Der doppelte Raub – Oder: Warum Ihnen niemand erzählt, wie die Rente wirklich funktioniert

Lassen Sie mich mit einer einfachen Frage beginnen, auf die mir bis heute niemand eine überzeugende Antwort gegeben hat:

Wenn jede Generation ihr eigenes Geld auf ein Konto einzahlt und im Alter wieder herauszieht – wo genau ist dann das Problem?

Kein demografisches Problem. Kein Generationenkonflikt. Kein Schneeballsystem. Einfach: reinzahlen, ansparen, rausholen. Von Generation zu Generation. Fertig.

Dass diese naheliegendste aller Lösungen in der gesamten deutschen Rentendebatte nicht einmal als Option auf dem Tisch liegt – nicht bei Merz, nicht bei Scholz, nicht bei den Grünen, nicht bei der Linken, nicht bei den sogenannten Rentenexperten in den Talkshows – das allein sollte Sie stutzig machen.

Mich hat es stutzig gemacht. Also habe ich nachgeschaut, wie das eigentlich angefangen hat.

Bismarck: Es ging schon mal

1889 führte Bismarck die gesetzliche Rentenversicherung ein. Nicht aus Menschenliebe – das wäre bei Bismarck eine erstaunliche Unterstellung –, sondern um die Arbeiterklasse ruhigzustellen. Geschenkt. Aber das System selbst, das er einführte, war im Kern kapitalgedeckt. Ein Mischsystem, ja, mit staatlichen Zuschüssen, aber mit einer starken Kapitaldeckungskomponente. Das heißt: Die Beiträge wurden angespart. Es entstand ein Kapitalstock. Und dieser Kapitalstock gehörte – zumindest mittelbar – den Beitragszahlern.

Das funktionierte. Jahrzehntelang.

Es hatte allerdings aus Sicht der Mächtigen einen unangenehmen Nebeneffekt: Da lag ein wachsender Berg Geld, auf den der Staat nicht ohne Weiteres zugreifen konnte. Merken Sie sich diesen Punkt. Er wird gleich wichtig.

Der erste Raub: Krieg und Inflation

Dann kamen die Kriege, und mit den Kriegen kamen die Kriegsanleihen. Die Kapitalreserven der Rentenversicherung – das angesparte Geld der Beitragszahler, wohlgemerkt – wurden in die Finanzierung der Rüstungsindustrie umgeleitet. Krupp, Thyssen, IG Farben, die gesamte Schwerindustrie: Sie alle erhielten Geld, das eigentlich den Rentnern von morgen gehörte. Für Waffen, Munition und Kriegsgerät.

Nun steht in jedem Geschichtsbuch, in jedem Schulbuch, in jeder Sonntagsrede, dieses Vermögen sei durch die Kriege und die Inflationen »vernichtet« worden. Das Geld war halt weg. Pech gehabt. Schicksal. Höhere Gewalt.

Darf ich Ihnen etwas verraten? Das ist gelogen.

Kapital wird nicht vernichtet. Kapital wechselt den Besitzer.

Die Industriellen – die Quandts, die Flicks, die Thyssens, die Krupps – hatten nach beiden Kriegen ihre Fabriken. Beschädigt, teilweise, ja. Aber vorhanden. Sie hatten ihre Patente. Ihren Grundbesitz. Ihre Netzwerke. Ihr Know-how. Und sie hatten – das ist der entscheidende Punkt – das Geld der Rentenkasse erhalten und in Sachwerte verwandelt. In Stahl, in Maschinen, in Gebäude, in Produktionsanlagen.

Das sogenannte Wirtschaftswunder der 1950er Jahre fiel nicht vom Himmel. Es wurde auf exakt diesen Strukturen aufgebaut, von exakt denselben Akteuren und deren Erben. Die fanden sich in der jungen Bundesrepublik als Wirtschaftsführer wieder – nicht etwa als Schuldner gegenüber den Rentenversicherten, deren Kapital sie verbraucht hatten.

Und die Inflation? Inflation vernichtet keine Werte. Sie entwertet Geldansprüche. Papierforderungen. Wer Sachwerte hielt – Immobilien, Fabriken, Land – kam gestärkt aus jeder Inflation heraus. Wer Papierforderungen hielt – die kleinen Leute, die Sparer, die Beitragszahler – verlor alles.

Das ist kein Unglück. Das ist ein Transfermechanismus. Von unten nach oben. Zweimal hintereinander. Und anschließend in den Geschichtsbüchern als »Vernichtung« kaschiert, damit niemand fragt, wer eigentlich der Empfänger war.

Der zweite Raub: Adenauer 1957

Nach dem Zweiten Weltkrieg hätte man das kapitalgedeckte System wieder aufbauen können. Man hätte das Kapital dort zurückholen können, wo es gelandet war: bei den Industriellen, bei den Sachwertbesitzern, bei den Profiteuren der Kriegswirtschaft. Vermögensabgaben, Sondersteuern, eine echte Lastenumverteilung – das wäre der gerechte Weg gewesen.

Adenauer ging einen anderen Weg. 1957 führte er das Umlageverfahren ein. Die Jungen zahlen für die Alten. Sein berühmter Satz dazu: »Kinder kriegen die Leute immer.«

Nun muss man – um die ganze Dimension dieser Entscheidung zu begreifen – den historischen Kontext sehen, und der macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Wir befinden uns auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Die westdeutsche Industrie gilt als Bollwerk gegen den Kommunismus. Eine massive Belastung der Industriellen durch Vermögensabgaben zugunsten der Rentenkasse? Politisch undenkbar. Man brauchte Krupp und Thyssen und Co. als wirtschaftliches Rückgrat der Westbindung. Man brauchte die Industrie stark, nicht belastet.

Verstehen Sie, was hier passiert? Dieser Kontext ist kein mildernder Umstand. Er ist der Beweis. Man wusste genau, was man tat. Man kannte die Alternative. Man wusste, dass ein Umlageverfahren nur funktioniert, solange die Bevölkerung wächst. Und man wählte – bewusst, dokumentiert, nicht aus Versehen – die Variante, die das Kapital schonte und die Last auf die nächste Generation von Arbeitnehmern abwälzte.

Die erste Rentnergeneration im neuen Umlageverfahren erhielt Leistungen, die durch keine einzige Einzahlung in dieses System gedeckt waren. Das ist – mit Verlaub – die Struktur eines Schneeballsystems. Es funktioniert, solange genügend Neue nachkommen. Und wenn nicht mehr genügend nachkommen, nennt man das »demografische Krise« und tut so, als habe das niemand ahnen können.

Der inszenierte Generationenkonflikt

Und wenn nicht mehr genügend Neue nachkommen? Dann braucht man einen Schuldigen. Aber bitte nicht den richtigen.

Seit Jahren wird ein Feindbild kultiviert: der gierige »Boomer«. Die Generation, die alles hatte, nichts übrig ließ und jetzt auf Kosten der Jungen ihre Renten kassiert. »OK Boomer« als Totschlagargument. Wohnungsnot, stagnierende Reallöhne, kein Vermögensaufbau – und an allem sind die Alten schuld.

Der Frust der Jungen ist berechtigt. Aber er wird in die falsche Richtung gelenkt. Nach unten, auf die Rentnergeneration, statt nach oben, auf die Strukturen und Profiteure, die dieses System so konstruiert haben, dass es zwangsläufig in genau diesem Konflikt enden musste.

Denn was genau haben »die Boomer« getan? Sie sind zur Arbeit gegangen. Haben Beiträge gezahlt. Jahrzehntelang. In ein System, das ihnen versprochen hat, dass sie im Alter versorgt sein werden. Sie haben dieses System nicht gebaut. Sie wurden hineingeboren und haben funktioniert, wie es von ihnen erwartet wurde.

Solange Junge und Alte sich gegenseitig die Butter auf dem Brot nicht gönnen, fragt niemand die einzig relevante Frage: Wo ist das Geld eigentlich hin? Wer hat es genommen? Und warum wurde es nie zurückgegeben?

Das Umlageverfahren braucht diesen Generationenkonflikt. Er ist keine bedauerliche Nebenwirkung – er ist eingebaute Systemfunktion. Teile und herrsche. Älter als Rom, wirksamer denn je.

Die Legende: »Generationenvertrag«

Den Vorgang anschließend in »Generationenvertrag« umzutaufen, war – man muss es so sagen – ein Geniestreich der politischen Kommunikation.

Ein Vertrag, den niemand unterschrieben hat. Dessen Konditionen jederzeit einseitig vom Staat geändert werden. Der den eigentlichen Vorgang vollständig unsichtbar macht: Erst nimmt das Kapital sich das Geld der Beitragszahler. Dann wird die Last nicht dem Kapital zurückgegeben, sondern auf die nächste Arbeitergeneration umgelegt. Und das Ganze heißt dann »Solidarität«.

Die offizielle Erzählung lautet seither: 1957 war ein großer sozialer Meilenstein. Adenauer schenkte den Rentnern die »dynamische Rente« und die Teilhabe am Wirtschaftswunder. Das Kapital war nach Krieg und Inflation leider weg – Pech, aber jetzt ist alles fair und solidarisch.

Das ist der Gründungsmythos der Bundesrepublik als »soziale Marktwirtschaft«. Er wird von allen getragen – CDU, SPD, Grüne, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Medien, Schulbücher, Bundeszentrale für politische Bildung. Er darf nicht hinterfragt werden. Denn wenn er fällt, fällt die Erkenntnis: Das gesamte »soziale Modell« steht auf einem Raub, der nie rückgängig gemacht wurde.

Warum nicht zurück? Drei Buchstaben: Macht

Die Frage, die sich aufdrängt: Wenn das Umlageverfahren so offensichtlich dysfunktional ist – warum kehrt man nicht zum kapitalgedeckten System zurück?

Die Antwort ist einfach, und sie hat nichts mit Ökonomie zu tun.

Im Umlageverfahren fließt das Geld durch die Hände des Staates. Der Staat verteilt es, kontrolliert es, ändert die Regeln. Es gibt keinen individuellen Eigentumsanspruch auf das eingezahlte Kapital – nur einen politisch definierten Anspruch auf eine politisch festgelegte Leistung. Übersetzt heißt das: Wer die Renten kontrolliert, kontrolliert Millionen Wähler. Jede Rentenerhöhung ist ein Wahlgeschenk. Jede Rentenkürzung eine Drohung. Das ist eine Machtposition, die kein Politiker freiwillig aufgibt.

In einem kapitalgedeckten System mit individuellen Konten gäbe es nichts zu verteilen. Nichts zu versprechen. Nichts, womit man Wahlen gewinnt. Die Rente wäre einfach das, was auf dem Konto liegt. Transparent. Nachvollziehbar. Dem politischen Zugriff entzogen.

Und genau deshalb wird es nicht passieren.

Die Gegenwart: Das Schlechteste aus beiden Welten

Aber es kommt noch besser (oder schlechter, je nach Perspektive).

Man hat inzwischen das Schlechteste aus beiden Welten kombiniert. Im Umlageverfahren: keine individuelle Eigentumsposition, volle politische Verfügungsgewalt. Und parallel dazu, als angebliche Ergänzung: Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge, und jetzt noch das »Generationenkapital« – ein staatlicher Aktienfonds, finanziert mit Schulden, der Renditen an den Kapitalmärkten erzielen soll.

Bei der privaten Zusatzvorsorge schöpft die Finanzindustrie über Gebühren, Provisionen und Verwaltungskosten einen erheblichen Teil der Erträge ab. Riester ist zum Paradebeispiel geworden: Eine angebliche »Stärkung der Eigenvorsorge«, die in Wahrheit ein Subventionsprogramm für die Versicherungswirtschaft war.

Der Beitragszahler verliert also die Kontrolle über sein Geld in beide Richtungen gleichzeitig: an den Staat und an die Finanzindustrie. Und falls Sie jetzt denken, das sei ein unglücklicher Zufall – nein. Es nützt beiden Seiten.

Die erlaubte Debatte

Nun gibt es in der öffentlichen Debatte über die Rente durchaus Kritik. Sogar scharfe Kritik. Die klingt dann so: »Das Umlageverfahren hat demografische Probleme.« »Die Jungen zahlen zu viel.« »Wir brauchen mehr Kapitaldeckung, eine Aktienrente, ein höheres Renteneintrittsalter.«

Alles erlaubt. Alles technisch. Alles reformistisch. Alles innerhalb des Systems.

Die eine Frage, die nie gestellt wird, lautet: Warum wurde 1957 bewusst nicht das kapitalgedeckte System wiederhergestellt – obwohl man die Alternative kannte?

Wer diese Frage stellt, verlässt den erlaubten Korridor. Und wer ihn verlässt, wird nicht widerlegt. Er wird aussortiert. Die Labels stehen bereit: »Populist«, »Verschwörungsideologe«, »Systemfeind«. Dann muss man sich mit den Argumenten nicht mehr befassen.

Und wer von außerhalb des institutionellen Rahmens kommt – ohne Lehrstuhl, ohne Redaktionsausweis, ohne die richtigen Verbindungen – für den gibt es noch ein paar zusätzliche Labels. »Bildungsfern.« »Sozialschmarotzer.« Die definieren Kompetenz über Zugehörigkeit, nicht über Argumente. Wessen Einwände man nicht ernst nehmen muss, dessen Einwände braucht man auch nicht zu widerlegen. Praktisch, nicht wahr?

Und »Sozialschmarotzer« ist dabei besonders perfide: Erst wird über Generationen das Geld aus dem System nach oben transferiert. Dann werden die Geschädigten für die Folgen verantwortlich gemacht. Der Raub wird zum Charakterdefizit des Beraubten umgedeutet. Das ist keine Sozialpolitik. Das ist Herrschaftstechnik.

Was stattdessen möglich wäre

Jede Generation zahlt auf ihr eigenes Konto ein. Jede Generation bekommt heraus, was sie eingezahlt hat. So viel in den Topf reinkommt, kann ausgezahlt werden.

Ja, der Übergang würde kosten. Eine Generation müsste doppelt tragen – für die aktuellen Rentner und für den eigenen Aufbau. Man könnte das über 30 bis 40 Jahre strecken. Man könnte es über zeitlich begrenzte Staatsverschuldung finanzieren.

Und jetzt kommt der Witz: Der Staat verschuldet sich bereits. Massiv. Über 100 Milliarden jährlich fließen als Bundeszuschuss in die Rentenversicherung. Tendenz: steigend. Ende: nicht absehbar. Diese Verschuldung ist strukturell permanent.

Eine Verschuldung für den Systemwechsel hingegen wäre endlich gewesen. Irgendwann abgezahlt. Erledigt.

Man hat sich für die permanente Verschuldung entschieden. Nicht weil sie billiger ist. Sondern weil sie die Kontrolle beim Staat belässt.

Der Leser mag selbst beurteilen, was das über dieses System aussagt.

Teil I dieser Serie: Der doppelte Raub – Oder: Warum Ihnen niemand erzählt, wie die Rente wirklich funktioniert

Teil II: Warum die Rentendebatte immer dort aufhört, wo sie anfangen müsste

Teil III: Der dritte Raub — oder: Warum die Kapitalmarkt-Rente denselben Mechanismus wiederholt

Zuerst erschienen auf Marigny de Grilleaus Blog Haus der Unworte

Bild: Gerd Altmann (Pixabay)

Marigny de Grilleau schreibt seit fast zwanzig Jahren über Strukturkritik an Wohlfahrtsinstitutionen, Geldpolitik und demokratische Rechenschaftspflicht.

https://grilleau.blogspot.com/

13 thoughts on “Der doppelte Raub – Oder: Warum Ihnen niemand erzählt, wie die Rente wirklich funktioniert

  1. Wie blöd ist das denn? Da wird hier ernsthaft für das Kapitalrentenverfahren geworben?

    »Wenn jede Generation ihr eigenes Geld auf ein Konto einzahlt und im Alter wieder herauszieht -«

    das ist die Kapitalrente. Sparen ist nur eine andere Art, aus dem kapitalistischen Zinsensystem Rendite zu ziehen. Sicher, es ist die harmloseste und (daher) am wenigsten einträglichste Art …

    »– wo genau ist dann das Problem?«

    1) dass das Geld so lange andere (die Bank) haben.
    2) dass gespartes Geld - wie die Geschichte zeigt - immer mal wieder weg war
    3) die Inflation das gesparte Geld wegfrisst
    4) solche angehäuften Kapitlasummen Begehrlichkeiten wecken

    Das Umlageverfahren ist das vernünftigeste System: kein Missbrauch des Rentengeldes (wenn der Staat die Finger davon lassen würde), die Jungen zahlen für die Alten (das sind nämlich die, die die Jungen so weit gebracht haben, das zu können), und die Jungen wissen, dass die dann Jungen auch wieder für sie zahlen werden (was jeder vernünftige Mensch als Anreiz sehen würde, Nachwuchs zu haben).

    Einem der letzten solidarischen Systeme unserer Gesellschaft wird hier das Totenlied gesungen.

    Dieser Grilleau ist ja wohl das Allerallerallerletzte … könnte direkt mit Schröder und Merz bei Blackrock Schampus trinken gehen

  2. Werbung für eine Kapitalrente?

    Macht Euch mal mit der Mackenroth-These vertraut. Sie lautet:
    Mackenroth-These oder Mackenroth-Theorem von 1952:

    Nun gilt der einfache und klare Satz, dass aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muss. Es gibt gar keine andere Quelle und hat nie eine andere Quelle gegeben,aus der Sozialaufwand fließen könnte,es gibt keine Ansammlung von Periode zu Periode,kein « Sparen « im privatwirtschaftlichen Sinne,es gibt einfach gar nichts anderes als das laufende Volkseinkommen als Quelle für den Sozialaufwand.Das ist auch nicht eine besondere Tücke oder Ungunst unserer Zeit,die von der Hand in den Mund lebt,sondern das ist immer so gewesen und kann nie anders sein.
    Diese These konnte bis heute nicht widerlegt werden,von keinem Politiker, keinem »Experten»kei-
    nem Neoliberalen,keinem Wirtschaftsweisen.
    In Wahrheit wollen sie die Rente privatisieren,weil damit Banken und Versicherungen mächtig Kohle machen können.Die private Rente wird teurer,denn damit füttert ihr die Aktionäre.Die private Rente wird unsicherer,denn die Kreditkrisen zeigen,wie leicht Banken und Versicherungen pleite gehen können, (siehe Göttinger Gruppe,200000 Menschen verloren ihre Renten, Mannheimer Lebensver-
    sicherung,Telecom) vor allem,wenn die richtigen Leute an den richtigen Fäden ziehen,so,wie die unbekannten Eigentümer der echten Großbanken und der FED.
    Die ADG ( http://www.adg-ev.de,www.forum-renten.de) hat mit der Teufelstabelle mal das,was nachweis-bar war,aufgelistet und danach hat sich der Staat mit etwa 700 Milliarden aus der Rentenkasse
    bedient.

  3. Doppelter Grilleau-Unsinn, also auch doppelt kommentiert:

    Schon immer haben die Eltern für die Kinder, und die Jungen für die Alten mitgesorgt. Immer im jeweiligen »Jetzt«.

    Als noch nicht alles durchmonetarisiert war, war dieses Sorgen ein tätiges Sorgen.

    Wenn heute dieses Generationen übergreifende Sorgen zum großen Teil per Geldtransfer erfolgt, so ändert das nichts am Prinzip:

    die, die zu den jeweiligen Zeiten können, sorgen für die, die zu diesen Zeiten nicht können. Also die jeweiligen gesunden, kräftigen, aktiven, sorgen für die kleinen, alten, kranken.

    Das ist der Generationenvertrag seit altersher.

    Und das versteht jeder, dem man nicht das Gehirn verschissen hat. Die ehemaligen Kinder geben im Erwachsenenalter den Eltern das zurück, was sie erhalten haben - und erhalten dann von ihren Kindern ebenso wieder das zurück, was sie denen gegeben haben …

    Diese Logikt funktioniert nur dann nicht mehr, wenn der gesellschaftliche Konsens aufgekündigt wurde und eine Gesellschaft am Absterben ist. Unter anderem, weil es keinen Nachwuchs mehr gibt weil die potentielle Elternschaft dem puren Egoismus und Hedonismus frönt.

    Und dieser Grilleau - was hat der für eine Agenda (die sich erstaunlich gut mit Merz- und Blackrock-Interessen deckt) - und warum wird der AUSGERECHNET HIER hier so bevorzugt dargestellt?

    1. Es bedeutet,dass die Demografie auch einen Anfang hat,nämlich die ersten 20 Lebensjahre der Menschen,deren Finanzierung nicht ausschließlich von den Eltern getragen wird,sondern in Form von Kindergeld,Steuervergünstigung,und erheblichen infrastrukturellen Maßnahmen eine gesellschaftliche Aufgabe ist,die,anders als die Alterssicherung,nicht beitragsfinanziert erbracht werden muss.Diesen Teil der Demografie klammern Presse,Politiker und Ökonomen gerne aus,aber
      er war und ist existent und wird es weiterhin bleiben.
      Doch nun wird das Problem gesehen,dass die Zahl der Beitragszahler rückläufig ist und jeder glaubt,das läge an der niedrigen Geburtenrate.Doch in unserer Industrienation werden immer mehr Arbeiter durch Maschinen ersetzt und trotz niedriger Geburtenzahl haben wir ein Heer von Arbeitslosen.
      Natürlich möchte man das vertuschen und führt es zurück auf mangelnde Qualifikation.Doch auch das sind Märchen,denn noch nie gab es derart viele Studierte in diesem Land wie heute und nach wie vor braucht man für die meisten Arbeiten keine Studierten.
      Doch man muss diese Märchen auftischen,sonst bekommt der Normalbürger am Ende noch mit,dass das eigentliche Problem die Arbeitszeiten sind.Trotz abnehmender Arbeiterzahlen in den Unternehmen wird heute ein Mehrfaches von dem produziert,als das früher war.
      Eine Folge ist unausbleiblich.Diese Mehrproduktion sättigt die Märkte schneller und um das zu verhindern,konnte man auch bereits verschiedentlich aus der Presse erfahren,dass man Sollbruchstellen eingeführt hat,damit bestimmte Produkte öfter gekauft werden müssen.
      Und die mit Hartz eingeführten Niedriglöhne sind ein hervorragendes Erpressungspotential für Politik und Wirtschaft.

      1. Ich weiß zwar nicht genau, was Sie meinen, aber dieser Teil:

        »Es bedeutet,dass die Demografie auch einen Anfang hat,nämlich die ersten 20 Lebensjahre der Menschen,deren Finanzierung nicht ausschließlich von den Eltern getragen wird,sondern in Form von Kindergeld,Steuervergünstigung, …«

        ist kurzsichtig: diese »Finanzierung« wird nicht etwa »vom Staat«, sondern von uns durch unsere Steuern getätigt.
        Wollten Sie darauf hinaus, dass auch kinderlose Erwerbstätige daran beteiligt sind? War das Ihr Punkt?

        Nun, wenn die Kinder von Eltern später auch für kinderlose Menschen die Rente erarbeiten, was wäre also daran falsch, dass diese Kinderlosen auch zur Nachwuchsförderung beitragen? (Oder meinten Sie das gar nicht so?)

        Aber tatsächlich ist das Problem, dass wir in einer kinderfeindlichen Gesellschaft leben, die auch immer noch kinderfeindlicher wird, und dass unser Leben inzwischen so durchmonetarisiert wurde, so dass bald an jeder Lebenstätigkeit ein »Zinsfürst« mitverdient (und bald anhand der Datenspur auch regelrecht zukuckt, man denke nur mal an die Kameras in den Autos, …), was insgesamt eine Gesellschaft als Zukunfts- und Gemeinwohl-Zusammenschluss letzlich nur abtöten kann.

  4. Ja,man muss dafür Katastrophenszenarien an die Wand malen,wie sollte man ansonsten die Eingriffe in die Sozialsysteme rechtfertigen? Wie sollte man ansonsten anführen können,dass kinderlose Paare die Familien mit Kindern ausbeuten?
    Dabei weiß heute eigentlich niemand,ob die Kinder dieser Familien jemals in das gesetzliche Rentensystem einzahlen werden und es gibt etliche Gründe,das zu bezweifeln. Diese Kinder könnten direkt in die Arbeitslosigkeit abrutschen,sie könnten studieren und in Berufe wechseln,die keine GRV-Beiträge zahlen,sei es nun,dass sie Beamte,Anwalt,Arzt,Architekt oder in sonstige mit Beitrageigenen Rentensysteme ausgestattete ständische Berufsgruppen wechseln.
    Manche wandern vielleicht auch aus.
    Schizophren an diesen Vorwürfen ist vor allem,dass die Kinderlosen meist höhere Steuern zahlen und damit einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten,die staatlichen Programme für den Nachwuchs der Familien zu finanzieren.Und sollten die Kinder der klagenden Familien wirklich mal einen Beruf ergreifen,der beitragspflichtig für die GRV ist,dann werden ihre Beiträge zwar verwendet,um die Renten der aktuellen Rentner zu zahlen,aber welche Bedeutung hat das schon?
    Sie zahlen für eine Anwartschaft auf ihre spätere Rente ( damit ist sie übrigens auch verfassungsrechtlich geschützt ) und diese Rente ist einzig und alleine davon abhängig,wie hoch ihre Beitragszahlungen sind.
    Und hat eine Familie drei Kinder,dann sind das auch drei spätere Rentner,es könnten aber ebenso gut 3 Beamte daraus werden und damit die Kinderlosen doppelt belasten.Und die Beitragszahlungen der GRV direkt wieder als Renten auszugeben,ist allemal besser,als das Geld in private Rentenversicherungen zu investieren,die damit u.U.Rüstungsfirmen finanzieren oder vielleicht auch pleitegehen ( siehe Göttinger Versicherung 200 000 Rentner verloren ihre Renten, Mannheimer Lebensversicherung, Telecom und ganz schlimm war es in USA).
    Allerdings,jede heute seitens der Politik und seitens unwissender Bürger als erforderliche Maßnahme der « Generationengerechtigkeit « untermauerte Rentenkürzung ist das Gegenteil von Generationengerechtigkeit,denn jede heutige Rentenkürzung wirkt sich auf die Renten der späteren Generationen in vollem Umfang aus.
    Insgesamt gesehen komme ich zu dem Ergebnis,dass dieses ganze Geschwafel nur einen wirklichen Zweck hat und das will ich mal deitlich ausdrücken,uns alle nach Strich und Faden zu verarschen. Aber eine Mehrheit von uns scheint das zu brauchen.

    1. »Wie sollte man ansonsten anführen können,dass kinderlose Paare die Familien mit Kindern ausbeuten?«

      Wer führt das an?

      Sie unterschlagen mit ihrem Gewäsch eines:

      es sind immer die Kinder und nur die Kinder von NICHTKINDERLOSEN, die die Rente schaffen.

      Wer das bestreitet oder verschwurbelt ist böswillig.

      Und dass die Sache mit den Beamten so nicht okay ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

      h#ttps://overton-magazin.de/top-story/das-renten-gesamtkunstwerk-spalten-bis-die-schwarte-kracht/

      Falls Sie keine eigenen Kinder haben und meinen, Sie müssten sich hier in ein moralisches Licht rücken: mein Beleid!

      1. Es geht um Familien mit Kindern,die sich beschweren,dass sie Kinder zeugen,die dann später
        für die Renten der Kinderlosen aufkommen.
        Das ist geradezu hanebüchen.Schauen wir mal warum.Familien mit Kindern werden,wie
        schon eingangs erwähnt,teilweise vom Staat alimentiert bzw.subventioniert.An diesen Kosten
        sind Kinderlose und Singles stärker beteiligt durch höhere Steuern und auch bei Krankenkassenbeiträgen,mit denen ja Kinder in Familien kostenfrei mitversichert sind.
        Die Tatsache,dass nicht die Demografie für die Schwundrente verantwortlich ist sondern der
        Umstand,dass trotz ständig steigender Produktivität sowie enormen Gewinn-und Vermögenszuwächsen die Arbeitnehmer um ihren Anteil davon betrogen werden.
        Die Tatsache,dass das Rentensystem und die Einnahmeregelungen unsozial ausgelegt
        sind und die Einnahmen der GRV durch ein entsprechendes Gesetz kurzfristig auskömmlich
        gestaltet werden könnte,falls der politische Wille dazu vorhanden wäre.
        Alleine durch eine Einführung einer einheitlichen Rentenversicherung für alle,in die sämtliche
        Einkommensarten einbezogen werden müßten und zusätzlich einer angemessenen Anhebung
        der Beitragsbemessungsgrenze wäre eine auskömmliche Rente für jeden heute und in Zukunft
        gewährleistet.
        Darüber hinaus gibt’s noch eine Reihe von weiteren Faktoren,die eine wichtige Rolle zur Sanierung der Rente spielen,wie z.B.die politische Fehlentscheidung der Entnahme von Geldern aus der Rentenkasse zur Finanzierung von fremden Leistungen.
        Mein Kommentar zu diesem Kapitalismus genannten System:Schweinesystem.
        Reste von Moral,Anstand und Menschlichkeit bleiben dem neoliberalen Irrsinn verschlossen,
        ( bleiben zumindest in vom Neoliberalismus degenerierten Hirnen außen vor.)

        1. »Es geht um Familien mit Kindern,die sich beschweren …«

          Ach, und wo soll es das geben? Ich habe noch nie gehört, dass sich Familien darüber beschweren würden, dass ihre Kinder auch für die Rente kinderloser Alten aufkommen. Das ist nichts als ein eingebildeter Popanz. Noch nie! Auch mir ist noch nie der Gedanke gekommen.

          Warum erfinden Sie so einen Popanz?

  5. zu Klaus Zajac
    23. Juli 2026 um 12:43 Uhr

    Man könnte auch sagen: wer (klar) schreiben kann ist klar im Vorteil.

    Sollte ich Sie missverstanden haben - liegt es dann mehr an Ihnen oder an mir?

    Also nochmal meine Frage, Ihr »Wie sollte man ansonsten anführen können,dass kinderlose Paare die Familien mit Kindern ausbeuten?« basiert auf was? Wer sagt sowas, wenn nicht Sie?

    Steht so eine Ausführung im Artikel? Dann hätte ich das übersehen. Und dann wäre der Text doppelt peinlich und ich müsste doppelt fragen, wie so ein neoliberaler Schiet ausgerechnet hier Platz finden darf. Und was mit diesem angeblich linken Grilleau genau nicht stimmt?

    1. Kinderlose sollen mehr Rentenbeitrag zahlen:Wen es trifft-und ab wann das Modell kommen könnte?
      Die Junge Union sorgt mit ihrem Vorstoß für eine kinderzahlabhängige Staffelung der Rentenbeiträge für eine neue Schärfe in der ohnehin angespannten Rentendebatte.
      ( Stand:20.Februar 2026)
      Die meisten Länder setzen auf positive Anreize für Eltern statt auf höhere Belastungen für
      Kinderlose.
      Frankreich gewährt z.B.zusätzliche Rentenpunkte für jedes Kind,während skandinavische Länder
      auf umfassende Familienförderung setzen.Diese Ansätze vermeiden die Stigmatisierung kinderloser
      Menschen und fördern gleichzeitig Familien.

      1. Also Sie kommen jetzt mit irgendwelchen Zitaten an, die im Rahmen dieses Artikels und den darunter befindlichen Kommentaren bisher überhaupt keine Bedeutung gehabt haben?

        Und ich hätte Ihnen gutwillig zugestehen müssen, dass es IRGEDNWO auf der Welt IRGEND etwas gegeben haben könnte, womit Ihre Texte IRGEND einen Sinn erlangt haben sollen? Was soll das?

        Im Artikel kommt das Wort »Kinder« genau einmal vor: in einem Zitat von Adenauer. Sie machten also ein völlig neues Fass auf. Und zwar ohne überhaupt Stellung zu beziehen sondern nur um herumzuschwurbeln und trübe im Nebel mit den Händen herumzuwedeln?

        Schade um die verlorene Zeit und den damit sinnlos vollgeschriebenen Platz.

        Aus!

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