusammenhang zwischen Überproduktion, Unterkonsum und dem tendenziellen Fall der Profitrate?
Ja, eine Theorie der Krisen im Kapitalismus ist sehr wichtig. Die Apologeten des Kapitalismus leugnen, dass es in der kapitalistischen Produktion endemische Krisen gibt – also regelmäßige und wiederkehrende Einbrüche bei Produktion, Investitionen und Beschäftigung. Für sie sind solche Krisen entweder Zufallsereignisse, Einzelfälle oder das Ergebnis schlechter Entscheidungen, Spekulationen oder Nachlässigkeit. Die Apologeten leugnen, dass Krisen dem kapitalistischen System der gewinnorientierten Produktion innewohnen. Doch Marx’ Wertgesetz offenbart, warum regelmäßige Krisen endemisch sind. Kapitalistische Produktion findet nur statt, wenn Gewinne erzielt werden, wobei Marx aufzeigt, dass ein Widerspruch zwischen dem Streben nach mehr Produktion und der Rentabilität dieser Produktion (also den Gewinnen im Verhältnis zum investierten Kapital) entsteht.
Kapitalisten konkurrieren miteinander, um Marktanteile zu gewinnen und einen größeren Anteil an den Gewinnen zu erlangen, die den Arbeitern entzogen werden. Um sich einen Vorteil zu verschaffen, greifen sie auf arbeitssparende Technologien zurück, um Kosten zu senken und die Arbeitsproduktivität zu steigern. Marx argumentierte jedoch, dass Gewinn nur aus der Arbeit der Arbeiter entsteht; wenn also im Verhältnis zur Arbeitskraft zunehmend in Maschinen und Ähnliches investiert wird, mag die Produktivität zwar steigen, jedoch auf Kosten einer Tendenz zum Rückgang der Rentabilität. Schließlich kann die Rentabilität so stark sinken, dass dies zu einem Rückgang der Gesamtgewinne führt. Dann stellen die Kapitalisten ihre Investitionen ein, stellen die Produktion ein und entlassen Arbeiter. Die Arbeitslosigkeit steigt parallel zu den unverkauften Waren und Dienstleistungen. Dies ist eine Konjunkturflaute. Sie kann nur behoben werden, indem die Rentabilität wieder gesteigert wird, was den Abbau überzähliger Arbeiter, die Beseitigung schwacher Unternehmen und die Eindämmung der Löhne erfordert. Dann kann der gesamte Prozess von Neuem beginnen. Konjunkturflauten sind ein notwendiger »Reinigungsprozess«, damit sich das Kapital erholen kann. Marx legt seine Krisentheorie am deutlichsten Band 3, Kapitel 13 – 15, des Kapitals dar.
Allerdings akzeptieren viele Marxisten nicht, dass das in diesen Kapiteln erläuterte Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate für Krisen im Kapitalismus relevant ist. Stattdessen ziehen sie zwei andere Haupttheorien in Betracht. Die erste besagt, dass es einen »Unterkonsum« gibt. Dies ist der Fall, wenn die Arbeiter nicht alle von den Kapitalisten produzierten Waren und Dienstleistungen zurückkaufen können, weil sie nicht über genügend Geld verfügen. Sowohl Marx als auch Engels haben diese Unterkonsumtionstheorie widerlegt und darauf hingewiesen, dass die Arbeiter niemals genug Geld haben werden, um die gesamte verkaufte Produktion zurückzukaufen – gerade weil die Löhne nicht den gesamten geschaffenen und realisierten Wert enthalten, da die Kapitalisten jeglichen Mehrwert (die Differenz zwischen dem Wert der verkauften Waren und den an die Arbeiter gezahlten Löhnen; mit anderen Worten: den Profit) angeeignet haben. Der springende Punkt ist, dass Kapitalisten nicht alle ihre Waren an Arbeiter verkaufen müssen; ein Großteil des Absatzes erfolgt an andere Kapitalisten (zum Beispiel wird Stahl an Automobilhersteller verkauft, um Autos herzustellen und so fort).
Die andere alternative Theorie ist die der »Überproduktion«. Kapitalisten produzieren einfach weiter, um mehr Gewinne anzuhäufen, ohne zu berücksichtigen, ob sie ihre Produktion auf dem Markt verkaufen können. Sie produzieren im Verhältnis zur Nachfrage zu viel. Das Problem bei dieser Erklärung von Krisen ist, dass sie nicht erklärt, wann Produktion zu »zu viel Produktion« wird. Das mag niemals passieren, oder es könne jederzeit geschehen. Diese Theorie entbehrt jeder Logik. Um es so auszudrücken: Wenn das Angebot mit der Nachfrage im Einklang steht, kann es dann im Kapitalismus überhaupt noch zu einer Investitions- und Produktionskrise kommen? Marx würde dies bejahen, denn die Rentabilität der produzierten Güter entscheidet darüber, ob Kapitalisten investieren oder nicht. Genau so entfalten sich Krisen. Die Rentabilität sinkt, dann sinken die Gesamtgewinne, und daraufhin versuchen die Kapitalisten, mehr zu verkaufen, um die sinkenden Gewinne auszugleichen. Das führt jedoch zu »Überproduktion«, was die Kapitalisten dazu zwingt, die Preise zu senken und/oder die Produktion zu drosseln. Überproduktion ist das Ergebnis der Überakkumulation von Kapital, sprich der sinkenden Rentabilität des investierten Kapitals, und nicht umgekehrt.
4. Im Jahr 2020 haben Sie das Buch Engels 200 – His Contribution to Political Economy veröffentlicht, in dem Sie Engels’ Forschungen zur politischen Ökonomie und seinen Beitrag zur marxistischen politischen Ökonomie systematisch vorgestellt haben. Es gibt jedoch die Ansicht, dass die durch den Fall der Profitrate verursachte Krise eigentlich Engels’ Standpunkt sei und er Marx’ Ausführungen zur Tendenz des Falls der Profitrate bei der Bearbeitung des dritten Bandes von Das Kapital übertrieben oder sogar verfälscht habe. Was halten Sie von dieser Ansicht?
Diese Ansicht wurde von mehreren Marxisten vertreten (insbesondere vom deutschen Marxisten Michael Heinrich). Sie behaupten, unveröffentlichte Aufzeichnungen von Marx gelesen zu haben, aus denen offenbar hervorgeht, dass Engels Marx’ Worte abgewandelt habe, um das Gesetz vom Fall der Profitrate wichtiger erscheinen zu lassen. Diese Marxisten behaupten zudem, Marx habe dieses Gesetz in den 1870er Jahren tatsächlich aufgegeben, weshalb es für die marxistische Ökonomie und Krisentheorie als irrelevant anzusehen sei.
Andere Wissenschaftler haben jedoch eindeutig gezeigt, dass Engels den Text von Marx nicht wesentlich verzerrt hat, wie beispielsweise in den Kapiteln 13 – 15 von Band 3, in denen das Gesetz der Profitabilität dargelegt wird. Auch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Marx dieses Gesetz in den 1870er Jahren verworfen hätte – im Gegenteil, er setzte seine Untersuchungen dazu fort. So widmete Marx in den 1870er Jahren beispielsweise der Profitrate unter Verwendung verschiedener mathematischer Formeln beträchtliche Zeit. Als Engels daran ging, Das Kapital, Band 3, zu redigieren, ließ er Marx’ mathematische Arbeiten zur Profitrate weg, obwohl diese bestätigt hätten, dass Marx weiterhin an seinem Gesetz festhielt. All dies wird in meinem Buch Marx 200 und in meinem Buch Engels 200 mit allen Quellenangaben erläutert.
Marxisten, die diese Sichtweise vertreten, haben zudem Marx’ Wertgesetz zu einer Geldtheorie verdreht, wonach Wert nicht durch Arbeit in der Produktion geschaffen wird, sondern erst durch den Verkauf der produzierten Waren auf dem Markt verwirklicht wird. Heißt: Kein Verkauf, kein Wert. Das war nicht Marx’ Ansicht. Wert ist das Ergebnis menschlicher Arbeitskraft in der Produktion; wie viel von diesem Wert letztendlich realisiert wird, hängt vom Verkauf auf dem Markt ab. Doch ohne menschliche Arbeitskraft in der Produktion gibt es überhaupt keinen Wert. Hinter dieser überarbeiteten Theorie steht der Versuch, die Profitabilität als letztendliche Ursache von Krisen durch eine Theorie der Währungs- oder Kreditinstabilität zu ersetzen, ähnlich der Sichtweise von Mainstream-Ökonomen wie Keynes.
5. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Unterschiede zwischen der marxistischen politischen Ökonomie und anderen wirtschaftswissenschaftlichen Schulen (wie der neoklassischen Ökonomie, dem Keynesianismus oder anderen)? Kann man die Krisentheorie als einen wichtigen oder sogar wesentlichen Unterschied zwischen der marxistischen politischen Ökonomie und der westlichen Mainstream-Ökonomie betrachten?
Der entscheidende Unterschied besteht vor allem darin, dass andere wirtschaftswissenschaftliche Schulen – selbst die radikalsten »heterodoxen« Schulen, die nicht davon ausgehen, dass Märkte perfekt sind – Marx’ Wertgesetz nicht teilen. Sie akzeptieren nicht, dass der zentrale Widerspruch der kapitalistischen Produktion darin besteht, dass für Profit und nicht für gesellschaftliche Bedürfnisse produziert wird, und dass eine gesteigerte Produktion letztendlich in Konflikt mit einer gesteigerten Profitabilität gerät, was zu Aufschwüngen und Einbrüchen, sprich Krisen, führt. Die neoklassische Mainstream-Schule bestreitet, dass Krisen in ordnungsgemäß funktionierenden Märkten oder in Märkten auftreten können, in die weder Regierungen noch Monopole noch Gewerkschaften eingreifen. Heterodoxe Ökonomen leugnen die Rolle des Profits bei Krisen und führen diese entweder auf einen »Nachfragemangel« (Keynes), auf finanzielle Instabilität (Minsky), auf Monopole (Sweezy, Stiglitz) oder auf schlechte Regulierung zurück.
Und das ist ein entscheidender Unterschied, denn all diese Schulen gehen davon aus, dass die kapitalistische Produktion so modifiziert oder korrigiert werden kann, dass der Kapitalismus besser funktioniert. Keynes sagte, höhere Staatsausgaben oder Geldspritzen würden das Problem lösen; der heterodoxe Minsky sagte: »Reguliert die Banken und Finanzinstitute, dann wird der Kapitalismus stabil sein.« Diese reformistischen Ansätze sind theoretisch und empirisch falsch. Marx’ Krisentheorie zeigt, dass der Kapitalismus auf diese Weise nicht reformiert werden kann. Krisen sind dem Kapitalismus inhärent, da sie letztlich durch sinkende Profitabilität verursacht werden. Der einzige Weg, Krisen zu beenden, besteht darin, den Kapitalismus durch eine Planwirtschaft unter gemeinschaftlichem Eigentum zu ersetzen, das heißt ohne Kapitalisten.
6. Welche Auswirkungen hat die Finanzialisierung des Kapitalismus Ihrer Forschung zufolge auf die Realwirtschaft und die Arbeiterklasse?
Eines der charakteristischen Merkmale der letzten 50 Jahre in den modernen Volkswirtschaften des Globalen Nordens war der Aufstieg des Finanzsektors – nicht nur der Banken, sondern auch von Hedgefonds, Investmentfonds, Versicherungsfonds, Private-Equity-Fonds, Kryptowährungen und so weiter. Zunehmend haben Kapitalisten ihre Investitionen aus erzielten Gewinnen in Finanzanlagen und Spekulationen umgelenkt, anstatt in neue Technologien und produktive Sektoren zu investieren. Dies ist das Phänomen der »Finanzialisierung«.
Einige Marxisten und andere sind jedoch von dieser Entwicklung so begeistert, dass sie mittlerweile behaupten, der Kapitalismus habe sich grundlegend gewandelt. Er sei kein System mehr, das auf Profit durch die Ausbeutung von Arbeitskräften in Fabriken, Büros und so fort, ausgerichtet sei, sondern lediglich ein Finanz- und Währungssystem, in dem Geld weiteres Geld erwirtschaftet. Das bedeute, dass die Arbeiter ihre Rolle als Wertschöpfer im Kapitalismus verloren hätten. Nun können Kapitalisten Wert allein durch monetäre Tricks erzielen. Der Kapitalismus ist zum Finanzkapital geworden, das über das Produktionskapital herrscht.
Das ist Unsinn. Auch wenn die Gewinne im Finanzsektor in einigen Volkswirtschaften wie den USA und Großbritannien hoch sind – etwa bis zu 25 Prozent der Gesamtgewinne –, wird der überwiegende Teil der Gewinne nach wie vor durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erzielt, die von Arbeitern produziert werden. Und das gilt insbesondere für den sogenannten Globalen Süden, wo die verarbeitende Industrie eine vorherrschende Rolle spielt, nicht das Finanzwesen. Weltweit war die Arbeiterklasse noch nie so groß wie heute, und nach wie vor stammt der größte Teil der kapitalistischen Akkumulation aus der Arbeit der Arbeiter in der Produktion. Der Kapitalismus hat seine Natur nicht geändert.
7. Was halten Sie von der aktuellen Krise des Kapitalismus im globalen Wirtschaftssystem, insbesondere von der Finanzkrise der letzten Jahre? Welche Erkenntnisse kann uns die marxistische politische Ökonomie zum Verständnis der Krise des Kapitalismus liefern?
Das ist ein großes Thema. Im 21. Jahrhundert haben wir die beiden größten Einbrüche in der Geschichte des Kapitalismus erlebt, nämlich 2008 – 2009 und 2020. Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass es noch vor Ende dieses Jahrzehnts zu einem weiteren Einbruch kommen wird. Auslöser könnte ein neuer Finanzcrash wie im Jahr 2008 sein. Diesmal geht dieser Crash möglicherweise nicht direkt von den Banken aus, sondern wird durch steigende Unternehmensverschuldung und die Kosten für den Schuldendienst ausgelöst. Bereits jetzt gibt es in Europa, Japan und den USA rund 20 Prozent der Unternehmen, die als »Zombies« bezeichnet werden – das heißt, sie sind wie lebende Tote, da sie nicht genug Gewinne erwirtschaften, um auch nur die Kosten für den Schuldendienst ihrer bestehenden Schulden zu decken, und daher immer weiter Kredite aufnehmen müssen. Diese Unternehmen sind ernsthaft von der Insolvenz bedroht und könnten in einem Dominoeffekt sogar profitable Unternehmen mit in den Abgrund reißen.
8. Sie sind der Ansicht, dass sich die großen kapitalistischen Volkswirtschaften seit dem Ende der Großen Rezession im Jahr 2009 in einer langen Depression befinden. Gibt es einen Unterschied zwischen dieser langen Depression und früheren langen Depressionen in der Geschichte des Kapitalismus? Welche Strategien sollte China als Reaktion auf die globalen Auswirkungen der langen Depression verfolgen?
Ich definiere eine Depression im Gegensatz zu einer Rezession oder einem Konjunkturabschwung als einen Zeitraum, in dem nach einem Konjunkturabschwung der frühere Wachstumstrend bei Produktion, Investitionen und vor allem bei der Rentabilität deutlich niedriger ist als vor dem Konjunkturabschwung. Und dieser niedrigere Trend kann Jahrzehnte andauern. In diesem Sinne ähnelt die von mir identifizierte lange Depression ab den 2010er Jahren der Depression des späten 19. Jahrhunderts (1873 – 97) und der Weltwirtschaftskrise von 1929 – 42. Stand 2025 hält die aktuelle Depression weiterhin an, da der Pandemie-Einbruch von 2020 nicht zu einem signifikanten Anstieg der Rentabilität geführt hat und somit das Investitionswachstum sowie das reale BIP-Wachstum noch schwächer ausfallen als in den 2010er Jahren.
China hat all diese Krisen des Kapitalismus vermieden. Das liegt daran, dass Chinas Wirtschaft von einem großen staatlichen Sektor und der staatlichen Planung geprägt ist, sodass jegliche Instabilität im kapitalistischen Sektor überwunden werden kann und Investitionen sowie Produktion relativ ungestört weiterlaufen können. Sollten die kapitalistischen Volkswirtschaften des Westens in einen weiteren Abschwung geraten, werden Handel und Investitionen in China zwar in Mitleidenschaft gezogen, doch verfügt China mittlerweile über eine massive inländische Basis und hat massiv in neue Technologien investiert, wobei diese Investitionen weiterhin hauptsächlich über den staatlichen Sektor gesteuert und geplant werden. China muss den staatlichen Sektor und die staatliche Planung ausbauen, um die Instabilität in seinem kapitalistischen Sektor zu verringern, die insbesondere durch den Einbruch des (überwiegend kapitalistisch geprägten) Immobiliensektors deutlich zutage getreten ist.
9. Digitale Währungen und die Blockchain-Technologie sind seit einigen Jahren heiß diskutierte Themen im Bereich der Finanztechnologie und haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und das Finanzsystem gehabt. Wie stehen Sie zu diesen finanziellen Innovationen und zur digitalen Finanzwelt? Werden sie zu einer noch schwerwiegenderen globalen Wirtschaftskrise führen?
Kryptowährungen, wie sie genannt werden, beispielsweise Bitcoin, sind lediglich eine weitere Form spekulativer Finanzanlagen wie Gold oder Gemälde. Sie sind keine alternativen Geldformen, die staatlich ausgegebene Währungen (Fiat-Geld) wie den Dollar oder den Yuan ersetzen könnten. Digitale Währungen im Allgemeinen gibt es bereits in einer Form, nämlich wenn man seine Rechnungen per Karte, Smartphone oder Banküberweisung bezahlt, ohne dass Papiergeld im Spiel ist. Eine mögliche neue Entwicklung wäre eine digitale Zentralbankwährung, die die Geschäftsbanken umgeht. Bislang hat diese Entwicklung nur begrenzte Fortschritte gemacht. In der Zwischenzeit sind Kryptowährungen eine weitere Form dessen, was Marx als »fiktives Kapital« bezeichnete, das das Risiko eines künftigen Finanzcrashs noch weiter erhöht.
10. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von künstlicher Intelligenz und Automatisierung: Wie lässt sich der Marxismus anwenden, um die Auswirkungen des technologischen Fortschritts auf Produktionsweisen und gesellschaftliche Beziehungen zu analysieren? Welcher Zusammenhang besteht in Ihrer Forschung zwischen technologischem Fortschritt und Wirtschaftswachstum?
Das ist eine komplizierte Angelegenheit. Künstliche Intelligenz (KI) ist lediglich eine neue Form der Technologie, die darauf abzielt, menschliche Arbeitskraft zu ersetzen, die Arbeitsproduktivität zu steigern und damit den Ausbeutungsgrad der Arbeit durch das Kapital zu erhöhen. Neue Technologien können zu enormen Arbeitsplatzverlusten führen, insbesondere in den Branchen und Berufen, die sie ersetzen, aber sie können im Laufe der Zeit auch neue Branchen und Arbeitsplätze schaffen. Man denke nur an die industrielle Revolution, die Elektrizitätsrevolution, die Automobilindustrie und die Computerrevolution. Technologie war schon immer der Schlüssel zum Wirtschaftswachstum, indem sie die Arbeitsproduktivität steigerte, insbesondere wenn die Zahl der Arbeitskräfte nicht mehr weiter wächst – wie es heute in China der Fall ist.
Es wird argumentiert, dass KI eine völlig neue Entwicklung sei, die menschliche Arbeitskraft gänzlich ersetzen werde, da sie die menschliche Intelligenz übertreffen könne. Die Belege dafür sind jedoch zweifelhaft. Ein Großteil der KI besteht lediglich in der schnellen Verarbeitung bereits vorhandenen menschlichen Wissens und kann die kreative Natur der menschlichen Intelligenz nicht ersetzen. Zudem wird es einige Zeit, sogar Jahrzehnte dauern, bis sich die produktivitätssteigernden Auswirkungen der KI in den Volkswirtschaften durchsetzen. Meiner Ansicht nach handelt es sich nicht um einen »Game Changer«, der den Kapitalismus retten kann.
11. Der Begriff »Technofeudalismus« ist eine in den letzten Jahren entstandene Sichtweise, mit der die durch Cloud-Technologie verursachten gesellschaftlichen Veränderungen beschrieben werden: Tech-Giganten und große Plattformunternehmen verfügen wie Feudalherren über Daten und Macht, während gewöhnliche Nutzer diesen digitalen Herrschern als unbezahlte Datenproduzenten ähnlich wie Leibeigene dienen und die neue Form der Rente den Gewinn als Hauptform der Akkumulation ablöst. Stimmen Sie zu, dass der Begriff »Technofeudalismus« zur Beschreibung der aktuellen Entwicklungsphase der westlichen Gesellschaft geeignet ist?
Der Begriff »Technofeudalismus« besagt, dass die kapitalistische Produktion – also die Produktion mit dem Ziel der Gewinnerzielung durch die Ausbeutung von Arbeitskraft – durch einen Feudalismus ersetzt wurde, in dem digitale Monopole lediglich Renten abschöpfen. Doch woher stammen diese Renten? Marx wies darauf hin, dass Rente, Zinsen und Profit alle aus derselben Quelle stammen: dem Mehrwert, der aus dem von der menschlichen Arbeitskraft geschaffenen Wert angeeignet wird. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, dass Unternehmen, die Cloud-Technologie verkaufen, keine Waren zum Verkauf und zur Gewinnerzielung produzieren, genau wie in jedem anderen kapitalistischen Prozess. Der Großteil der Gewinne von Amazon stammt aus dem Vertrieb und Transport von Waren; der Großteil der Gewinne von Facebook stammt aus der Werbung; ebenso der Großteil der Gewinne von Google. Der Großteil der Gewinne von Microsoft und Apple stammt aus dem Verkauf von Computerhardware und -software. Das ist kein Feudalismus, sondern schlicht und einfach Kapitalismus. Der Kapitalismus ist nicht tot, aber zu behaupten, er sei es, ist eine gefährliche Idee für Arbeiter, weil dies bedeuten könnte, dass Arbeiter nicht das Kapital als Ganzes als ihren Feind erkennen, sondern nur einen kleinen Teil des Kapitals – so dass es nicht notwendig ist, den Kapitalismus zu ersetzen, sondern lediglich den »feudalen Monopol«-Kapitalismus.
12. Die Arbeitswertlehre ist der Kerngedanke der marxistischen Wirtschaftstheorie. Wie lässt sich die Arbeitswertlehre in Zeiten der Automatisierung und der digitalen Wirtschaft auf die Analyse der modernen Wirtschaft anwenden? Was halten Sie von Daten als neuem Produktionsfaktor?
Daten oder Wissen entstehen durch menschliches Handeln. Daher hat Wissen denselben Wert wie materielle Güter für die Gesellschaft und für das Kapital. Wissen ist materiell: Es erfordert die Energie menschlicher Arbeit, das heißt geistiger Arbeit, genauso wie körperliche Arbeit. Beide sind materiell und schaffen Wert. Daher kann das Kapital den Mehrwert der von ihm beschäftigten Wissensarbeiter an sich reißen und tut dies zunehmend branchenübergreifend und weltweit. Dieser Mehrwert ist in Patenten, Rechten an geistigem Eigentum und so weiter verkörpert. Wissen oder geistige Arbeit ist genauso »materiell« wie körperliche Arbeit. Geistige Aktivität findet in den Synapsen des menschlichen Gehirns statt und wird mithilfe eines Computers mit körperlicher Arbeit kombiniert. Somit schafft geistige Arbeit ebenso viel Wert wie körperliche Arbeit. Und Wissensarbeiter sind ebenso Teil des Proletariats wie Arbeiter, die körperliche Tätigkeiten ausführen.
Tatsächlich werden geistige Arbeiter vom Kapital zunehmend ausgebeutet, um sich Mehrwert (Gewinn) anzueignen. Es besteht also keine Notwendigkeit, einen neuen Begriff für die Arbeiterklasse wie etwa »Multitude« zu erfinden. Dies impliziert, dass die Arbeiterklasse – also jene, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft bestreiten und keine Produktionsmittel besitzen – nicht mehr existiert. Dieser Begriff verschleiert den Klassenkampf zwischen Arbeit und Kapital und verwirrt damit die Notwendigkeit, den Kapitalismus abzulösen.
13. Hat die Entwicklung des digitalen Kapitalismus die Kluft zwischen Nord und Süd vergrößert?
Ja, sie vergrößert diese Kluft. Aber diese Kluft vergrößert sich ohnehin. Der Globale Süden (mit Ausnahme Chinas) holt den Globalen Norden nicht ein, egal wie man es misst: am BIP pro Kopf, an der Produktivität pro Arbeiter, am Einkommen pro Kopf oder am Abbau der Ungleichheit. Die Nord-Süd-Kluft drückt sich darin aus, dass ein imperialistischer Wirtschaftsblock mit relativ geringer Bevölkerungszahl den Rest der Welt dominiert, in dem der Großteil der Menschheit lebt.
14. Welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen wird Präsident Donald Trump Ihrer Meinung nach ergreifen, und welche Auswirkungen werden diese Maßnahmen auf die Weltwirtschaft haben?
Wir können nicht mit Sicherheit sagen, was Trump tun wird. Er kündigt jedoch an, hohe Zölle auf US-Importe zu erheben, insbesondere auf solche aus China. Er behauptet, sein Ziel sei es, die US-Industrie auf Kosten der übrigen Welt wieder auf den früheren Stand zu bringen. Vor allem will er die Politik früherer US-Regierungen fortsetzen, den wirtschaftlichen Fortschritt Chinas – das als Hauptbedrohung für die US-Hegemonie angesehen wird – zu ersticken, zu behindern und umzukehren. Tatsächlich wird Trump auch weitere militärische Provokationen unterstützen, um China einzuschränken. Im Inland strebt er eine Senkung der Unternehmenssteuern an, damit die Reichen und Großunternehmen noch weniger zahlen als bisher. Zudem will er Vorschriften für die Industrie und zur Eindämmung der globalen Erwärmung abschaffen. Sein Kabinett setzt sich ausschließlich aus milliardenschweren Hedgefonds- und Private-Equity-Managern zusammen, die darauf aus sein werden, den Reichen auf Kosten der meisten Amerikaner Vorteile zu verschaffen.
Sollte Trump diese Politik weltweit tatsächlich umsetzen, wird der Welthandel zurückgehen und die Spannungen zwischen dem von den USA angeführten westlichen Bündnis und China gefährlich zunehmen. Die Vermögens- und Einkommensungleichheit zwischen den Ländern und innerhalb der Länder wird zunehmen. Auch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten werden andauern, wobei zudem die Gefahr eines Krieges in Asien besteht.
15. Werden Trumps versprochene wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie massive Steuersenkungen und erhöhte Militärausgaben, eine Gefahr für die globale wirtschaftliche Stabilität darstellen, indem sie zu einer höheren weltweiten Verschuldung führen?
Ja, die weltweite Verschuldung befindet sich bereits auf Rekordhöhen und ist im Verhältnis zur weltweiten Wirtschaftsleistung besonders hoch. Insbesondere die US-Regierung verzeichnet erhebliche Haushaltsdefizite, um den Krieg in der Ukraine sowie die Unterstützung Israels zu finanzieren. Außerdem plant sie massive Erhöhungen der Militärausgaben, um weitere globale Maßnahmen zu finanzieren. Trump möchte, dass Europa dafür mehr bezahlt, doch unterdessen erreicht die US-Staatsverschuldung Allzeithochs, und die Zinskosten für diese Schulden übersteigen mittlerweile die staatlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit und andere öffentliche Dienstleistungen.
16. Wird Trumps Wirtschaftspolitik die Widersprüche des globalen kapitalistischen Systems verschärfen und zu Überproduktion und einer Tendenz zur Krise führen?
All dies geschieht vor dem globalen Hintergrund von geringem Wachstum und geringem Handel sowie schwachem Investitions- und Produktivitätswachstum. Die großen kapitalistischen Volkswirtschaften, mit der möglichen Ausnahme der USA, stagnieren oder befinden sich sogar in einer regelrechten Rezession, insbesondere in Europa. Es ist durchaus möglich, dass diese Volkswirtschaften bis zum Ende dieses Jahrzehnts einen schweren Einbruch erleben werden, der auf den Rest der Welt übergreifen wird, wie es bereits 2008 und 2020 der Fall war. Nur China kann hoffen, dies unbeschadet zu überstehen.
17. Spiegeln Trumps wirtschaftspolitische Maßnahmen den Aufstieg von Wirtschaftsnationalismus und Protektionismus im Kontext der Globalisierung wider? Werden diese Maßnahmen die globale wirtschaftliche Ungleichheit verschärfen? Wie können Entwicklungsländer auf die Ungleichheit im globalen Wirtschaftssystem reagieren?
Protektionismus und Nationalismus seitens anderer sind keine Alternative zu Trump. Entwicklungsländer müssen sich zusammenschließen, um in den Bereichen Handel, Investitionen und beim Abbau von Ungleichheit zusammenzuarbeiten. Doch dazu müssen die Menschen in diesen Ländern Regierungen an die Macht bringen, die sich für die Arbeitnehmer und für das gemeinschaftliche Eigentum an Ressourcen und Vermögenswerten einsetzen, um die jeweilige Wirtschaft zu planen und global zusammenzuarbeiten. Leider vertreten fast alle Regierungen des Globalen Südens diese Politik nicht. Sie werden entweder von Despoten kontrolliert oder unterstützen die Großunternehmen im eigenen Land und den US-Imperialismus im Ausland. Solange sich diese Regierungen nicht ändern, erwarte ich keine großen Fortschritte in Bezug auf höheres Wachstum, den Abbau von Ungleichheiten, Vollbeschäftigung und bessere öffentliche Dienstleistungen.
18. Sie schreiben schon seit langer Zeit regelmäßig Blogbeiträge. Welchen Einfluss hat diese Art des Schreibens auf Ihr Denken und Ihren Gedankenaustausch gehabt? Könnten Sie uns etwas über Ihre aktuellen Forschungsarbeiten oder Ihre zukünftigen Forschungsvorhaben erzählen?
Das Ziel des Blogs und meiner Bücher ist es, unser Verständnis dafür zu vertiefen, wie der Kapitalismus funktioniert, welche Widersprüche und Schwachstellen er aufweist – mit dem Ziel, ihn zu ersetzen. Ich halte Marx’ Analyse des Kapitalismus für die überzeugendste und versuche daher, Marx’ Ansichten – so wie ich sie verstehe – gegen alternative Konzepte zu verteidigen, die alle darauf hinauslaufen, den Kapitalismus (besser) funktionieren zu lassen. Mein Blog richtet sich nicht an Akademiker, sondern an Aktivisten, die die Welt zum Besseren verändern wollen. Das bedeutet nicht, dass ich schwierige oder komplexe theoretische Fragen oder statistische Belege außer Acht lasse. Im Gegenteil: Ich versuche, sie klarer zu erklären. Derzeit bereite ich ein neues Buch darüber vor, was sich im Kapitalismus und in der Weltwirtschaft in den 2020er Jahren abspielt. Es ist im Grunde eine Fortsetzung meines 2016 erschienenen Buches Long Depression. Seitdem ist viel geschehen, und in diesem Jahrzehnt wird noch mehr passieren.
Time is Running Out wird im Dezember 2026 bei Haymarket Books erscheinen.
Übersetzung des englischen Originals, erschienen auf Michael Roberts Blog The Next Recession
Bild: Statue Marx und Engels in Berlin Mitte (Berlin Ambient CC BY-NC 2.0)

Wann kommt bei den »Linken« endlich das Bewusstsein an, dass man sich mit dieser Benennung mit all denen gemein macht, die dieses Bennenung nur benutzen um sinsitre Ziele zu verfolgen?
Was nützt es denn, sich gegen die »anderen Linken« irgendwie abzugrenzen? Sei es als eine Art Untergruppe, die »freie Linke«, sei es in irgendwelchen Textvolten wie etwa von ein Diether Dehm:
»Ehrliche Linkskräfte (nicht die Etikettenschwindler ähnlichen Namens) …«
Was soll das? Die Etikettenschwindler sind da, und es müssen doch wohl viele sein. Aber das Etikett wird trotzdem weiter benutzt? Ist das ehrlich? Jeder, der von »Linken« redet und »linke Politik« unterstützt, unterstützt damit auch die Etikettenschwindler. Ist das denn wirklich zu kompliziert für ein »linkes« Gehirn?
Ist der Nostalgiefaktor bei den »ehrlichen Linken« oder »freien Linken« so hoch, dass sie sich von dieser Bezeichnung nicht trennen können, obwohl sie dadurch ihr eigenes politisches Grab schaufeln?
Ich verstehe Euch nicht. (außer, vielleicht gibt es so etwas wie »ehrliche Linke« gar nicht mehr, ist das ein reiner Mythos, ein Popanz, eine Verarschung …)
Referenz: h#ttps://www.nachdenkseiten.de/?p=154236
»Quo vadis, AfD? – Chrupalla-Buch, Friedensbewegung und Mittelschichten« von Diether Dehm