»Auch wenn wir meinen, ›auf‹ der Erde zu leben, sollte uns bewusst sein, dass wir uns zugleich am Boden eines Ozeans aus Luft bewegen.«
Heinz Thieme (Ingenieur), 2005
Dieser Artikel ist Teil XVII der Kleinen linken Klimaserie in der MagMa.
[Mitteilung des Obersten kommunistischen Imaginationskomitees (OkI): Die Warnung zur letzten Folge gilt leider immer noch. Zusätzlich weisen wir darauf hin, dass Deindustrialisierung und Energiemangel des Westens Kriegsgefahren senken. Daher: Erst Vergesellschaftung des Großkapitals, dann Wieder- beziehungsweise Neuaufbau der Wirtschaft und wissenschaftliche Klimawissenschaften! Ende der Mitteilung.]
Die vorletzte Folge führte vor, wie übliche Lehrmaterialien der Meteorologie und Atmosphärenphysik erklären, wodurch die mittlere globale Lufttemperatur von etwa −18 °C in fünf Kilometern Höhe auf etwa 15 °C nahe der Erdoberfläche, das heißt um etwa 33 °C, steigt. Im Zentrum dieser Erklärungen stehen außer der Sonne
- das ideale Gasgesetz mit seinen Beziehungen zwischen Druck, Dichte und Temperatur
- Luft- und Wasserteilchen, die sich an der Erdoberfläche erwärmen und nach oben steigen (Konduktion, Verdunstung und Konvektion).
Um den 33 °C-Unterschied als Wirkung von Strahlungsprozessen ausgeben zu können, in denen Treibhausgase mit ihren speziellen Fähigkeiten zur Absorption von Photonen bestimmter Wellenlängen entscheidend werden, müssen die genannten Zusammenhänge mehr oder weniger beiseite gewischt werden. So entsteht ein Verursachungsleerraum, der sich mit Treibhausgasprozessen füllen lässt. Einen Versuch des Beiseitewischens, den Professor Ganteför unternahm, schilderte die letzte Folge. In der Regel kommen mediale und schulische Präsentationen des Treibhauseffekts aber gut ohne Beiseitewischen klar, da die meisten von uns die genannten Zusammenhänge nicht kennen oder sie erst nach einer beeindruckenden Klimaaufklärung kennenlernen, die unsere vegetativen Nervensysteme zu Ungunsten des Gasgesetzes formatierten.
Treibhausgaseffekterklärungsübersicht
Wie lässt sich der 33 °C-Unterschied als Effekt von Treibhausgasen erklären?
Folgende Erklärungsvarianten scheinen zur Zeit die populärsten zu sein:
- Gegenstrahlungserklärung
Der 33 °C-Unterschied entsteht dadurch, dass ein Teil der Abstrahlungen der Erdoberfläche durch Treibhausgase wieder in Richtung Erdoberfläche gestrahlt wird. - Bettdeckenerklärungen
Der 33 °C-Unterschied entsteht durch eine Verzögerung des Abtransports von Energie, den Treibhausgase verursachen.
Bettdeckenerklärungen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die mehr oder weniger oder gar nicht mit der Gegenstrahlungserklärung harmonieren.
Beide Erklärungsvarianten bestreiten die Gültigkeit des idealen Gasgesetzes, indem sie die Aussage beinhalten: Da im Wesentlichen spezielle Absorptionsfähigkeiten von Treibhausgasen den 33 °C-Unterschied bewirken, wäre es ohne Treibhausgase trotz der Unterschiede im Luftdruck usw. an der Erdoberfläche ungefähr so kalt wie in 5 km Höhe. Nach dem Gasgesetz besteht der 33 °C-Unterschied unabhängig von Treibhausgasprozessen. Im Anhang ist ein Rechenbeispiel.
Aufgrund der Bedeutung des idealen Gasgesetzes in den Naturwissenschaften1 wäre es wohl nicht übertrieben, Gegenstrahlungs- und Bettdeckenerklärungen als antiwissenschaftlich zu beurteilen. In einer selbsterklärt wissenschaftsfreundlichen Öffentlichkeit ist die Verbreitung solcher Erklärungen auf ein flutschendes Zusammenwirken von Propaganda, sozioökonomischer Macht und unselbständigem Denken angewiesen.
Eine dritte laienverständlich aufbereitete Erklärung dafür, weshalb zusätzliche Treibhausgase in der Atmosphäre die oberflächennahe Temperatur erhöhen, wird im deutschen Sprachraum weniger propagiert:
- Geometrieerklärung
Treibhausgase bewirken, dass die absorbierte Sonnenenergie das Erdsystem in größerer Höhe wieder verlässt als sie es ohne Treibhausgase täte. Dadurch verschiebt sich der vertikale Temperaturgradient der Troposphäre in Richtung höherer Temperaturen.2
Diese Erklärung braucht nicht unbedingt die Gültigkeit des Gasgesetzes zu bestreiten. Der 33 °C-Unterschied, das heißt der vertikale Temperaturgradient, mag wie auch immer entstehen, doch rückt er als Ganzes in Richtung höherer Temperaturen, wenn der Atmosphäre Treibhausgas-Moleküle hinzugefügt werden.
Vergleichsweise wären Bettdeckenerklärungen in sich widersprüchlich, würden sie aussagen: Nur die zusätzlichen menschengemachten Treibhausgas-Moleküle in der Troposphäre halten warm, alle anderen Treibhausgas-Moleküle in der Troposphäre nicht. Und die Gegenstrahlungserklärung könnte nicht widerspruchsfrei aussagen: Nur die zusätzlichen menschengemachten Treibhausgas-Moleküle in der Troposphäre strahlen zurück und wirken erwärmend, alle anderen Treibhausgas-Moleküle in der Troposphäre nicht.
Zur Unterscheidung von Erklärungen des natürlichen Treibhauseffekts beziehungsweise 33 °C-Unterschieds, die ohne spezielle Absorptionsfähigkeiten von Treibhausgasen auskommen, nenne ich den Effekt, auf den sich Gegenstrahlungs- und die Bettdeckenerklärungen beziehen: »Treibhausgaseffekt«.3
Diese Folge nimmt die Gegenstrahlungserklärung unter die Lupe, eine voraussichtlich nächste Folge Bettdeckenerklärungen.4
In Erklärungen des Treibhausgaseffekts werden statt der Zahlen −18 | 15 | 33 teilweise andere genannt, −19 und/oder 34 und/oder 32 und/oder 14. Soweit es um’s Grundsätzliche geht, stört es hoffentlich nicht, wenn ich wie viele andere das eindeutig hübscheste Tripel verwende.
Beispiele für Gegenstrahlungserklärungen
Vier Beispiele für die Erklärung des Treibhausgaseffekts durch Gegenstrahlung:
Schulunterlagen (Schweiz):
»Der natürliche Treibhauseffekt in der Atmosphäre bewirkt […] eine globale Jahresmitteltemperatur von ca. 15 °C. […] Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt läge die globale Jahresmitteltemperatur bei −18 °C.Wasserdampf und andere Treibhausgase (Kohlenstoffdioxid, Methan etc.) bewirken diesen natürlichen Treibhauseffekt […] Von der Sonne gelangt energiereiche, kurzwellige Strahlung in die Atmosphäre und auf die Erde […] Etwa die Hälfte der Strahlung erreicht […] die Erdoberfläche, da die Treibhausgase weitgehend durchlässig für kurzwellige Sonnenstrahlung sind. […] Der grössere Teil dieser kurzwelligen Strahlung wird von Wasser (Ozeane u.a.), Gesteinen, Böden, Grasflächen, Asphaltflächen etc. aufgenommen […], in langwellige Wärmestrahlung umgewandelt und wieder in die Atmosphäre abgegeben. Hier setzt der natürliche Treibhauseffekt ein: Treibhausgase in der Atmosphäre […] erschweren bzw. verhindern die Abstrahlung dieser Wärmestrahlung ins Weltall, indem sie einen Teil so absorbieren, streuen und emittieren, dass diese Wärmestrahlung wiederum auf die Erdoberfläche und in die erdnahen Luftschichten zurückfällt […] Aufgrund dieser langwelligen Gegenstrahlung erwärmen sich die Erdoberfläche und die untersten Luftschichten zusätzlich, was zur Erhöhung der Energiebilanz auf und über der Erdoberfläche führt.«5
Bundeszentrale für politische Bildung (Deutschland):
»Treibhausgase sind Spurengase in der Atmosphäre, die einen Teil der Wärmestrahlung der Erdoberfläche aufnehmen, sich erwärmen und entsprechend ihrer Temperatur wiederum Wärmestrahlung abgeben. Der zur Erdoberfläche gerichtete Anteil dieser Wärmestrahlung erwärmt als ›atmosphärische Gegenstrahlung‹ die Erdoberfläche, was zu einem Treibhauseffekt führt. Wäre die Erde ein Planet ohne Atmosphäre, hätte ihre Erdoberfläche eine lebensfeindliche Temperatur von durchschnittlich −18 °C. […] Während sie [die Atmosphäre] für die kurzwellige Sonneneinstrahlung weitgehend durchlässig ist, nimmt die Atmosphäre die von der Erdoberfläche abgestrahlte langwellige Strahlung (Wärmestrahlung) von Gasen wie Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Ozon (O3) in sich auf. Diese Gase strahlen ihrerseits im langwelligen Spektralbereich zurück in Richtung Erdoberfläche und erhöhen dort die Energiezufuhr. Dieser natürliche Treibhauseffekt führt zu einer mittleren Erdoberflächentemperatur von +15 °C.«6
Die GEZ-Tagesschau kommt ohne den Ausdruck »Gegenstrahlung« aus:
»Denkt man sich die Erdatmosphäre einmal gänzlich durchlässig für Infrarotstrahlung, so kann man eine Gleichgewichtstemperatur errechnen, bei welcher der Gewinn durch die Einstrahlung von der Sonne gerade gleich dem Verlust durch die Abstrahlung wäre. Diese Temperatur würde sich an der Erdoberfläche bei nur −18 °C einpendeln. In der Realität ist die Atmosphäre jedoch in der Lage, wegen ihres Anteils an sogenannten Klimagasen wie Kohlendioxid, Methan, Stickstoffdioxid und vor allem Wasserdampf, eine gewisse Menge der Wärmestrahlung aufzuhalten. Diese Gase absorbieren einen Teil der von der Erdoberfläche ausgesandten Strahlung und wandeln diese in Wärme um. Sie kommt zunächst der Atmosphäre selbst zugute. Da aber auch Gase Wärme abstrahlen, schicken sie über diesen Weg einen Teil davon wieder zurück in Richtung Erdboden (siehe Abbildung), der seinerseits einen Teil davon aufnimmt und sich dadurch erwärmt. […] Dadurch bleibt letztlich ein Stück der Energie im System gefangen, und es gelangt weniger Energie zurück ins Weltall. Würde die Erde aber, absolut gesehen, tatsächlich weniger Energie abgeben, als sie von der Sonne erhält, käme es zu einer Aufheizung. Dies geschieht nicht, besser gesagt, geschah über lange Zeit nicht. Es hat sich vielmehr ein Gleichgewichtszustand bei einer höheren Temperatur und damit größeren Infrarotstrahlungswerten eingestellt. Diese Temperatur ist gerade so hoch, dass wieder die oben genannten 70 % der einfallenden Strahlungsenergie den Planeten ins All verlassen. Damit liegt die globale Durchschnittstemperatur weitaus höher als −18 °C. Sie betrug vor Beginn der Industrialisierung etwa 13,7 °C.«7
Im Klimakoffer des vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz geförderten Projektes »Klimawandel: Verstehen und Handeln« der Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München heißt die Gegenstrahlung »Rückstrahlung«:
»[E]ine Lufthülle, welche die Wärmestrahlung der Erde zu 80 % absorbiert, [bewirkt] eine Rückstrahlung, die die Erde in unserem einfachen Strahlungsmodell um 34 °C erwärmt. Dieser Prozess ist der sogenannte Treibhauseffekt«.8
Strahlungshaushalt
Illustriert wird die Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts häufig mit mehr oder weniger oder nicht vereinfachten Grafiken wie der folgenden, die aus dem sechsten Sachstandsberichtsechstem IPCC-Sachstandsbericht 2021/2023, Seite 934 , stammt9:

IPCC-Gegenstrahlungsgrafik
(Grafiken zur Vergrößerung in neuem Browserfenster öffnen.)
Anhand dieser Grafik soll nun möglichst genau, um nicht zu sagen: korinthenkackerisch, ergründet werden, wie nach der Gegenstrahlungserklärung der Treibhausgaseffekt funktioniert.
Strahlungshaushaltszahlen
Die Zahlen in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik geben Watt pro Quadratmeter an: W/m2. Das ist ein Maß für die Energiemenge in Joule (J), die innerhalb einer Sekunde eine gedachte Fläche von 1 m² durchquert oder trifft oder verlässt, »Strahlungsflussdichte« oder »Leistungsflussdichte« oder noch anders genannt.10 Außer als elektromagnetische Wellen kann man sich, soweit keine unangenehmen Konsequenzen drohen, die Strahlungsflussdichte auch als sekündliches Hereinprasseln vieler Photonen vorzustellen versuchen, von denen jedes eine gewisse Energiemenge repräsentiert oder ist, die sich als »Wellenlänge« ausdrücken lässt.11
Ein Photon im Lieblingswellenlängenbereich von CO2 (15 µm) hat oder ist eine Energie von 1,3243026·10−20 J. Ein Photon, das in unser Auge trifft, wenn wir einen grünen Rasen sehen (etwa 0,55 µm) hat oder ist 27 Mal so viel Energie.12 (Seitdem ich das weiß, trage ich bei Parkspaziergängen immer Sonnenbrille, damit meine Augenkugeln nicht zu sehr erhitzt werden.)
Die Zahlen in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik sind als ungefähre Mittelwerte der gesamten Erde über mindestens ein Jahr gemeint, Tag- und Nachtseite zusammengenommen, Bewölkung und klarer Himmel, Jahreszeiten, Pole und Äquatorgegend usw. gemittelt.
Fähigkeiten zum kritischen Umgang mit Zahlenangaben sind ein Kernelement wissenschaftsorientierter Grundbildung. Wer das Glück hatte, in der Schule klimaaufgeklärt zu werden, wird daher sicherlich ungefähr mitbekommen haben, woher Strahlungshaushaltszahlen wie in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik so kommen, inwieweit es sich um Messwerte, um statistische Aufbereitungen von Messwerten und um … also … um … anderes handelt. Für alle anderen, mich eingeschlossen, habe ich dazu ein bisschen herumgewühlt.
Das Wissenschaftsteam, von dem die IPCC-Gegenstrahlungsgrafik stammt und das mit populärwissenschaftlichen Gegenstrahlungserklärungen nichts zu tun zu haben braucht, erklärt:
Die Zahlen wurden durch »eine Kombination von direkten Beobachtungen und Resultaten von Modellrechnungen des Coupled Model Intercomparison Project Phase 5 (CMIP5)« ermittelt.13
Das CMIP ist ein Set unterschiedlicher Klimamodelle.14 Inzwischen gibt es ein CMIP6 mit rund 65 Klimamodellen mehr.
Martin Wild, Leitautor im IPCC-Gegenstrahlungsgrafikteam und damaligen IPCC-Sachstandsberichtsteam, schrieb nach Einführung von CMIP6:
»Die Streuung hinsichtlich der Größenordnungen der Komponenten der globalen Energiebilanz zwischen den einzelnen CMIP6-Modellen ist nach wie vor unbefriedigend groß und liegt typischerweise in der Größenordnung von 10‑20 W/m2. Die erhebliche Streuung zwischen den Modellen von 18 W/m2 beim simulierten globalen mittleren latenten Wärmefluss an der Oberfläche weist zudem auf erhebliche Diskrepanzen nicht nur bei der Darstellung des globalen Energiekreislaufs, sondern auch des globalen Wasserkreislaufs in den CMIP6-Modellen hin. All diese Diskrepanzen haben sich im Allgemeinen von der vorherigen Modellgeneration CMIP5 zur neuesten Modellgeneration CMIP6 nicht verringert, und die Streuungen und Standardabweichungen zwischen den Modellen bleiben ähnlich. Somit gibt es keine eindeutigen Anzeichen für eine Konvergenz der Energiebilanzschätzungen der aktuellen Klimamodelle auf dem neuesten Stand der Technik«.15
Das wirkt vielleicht dramatischer als es ist. Grafiken zur globalen Energiebilanz wie die oben verbreitet das IPCC bereits seit Jahrzehnten, ohne dass die Werte gravierend geändert worden wären. Siehe die Kollektion im Anhang. Martin Wild erklärt:
»Zwar haben die verschiedenen Ansätze [zur Ermittlung des Energiehaushalts der Erde] zweifellos ihre jeweiligen Grenzen, doch ist die Übereinstimmung ihrer unabhängig voneinander gewonnenen Schätzungen bemerkenswert, selbst über Ozeanen, für die nur begrenzte Beobachtungsdaten vorliegen. Dies deutet darauf hin, dass wir uns einer Phase nähern, in der wir nicht nur hinsichtlich der Größenordnungen der Strahlungsbilanzen an der oberen Grenze der Atmosphäre (TOA [– top of the atmosphere]) sicher sind, sondern zunehmend auch an der Erdoberfläche, wenn man den globalen Durchschnitt oder den Durchschnitt von Land und Ozean betrachtet.«16
Ein wenig wird die Bemerkenswertigkeit einer wachsenden Übereinstimmung der CMIP-Modelle dadurch gemindert, dass Klimamodelle auch eine sozioökonomische und sozialemotionale Angelegenheit sind. Modellteams, deren Ergebnisse allzu sehr vom Modellmainstream abweichen, riskieren – je nach nationaler Klimapolitik mehr oder weniger – Ansehens- und Finanzierungsverluste. In Folge 14 fielen entsprechende Anpassungsbedürfnisse am Beispiel der Gleichgewichtsklimasensibilität und Wolkenbehandlung auf. Aber weiter mit Wild:
»Zu den verbleibenden Herausforderungen zählen die genaue Bestimmung von großmaßstäblichen Schätzungen der Oberflächenalbedo sowie die angemessene Berücksichtigung der Oberflächentemperaturen bei der Schätzung der nach oben gerichteten Wärmestrahlung der Oberfläche. Auch hinsichtlich der Größenordnung der Nichtstrahlungsflüsse der sensiblen und latenten Wärme sowie ihrer Verteilung auf Land und Ozeane bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten.«17
Unterhalb der fetten Zahlen in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik ist ein Intervall angegeben, innerhalb dessen die als tatsächlich angesehenen Werte der Energiehaushaltskomponenten höchstwahrscheinlich liegen, »Vertrauens-« oder auch »Konfidenzintervall« genannt. Bis auf die als ziemlich genau geltende 340 links oben im gelben Pfeil betragen alle Intervalle 3 W/m2 oder höher, was im Vergleich zu den Strahlungswerten der orangenen Pfeile eigentlich ziemlich gering ist. Besonders groß, also eigentlich ziemlich klein, sind mit 8 beziehungsweise 13 W/m2 die Unsicherheiten bei der sensiblen und latenten Wärme (»sensible heat« und »evaporation«).
Zum Vergleich: Laut sechstem IPCC-Sachstandsbericht 2021/2023, Seite 11, betrug der menschengemachte Treibhausgaseffekt in der Periode 1750 bis 2019: 2,72 W/m2. Davon stammen 0,79 W/m2 aus der Periode 2006 bis 2018.
Energieungleichgewicht an der oberen Grenze der Atmosphäre
Die 0,79 W/m2 des IPCC-Sachstandsberichts passen gut zum Energieungleichgewicht von 0,7 W/m2 in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik (»imbalance« links unten). Der Wert 0,7 W/m2 wurde bezogen auf die Periode 2000 bis 2005/2010 ermittelt. Nach einem Wissenschaftsartikel von 2025 nimmt »das beobachtete Energieungleichgewicht« seit Jahrzehnten zu und beträgt seit 2020 schon über 1,25 W/m2.18
Das Wort »beobachtete« (Englisch: »observed«) in dieser Aussage ist nicht allzu eng im Sinn von »messen« auszulegen. Aus Satellitenmessungen ergibt sich ein Energieungleichgewicht von mehreren W/m2. Jedoch finden die Zuständigen: so hoch kann das Ungleichgewicht nicht sein. Deshalb verändern sie die Messergebnisse so, dass das Ungleichgewicht eine glaubwürdige – sprich: von Klimamodellen angesagte (im Wissenschaftsartikel von 2025 für zu gering befundene) – Größenordnung bekommt. Dieses Vorgehen heißt »Kalibration«. Die Kalibration hat natürlich nichts mit wissenschaftlicher Unseriosität zu tun, sondern wurde von Anfang an offen dokumentiert:
»Die Präzision, die die modernste Generation von Strahlungsbilanzsatelliten erreicht, wird am planetarischen Energieungleichgewicht ersichtlich, das vom derzeit im Einsatz befindlichen CERES-Instrument (Clouds and the Earth’s Radiant Energy System) gemessen wird (Loeb et al., 2009); dieses ergibt ein gemessenes 5-Jahres-Mittel des Ungleichgewichts von 6,5 W/m2 (Loeb et al., 2009). Da dieses Ergebnis nicht plausibel ist, wurden Kalibrierungsfaktoren für die Instrumente eingeführt, um das Ungleichgewicht auf den von Klimamodellen vorgeschlagenen Wert von 0,85 W/m2 zu reduzieren (Loeb et al., 2009).«19
Bis zum sechsten IPCC-Sachstandsbericht hatte der Klimamodell-Durchschnitt seine Vorschläge von 0,85 auf 0,79 W/m2 reduziert und waren die Messinstrumente technisch besser geworden. Das bewährte Zirkelschlussverfahren der Anpassung von Messergebnissen an Klimamodelle wurde beibehalten, jedoch erhielt der Ausdruck »Klimamodell« eine vertrauenswürdigere Umschreibung:
»Der [fünfte IPCC-Sachstandsbericht] AR5 […] hob die Fortschritte hervor, die bei der Quantifizierung des Strahlungshaushalts an der oberen Grenze der Atmosphäre (TOA) erzielt wurden, nachdem zu Beginn des 21. Jahrhunderts neue Satellitenbeobachtungen verfügbar wurden (Clouds and the Earth’s Radiant Energy System, CERES; Solar Radiation and Climate Experiment, SORCE). […]Seit dem AR5 wurde die CERES Energy Balance EBAF Ed[ition] 4.0 veröffentlicht, die algorithmische Verbesserungen und über den gesamten Datensatz hinweg konsistente Eingabedatensätze umfasst (Loeb et al., 2018b). Die Gesamtgenauigkeit dieser Strahlungsflüsse (Unsicherheit im globalen mittleren TOA-Fluss von 1,7 % (1,7 W/m2) für reflektierte Sonnenstrahlung und 1,3 % (3,0 W/m2) für ausgehende Wärmestrahlung bei einem Konfidenzniveau von 90 %) reicht jedoch nicht aus, um das Energieungleichgewicht der Erde in absoluten Zahlen zu quantifizieren. Deshalb wurden die von CERES EBAF ermittelten reflektierten solaren und emittierten thermischen TOA-Flüsse im Rahmen der geschätzten Unsicherheiten angepasst, um sicherzustellen, dass der Netto-TOA-Fluss für den Zeitraum von Juli 2005 bis Juni 2015 mit dem geschätzten Energieungleichgewicht der Erde für denselben Zeitraum übereinstimmt, das auf Messungen des Ozeanwärmeinhalts (OHC) sowie auf Schätzungen der Energieaufnahme für Land, Kryosphäre und Atmosphäre basiert«.20
Die Veränderung des Energiegleichgewichts an der TOA wird »Strahlungsantrieb« genannt, englisch etwas martialischer »radiative forcing«, da mit ihr die Vorstellung verbunden ist, dass sie das System Erde/Atmosphäre zu Temperaturerhöhungen zwingt.21 Nach verbreiteter IPCC-wissenschaftlicher Meinung finden diese Erhöhungen zum allergrößten Teil in den Ozeanen statt.22
Praktischer- oder unpraktischerweise bringen Ozeane mit und ohne Menschen das schöne Energiegleichgewicht der Erde durcheinander, indem sie Sonnenenergie untergehen und nach hunderten von Jahren wieder auftauchen lassen.23 Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn Temperaturerhöhungen durch Treibhausgase nicht so einfach nachzumessen und durch Beobachtungen zu belegen sind.
Strahlungshaushaltsflüsse
Der gelbe Pfeil in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik zeigt: Auf das Gesamtsystem Erde treffen pro Sekunde und Quadratmeter im Mittel 340 Joule Sonnenenergie.
Von den 340 W/m2 der Sonne verduften durch Reflektion 100 W/m2 ungenutzt wieder ins Weltall beziehungsweise aus der Troposphäre.24 Das ist die Albedo der Erdoberfläche (25 W/m2) und der Atmosphäre, insbesondere die Albedo von Wolken (75 W/m2).
Die Atmosphäre absorbiert 80 W/m2 der eintreffenden Sonnenenergie. »Absorbiert« bedeutet: Diese Energie lässt ihr Strahlungs- beziehungsweise Photonendasein fallen und verwandelt sich in innere Energie (U) der Atmosphäre. Die innere Energie der Atmosphäre besteht aus:
- Bewegungsenergie (kinetische Energie) der Luftteilchen
- potenzielle Energie der Luftteilchen (eine schwierig vorzustellende Energie der Lage, aus der potenziell kinetische Energie wird, insbesondere beim Herunterplumsen)
- latente Energie von Wasser-Molekülen im Gaszustand, die frei wird, wenn der Wasserdampf kondensiert (Verdampfungsenthalpie)
- und vielem anderen.25
Außer Temperaturerhöhungen entsteht im Effekt der Absorption der Sonnenenergie neue Strahlung mit frischen Photonen, »Wärmestrahlung« genannt.
Die laut IPCC-Gegenstrahlungsgrafik nach Abzug der Albedo von 100 W/m2 und der Atmosphärenabsorption von 80 W/m2 übrig bleibende Sonnenenergie beträgt 340 − 100 − 80 = 160 W/m2 und wird von der Erdoberfläche absorbiert.26 Diese Energie verwandelt sich in innere Energie der Stoffe, aus denen Land und Wasser und Lebewesen bestehen und in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften mehr oder weniger deren Temperaturen erhöht. Auch hier entsteht im Effekt der Absorption neue Strahlung mit frischen Photonen, »Wärmestrahlung« genannt.
Von den oberflächen-absorbierten 160 W/m2 entfalten 82 + 21 = 103 W/m2 Aktivitäten, die zu den meteorologischen Erklärungen der vorletzten Folge zu passen scheinen: In Folge der erwärmten Erdoberfläche verdunstet Wasser und verringert sich die Dichte von Luftpaketen, so dass Energie nach oben transportiert wird und unten kältere Luft nachströmt.
Die Grafik zeigt nicht, ob die 82 + 21 = 103 W/m2 der Verdunstung und Konvektion Richtung Weltall verduften oder nicht. Täten sie es nicht, würde die Erde mit jeder Sekunde einen Energiebetrag von 103 W/m2 hinzu bekommen und nach kurzer Zeit vor lauter Energie aus den Nähten platzen. Deshalb vermute ich vorläufig, dass hinzukommende 103 W/m2 letztlich als Teil der 239 W/m2 im orangenen Pfeil Richtung Weltall verduften, obschon potenzielle Energie beim Abstieg von Luftteilchen und latente Energie beim Regnen und Vollnebeln innerhalb des Erdsystems freigesetzt wird. Auch die hinzukommenden atmosphären-absorbierten 80 W/m2 verduften wohl als Teil der 239 W/m2 Richtung Weltall.
Die Richtung Weltall abgestrahlten 239 W/m2 werden als »OLR« bezeichnet (outgoing longwave radiation – ausgehende langwellige Strahlung).
Von den oberflächen-absorbierten 160 W/m2 der Sonne bleiben laut Grafik nach Wasserverdunstung und Konvektion 160 − 103 = 57 W/m2 Sonnenenergie zur Spezialbehandlung durch Treibhausgase übrig. Ein Teil davon entweicht durch’s atmosphärische Fenster (»atmospheric window« ) direkt ins Weltall. Das Fenster ist für Strahlungswellenlängen 27 zwischen etwa 8 und 14 µm geöffnet, kann aber durch Wolken verhangen sein, die Strahlung dieser Wellenlängen absorbieren.28
Gegenstrahlung
Im linken orangenen Pfeil der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik strahlt die Erdoberfläche 398 W/m2 ab und nicht bloß die 57 W/m2, die von der Sonne hereinkommen und nach Wasserverdunstung und Konvektion übrig bleiben. Woher kommen die 398 − 57 = 341 W/m2 zusätzliche Energie?
Sie kommen aus dem orangenen Pfeil ganz rechts in der Grafik. Der Pfeil sagt: Treibhausgase strahlen eine Energie von 342 W/m2 nach unten ab. Diese Strahlung wird »Gegenstrahlung« genannt, manchmal »Rückstrahlung«; in erklärungsneutralen Zusammenhängen heißen sie oft »DLR« (downward longwave radiation). Die Unpässlichkeit von 342 − 341 = 1 W/m2 entspricht dem gerundeten Strahlungsantrieb von 0,7 W/m2.
Damit die Gegenstrahlung funktioniert wie sie es nach der Gegenstrahlungserklärung soll, ist es wichtig, dass sie mit 342 W/m2 mehr als halb so viel beträgt wie die Oberflächenabstrahlung von 342 + 57 ≈ 398 W/m2. Würde die Gegenstrahlung nur halb so viel wie die Oberflächenabstrahlung betragen, 398/2 = 199 W/m2, hätte das einen unangenehmen Ketteneffekt zur Folge. Die Oberflächenabstrahlung würde in der nächsten Sekunde auf 199 + 57 = 256 W/m2 sinken und dadurch die Gegenstrahlung auf 256/2 = 128 W/m2 und immer so weiter, bis keine Gegenstrahlung mehr übrig bliebe und die Oberflächenabstrahlung das betrüge, was nach Wasserverdunstung und Konvektion übrig bleibt: 57 W/m2. In diesem Fall wären Treibhausgase Teil eines Erdoberflächenkühlsystems, indem sie 57 W/m2 nach oben transportieren.
Nimmt man den Unterschied zwischen dem von der Sonne gelieferten Strahlungsflussdichtebetrag (340 W/m2) und dem Richtung Weltall abgestrahltem Strahlungsflussdichtebetrag (100 + 239 = 339 W/m2) als Kriterium dafür, ob eine globale Erwärmung stattfindet oder nicht, bedeutet der positive Wert 0,7 W/m2 beziehungsweise gerundet 1 W/m2: es findet eine globale Erwärmung statt. Nimmt man die in der Grafik angegebenen Vertrauensintervalle ernst, sagt die Grafik umgangssprachlich: fast sicher findet eine globale Erwärmung oder eine globale Abkühlung oder keins von beidem statt. Denn im Rahmen dieser Vertrauensintervalle können die Berechnungen des Unterschieds zwischen eintreffendem und ausgehendem Strahlungsflussdichtebetrag auch negative Werte ergeben.29 Aber das nur nebenbei …
Der Hamburger Bildungsserver – »Die zentrale Plattform für Lehrende und Lernende in Hamburg« der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung – erklärt die gegenstrahlerische Hauptsache:
»Das […] erwärmte System Erde-Atmosphäre gibt die aufgenommene Energie […] im langwelligen Infrarotbereich als Wärmestrahlung wieder ab. Die aufgewärmte Erdoberfläche emittiert langwellige Strahlung in die Atmosphäre. Diese Strahlung geht zu einem kleinen Teil (ca. 14 %) durch das sog. atmosphärische Fenster (atmospheric window) direkt an den Weltraum verloren. Der größere Teil wird von Treibhausgasen und Wolken absorbiert und als Wärmestrahlung nach allen Seiten emittiert, u.a. als sog. atmosphärische Gegenstrahlung mit 342 W/m2 Richtung Erdoberfläche. Auf diese Weise bleibt ein erheblicher Teil der langwelligen, von der Erdoberfläche ausgehenden Wärmestrahlung im Klimasystem der Erde.In der Summe erhält die Erdoberfläche eine Strahlung von 502 W/m2, von der Sonne 160 W/m2 und von der Atmosphäre 342 W/m2. Davon gibt sie 398 W/m2 an die Atmosphäre wieder ab. Damit würde die Erdoberfläche jedoch 104 W/m2 mehr Energie erhalten als sie abgibt und sich stetig erwärmen. Das wird durch zwei Prozesse verhindert. Über Verdunstung und Kondensation verliert die Erdoberfläche 82 W/m2 als sog. latente Wärme und über das Aufsteigen warmer Luftmassen 21 W/m2 als sensible Wärme.«30 (82+21 ergeben 103, nicht 104. Das ist wieder der Strahlungsantrieb.)
Anders gesagt, setzt sich die Abstrahlung der Erdoberfläche im Wert von 398 W/m2 aus den 342 W/m2 der Gegenstrahlung und den 57 W/m2 der oberflächen-absorbierten Sonnenenergie zusammen, die nach Wasserverdunstung und Konvektion zur Treibhausgasspezialbehandlung übrig bleiben: 342 + 57 = 399. Menschengemachte Treibhausgase haben den Wert, der eigentlich 398 sein sollte, um 1 erhöht.
Der Unterschied zwischen 398 W/m2 und den von der Oberfläche nach Absorption der Sonnenenergie Richtung Weltall abgestrahlten 239 W/m2 beträgt 159 W/m2. Diesen Unterschied nennt das IPCC »Treibhauseffekt« (mit dem Formelbuchstaben G für »greenhouse effect«).31
Ohne menschengemachte Treibhausgase sollte der Treibhausgaseffekt bloß rund 158 W/m2 betragen. Die Gegenstrahlung betrüge dann nur 341 W/m2 und die Abstrahlung Richtung Weltall erhöhte sich auf 240 W/m2, mit 341 + 57 = 398 und 398 − 240 = 158.
In der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik wird nicht klar, ob die gesamte Gegenstrahlung nahe der Erdoberfläche temperaturerhöhend wirkt oder nur ein Teil von ihr. Jedenfalls sorgt die Gegenstrahlung nach der Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts für eine Temperaturerhöhung von etwa −18 auf oberflächennah etwa 15 °C. Dabei entsprechen die −18 °C der eintreffenden Sonnenenergie 340 W/m2 abzüglich der Albedo 100 W/m2, das heißt den oberflächen- und atmosphären-absorbierten 340 − 100 = 160 + 80 = 240 W/m2. Die 15 °C entsprechen mehr oder weniger den von der Oberfläche abgestrahlten 398 W/m2.
Diskussion der Gegenstrahlungserklärung
Diskussionen der Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts werden, ähnlich wie beim »Treibhauseffekt«, durch zwei mögliche Umgangsweisen mit dem Ausdruck »Gegenstrahlung« verwirrt:
- Gegenstrahlungserklärungsungläubige können sagen: »Gegenstrahlung gibt es und ist messbar, aber sie bewirkt nicht eine zusätzliche Erwärmung«. In diesem Fall wird der Ausdruck »Gegenstrahlung« als Bezeichnung verstanden, die man zum Beispiel unter den Begriff »DLR« oder »abwärts gerichtete langwellige Strahlung« fassen kann.
- Gegenstrahlungserklärungsungläubige können sagen: »Gegenstrahlung gibt es nicht«. In diesem Fall könnten sie den Ausdruck »Gegenstrahlung« nicht bloß als »abwärts gerichtete langwellige Strahlung« verstehen, sondern als Kurzbeschreibung eines Phänomens der zusätzlichen Erwärmung durch die von der Erdoberfläche abgestrahlte und in der Atmosphäre absorbierte und hier re-emittierte Strahlung, das ihrer Meinung nach fiktiv ist. Ob die betreffenden Ungläubigen meinen, es gebe keine messbare abwärts gerichtete langwellige Strahlung, wird damit nicht klargestellt.
Ein Elefant im Porzellanladen der Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts, auf dem Rüssel ein Tattoo »Klimaleugner«, wählt die erste Umgangsmöglichkeit und gibt Folgendes zu bedenken:
Nach der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik strahlt die Erdoberfläche 398 W/m2 ab, obschon sie von der Sonne bloß 160 W/m2 bekommt, von denen zudem nach Wasserverdunstung und Konvektion bloß 57 W/m2 übrig bleiben. Woher nimmt die Gegenstrahlung außer von der Sonne und vielleicht auch von den atmosphären-absorbierten 80 W/m2 die zusätzliche Energie, die einen Energiefluss von mehr als 80 + 57 = 137 W/m2 oder auch mehr als 80/2 + 57 = 97 W/m2 oder auch von mehr als 80 + 160 = 240 W/m2 ermöglicht, wenn es außer der Sonne keine nennenswerte Energiequelle gibt?32
Bevor der Elefant nicht wirklich aus dem Porzellanladen geworfen wird, möchte ich den Spuren einer Maus folgen, die der Gegenstrahlungserklärung aus dem Gebiet der Erstsemester-Meteorologie zugelaufen ist. Dabei wird auch etwas begreiflicher, wie diese schrecklichen W/m2 der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik mit Temperatur und Wärme zusammenhängen.
Meteorologische Energieberechnungen
Die IPCC-Gegenstrahlungsgrafik erlaubt einem Betrag von 82 + 21 = 103 W/m2, Verdunstung und Konvektion zu betreiben, was zu den meteorologischen Erklärungen der vorletzten Folge zu passen scheint. Verdunstung und Konvektion bedeuten: Luft- und Wasserteilchen entnehmen ihrer unmittelbaren Umgebung Energie, die dann nicht mehr für deren Herumstrahlerei zur Verfügung steht, und transportieren diese Energie nach oben. Je nachdem verschwindet diese Energie ins Weltall oder erwärmt höher liegende Atmosphärenschichten.
Seltsamerweise lassen Verdunstung und Konvektion von der oberflächen-absorbierten Sonneneinstrahlung, 160 W/m2, einen Betrag von 57 W/m2 rechts (bei den unpolitischen orangenen Pfeilen) liegen.
Die Meteorologie-Maus fragt: Sollten diese 57 W/m2 nicht genausogut wie die 103 W/m2 Verdunstung und Konvektion antreiben und als »latente« und »fühlbare Wärme« in die Höhe getragen werden?
Falls es für den Extrakäse der 57 W/m2 eine physikalische Ursache gibt, kann sie nur darin liegen, dass die 57 W/m2 physikalisch irgendwie anders sind als die 103 W/m2. Denn Konvektion und Verdunstung hätten sonst keinen Anlass, die 57 W/m2 anders zu behandeln als die 103 W/m2. Die Meere, solange sie rund 70 % der Erdoberfläche bilden, setzen dem verdunstbaren Wasser praktisch keine Obergrenze und die Konvektion der Luft lässt sich erfahrungsgemäß von Heizungen, Herdplatten und brennenden Teebeuteln auf Trab bringen, ohne auf ein Tempolimit zu bestehen.
Liegen die 57 W/m2 vielleicht in Wellenlängenbereichen, in denen sie durch’s atmosphärische Fenster verduften, bevor Verdunstung und Konvektion sie erwischen können? Wäre das so gemeint, würde die in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik angelegte Rechnung 342 + 57 = 398 + 1 W/m2 nicht stimmen.
In Folge 15 kam ein Aspekt aus üblichen Meteorologie-Lehrbüchern vor, der bei der Lösung des Rätsels der 57 W/m2 helfen könnte:

Meteorologie-Diagramm
Energieflussdichten an der Erdoberfläche – links: tagsüber, rechts: nachts.
Die Kästchenhöhen deuten grob »typische« Energieverteilungen über Land an.33
Die 57 W/m2 könnten dem nächtlichen pinken RN-Kästchen entspringen. Die Energie dieser Strahlung stammt von der tagsüber scheinenden Sonne und wurde in der Erdoberfläche oder auch von Objekten auf ihr zwischengespeichert. So gesehen könnte die Trennung der 103 W/m2 von den 57 W/m2 in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik zu realweltlichen physikalischen Trennungen passen. Dumm ist nur, dass das nächtliche RN-Kästchen kühlend wirkt.
Meteorologischen Lehrmaterialien zufolge hängen die RN-Kästchen im Meteorologie-Diagramm mit den anderen Kästchen im Prinzip wie folgt zusammen:
RN = HS + HL + HG Energiebilanzgleichung der idealisierten Erdoberfläche 34
RN ist die Nettostrahlungsflussdichte nahe der Erdoberfläche in W/m2. Beträgt RN Null, bedeutet das: die Temperatur an der Erdoberfläche bleibt gleich. Ein negatives RN bedeutet nach einer Konvention Kühlung, ein positives Erwärmung.
HS, HL und HG repräsentieren Wärmeströme beziehungsweise, soweit quadratmeterbezogen, Wärmestromdichten. Wärmeströme sind etwas, das zwischen Bereichen unterschiedlicher Temperatur passiert.
Temperatur lässt sich als Maß dafür verstehen, wie schnell Atome und Moleküle durchschnittlich hin- und herjiggeln beziehungsweise in Gasen durch die Gegend fliegen.35
Zwei physikalisch ansonsten gleiche Bereiche haben unterschiedliche Temperaturen, wenn die Atome und/oder Moleküle, aus denen sie bestehen, durchschnittlich unterschiedlich schnell herumjiggeln beziehungsweise -fliegen. Stehen Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen in Kontakt miteinander, kann es zu einer Umverteilung von Jiggel/Flug-Geschwindigkeiten kommen, bei der die durchschnittlichen Geschwindigkeiten im einen Bereich zunehmen und im anderen abnehmen. Diese Umverteilung wird »Wärmestrom« oder auch »Wärmefluss« genannt. Sie erfolgt insgesamt gesehen immer vom Bereich der höheren durchschnittlichen Jiggel/Flug-Geschwindigkeiten ausgehend in Richtung des Bereichs der niedrigeren durchschnittlichen Jiggel/Flug-Geschwindigkeiten. Diese Einseitigkeit der Richtung hängt mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und mit Entropie zusammen, worauf die böse Seite der Klimadebatte ziemlich herumreitet, so dass ich dem mal lieber nicht nachgehe.
Die Umverteilung von Jiggel/Flug-Geschwindigkeiten kann ihrerseits ein Ausmaß haben. Bei einem hohen Temperaturunterschied erfolgt die Umverteilung pro Zeiteinheit im größeren Ausmaß als bei einem geringen Temperaturunterschied – wie bei einer umgestoßenen Kaffeetasse, deren Inhalt aufgrund kleinerer oder größerer Höhenunterschiede gemächlich über die Tastatur läuft, doch rasant über die Tischkante auf den um’s EU- und US-Sanktionsregime herumgeschummelten Perserteppich plattert. Pro Sekunde und Flächeneinheit werden im ersten Wärmestrom-Fall gewissermaßen höhere Jiggel/Flug-Geschwindigkeitsmengen umverteilt als im zweiten. In diesem Zusammenhang lassen sich HS, HL und HG wie die Nettostrahlungsflussdichte RN als sekündlich transferierte Energiemengen pro Quadratmeter in W/m2 angeben.36
Nach unten zur Erdoberfläche gerichtete Wärmeströme rechnen Meteorologiemenschen nach einer Konvention als positive Werte an (Einkommen) und nach oben gen Himmel gerichtete als negative (Ausgaben).37
HS ist der Wärmestrom, der sich aufgrund von Temperaturunterschieden zwischen Erdoberfläche und darüber liegender Luft ergibt (»sensible Wärme« oder auch »fühlbare Wärme«). HL ist der Wärmestrom, der sich nicht unmittelbar als Temperaturveränderung messen lässt, da er in die Phasenübergänge des Wassers fließt und irgendwann später woanders aus ihnen herauskommt (»latente Wärme« bei Verdunstung und »fühlbare Wärme« bei Kondensation). HG heißt »Bodenwärmestrom« und betrifft Temperaturveränderungen im Boden oder auch in Meeren, Flüssen usw.
Die Energiebilanzgleichung der idealisierten Erdoberfläche bezieht sich auf eine idealisierte Erdoberfläche. Damit ist eine Oberfläche gemeint, die »relativ glatt, horizontal, homogen, ausgedehnt und strahlungsundurchlässig« ist.38 So eine Eigenschaftskombination hat die uneben-zottelig-schäumende Erde selten zu bieten. Deshalb wird die Energiebilanzgleichung für praktische Anwendungen erweitert. Etwa so:
RN = HS + HL + HG + Hx Energiebilanzgleichung der weniger idealisierten Erdoberfläche
Hx lässt sich grob als Wärmestrom verstehen, der zusammenfasst, was nicht in HS, HL und HG auftaucht. Er betrifft z.B. Wärmespeicherungen in Objekten oberhalb der Erdoberfläche wie Bäume und Häuser oder auch Einflüsse durch horizontale Luft- oder Wasserströmungen oder auch Speichervorgänge, bei denen Energie auf längere Zeit, etwa in tieferen Bodenschichten oder Meeresströmungen, verschwindet, ohne während des Beobachtungszeitraums als HS, HL und HG wieder aufzutauchen.39

Kästchensummen
Bei idealisierter Erdoberfläche sollten die RN-Kästchenhöhen des Meteorologie-Diagramms den addierten und subtrahierten Höhen der Kästchen HS, HL und HG entsprechen. Das tun sie im Beispiel »typischer« Energieverteilungen über Land des Meteorologie-Diagramms weder tagsüber noch nachts. Über Tag und Nacht zusammen gesehen bleibt ein ganz kleiner Rest zu wenig abtransportierter Energie. Dazu könnte man sich vorstellen: es ist Frühling und die untersuchte Gegend wird insgesamt wärmer.
Ungefähre realweltliche Werte der Energiebilanzgleichung der Erdoberfläche sind zum Beispiel für ein bayerisches Waldgebiet, mit HG + Hx zur Berücksichtigung der Wärmeströme des Waldes als eine Zahl zusammengefasst:
610 = 320 + 240 + 50 W/m2 um 12 Uhr mittags
−20 = (−15) + 0 + (−5) W/m2 um Mitternacht40
Zwar ist das bloß ein Beispiel, doch deutet der Durchschnitt (610+(−20))/2 = 295 W/m2 darauf hin, dass durchaus mehr als bloß die absorbierte Sonneneinstrahlung von 160 W/m2 im Spiel sein könnte.
Die Meteorologie-Maus fragt: Gäbe es separate Strahlungsflussposten wie 57 W/m2, die nicht als HS, HL, HG oder HX verwurschtelt werden, wie könnte dann die Energiebilanzgleichung aufgehen? Darauf fällt mir keine Antwort ein.
Zusammenhang zwischen Strahlung und Wärmeströmen
In der Energiebilanzgleichung RN = HS + HL + HG + Hx steht links vom Gleichheitszeichen ein Term, der mit Strahlung zu tun hat: der Nettostrahlungsfluss RN. Rechts vom Gleichheitszeichen stehen Terme, die von Phänomenen wie Masse, Wärmeleitfähigkeiten, Wärmekapazitäten, Luft- und Wasserströmungen usw. bestimmt sind – durchweg Dinge, die Bescheidwissende erklären und ermitteln, ohne wellenlängenspezifische Photonenfangfähigkeiten von Treibhausgasen zu beachten.
Trotzdem hängen die Terme rechts vom Gleichheitszeichen mit RN physikalisch zusammen, da alle Materie mit einer Temperatur höher als absolut Null Strahlung emittiert – sagen Leute bei der NASA:
»Elektromagnetische Strahlung wird immer dann erzeugt, wenn elektrische Ladungen beschleunigt werden, das heißt wenn sie entweder die Geschwindigkeit oder die Richtung ihrer Bewegung ändern. In einem heißen Objekt vibrieren die Moleküle ständig (bei einem Festkörper) oder stoßen aneinander (bei einer Flüssigkeit oder einem Gas), so dass sie sich gegenseitig in verschiedene Richtungen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fortbewegen. Jeder dieser Zusammenstöße erzeugt elektromagnetische Strahlung mit Frequenzen im gesamten elektromagnetischen Spektrum.«41
… und viele andere:
»Wärmestrahlung entsteht, wenn durch die Bewegung von Ladungsträgern im Material (Elektronen und Protonen in den gängigen Aggregatzuständen) Wärme in elektromagnetische Strahlung umgewandelt wird.«42
Objekte können aus unterschiedlichen Gründen strahlen. Zum Beispiel strahlen viele Gräser Photonen in Wellenlängenbereichen ab, die Menschen als »Grün« empfinden. Das gilt nicht als Wärmestrahlung, sondern als unabsorbiert reflektierte Strahlung. Als »Wärmestrahlung« wird nur die Strahlung bezeichnet, die Objekte in Folge des Herumjiggelns und -fliegens ihrer Bestandteile abgeben.
Je höher die Temperatur eines Objekts ist, desto mehr Wärmestrahlung emittiert es (wenn nicht gerade Energie in Phasenwechsel fließt wie unter bestimmten Bedingungen beim Wasser). Sind die Temperaturen nicht allzu hoch, liegen die Wellenlängen der Wärmestrahlung vor allem im langwelligen Bereich, häufig als »Infrarotstrahlung« (IR-Strahlung) bezeichnet; Photonen mit kurzen Wellenlängen kommen selten vor. Sind die Temperaturen hoch wie bei der Sonne oder einem heißen Eisen, liegen die Wellenlängen der Wärmestrahlung vermehrt im kurzwelligen Bereich, so dass menschliche Augen drauf ansprechen.
Über Wärmestrahlung hatte im Jahr 1906 ein Großmeister der Physik, Max Planck, Folgendes zu sagen:
»Der Akt der Entstehung eines Wärmestrahles wird allgemein als ›Emission‹ bezeichnet. Nach dem Prinzip der Erhaltung der Energie erfolgt die Emission stets auf Kosten von anderweitiger Energie (Körperwärme, chemische Energie, elektrische Energie) und daraus geht hervor, dass nur substanzielle Partikel Wärmestrahlen emittieren können«.43
Hinsichtlich der hier betrachteten grob-grundsätzlichen Funktionsweise des Treibhausgaseffekts dürfen »chemische Energie« und »elektrische Energie« wohl ignoriert werden.44 Hauptsächlich ist die »Körperwärme« wichtig, wobei mit »Körper« Objekte gemeint sind, die aus »substanziellen Partikeln«, Teilchen mit Massen größer als Null, bestehen. Dazu gehören Gaskonglomerate wie die Atmosphäre. Plancks »Körperwärme« lässt sich in diesem Rahmen als »innere Energie« (U) der Atmosphäre verstehen.
Übersetze ich die letzten Zitate in eine durch physikalisches Halbwissen verhunzte Alltagssprache, kommt heraus: Objekte können nicht anders als Wärmestrahlung abgeben, sobald ihre Teilchen herumjiggeln beziehungsweise -fliegen. Das tun Teilchen bei einer »Körperwärme« über absolut Null immer. Indem Objekte Wärmestrahlung abgeben, werden sie kälter, denn durch ihre Strahlerei verlieren sie Energie zum Herumjiggeln und -fliegen. Eine gleich bleibende Temperatur können Objekte demnach nur ausbilden, indem sie entweder überhaupt keine Wärmestrahlung abgeben oder indem sie neue Energie von auswärts erhalten.
Befindet sich ein Objekt in einer konvektions- und verdunstungslosen Umwelt, die dieselbe Temperatur wie das Objekt hat, bedeutet das: zur Aufrechterhaltung einer gleich bleibenden Temperatur emittiert das Objekt Wärmestrahlung im selben Ausmaß, in dem es Strahlung welcher Art auch immer aus der Umwelt aufnimmt, so dass man den Eindruck hat, temperaturmäßig würde nichts passieren. Tatsächlich wird die gleich bleibende Temperatur durch ständige Strahlungsaktivitäten hin und her in jedem Moment erneut erzeugt.
Befindet sich ein Objekt in einer Umwelt, die dieselbe Temperatur wie das Objekt hat und in der Konvektions- und Verdunstungsprozesse ablaufen, so emittiert das Objekt zur Aufrechterhaltung einer gleich bleibenden Temperatur Wärmestrahlung nicht unbedingt im selben Ausmaß, in dem es Strahlung aus der Umwelt aufnimmt. Das Objekt kann Energie auch auf andere Weise, nämlich durch Konvektions- und Verdunstungsprozesse, loswerden (empfangen) und daher mit einer Wärmestrahlung geringeren (höheren) Ausmaßes als der von auswärts absorbierten eine gleich bleibende Temperatur erreichen.
Zur Unterscheidung zwischen Strahlung und Wärme/Temperatur ist ein weiterer Wissenschaftsgroßmeister hilfreich: der Meteorologe David Brunt, der in Folge 15 vorkam. Brunt teilte die Energie, die er als »meteorologisch wichtig« einschätzte, in vier Klassen ein:
»(1) Kinetische Energie [Bewegungsenergie] der allgemeinen Zirkulation sowie der Strömungen in Tiefdruckgebieten und Antizyklonen [Hochdruckgebieten].(2) Turbulente Energie oder die mit den Eddies der Hauptströmungen [wirbelförmige Strömungen der Atmosphäre und Ozeane] verbundene Energie.
(3) Potentielle Energie (Gravitationsenergie) [Energie der Höhenlage, die beim Herunterfallen zu kinetischer Energie wird].
(4) Thermische Energie [kinetische Energie der Teilchen von Objekten, die sich als Temperaturänderung äußert].«45
Dazu erklärte Brunt:
»Es wird darauf hingewiesen, dass in der obigen Klassifizierung die Strahlungsenergie nicht enthalten ist. Meteorologisch gesehen ist diese Energie unwirksam, bis sie von der Atmosphäre absorbiert wird, was sich in einer Änderung der Positionen 3 und 4 der Klassifizierung zeigt.«46
Die Vorstellung von Strahlung als meteorologisch eigenständig wirksame Größe, der Brunt hier entgegentritt und die sich in der Gegenstrahlungserklärung ausdrückt, entspricht – auf der Ebene einer vorherrschen Versändnisstruktur wohl nicht zufällig – dem eigenständigen Wirken fiktiven Kapitals in kapitalistischen Wirtschaftssystemen. Aktienkapital, heißt es bei Marx, »existiert nicht doppelt, einmal als Kapitalwert der Eigentumstitel, der Aktien, und das andre Mal als das in jenen Unternehmungen wirklich angelegte oder anzulegende Kapital« – »wie wenn der Ladungsschein [für ein Frachtschiff oder einen LKW] einen Wert erhielte neben der Ladung«.47 Trotzdem hat fiktives Kapital mit seinen eigenständigen Funktionsmechanismen handfeste Wirkungen auf unser Leben, über fünf Ecken zum Beispiel in Form von Mieterhöhungen, an denen natürlich kein gieriges Vermieterinnengesocks schuld ist, sondern eigentumslose Eingewanderte. Demgegenüber hat Strahlung erst handfeste Wirkungen, nachdem sie absorbiert wurde, also nicht mehr ist.
Bis hierher kann man sich physikalisch etwa Folgendes vorzustellen versuchen: RN ist ein Messwert, der heraus käme, könnte man die Wärmestrahlungen messen, die im Zusammenhang mit den Wärmeströmen HS, HL und HG und ggf. Hx entstehen, und würde man die Messergebnisse subtrahieren (bei Aufwärtsrichtung) beziehungsweise aufaddieren (bei Abwärtsrichtung).48 Die gemessenen Beträge entprächen einer Energie, die den gemessenen Objekten verloren ging und meteorologisch unwirksam in Form unabsorbierter Photonen mit Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend saust.
Die Meteorologie-Maus fragt: Tauchen in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik Beträge meteorologisch unwirksamer Strahlungsflüsse auf? Und: Sollte die Gegenstrahlung der Gegend, aus der sie stammt, nicht Energie entziehen, so dass sie insgesamt keine zusätzliche Erwärmung verursachen kann?
Meteorologische Strahlungsbilanzgleichung der Erdoberfläche
RN ist nicht einfach nur das, was heraus käme, könnte man die Wärmestrahlungen messen, die im Zusammenhang mit den Wärmeströmen HS, HL und HG ung ggf. Hx entstehen.
Ein Meteorologie-Lehrbuch erklärt zur Energiebilanzgleichung:
Die Gleichung »beschreibt, wie die Nettostrahlung an der Oberfläche [RN] durch eine Kombination aus den sensiblen und latenten Wärmeflüssen an die Luft [HS + HL] und dem Wärmefluss an das Medium unterhalb der Oberfläche [HG] ausgeglichen werden muss.«49
So auch ein anderes Meteorologie-Lehrbuch mit anderer Notationsweise der beteiligten Komponenten – in eckigen Klammern sind die hier benutzten Notationen hinzugefügt:
»Tagsüber beträgt der Nettofluss der Strahlungswärme zur Oberfläche –F* [RN], der durch drei von der Oberfläche ausgehende Flüsse ausgeglichen wird. Diese sind: turbulenter Transport von fühlbarer Wärme in die Luft (Wärmefluss FH […]) [HS], turbulenter Transport von latenter Wärme in die Luft (Wärmefluss FE in Verbindung mit der Verdunstung von der Oberfläche) [HL] und molekularer Leitungsfluss vom Boden FG [HG]. Nachts kehren sich die Richtungen (Vorzeichen) der Flüsse um.«50
RN hat demnach eine eigenständige Bestimmung, zu der die Wärmeströme passen müssen. Ohne eine eigenständige Bestimmung wäre auch kein Kriterium zur Konstruktion von Hx auszumachen.
Laut Begleittexten zu Energieflussdarstellungen nach Art des Meteorologie-Diagramms oben fasst RN mehrere Strahlungen zusammen: die als kurzwellig angesehene Sonnenstrahlung, die nach unten gerichtete langwellige Gegenstrahlung der Atmosphäre und die nach oben gerichtete langwellige Abstrahlung der Erdoberfläche.51 Als Formel:
RN = S↓ – S↑ + L↓ – L↑ Strahlungsbilanzgleichung der Erdoberfläche
S↓ ist die auf die Erdoberfläche treffende Sonnenstrahlung, S↑ hauptsächlich die Albedo der Erdoberfläche, L↓ die Gegenstrahlung der Atmosphäre und L↑ die von der Erdoberfläche abgegebene Strahlung.
L↑ entspricht in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik den 398 W/m2, L↓ entspricht den 342 W/m2, S↓ den 185 W/m2 und S↑ den 25 W/m2. Die Differenz S↓ – S↑ entspricht den oberflächen-absorbierten 160 W/m2. Es sind nur Entsprechungen, nicht Gleichsetzungen, da die Werte für S↓, S↑, L↓ und L↑ an konkreten Orten in zeitlich zumeist engem Rahmen ermittelt werden, während in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik global über mindestens ein Jahr gemittelte und modellmäßig aufbereitete Werte verarbeitet sind.
Hier ist die Strahlungsbilanzgleichung der Erdoberfläche in 24-Stunden-Betrieb:

Strahlungsflussdichten nahe der Erdoberfläche
Links: Grasland in Saskatchewan (Kanada) am 30. Juli 1971, rechts: Botanischer Garten in Bayreuth am 24. Mai 201252RN ist die Gesamtwirkung der Strahlungen S↓, S↑, L↓ und L↑ zu jedem Zeitpunkt (fehlt rechts leider). Scheint die Sonne nicht, ist S↓ – S↑ ≈ 0 – 0 = 0. Tagsüber erhöht sich L↑ betragsmäßig leicht, nachts verringert es sich, während L↓ nahezu gleich bleibt.
Strahlungs– und Wärmeflusskombination
Kombiniert man die Strahlungs- mit der Energiebilanzgleichung wie es in Lehrbüchern üblich ist, kommt heraus:
RN =
S↓ – S↑ + L↓ – L↑ = HS + HL + HG + Hx Strahlungs-/Wärmeflussgleichsetzung
Links vom Gleichheitszeichen geht es um Strahlungsflüsse, rechts vom Gleichheitszeichen um Wärmeströme. Links vom Gleichheitszeichen stehen Terme, die von Phänomenen bestimmt sind, bei denen wellenlängenspezifische Photonenfangfähigkeiten von Treibhausgasen eine Rolle spielen. Rechts vom Gleichheitszeichen stehen Terme, bei denen wellenlängenspezifische Photonenfangfähigkeiten von Treibhausgasen keine Rolle spielen. Die rechten Terme werden von Phänomenen wie Masse, Wärmekapazitäten, Dichte usw. bestimmt wie es nach Absorption von Strahlung generell der Fall ist und die letzten zwei Folgen der kleinen Klimaserie für HS und HL andeuteten.
Die wellenlängenspezifischen Photonenfangfähigkeiten von Treibhausgasen betreffen vor allem den langwelligen Bereich, das heißt L↓ und L↑. In der Grafik der Strahlungsflussdichten der Erdoberfläche oben ist zu sehen, dass die Beträge von L↓ und L↑ beide um 400 W/m2 herum liegen. Beide sind weitaus höher als die Sonne anbringt. Da die Beträge annhähernd gleich groß sind, heben sie sich weitgehend gegenseitig auf. Ein Lehrbuch zur Atmosphärenphysik erklärt generalisiert:
»Die aufwärts und abwärts gerichteten langwelligen Strahlungsflüsse heben sich nahezu auf.«53
In einem Meteorologie-Lehrbuch steht:
»Die einfallende langwellige Strahlung ([… L↓]) aus der Atmosphäre hängt bei wolkenlosem Himmel in erster Linie von der Verteilung von Temperatur, Wasserdampf und Kohlendioxid ab. Sie weist keine signifikanten täglichen Schwankungen auf. Die ausgehende terrestrische Strahlung ([… L↑]), die proportional zur vierten Potenz der Oberflächentemperatur in absoluten Einheiten ist, weist eine stärkere tägliche Schwankung auf, mit einem Maximalwert am frühen Nachmittag und einem Minimalwert in der Morgendämmerung. Die beiden Komponenten sind in der Regel von gleicher Größenordnung, so dass die langwellige Nettostrahlung ([… L↓ – L↑]) im Allgemeinen gering ist.«54
»[D]ie Terme der aufwärts und abwärts gerichtete langwelligen Strahlung sind beide groß, haben jedoch unterschiedliche Vorzeichen. Außerdem variieren sie bei klarem Himmel nicht stark mit der Zeit. Daher ist die langwellige Nettostrahlung ([… L↓ – L↑]) über die Zeit hinweg nahezu konstant und aufgrund des Netto-Strahlungsverlusts des Systems Erde/Atmosphäre an den Weltraum häufig negativ.«55
Die Meteorologie-Maus fragt: Stehen diese Aussagen nicht im Widerspruch zur Erklärung, die Gegenstrahlung L↓ erhöhe Temperaturen? Wenn sich Temperaturgeschichten rechts vom Gleichheitszeichen abspielen, bei den »substanziellen Partikeln«, und L↓ – L↑ links vom Gleichheitszeichen annähernd Null und sogar eher negativ ist, wie sollte die Gegenstrahlung L↓ dann eine so große Temperatursteigerung wie 33 °C bewirken?
Vielleicht lässt sich die Aussage, Gegenstrahlung erhöhe Temperaturen, trotzdem retten. Für sich gesehen erhöht L↓ zwar keine Temperaturen, da es sich um unabsorbiertes »meteorologisch unwirksames« Zeug handelt und Temperaturerhöhungen Absorption voraussetzen, das heißt eine Energieaufnahme, die sich nach Teilchenkollisionen als Geschwindigkeitserhöhung äußern kann. Doch ist es wohl nicht falsch, davon auszugehen, dass L↓ absorbiert und permanent neu »aufgefüllt« wird, so dass abgekürzt gesagt werden kann: L↓ erhöht die Temperatur. Entsprechend wäre aber auch abgekürzt zu sagen: L↑ verringert die Temperatur. In beiden Fällen gilt die Weisheit des Großmeisters Planck: Dort, wo L↓ und L↑ jeweils herkommen, muss die »Körperwärme«, die innere Energie, sinken.
Im weiteren Zusammenhang liegt demnach folgender Gedanke nahe: Die Treibhausgaseffektignoranz des idealen Gasgesetzes führt in herkömmlichen Umwelten nicht zu praktisch bedeutsamen Fehlern, weil sich Treibhausgaseffekte selber canceln.
Wo kommt die Energie her?
Nun kommt endlich der Elefant in den Gegenstrahlungsladen hereinspaziert. Er braucht von meteorologischen Sachen nichts zu wissen und trägt folgendes Bedenken vor:
Nach der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik strahlt die Erdoberfläche 398 W/m2 ab und nicht bloß die 57 W/m2, die nach der Wasserverdunstung und Konvektion – weshalb auch immer – von den oberflächen-absorbierten 160 W/m2 Sonnenenergie übrig bleiben. Woher nimmt die Gegenstrahlung – außer von der Sonne und vielleicht von den atmosphären-absorbierten 80 W/m2 – die zusätzliche Energie, um die Erdabstrahlung um 342 W/m2 auf 398 W/m2 steigern zu können, wenn es außer der Sonne keine nennenswerte Energiequelle gibt?
Treibhausgas – Sättigungsgrenzen
Um der Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts nicht unterstellen zu müssen, sie würde Energie aus dem Nichts herbeizaubern, kommt man kaum um die Annahme herum, dass die zusätzliche Energie aus Sonnenenergie vorangegangener Sekunden stammen muss.
Damit das geschehen kann, muss sich im Erdsystem Sonnenenergie ansammeln können. Dazu muss pro Sekunde weniger Energie das Erdsystem verlassen als eintrifft. Die Pfeile der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik deuten so etwas an: 340 − 100 = 240 W/m2 kommen rein, aber nur 239 W/m2 gehen wieder raus. Mit diesem Unterschied von 1 W/m2 wäre eine zusätzliche Energie von zum Beispiel 398 − 57 − 80 = 261 W/m2 in 261 Sekunden, also in rund 4 Minuten, angesammelt.
Damit in den nächsten 4 Minuten nicht weitere 261 W/m2 hinzukommen und immer so weiter, bis gegen Feierabend die Erde aufkocht, wäre zu begründen, weshalb die Treibhausgase ab 261 W/m2 – oder wie viel genau auch immer – aufhören, irdische Lebewesen mit weiterer Energieeinfangerei zu belästigen.
In Bezug auf CO2 kommen dafür im Prinzip einzeln oder kombiniert zwei Begründungen in Betracht, die mit einer Grundvorstellung, Energieaufnahmen durch Treibhausgase bewirkten in jedem Fall Temperatursteigerungen, verträglich sind. Die Begründungen lauten grob:
(B1) Die Photonenverarbeitungsfähigkeit ist begrenzt.
Eine gewisse atmosphärische Konzentration von CO2 kann pro Sekunde nur eine begrenzte Anzahl von Photonen absorbieren und lässt ab da Photonen seiner Lieblingswellenlängen weitgehend unabsorbiert an sich vorbeisausen.(B2) Die zur Verarbeitung verfügbare Photonenmenge ist begrenzt.
Ab einer gewissen atmosphärischen Konzentration von CO2 werden sämtliche Photonen der CO2-Lieblingswellenlängen, die die Erdoberfläche abstrahlt, absorbiert, sozusagen weggefressen, wonach das CO2 (fast) keine Photonen in seinen Lieblingswellenlängen mehr vorfindet. Oder in einem anderen Bild: Wenn ein Rollo am Fenster das Tageslicht komplett aussperrt, ändert ein zweites Rollo an der Lichtsituation im Raum nicht so viel.56
(B1) und (B2) tauchen in der Klimadebatte selten in der Absicht auf zu erklären, weshalb gegen Feierabend die Erde nicht aufkocht. Oft wollen Leute mit ihnen sagen: Mehr CO2 in der Atmosphäre ist nicht (allzu) schlimm.
Die Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts ist im Gegenteil eher darauf aus zu erklären: Jedes zusätzliche CO2-Molekül in der Troposphäre macht den Laden wärmer.
Klimapolitisch wäre es ein unglückliches Zusammentreffen, sollte die Gegenstrahlungserklärung auf (B1) und/oder (B2) angewiesen sein, um Treibhausgase für die zusätzliche Energie von 261 W/m2 – oder wie viel genau auch immer – verantwortlich machen zu können, ohne gegen Feierabend die Erde aufkochen lassen zu müssen oder alternativ Energie in der gewünschten Menge herbeizuzaubern. Glücklicherweise kommt es selten tatsächlich zu diesem Zusammentreffen, denn die wenigsten, die an die Gegenstrahlungserklärung glauben, fragen soweit.
Ein Sättingungseffekt entsprechend (B1) und/oder (B2) kam in Folge 11 vor und sieht etwa so aus:


Langewellige Abstrahlung der Erde Richtung Weltall (OLR) nach zwei Studien 57
OLR: outgoing longwave radiation
Obere Grafik bezogen auf 86 km Höhe, daher ohne Wolken/Wasser;
untere auf etwa 6 km Höhe, mit Wolken/Wasser.
Nach diesen Grafiken verändern die ersten 400 ppm CO2 in der Atmosphäre die Spektralzusammensetzung der langwelligen Abstrahlung der Erde Richtung Weltall (OLR) enorm. Weitere 400 ppm verändern sie nur wenig.
Die Flächengröße unter den OLR-Kurven (hellgrau) entspricht dem Wert 239 W/m2 im nach oben gerichteten orangenen Pfeil der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie die CO2- beziehungsweise H2O/CO2-Kuhle die Fläche verkleinert und die Gesamtabstrahlung vermindert.58
Die Vorstellung vom Sättigungseffekt bei wachsenden CO2-Konzentrationen wird im sechsten Sachstandsbericht des IPCC von 2021/2023 für zutreffend befunden. Der Klimapanik muss das keinen Abbruch tun, denn das IPCC argumentiert: Den Sättigungseffekt gibt es zwar, doch kann daraus nicht auf eine deutlich sinkende Wärmewirkung steigender atmosphärischer CO2-Konzentrationen geschlossen werden, da weitere Effekte zuschlagen.59
Von einer Begründung wie (B2) hört man seltener. Ihre Nichtabwegigkeit deutet ein Standardlehrbuch der Astronomie an:
»Auf der Erde, bei 1 bar [das heißt in Meeresspiegelhöhe], absorbiert Luft mit einer typischen CO2-Konzentration ~95 % der 15-µm-Strahlung über eine Weglänge von nur 1 m!«60 (Das Ausrufezeichen steht im Original.)
Auf Basis von (B2) lässt sich die CO2- beziehungsweise H2O/CO2-Kuhle in den OLR-Grafiken oben etwa so deuten: Hat ein CO2-Molekül ein Photon seines Lieblingswellenlängenbereichs (um 15 µm) absorbiert, verliert es diese Energie wahrscheinlich durch Kollisionen mit Mitmolekülen, bevor es dazu kommt, sich durch Abstrahlung eines Photons in seinem Lieblingswellenlängenbereich eigenständig zu beruhigen. Aus den Kollisionen entsteht Wärmestrahlung in einem weiten Wellenlängenbereich. In dieser Wärmestrahlung sind die ursprünglich als Photonen um 15 µm herum aufgetretenen Energien über viele Wellenlängen verteilt. Darunter gibt’s auch Wellenlängen um 15 µm herum, aber zu einem geringeren energetischen Gesamtbetrag.
Die Atmosphäre ist nach dieser Deutung eine Art Filtersystem, das aufgrund des CO2-Gehalts Photonen mit Wellenlängen im Bereich um 15 µm eher in Wärme verwandelt (thermalisiert) als Photonen anderer Wellenlängen. Dadurch strahlt die Troposphäre weniger Photonen mit Wellenlängen im Bereich um 15 µm ins Weltall ab. In den Lieblingswellenlängenbereichen von H2O und anderen Treibhausgasen findet Ähnliches statt.
Auf eine sinkende Gesamt-OLR lässt sich daraus nicht schließen, denn veranlasst durch die Thermalisierung und daraus entstehender Wärmestrahlung könnte die OLR in anderen Wellenlängen ausgleichsweise höher ausfallen. Darauf deutet eine Studie von 2023 hin:
»Wir stellen fest, dass hyperspektrale Infrarot-Satellitenbeobachtungen zwischen 2003 und 2021 eine Abnahme der OLR in den CO2-, CH4- und N2O-Bändern und eine Zunahme der OLR in den Wasserdampf- und Fensterbändern zeigen. Letztere übersteigt die erstere, so dass sich ein positiver Breitband-OLR-Trend ergibt. Wir haben neuartige globale Strahlungstransfersimulationen durchgeführt und gezeigt, dass die beobachteten Veränderungen auf steigende CO2-, CH4- und N2O-Konzentrationen zurückzuführen sind«.61
So gesehen verändern CO2 und andere Treibhausgase zwar die Spektralzusammensetzung der Wärmestrahlung von Luftschichten und die Spektralzusammensetzung der OLR, aber nicht unbedingt im selben Ausmaß oder überhaupt den Energiegehalt der Strahlung insgesamt. Grafisch entspricht dieser Gedanke etwa folgender Zeichnung:

OLR und Schwarzkörperkurven
Die dünne schwarze geschwungene Kurve in der Grafik sagt: So viel Energie, wie der Fläche unter ihr entspricht, könnte die Erde bei einer Oberflächentemperatur von 15,5 °C pro Sekunde und Quadratmeter physikalisch gesehen allerhöchstens abstrahlen, wenn es keine Atmosphäre mit Treibhausgasen gäbe und die Erde aus glattpoliertem Idealmaterial bestünde, das heißt ein »Schwarzer Körper« wäre.
Die gezackte rote Kurve sagt: So viel, wie der Fläche unter ihr entspricht, strahlt die Erde bei einer Oberflächentemperatur von 15,5 °C tatsächlich ab, mit Atmosphäre und Treibhausgasen.
Tut man so, als wäre die Erde ein Schwarzer Körper, kommt mit dieser tatsächlich abgestrahlten Energie ungefähr die dicke grüne Kurve heraus. Mit ihr allein dargestellt, ohne die dünne schwarze geschwungene Kurve, entstünde der Eindruck einer Umverteilung der spektralen Zusammensetzung der abgestrahlten Energie, nicht der Eindruck einer Abnahme der abgestrahlten Energiemenge.
Hat die dünne schwarze geschwungene Kurve einen physikalischen Sinn, da sie sich doch auf eine nicht vorhandene Energiemenge bezieht? Oder hat sie nur einen propagandistischen Sinn: den Eindruck einer OLR-Abnahme durch Treibhausgase zu erwecken?
Wärmespeicherung
Da H2O nach vorherrschender Meinung aller Klimadebattenseiten eine größere Treibhausgaswirkung hat als CO2 (die zu unterscheiden ist von den energetischen Fähigkeiten des H2O als Kondensations- und Verdunstungsmeister), bräuchte eine Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts, die keine Energie in gewünschter Menge herbeizaubern möchte, etwas Ähnliches wie (B1) und/oder (B2) besonders auch für H2O, damit gegen Feierabend die Erde nicht aufkocht. Das würde kompliziert, doch vielleicht lässt sich die Sache durch eine allgemeinere Vorstellung vereinfachen.
Das Ansammeln von Energie, das die hohen Strahlungswerte in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik erklären könnte, wenn man der Gegenstrahlungserklärung keine Energieherbeizauberung unterstellen möchte, entspricht einem alltäglichen, auch feiertäglichen, Erwärmungsprozess.
Stellt man beim Picknick einen Kartoffelsalat aus der Kühltasche auf die Wiese in die Sonne, wird der Kartoffelsalat wärmer und wärmer, bis er pro Sekunde ebenso viel Energie abgibt wie er hereinbekommt. Sind die pro Sekunde hereinkommenden und abgegebenen Energiemengen gleich, bleibt die Temperatur des Kartoffelsalats gleich. Diese gleich bleibende Temperatur lässt sich als »Gleichgewichtstemperatur« bezeichnen. Die Gleichgewichtstemperatur ist eine mittlere Temperatur. Teile des Kartoffelsalats nahe am Wiesengrund sind kälter als Teile ganz oben, die der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.62 Doch auch als mittlere ist die Gleichgewichtstemperatur für einen Kartoffelsalat auf einer Wiese ein unerfüllbarer Wunschtraum, dem er erfolglos nachjagt, schon weil sich infolge der Erdrotation die hereinkommende Sonnenenergiemenge ununterbrochen ändert.
Mit etwas mehr Ruhe kann man sich Erwärmungsprozesse als verstöpseltes Badezimmerwaschbecken vorstellen: Aus einem Wasserhahn fließen 160 + 80 = 240 Tropfen Wasser pro Sekunde ins Waschbecken. Das Waschbecken läuft nach und nach voll. Irgendwann erreicht der Wasserstand, der im Gleichnis für die Lufttemperatur steht, die Höhe der Überlaufvorrichtung des Waschbeckens. Von da an fließen 240 Tropfen pro Sekunde aus dem Waschbecken heraus. Der Wasserstand bleibt gleich hoch. Wie hoch er ist, ob die Wassermenge im Waschbecken 398 oder 398000 oder 39800000000 Wassertropfen umfasst, hängt von der Größe des Waschbeckens und der Höhe der Überlaufvorrichtung ab und hat nur am Rande etwas mit dem Wasserfluss von 240 Tropfen rein und 240 Tropfen raus zu tun.

Zwei Waschbecken mit unterschiedlichen Wasserspeicherkapazitäten63
Bei Planeten sprechen Bescheidwissende, anstatt von Wasserständen in Badezimmerwaschbecken und Kartoffelsalatgleichgewichtstemperaturen, von »Strahlungsgleichgewichtstemperatur«.
Für Planeten gilt idealtypisch, das heißt ohne Vulkanausbrüche und sowas: Die Strahlungsgleichgewichtstemperatur ist diejenige Temperatur eines Planeten, die sich einstellt, wenn der Planet genauso viel Energie ins Weltall abstrahlt wie er von seinem Mutterstern oder seinen Muttersternen empfängt. Die Strahlungsgleichgewichtstemperatur der Erde wird mit −18 °C oder auch −19 °C, angegeben.64 Sie ist nicht dasselbe wie die −18 °C in etwa 5 km Höhe.
Anders als Planeten erhalten und verlieren Kartoffelsalate Energie normalerweise außer durch Strahlung auch durch Berührung (Konduktion), Teilchentransporte (Konvektion), Latentmachungen (Verdunstung) und Unlatentmachungen (Kondensation). Berührungen finden z.B. durch kollidierende Luftteilchen, durch Fliegenfüße oder auch durch Kontakt über die Salatschüssel mit dem Wiesenboden oder Küchentisch statt. Latentmachungen und Teilchentransporte, die Energie davonschaffen, finden z.B. bei Verdunstung des Wassergehalts der Kartoffelscheiben statt.65
Kartoffelsalate in Umgebungen mit konstanter Temperatur können eine Gleichgewichtstemperatur ausbilden, auch wenn sich hereinkommende und abgegebene Strahlungsflussdichtemengen unterscheiden. Wichtig ist das Budget der insgesamt durch Strahlung, Konduktion und Konvektion und Latent- und Unlatentmachung eintreffenden und abgegebenen Energie. Die Situation eines Kartoffelsalats auf einer Wiese entspricht der Situation der Erdoberfläche. In der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik entsteht das Energiegleichgewicht an der Erdoberfläche entsprechend unter Beteiligung von Strahlung, Konduktion und Konvektion.

Energiegleichgewicht bei Planeten und Kartoffelsalaten
Eine Planetenseite wird tagsüber nach und nach wärmer, so dass ihre Wärmestrahlung steigt. Nachts wird sie bis zum Morgengrauen zunehmend kälter, so dass die Wärmestrahlung sinkt. Beim Kartoffelsalat ist es sehr viel komplizierter.
Die Anzahl der Luftteilchen ist in der Grafik reichlich untertrieben. Pro Kubikmeter enthält oberflächennahe Luft etwa 2,5469 · 1025 Teilchen.66 Das sind deutlich mehr als es Sandkörner an allen Meeresstränden der Welt gibt.
Im Badezimmerwaschbeckengleichnis repräsentiert ein Teil der 398 W/m2 der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik die Wassermenge, die vom Fassungsvermögen des Waschbeckens abhängt. Das Fassungsvermögen resultiert aus der Beschaffenheit des Waschbeckens, der Größe, Form und Überlaufpositionierung. Ähnlich das System Erde/Atmosphäre: Wenn die Ansammlung von Energie ab einem gewissen Wert aufhört, so dass gegen Feierabend die Erde nicht aufkocht, hat das mit der Beschaffenheit des Systems Erde/Atmosphäre zu tun, bei der Sättigungseffekte von Treibhausgasen wie (B1) oder (B2) vielleicht eine Rolle spielen.
Können Treibhausgase das energetische Fassungsvermögen der Atmosphäre vergrößern? Dieser Frage gingen die Folgen 9 und 10 anlässlich der Weckglasverarschungsexperimente nach. Die Antwort lautete: Ja. Zusätzliche CO2-Moleküle verändern die Wärmekapazität der Luft. Dabei kommen aber nicht Temperaturerhöhungen heraus, sondern trägere Temperaturreaktionen bei Zufuhr und Verlust von Energie. Die Grunderkenntnis, die aus dieser Sache gezogen wurde, lautete: Ob viel oder wenig Treibhausgasmoleküle im Gas sind – wärmer kann das Gas nur werden, wenn von irgendwoher mehr Energie kommt.
Nach der Gegenstrahlungserklärung und auch nach Bettdeckenerklärungen stammt das Mehr an Energie, das eine Temperaturerhöhung um 33 °C ermöglicht, aus einem reduzierten oder verzögerten Energieverlust ans Weltall.
Zur Aussage, dass menschengemachtes CO2 die vom Erdsystem abstrahlbare Energiemenge einschränkt und dadurch die Temperatur erhöht, passt im Badezimmerwaschbeckengleichnis die Vorstellung: Anstatt 240 Tropfen fließen nur noch 239 Tropfen pro Sekunde durch die Überlaufvorrichtung, wodurch die Wassermenge im Waschbecken (= Temperatur) zunimmt.
Menschengemachte CO2-Emissionen könnten die Überlaufvorrichtung des Waschbeckens verkleinern, mit zwei möglichen Effekten:
- Nur 239 Tropfen schaffen den Durchgang, so dass pro Sekunde 1 Tropfen im Waschbeckenwasser bleibt.
- Die 240 Tropfen zwängen sich trotzdem hindurch.
Im Fall a stellt sich erneut die Frage: Weshalb kocht gegen Feierabend die Erde nicht auf, da pro Sekunde 1 W/m2 hinzukäme und nach rund anderthalb Stunden die Erde so heiß wäre wie die Sonne?
Im Fall b würde die Wassermenge im Waschbecken gleich bleiben, die für die Temperatur steht. Für die Gegenstrahlungserklärung kommt dieser Fall trotzdem in Frage, wenn er mit Fall a kombiniert wird: Der Zustand, in dem es die 240 Tropfen schaffen, sich durch die verkleinerte Überlaufvorrichtung zu zwängen, entsteht erst, nachdem die Wassermenge im Waschbecken gestiegen ist. Diese Sache wäre als Folge eines erhöhten Wasserdrucks vorstellbar, etwa indem man anstatt einer Überlaufvorrichtung eine verstopfte Ablaufvorrichtung am Waschbeckenboden als Gleichnis nimmt. Erklärungen des Treibhausgaseffekts würden dadurch ziemlich kompliziert. Unter anderem wäre zu erklären, wodurch der Zustand b entsteht und wieso er nicht schon jetzt besteht oder ob er vielleicht jetzt teilweise besteht und später irgendwann vollständig bestehen könnte.
Zusammengefasst: Die im Vergleich zur absorbierten Sonneneinstrahlung von 160+80 W/m2 hohe Gegenstrahlung von 342 W/m2 und hohe Abstrahlung der Erdoberfläche von 398 W/m2 der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik sind physikalisch möglich, wenn ein Teil der Strahlungsenergie aus zuvor gespeicherter Energie, aus der inneren Energie des Systems Erde/Atmosphäre, stammt. Auf das Badezimmerwaschbeckengleichnis bezogen: in der Angabe 342 W/m2 sind auf die hereinkommen 240 Tropfen weitere Tropfen aus dem Reservoir des Waschbeckenwassers hinzuaddiert. Das mag sinnvoll sein, vielleicht um Vorgänge im Waschbeckenwasser zu beschreiben.
Eine physikalische Unmöglichkeit enthält die Gegenstrahlungserklärung an anderer Stelle.
Energieherbeizauberung aus der inneren Energie
Zum Verständnis physikalischer Unmöglichkeiten eignen sich monetäre Gleichnisse mit Außerirdischen besser als physikalische.67
Aufgrund eines Raumschiffdefekts muss Glimgrim auf der Erde notlanden. Um die Entwicklung der Menschheit nicht zu verpfuschen, löst Glimgrim das Raumschiff restlos in Luft auf, passend zu den dort vorgefundenen Atomen und Molekülen, und gleicht sein Erscheinungsbild dem einer menschlichen Greisin an. Glimgrim hat kein Geld, braucht aber glücklicherweise nichts außer Schlaf und eine Matratze. Die Matratze, ziemlich zerrupft, findet er in einem Hinterhof. Er schleppt sie unter eine abgelegene Brücke, um dort seinen Schlafplatz einzurichten. Irgendwann kommt Mevlüt an Glimgrims Schlafplatz vorbei. Er steckt Glimgrim fortan immer mal wieder etwas Geld zu, monatlich insgesamt 240 €. Glimgrim freut sich und polstert mit dem Geld seine Matratze aus. Nach knapp sieben Wochen haben sich in der Matratze 398 € angesammelt.
Zu dieser Zeit taucht Helene auf. Sie ist total pleite. Glimgrim will ihr die 398 € schenken. Helene nimmt das Geld an, besteht aber auf Rückzahlung. Sie zieht mit den 398 € von dannen. In Glimgrims Matratze ist nun kein Geld mehr und Glimgrim bekommt durch die dünnere Matratze einige Druckstellen. Im nächsten Monat zahlt Helene 341 € zurück. Glimgrim steckt das Geld in seine Matratze. Zusätzlich erhält er 57 € von Mevlüt. Das ergibt 57 + 341 = 398 € in seiner Matratze. Bevor Mevlüt das nächste Geld bringt, taucht Helene wieder auf, total pleite. Sie leiht sich die 398 € aus. In Glimgrims Matratze liegt nun kein Geld mehr. Einige Zeit später zahlt Helene 341 € zurück … und immer so weiter.
Das Geld in der Matratze ist die innere Energie, Plancks »Körperwärme«. Sie kann nicht auf einem stabilen Niveau bleiben, wenn Helene damit immer wieder durch die Gegend zieht. Ein stabiles Niveau von 0 € oder auch von 398 € oder auch 39800000000000000 € bliebe erhalten,
- wenn Glimgrim das Geld, das er von Mevlüt bekommt, sofort an Helene weiterreicht und Helene nichts zurückzahlt, oder
- wenn Glimgrim das Geld, das er von Mevlüt bekommt, in die Matratze steckt, denselben Betrag sofort wieder aus der Matratze entnimmt und Helene übergibt und nicht wiederbekommt.
Die Gegenstrahlungserklärung zaubert Energie herbei – nicht direkt aus dem Nichts, aber indirekt aus der inneren Energie, deren Senkung sie nicht berücksichtigt. Sie lässt dieselbe Energie zweifach Wärme erzeugen: einmal als innere Energie zur Aufrechterhaltung der Temperatur der Atmosphäre oder von Atmosphärenschichten und erneut nach Rückstrahlung zur Erdoberfläche.68
Im Unterschied zur Gegenstrahlungserklärung braucht die IPCC-Gegenstrahlungsgrafik nicht richtiggehend falsch zu sein. Sie zeigt Energieflüsse verschiedener Arten, aus denen nicht so einfach auf Temperaturen geschlossen werden kann, und die teilweise aus innerer Energie stammen und teilweise aus neu eintreffender Strahlung. Dafür, dass sie zur Illustration der Gegenstrahlungserklärung verwendet wird, kann die Grafik nichts.
Zwei – Ebenen – Modell
Eine standardmäßig an Universitäten gelehrte Form der Gegenstrahlungserklärung arbeitet mit einem Zwei-Ebenen-Modell des Strahlungshaushalts der Erde. Anhand dieses Modells lässt sich die Energieherbeizauberung der Gegenstrahlungserklärung etwas klarer zeigen.
Ohne Atmosphäre sieht der Erd-Zustand in einer vereinfachten Modell-Version so aus:

Auf die Erdoberfläche trifft pro Quadratmeter und Sekunde eine komplett absorbierbare Strahlung des Betrags A.
Im vereinfachten Zwei-Ebenen-Modell gibt es keine Möglichkeit der Energiespeicherung, das heißt alles wird nach Absorption sofort abgestrahlt. Die Erdoberfläche stellt Gleichgewicht her, indem sie den eintreffenden Energiebetrag A abstrahlt. Als Gleichung entspricht dies:
A = A
oder anders ausgedrückt: A – A = 0, wobei die Null den Gleichgewichtszustand ausdrückt.
Nun kommt eine Atmosphäre hinzu, ebenfalls unfähig zur Energiespeicherung:

Der von der Erdoberfläche abgestrahlte Betrag A trifft auf die Atmosphäre.
Die Atmosphäre strahlt ½ A nach oben und ½ A nach unten ab.
Wie groß ist nun, mit der Atmosphäre, A?
In universitären und populärwissenschaftlichen Anwendungen des Zwei-Ebenen-Modells lautet die ernsthaft vorgebrachte Antwort:
A + ½ A = A
oder anders ausgedrückt: A – A + ½ A > 0. Die Erdoberfläche wird wärmer.
Das ist dermaßen offensichtlicher Quatsch, dass die folgenden Überlegungen verkehrt sein müssen, weil es einfach unmöglich ist, dass naturwissenschaftlich ausgebildete Leute so etwas vertreten … würde ich definitiv meinen, wären da nicht meine Erfahrungen mit medizinisch ausgebildeten Fachleuten während der Covid-Zeit, die plötzlich keine hygienischen, epidemiologischen, arzneimittelzulassungsrechtlichen, sozioökonomischen und medizinethischen Grundkenntnisse mehr hatten und im Zuge dessen Menschen verletzten und töteten.69 Also, ich meine deshalb weniger definitiv, dass die folgenden Überlegungen falsch sein müssen.
Wie weiter unten noch gezeigt wird, ist in Anwendungen des Zwei-Ebenen-Modells der Quatsch A + ½ A = A nicht so offensichtlich, da dort die Abstrahlungen der Erdoberfläche und der Atmosphäre andere Bezeichnungen haben als die Sonneneinstrahlung, und nicht wie hier identische Energieaufkommen mit demselben Buchstaben »A« benannt sind. Unterschiedliche Bezeichnungen zu verwenden liegt nahe, weil das Energieaufkommen A in unterschiedlichen Wellenlängen in Erscheinung tritt und zwischendurch den Akt der Absorption durchmacht.
Der Gedanke, dass die Oberflächenabstrahlung größer werden muss, wenn sie außer von A auch von ½ A gespeist wird, scheint recht überzeugend zu sein. Würde dieser Gedanke stimmen, käme es im Zwei-Ebenen-Modell zu einer unendlichen Energiesteigerung:
Die Oberflächenabstrahlung soll aufgrund der Gegenstrahlung A + 1/2 A = 1,5 A betragen.
Ist das der Fall, kommt eine Gegenstrahlung in der Hälfte von 1,5 A zustande: 0,75 A.
Dadurch beträgt die Oberflächenabstrahlung A + 0,75 A = 1,75 A.
Ist das der Fall, kommt eine Gegenstrahlung in der Hälfte von 1,75 A zustande: 0,875 A.
Dadurch beträgt die Oberflächenabstrahlung A + 0,875 A = 1,875 A
… und immer so weiter, bis Yuri Gagarin im Weltall hätte Pfannkuchen braten können.70
Physikalisch entspricht die Situation ungefähr zwei Spiegeln, die einander direkt gegenübergestellt sind. Das Hin und Her der Lichtstrahlen, die die Spiegel reflektieren, addiert sich energetisch nicht – glücklicherweise, sonst wäre spätestens in der Bronzezeit die Erde explodiert. Würden die Spiegel das Licht absorbieren und wieder emittieren, anstatt nur reflektieren, änderte sich am Befund der Nichtaddition nichts. Oder man könnte sich auch ein beheiztes Zimmer im Winter vorstellen, dessen Wandisolierung nicht nur den Wärmeverlust verlangsamt, sondern durch seine Rückstrahlung die Zimmertemperatur erhöht, die wiederum die Rückstrahlung erhöht und so weiter. Angenehm wäre das für zu kurze Zeit, um sich über niedrige Heizkosten freuen zu können.
Wenn die Erdoberfläche einen Energiebetrag A abstrahlt und von ihrer eigenen Abstrahlung ½ A zurückbekommt, strahlt sie netto bloß ½ A ab. Sie wird nicht durch ihre eigene Abstrahlung wärmer.
Wie in der Meteorologie üblich, könnten im Zwei-Ebenen-Modell die Beträge entsprechend der Pfeilrichtungen addiert und subtrahiert werden. Dabei kommt nach der Modellgrafik oben heraus:
Das Gesamtsystem ist im Gleichgewicht: A + ½ A – A – ½ A = 0.
Die Atmosphäre ist im Gleichgewicht: ½ A – ½ A = 0.
Die Erdoberfläche ist durch die zusätzliche Atmosphären-Ebene wärmer geworden:
A – A + ½ A > 0 … wenn man ignoriert, dass die ½ A von der Erdoberfläche stammen, also:
A – A + ½ A – ½ A = 0.
Wird verlangt, dass die Atmosphäre ½ A nach unten abstrahlen soll, ohne den damit verbundenen Energieverlust zu berücksichtigen, muss ein Quatsch wie A + ½ A = A herauskommen.
Die in einem vorigen Abschnitt erwähnte meteorologische Strahlungsbilanzgleichung lautet:
RN = (S↓ – S↑) + L↓ – L↑
Dem A + ½ A = A im Zwei-Ebenen-Modell entspricht die Rechnung:
RN = (S↓ – S↑) + L↓ = L↑ + L↓
Bezeichnungsaktivitäten
Um Anwendungen des A + ½ A = A Quatsches besser genießen zu können, ist die Kenntnis folgender Bezeichnungsaktivitäten hilfreich, die Universitätsgelehrte im Zusammenhang mit dem Zwei-Ebenen-Modell vollführen:
- Bei Erreichen der Erde haben die Sonnenstrahlen eine Strahlungsflussdichte, die oft mit S bezeichnet wird. Da die halbe Erde von der Sonnenstrahlung nichts abbekommt, muss S durch Vier geteilt werden (nur ungefähr Vier, wenn man berücksichtigt, das die Erde nicht exakt kugelförmig ist).
- Vom Viertel der Sonnenstrahlen, die das System Erde/Atmosphäre durchschnittlich pro Quadratmeter abbekommt, wird ein Betrag reflektiert, der meistens mit α (sprich: klein-alfa) bezeichnet wird: die Albedo.
- Das System Erde/Atmosphäre absorbiert den Betrag, der nach Abzug der Albedo übrig bleibt. Der insgesamt absorbierte Betrag wird mit Ausdrücken wie 1/4 · (1 – α) · S bezeichnet.
1/4 · (1 – α) · S entspricht in der Modellgrafik dem linken gelben A-Pfeil. - Nach Absorption der 1/4 · (1 – α) · S strahlt die Erdoberfläche denselben Energiebetrag wieder ab. Der abgestrahlte Betrag wird mit Ausdrücken wie σ · TS4 bezeichnet. Dabei gilt:
1/4 · (1 – α) · S = σ · TS4.
Diese Gleichung wird mit einem »Stefan-Boltzmann-Gesetz« legitimiert.
TS soll eine Temperatur in Kelvin sein.
σ (sprich: klein-sigma) ist eine Zahl mit dem Wert 0,00000005670374 und ein paar weiteren Zerquetschten, genannt »Stefan-Boltzmann-Konstante«.
σ · TS4 entspricht in der Modellgrafik dem mittleren grünen A-Pfeil. - Im vereinfachten Fall strahlt die Atmosphäre die Hälfte von σ · TS4 zur Erdoberfläche zurück. Diese Hälfte wird mit Ausdrücken wie σ · TA4 bezeichnet, wobei es heißt:
σ · TS4 = 2 · σ · TA4.
Je ein σ · TA4 entspricht in der Modellgrafik einem rechten blauen 1/2 A-Pfeil. - In nicht ganz so vereinfachten Fällen lässt man die Atmosphäre etwas weniger als die Hälfte von σ · TA4 zur Erdoberfläche zurückstrahlen. Dabei kommt häufig ein Klein-Epsilon ε zum Einsatz, das größer als Null ist aber kleiner als 1, etwa so:
ε · σ · TA4.
Von σ · TS4 bleibt in diesen Fällen ein Rest-A übrig, das meistens durch’s atmosphärische Fenster ins Weltall geschickt wird.
Hier eine Modellgrafik für den letzten Fall. 1/n A soll bedeuten: weniger als 1/2 A:

Anwendungsbeispiele
In den folgenden Anwendungsbeispielen sind Aussagen der jeweils angegebenen Quellen in die Modellgrafik hineinmontiert. Ob die Zuordnungen stimmen, sollte durch Studium der Quellen gründlichst geprüft werden.

Klimamodelle für den Physikunterricht, Seiten 4f
Skriptum zum gleichnamigen Workshop im Rahmen der Fortbildungswoche 2024
des Vereins zur Förderung des physikalischen und chemischen Unterrichts, Universität Wien
Die nächsten Anwendungsbeispiele sind etwas komplizierter. Sie berücksichtigen, dass die Atmosphäre nicht so gut strahlen kann wie die Erdoberfläche. Statt 1/2 A kommen dadurch kleinere Beträge 1/n A zum Einsatz, so dass die Grundaussage etwas anders lautet:
A + 1/n A = A mit n als irgendeine Zahl größer als 2.

One-Layer Energy Balance Model
METEO 469, Lesson 5 – Modeling of the Climate System, part 2,
PennState College of Earth and Mineral Sciences, Pflichtkurs für Bachelor-Abschluss, mit Danksagung an den weltberühmten Klimawissenschaftler Michael Mann. Das (1 – A) bedeutet: Sonneneinstrahlung ohne Albedo.

Den Treibhauseffekt verstehen, Kapitel 2
Materialien des Projekts Klimawandel: verstehen und handeln,
initiiert an der Ludwig-Maximilians-Universität München und weiterentwickelt in Zusammenarbeit mit Schulen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern, mit Professor Harald Lesch. Statt »S« hat man ein großes »i« genommen und die Klimaaufzuklärenden von Sigmas und Epsilons verschont.
Dieselbe Logik verbreiten auch Wikipedia und unzählige weitere Lehrmaterialien.
Durch ihre größere Realitätsnähe ist die Logik der Gegenstrahlungserklärung etwas komplexer. Ihre Darstellung im Zwei-Ebenen-Modell benötigt ein 1/n A mit einem n kleiner als 1 und einen B-Pfeil für Verdunstung und Konvektion. Die oben zitierte »zentrale Plattform für Lehrende und Lernende in Hamburg« macht es so:

Im Anhang wird eine Handhabung des Zwei-Ebenen Modells aus einem Lehrbuch von 2002 vorgestellt, die logisch und physikalisch stimmig ist. Dabei wird deutlich, inwiefern die Erdoberfläche durch die Atmosphäre tatsächlich zusätzliche Energie erhält wie es die Gegenstrahlungserklärung behauptet. Zusätzliche Energie kann zwar nicht münchhausenerisch von der Oberflächenabstrahlung stammen, aber sie kann aus der Energie stammen, die die Atmosphäre direkt von den Sonnenstrahlen absorbiert.
Vorbereitung auf die Bettdecke
Während die Gegenstrahlungserklärung des Treibhausgaseffekts sagt, Treibhausgase erhöhten die oberflächennahe Temperatur, sagen Bettdeckenerklärungen: Treibhausgase behindern eine Senkung der oberflächennahen Temperatur. In der Bettdecken-Aussage ist eine oberflächennahe Temperatur, bei der sich’s leben lässt, vorausgesetzt. Wie sie entsteht, wird zunächst nicht erklärt.
Behauptet eine Bettdeckenerklärung, eine oberflächennahe Temperatur, bei der sich’s leben lässt, entstehe durch eine zusätzlich zur Sonnenenergie erwärmende Wirkung von Treibhausgasen, ist sie eine (verkappte) Gegenstrahlungserklärung.
Wer wie der bekannte Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf auf der richtigen Seite der Klimadebatte steht oder wer von den unsinnigen universitären Darstellungen des Zwei-Ebenen-Modells nichts weiß, könnte die Behauptung einer Erwärmung der Erdoberfläche durch eine von der Erdoperfläche stammende Gegenstrahlung und die darin enthaltene Herbeizauberung von Energie peinlich genug finden, um sie der falschen Seite der Klimadebatte unterzuschieben.71 »Klimaleugner« interpretieren die thermodynamisch stimmige Erklärung des Treibhausgaseffekts so um, dass Quatsch herauskommt! Das machen sie womöglich noch absichtlich, weil sie böse Rechte sind!!
Unterschiede zwischen Gegenstrahlungserklärungen mit und Bettdeckenerklärungen ohne Energieherbeizauberung können subtil sein. In den anfangs zitierten Schweizer Schulunterlagen zum Beispiel deutet nur der letzte Satz – und das auch nur vielleicht – darauf hin, dass es sich um eine Gegenstrahlungserklärung handeln könnte: »Aufgrund dieser langwelligen Gegenstrahlung erwärmen sich die Erdoberfläche und die untersten Luftschichten zusätzlich, was zur Erhöhung der Energiebilanz auf und über der Erdoberfläche führt.« Die vorhergehenden Sätze im Zitat könnten zu einer Bettdeckenerklärung ohne zusätzlich erwärmende Gegenstrahlung passen. Erst im Zusammenhang mit der Behauptung, Treibhausgase könnten eine Temperatursteigerung von 33 °C bewirken, ohne dass erklärt wird, woher die dazu nötige Energie kommt beziehungsweise dass ein Preis der Energiesenkung andernorts für sie zu zahlen ist, lässt sich auf eine Gegenstrahlungserklärung schließen. Konkrete Erklärungen zu Grafiken nach Art der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik oder zum Zwei-Ebenen-Modell ermöglichen eine sicherer zu überprüfende Unterscheidung zwischen Treibhausgaseffekterklärungen mit ohne Energieherbeizauberung.
Übungsaufgabe: Wie wäre die folgende Erklärung einzuordnen?
»Vor allem Wasserdampf und CO2-Moleküle absorbieren einen Teil der von der Erde abgegebenen Strahlung, und strahlen dann selber die Energie wieder in alle Richtungen ab. Ein Teil der Strahlungsenergie kommt damit wieder auf die Erde zurück. Die Strahlungstemperatur von −18 °C wird deshalb nicht an der Erdoberfläche gemessen, sondern diese ins All abgehende Strahlung wird höher oben in der Atmosphäre abgegeben. Dort oben in der Atmosphäre ist es ja tatsächlich so kalt. An der Erdoberfläche gilt eine etwas andere Energiebilanz – zur Sonnenstrahlung kommt der Anteil der langwelligen Strahlung noch dazu, der von den Molekülen weiter oben teilweise auch nach unten gestrahlt wird. Daher kommt unten mehr Strahlung an, und zum Ausgleich muß die Oberfläche mehr Energie abgeben, also wärmer sein (+15 °C), um auch dort unten wieder ein Gleichgewicht zu erreichen. Ein Teil dieser Wärme wird von der Oberfläche auch durch atmosphärische Konvektion nach oben abgeleitet. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde lebensfeindlich und völlig vereist.« 72
Ein zentraler Bestandteil in Erklärungen von Treibhausgaseffekten ist die Behauptung: Ohne Treibhausgase würde die Sonnenenergie bloß eine oberflächennahe Erwärmung auf −18 °C hinbekommen. (Wenn im Weltall nur so −270 °C herrschen, wäre das schon was.)
Damit aus den −18 °C ohne zusätzliche Sonnenenergie 15 °C werden können und weil Treibhausgase aus sich selbst heraus keine Energie erzeugen können, scheint eine Energieherbeizauberung unvermeidbar zu sein. Doch gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten, den 33 °C-Unterschied vielleicht ohne Energieherbeizauberung mit Treibhausgasaktivitäten zu erklären:
- Treibhausgase könnten die hereinkommende Sonnenenergie beziehungsweise Wärmestrahlung der Erdoberfläche in der Atmosphäre so umverteilen, dass in Oberflächennähe 15 °C herauskommen und es oben dafür kälter ist.
- Die Gesamtenergie im System Erde/Atmosphäre könnte durch Treibhausgase steigen, indem Treibhausgase Sonnenenergie beziehungsweise Wärmestrahlung verwerten, die ohne sie ungenutzt Richtung Weltall flutschen würde.
Können Bettdeckenerklärungen auf Basis dieser Möglichkeiten ohne Energieherbeizauberung das ideale Gasgesetz kaltstellen? Das wird die nächste Folge untersuchen.
Anhang
Gasgesetz – Rechenbeispiel
Eine der möglichen Notationen des idealen Gasgesetzes, die in vorangegangenen Folgen vorkamen, lautet:
T = (p · V) / (N · kB)
T : Temperatur in Kelvin (K), von Jožef Stefan und allgemein »absolute Temperatur« genannt
p : Gasdruck in Pascal (Pa)
V : der den Gasteilchen zum Herumfliegen verfügbare Raum, Volumen in m3
N : Anzahl der Teilchen (Moleküle, Atome) im Gas
kB : Boltzmann-Konstante 1,380649·10−23 J / K
Mit den Luftdrücken der Standardatmosphäre (Folge 15) ergibt das Gasgesetz für die oberflächennahe Temperatur, mit dem Volumen 1 m³:
T = (p · V) / (N · kB) ≈ (101325 · 1) / (2,546916·1025 · 1,380649·10−23) = 288,15 K = 15 °C
Für die Temperatur in 5 km Höhe ergibt das Gasgesetz:
T = (p · V) / (N · kB) ≈ (53466 · 1) / (1,517745·1025 · 1,380649·10−23) = 255,15 K = −18 °C
Hier kann man sich mal selbst versuchen, z.B. mit
Druck: 101325 Pa, Volumen: 1 m³, Stoffmenge 42,292535 mol.
Druck: 53466 Pa, Volumen: 1 m³, Stoffmenge 25,202749 mol.
Das Ergebnis wird unterhalb des »Berechnen«-Knopfes angezeigt.
Die Mol sind mit Avogadros großer Zahl berechnet:
2,546916·1025 / 6,02214076·1023 = 42,292535 mol.
Das ideale Gasgesetz stimmt deshalb so genau, weil ich bei der Bestimmung der Anzahl der Teilchen N und der Stoffmenge n das ideale Gasgesetz benutzte. Zur Ermittlung echter Messwerte wäre einiges zu tun: Möglichst viele Gebiete in Oberflächennähe und 5 km Höhe abklappern, mindestens ein Jahr lang, am besten stündlich; dabei Temperatur und Luftdruck messen; Luft in der zur Höhe passenden Menge einfangen; eingefangene Luft wiegen und mit Hilfe der Spekroskopie die Luftzusammensetzung herausfinden, um die Anzahl der Teilchen berechnen zu können.
Würden auf geschickte Weise sämtliche Treibhausgasmoleküle in der Luft mit Nichttreibhausgasmolekülen ersetzt, kämen gleiche Temperaturen heraus. Um Masse und Anzahl der Luftteilchen nicht zu ändern, könnte man gruppenweise auswechseln. Eine grobe Möglichkeit wäre z.B.: die CO2-Moleküle in Zweiergruppen gegen jeweils ein Helium- und ein Krypton-Atom und je drei CH4-Moleküle gegen zwei Helium- und ein Argon-Atom austauschen.73
Bei der Gelegenheit schadet es wohl nicht abzuschätzen, wie genau das ideale Gasgesetz eigentlich ist, da ja reale Gase keine idealen sind. Für diesen Zweck gibt es einen »Realgasfaktor« Z (compressibility factor), der sich in das ideale Gasgesetz, Molvariante, wie folgt einbauen lässt:
T = (p · V) / (Z · n · R)
n Stoffmenge in mol
R Gaskonstante 8,314 in J / (K· mol)
Z Realgasfaktor
Mit den Zahlen oben kommt in diesem Online-Rechner für beide Höhen ein Realgasfaktor von 1 heraus, das heißt das ideale Gasgesetz stimmt 100 % genau. Aber das ist kein Wunder, denn bei der Bestimmung der Anzahl der Teilchen N und der Stoffmenge n habe ich das ideale Gasgesetz benutzt.
Einer Studie zufolge liegt der Realgasfaktor von trockener und feuchter Luft unter troposphärischen Temperatur- und Druckbedingungen zwischen 0,996 und 1,001.74
Zwei – Ebenen – Modell ohne Energieherbeizauberung
Im folgenden Lehrbuch, dessen Autor eine Meteorologie-Berühmtheit war (sagen Meteorologinnen in Englisch), fand ich eine mathematisch und physikalisch stimmige Umgangsweise mit dem Zwei-Ebenen-Modell:
Kuo-Nan Liou: An Introduction to Atmospheric Radiation
Academic Press/Elsevier Science, 2. Auflage, London 2002, ISBN 0-12-451451-0
Auf Seite 461 heißt es:
»[D]ie Oberflächentemperatur […] lässt sich nicht direkt mit […] der Solarkonstante […] in Verbindung bringen. […] Um die Oberflächentemperatur und die Strahlungseigenschaften der Atmosphäre in das einfachstmögliche Strahlungsbilanzsmodell einzubeziehen, können wir ein Zwei-Ebenen-Modell konstruieren. [Dazu] seien die mittlere Fähigkeit zur Absorption von Solarstrahlung und die thermische Infrarotstrahlungsemissivität der Erdatmosphäre A beziehungsweise ε, und die Erdoberfläche als Schwarzkörper mit der Temperatur T angenommen. [… D]ie Energiebilanzgleichungen an der TOA [Obergrenze der Atmosphäre] und an der Erdoberfläche lassen sich [dann] in folgender Form schreiben:Q · (1 – r) – ε · σ · Ta4 – (1 – ε) · σ · T4 = 0 [TOA]
Q · (1 – r – A) + ε · σ · Ta4 – σ · T4 = 0 [Erdoberfläche]«.75
Mit r ist die Albedo gemeint (Seite 449); mit »Solarkonstante« die Strahlungsleistung der Sonne in Erdnähe: 1361 W/m2. Wird berücksichtigt, dass Sonnenstrahlen nur die halbe Erde treffen, kommt der gesamtirdische Durchschnitt 1361/4 ≈ 340 W/m2 der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik heraus.
In der Gleichung »[Erdoberfläche]« ist die Energie, die die Erdoberfläche absorbiert, von vornherein um den Teil kleiner, der in der Atmosphäre hängen bleibt: A. Die Anwendungsbeispiele oben ziehen dagegen nur die Albedo r ab. Dadurch wird A nutzbar, um eine zusätzliche Erwärmung durch Gegenstrahlung zu erzeugen.
Lious’ Erklärung und eine zugehörige Grafik tauchten schon in der ersten Auflage des Lehrbuchs auf, die vor 46 Jahren erschien.

Zwei-Ebenen-Modell des globalen Strahlungshaushalts
Kuo-Nan Liou: An Introduction to Atmospheric Radiation
Academic Press – A Subsidiary of Harcourt Brace Jovanovich, Publishers
New York London Toronto Sydney San Francisco 1980, ISBN 0-12-451450-2, Seite 334
Zum besseren Verständnis folgt eine vereinfachte Grafik. Sie stellt nur den absorbierten Teil der Sonnenenergie dar, so dass die Albedo-Komplexität wegfällt. Damit die Rechnerei nicht so schwer fällt, wird die absorbierte Sonnenenergie überall gleichmäßig verteilt.

Die eintreffende Sonnenenergie A wird je zur Häfte von der Atmosphäre und von der Erdoberfläche absorbiert. Im hellgrünen Pfeil (Mitte) strahlt die Erdoberfläche ihre Hälfte ab: ½ A. Davon landet die Hälfte im Weltraum, als gäbe es keine Atmosphäre (¼ A ganz rechts); die andere Hälfte wird von der Atmosphäre absorbiert (¼ A Mitte).
Die Atmosphäre absorbiert damit insgesamt (½ + ¼) A Energie. Diese gibt sie je zur Hälfte ans Weltall und an die Erdoberfläche ab (blaue Pfeile).
Dadurch bekommt die Erdoberfläche eine Zusatz-Ladung in Höhe von ¼ A, die sie zuvor nicht selbst abgestrahlt hat. Diese Zusatz-Ladung kann nicht größer sein als der Betrag, den die Atmosphäre direkt von der Sonnenstrahlung absorbiert. In der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik sind das 80 W/m2 – zu wenig für einen 33 °C-Treibhausgaseffekt.76
In den Anwendungsbeispielen des Zwei-Ebenen-Modells oben wird nicht (nur) der Teil der Strahlung zur Wärmestrahlung der Erdoberfläche hinzuaddiert, den die Atmosphäre direkt von der Sonnenstrahlung absorbiert (sofern er berücksichtigt wird), sondern (auch) ein Teil der Wärmestrahlung der Erdoberfläche selber, die sich damit wunderbarerweise selbst verstärkt. Ebenso lassen die Gegenstrahlungserklärungen zu Anfang zusätzliche Wärme aus der Abstrahlung der Erdoberfläche entstehen, nicht aus einer atmosphärischen Absorption von Sonnenstrahlung. In den Ausdrücken »Rückstrahlung« oder auch »wieder zurück« dieser Erklärungen steckt die Herkunftsangabe »Erdoberfläche« drin, im Ausdruck »Gegenstrahlung« nicht unbedingt.
Strahlungshaushaltsgrafiken beim IPCC
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1990/1991 1. IPCC-Sachstandsbericht Seite xxxvi (Introduction)Nach dieser Zeichnung nimmt der abwärts gerichtete Strahlungsfluss der Atmosphäre kein größeres Ausmaß an als die ursprüngliche Erdabstrahlung. |
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1995/1996 2. IPCC-Sachstandsbericht Seite 58 (von 588) |
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2001 3. IPCC-Sachstandsbericht Seite 90 (von 893) |
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2007 4. IPCC-Sachstandsbericht Seite 96 (von 1007) |
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2013 5. IPCC-Sachstandsbericht Seite 181 (von 1552) |
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2021/2023 6. IPCC-Sachstandsbericht Seite 934 (von 2409)Im Laufe der Jahre rückte die Grafik relativ nach hinten. |
Ab dem fünften Sachstandsbericht von 2013 verschwand der Ausdruck »Gegenstrahlung« (»Back Radiation«) aus den Gegenstrahlungsgrafiken. Auch verschwand aus den Grafiken folgende Aussage zur Gegenstrahlung: »absorbiert von der Erdoberfläche« (»absorbed by the surface«). Stattdessen hieß es nur noch in etwa: »abwärts gerichtete Wärmestrahlung« (»thermal down surface«). Hinzu kam dafür die Angabe eines Strahlungsantriebs (»imbalance«).
Anmerkungen
1 Zur Bedeutung des Gasgesetzes in der Meteorologie siehe G Limon, S Shaw: Weather Prediction and the Ideal Gas Law. Journal of Fluid Flow, Heat and Mass Transfer (JFFHMT), 12/2025, pp. 457-472, DOI 10.11159/jffhmt.2025.046
2 Beispiel für die Erklärung in R T Pierrehumbert: Principles of Planetary Climate, Cambridge University Press 2008, S. 111. Angedeutet und mit Grafik illustriert wird diese Erklärung in Folge 15 der kleinen linken Klimaserie, Temperaturgradienten und CO2.
3 Eine Ersetzung des Ausdrucks »Treibhauseffekt« durch »Atmosphäreneffekt« und des Ausdrucks »Treibhausgase« durch »infrarotaktive Gase« wären sachlich passender. Siehe Diskussion unter Folge 16.
4 Eigentlich wollte ich beides in eine Folge packen, aber das wurde zu lang. Zur Frage des Unterschieds zwischen der Durchschnittstemperatur von −18 °C, die in ungefähr 5 km Höhe herrscht, und einer aus der Abstrahlung der Erde ins Weltall errechneten Temperatur −18 °C ist die übernächste Folge vorgesehen.
5 Sehr schön gestaltetes Infoblatt von éducation21 einer Schweizer Stiftung, die im Auftrag der Kantone und des Bundes Schulen und Lehrpersonen unterstützt. (Dieses und die drei folgenden Zitate gesehen am 16.5.2026.)
6 D Rechid: Ursachen und Folgen des Klimawandels. Bundeszentrale für politische Bildung 08.07.2021
7 R Behrendt: Wie funktioniert der Treibhauseffekt? ARD-aktuell / tagesschau.de Wetterthema 03.09.2025
8 Fakultät für Physik der LMU (Hg.): Der Klimawandel: verstehen und handeln. September 2019, S. 10
9 Eine ältere Version der Grafik kommt in einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags vor: WD8-3000-028/17 von 2017, S. 62.
10 Auf meinen Physik-Ausflügen stieß ich auf unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Sache (die sich ebenso auf das beziehen kann, was einem gedachten oder realen, von auswärts bestrahlten Quadratmeter passiert, wie auf das, was eine Strahlungsquelle pro Quadratmeter und Sekunde an Strahlung hinbekommt, das heißt »Einstrahlung«/»irradiance« oder »Abstrahlung«/»radiance« bedeuten kann). Im Video In-Depth Look at PAR/Quantum Meters versucht Dr. Bruce Bugbee am Beispiel von Strahlungsmessungen zur Photosynthese bezüglich »Fluss« und »Flussdichte« Ordnung zu machen: »Leistungsfluss« betrifft Energiemengen pro Zeiteinheit; »Leistungsflussdichte« betrifft Energiemengen pro Zeiteinheit und Raum- oder Flächeneinheit (Apogee Instruments Inc. 2016).
12 So sagt der Photon Energy Calculator
13 M Wild, D Folini, M.Z. Hakuba et al.: The energy balance over land and oceans: an assessment based on direct observations and CMIP5 climate models.. Clim Dyn 44, 3393 – 3429 (2015), DOI 10.1007/s00382-014-2430-z. Alle Zitate aus englischsprachigen Quellen wurden unautorisiert übersetzt.
14 M Wild, D Folini, M.Z. Hakuba et al.: The energy balance over land and oceans: an assessment based on direct observations and CMIP5 climate models.. Clim Dyn 44, 3393 – 3429 (2015), DOI 10.1007/s00382-014-2430-z. Zum CMIP siehe Folge 14. In einer Studie von 2017 wurden die Zahlen der Grafik gegenüber 2015 geringfügig geändert (M Wild, A Ohmura, C Schär et al.: The Global Energy Balance Archive (GEBA) version 2017: a database for worldwide measured surface energy fluxes, Earth Syst. Sci. Data, 9, 601 – 613, DOI 10.5194/essd-9-601-2017, 2017). Oben und im sechsten Sachstandsbericht wird die neuere Version gezeigt. Zum Vorgehen bei der Zahlenermittlung siehe auch M Wild, D Folini et al.: The global energy balance from a surface perspective. Clim Dyn 2012, DOI 10.1007/s00382-012-1569-8
15 M Wild: The global energy balance as represented in CMIP6 climate models. Springer Nature 55/2020, DOI 10.1007/s00382-020-05282-7
16 M Wild: The global energy balance as represented in CMIP6 climate models. Springer Nature 55/2020, DOI 10.1007/s00382-020-05282-7
17 M Wild, D Folini, M.Z. Hakuba et al.: The energy balance over land and oceans: an assessment based on direct observations and CMIP5 climate models. Clim Dyn 44, 3393 – 3429 (2015), DOI 10.1007/s00382-014-2430-z. – Auf die Höhe der TOA scheint es in den Klimawissenschaften nicht so anzukommen. Mal sind es 20 km (ERBE-Satelliten) und mal 30 km (CERES-Satelliten) und mal 100 km (Strahlungstransfermodelle). Y Zhang, W B Rossow: Global Radiative Flux Profile Data Set: Revised and Extended. AGU JGR Atmospheres 128/5, März 2023
18 T Mauritsen, Y Tsushima et al.: Earth’s Energy Imbalance More Than Doubled in Recent Decades. AGU 6/3, Juni 2025, DOI 10.1029/2024AV001636. Zum Vergleich siehe K E Trenberth, J T Fasullo et al.: Climate variability and relationships between top-of-atmosphere radiation and temperatures on Earth. JGR Atmospheres, Volume 120, Issue 9, 16 May 2015, pp 3642-3659, DOI 10.1002/2014JD022887, Figure 6.
19 J Hansen, M Sato et al.: Earth’s energy imbalance and implications. Atmos. Chem. Phys., 11, 13421 – 13449, DOI 10.5194/acp-11-13421-2011, 2011, S. 13443
20 Seite 935 im sechsten IPCC-Sachstandsbericht von 2021/2023. Berichtet hat diese Sache der Astrophysiker Willie Soon in einem Vortrag auf der 16. Internationalen Konferenz zum Klimawandel am 8-9. April 2026. Hauptorganisatorin dieser Konferenz ist ein prokapitalistisches Institut, das die hegemonialen Querfronten der USA und anderer westlicher Nationen als »sozialistisch« bekämpft. Die Konferenz-Vorträge lohnen sich trotzdem. Weitere Details zum Energieungleichgewicht, noch ohne Kenntnis der »Kalibration«, gibt’s in Folge 13.
21 Im dritten IPCC-Sachstandsbericht von 2001 hat die Definition von »radiative forcing« einen Bezug zur Tropopause und umfasst »interne« wie »externe« Veränderungsfaktoren (Glossar, Seite 795). In der Definition des sechsten IPCC-Sachstandsberichts fehlt ein Bezug zur Tropopause und werden nur noch »externe« Veränderungsfaktoren unter »radiative forcing« gefasst (Glossar, Seite 2245). Im ersten Fall würden z.B. Effekte von Meeresströmungen auf die Wärmeabstrahlung der Erde ins Weltall unter »radiative forcing« fallen, im zweiten Fall nicht. CO2 gilt, obschon Teil der Atmosphäre, als »externer« Wirkfaktor. Die Definitionsänderung verwandelt den Begriff »radiative forcing« von einer im Prinzip, wenn auch nicht praktisch, einfach nachzumessenden Größe in ein Konzept, das sich nicht messen lässt, weil seine Quantifizierung ein nur in Klimamodellen mögliches und auf vorgefasste Annahmen angewiesenes Auseinanderklamüstern von Wirkfaktoren erfordert.
22 Zur Ozeanbehauptung siehe Folge 14, Wärmeverteilung, und z.B. M Wild, D Folini et al.: The global energy balance from a surface perspective. Clim Dyn 2012, DOI 10.1007/s00382-012-1569-8, S. 23 Punkt 5.6. Über den Zusammenhang zwischen Ozeanbehauptung und ungenügender Lufterwärmung siehe Science Media Centre: Expert reaction to new research on ocean heat sinks and global average temperatures. 21.8.2014 (Das Science Media Centre ist eine britische gemeinnützige Organisation zur Förderung der Glaubwürdigkeit »der Wissenschaft«, die Staatsknete erhält.)
23 L Zanna, S Khatiwala: Global reconstruction of historical ocean heat storage and transport (PNAS 116 (4) 1126-1131, January 2019, DOI 10.1073/pnas.1808838115). Auf ein vielleicht aus finanziellen und veröffentlichungserlaubnisbezogenen Gründen in klimawissenschaftlichen Studien inzwischen übliches Glaubensbekenntnis zum menschengemachten Klimawandel folgt der Befund: »Die gesamte Veränderung des OHC [ocean heat content – Wärmegehalt der Ozeane] seit 1871 wird auf 436,91 · 1021 J geschätzt, wobei der Anstieg im Zeitraum 1921 – 1946 (145,62 · 1021 J) genauso groß ist wie im Zeitraum 1990 – 2015.« In einer anderen Studie heißt es: »Die mit dem Nordpazifik und den antarktischen Zwischengewässern verbundenen Wassermassen waren während des mittleren holozänen Temperaturmaximums um 2,1 ± 0,4 °C beziehungsweise 1,5 ± 0,4 °C wärmer als im vergangenen Jahrhundert.« Y Rosenthal, S Braddock et al.: Pacific Ocean Heat Content During the Past 10,000 Years (Science 342(6158):617-21, November 2013, DOI 10.1126/science.1240837).
24 Die mittlere Wolke in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik scheint eine Höhe andeuten zu wollen, auf die sich die Pfeilspitzen beziehungsweise das, was als »outgoing radiation«/»ausgehende Strahlung« gemeint sein soll, beziehen. Wattebäuschchenwolken wie die gezeigte (Cumulonimbus) können bis zur oberen Grenze der Troposphäre reichen. Wenn es daher in diesem Text »Richtung Weltall« heißt, muss das nicht »futsch« bedeuten, denn mit der Strahlung könnte in höheren Schichten der Atmosphäre noch etwas passieren.
25 Hochschulkurzerklärung dazu von Rene Matzdorf: Innere Energie (Thermodynamik)
26 Additionen und Subtraktionen von Strahlungsflussdichten in diesem Text sind unphysikalisch-buchhalterisch zum Verständnis der Grafik gemeint. Physikalisch gesehen ist es problematisch, Strahlungsflussdichten zu addieren und zu subtrahieren. Zwei nebeneinander gestellte Heizkörper zum Beispiel, die jeweils 400 W/m2 abstrahlen, erzeugen nur in solchen Raumsegmenten eine Strahlungsflussdichte von 800 W/m2, in denen ihre Abstrahlungen in derselben Sekunde in derselben Richtung dieselbe gedachte Fläche von 1 m² passieren. Das geschieht vielleicht hier und da zwischen den Heizkörpern, wenn die Heizkörperoberflächen Huppel haben, die ihre Wärmestrahlung in eine gemeinsame Richtung lenken.
27 Mikrometer, µm, geben Wellenlängen an. Die Wellenlänge ist eine Aussage zum räumlichen Abstand zwischen zwei Wellenbergen einer Strahlung. Je größer die »µm-Zahl«, desto größer ist der räumliche Abstand zwischen zwei Wellenbergen und desto energieärmer ist die Strahlung. Bei Frequenzen, in Hz angegeben, ist das umgekehrt: Je größer die »Hz-Zahl«, desto mehr Wellen bekommt die Strahlung pro Sekunde zustande und desto energiereicher ist sie. Häufig werden Frequenzen auch in der Einheit cm−1 angegeben. Diese Einheit gibt an, wie viele Wellen eine Strahlung pro Sekunde auf einen mit Lichtgeschwindigkeit »durchflogenen« Zentimeter gesehen hinbekommt. Je größer die Wellenzahl desto energiereicher die Strahlung. (Mehr in Folge 11.)
28 M E Ritter: Selective Absorption by the Atmosphere. LibreTexts Geosciences, gelesen 12.2.2026.
29 Die Intervalle sind: 340 bis 341 W/m2 hereinkommende Energieflussmenge, 97 bis 100 W/m2 Albedo, 237 bis 242 W/m2 von der Oberfläche abgestrahlte Energie. Daraus ergeben sich folgende Möglichkeiten für das Gesamtbudget: 340‑97‑237 = 6, 341‑97‑237 = 7, 340‑100‑237 = 3, 341‑100‑237 = 4, 340‑97‑242 = 1, 341‑97‑242 = 2, 340‑100‑242 = −2, 341‑100‑242 = −1. Angesichts dessen, dass an der Entstehung der Werte »Kalibrationen« und Klimamodelle beteiligt waren, die in der Regel von vornherein so funktionieren, dass Erhöhungen der atmosphärischen Treibhausgaskonzentration Temperatursteigerungen bewirken, finde ich dieses magere Ergebnis erstaunlich. Um zu prüfen, ob 0,7 W/m2 Strahlungsantrieb ein ernstzunehmendes Ergebnis ist, könnten nichtklimatöse Messtechnikerinnen die Unsicherheiten quadrieren und addieren und davon die Wurzel ziehen: √[((341‑340)/2)2 + ((100‑97)/2)2 + ((242‑237/2)2] ≈ 2,9. Aus diesem Ergebnis könnten sie schließen: Strahlungsantriebe mit Beträgen von weniger als 2,9 sind aufgrund der Messunsicherheiten nicht feststellbar. Das muss aber nicht bedeuten, dass sich aus statistisch insignifikanten Werten keine statistisch signifikanten Trends errechnen lassen. Auch sollte man dankbar sein, dass in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik Vertrauensintervalle überhaupt angegeben sind. Offensichtlich undankbare Leute veröffentlichten quasi im Selbstverlag eine detaillierte Unsicherheitsabschätzung: J Cohler, D R Legates et al.: IPCC’s Earth Energy Imbalance Assessment is Based on Physically Invalid Argo-Float-Based Estimates of Global Ocean Heat Content. SSC Vol. 6.1 (2026)
30 Hamburger Bildungsserver: Der Strahlungshaushalt der Atmosphäre. Gesehen 12.4.2026
31 Siehe Sechster IPCC-Sachstandsbericht 2021/2023, S. 968 – mit ausdrücklichem Verweis auf die IPCC-Gegenstrahlungsgrafik, obschon dort für nichtkopfrechengeschulte Menschen keine 159 auszumachen ist. Ich selber habe die Zahl 159 durch Howard Hayden, Prof. Emeritus of Physics, gefunden, der sie in einem Vortrag bei Tom Nelson erwähnt.
Kleine Story zur Förderung der Begriffsordnung: Auf Seite 52 erklärt der sechste IPCC-Sachstandsbericht: »Im Vergleich zu den Veränderungen der globalen Oberflächentemperatur weist das Energieungleichgewicht der Erde (siehe Kasten ›Kernkonzepte‹) geringere Schwankungen auf, wodurch Trends genauer identifiziert und eingeschätzt werden können.« Die globale Erwärmung ist ein Erwärmungstrend, das heißt ein Trend. Der treibhausgaseffektungläubige Nobelpreisträger John F. Clauser behauptete in einem Vortrag, das Energieungleichgewicht sei die IPCC-Definition für »globale Erwärmung«. Eine bekannte treibhausgaseffektgläubige YouTube-Wissenschaftlerin, Sabine Hossenfelder, baut darauf ein Anti-Clauser-Video aus sachlichen Argumenten und menschlich fiesen Angriffen auf. Es wäre »verrückt«, sollte das IPCC eine Definition benutzen wie Clauser behauptet, sagt sie, weil zwischen Temperaturen und Energieungleichgewicht kein »einfacher Zusammenhang« bestehe. Hossenfelder verweist auf den »Kasten, Kernkonzepte‹« (»Core Concepts«), der auf Seite 39 des IPCC-Sachstandsberichts steht. Dort heißt es: »Globale Erwärmung: Die globale Erwärmung bezieht sich auf die Veränderung der globalen Oberflächentemperatur im Verhältnis zu einem Referenzwert«. Etwas weiter unten im selben »Kasten ›Kernkonzepte‹«, von Hossenfelder nicht gezeigt, steht: »Energieungleichgewicht der Erde: In einem stabilen Klima entspricht die Energiemenge, die die Erde von der Sonne erhält, in etwa der Energiemenge, die an den Weltraum verloren geht […]. ›Klimatreiber‹ wie ein Anstieg der Treibhausgase oder Aerosole stören dieses Gleichgewicht und führen dazu, dass das System entweder Energie gewinnt oder verliert. Die Stärke eines Klimatreibers wird anhand seines effektiven Strahlungsantriebs (ERF) quantifiziert, der in W/m2 gemessen wird. Ein positiver ERF führt zu einer Erwärmung, ein negativer ERF zu einer Abkühlung.« Man darf den von mir unterstrichenen Zusammenhang, der laut Hossenfelder nicht »einfach« ist, nicht »Definition« nennen. Im gesamten IPCC-Sachstandsbericht wird »globale Erwärmung« konsequent mit der Einheit °C verbunden, nie mit W/m2. Mit W/m2 werden ausschließlich Faktoren verbunden, die einen »Beitrag zur globalen Erwärmung« leisten (z.B. S. 926). Zusammengefasst finden sämtliche Beiträge zur globalen Erwärmung in W/m2 statt, die globale Erwärmung insgesamt findet aber in °C statt.
32 Die atmosphären-absorbierte Portion 80 W/m2 wäre durch 2 zu teilen, wenn rund die Hälfte nach oben ins Weltall abgestrahlt wird. Von der Energie aus dem Erdinneren sagt Wikipedia, sie mache 0,03 % der Gesamtenergiebilanz der Erde auf der Oberfläche aus. Sie zu ignorieren, könnte aber trotzdem zu größeren Klima-Fehleinschätzungen führen. Die Energie des Erdinneren steigt durch langgestreckte Spalten in den Meeresböden nach oben, was die Meeresströmungen verändert, die wiederum die Lufttemperaturen verändern.
33 Gezeichnet nach Paul S. Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. James R. Holton, Elsevier LTD, 2nd edition, Oxford 2001, S. 13. Auch in: C Bretherton (2018): Lecture 10. Surface Energy Balance (Garratt 5.1-5.2), Fig. 10.1.
34 Den Ausdruck »Energiebilanzgleichung der Erdoberfläche« verwendet z.B. H Kraus: Grundlagen der Grenzschicht-Meteorologie. Springer, Berlin, Heidelberg 2008. DOI 10.1007/978-3-540-75981-2_11, S. 127. Die Energiebilanzgleichung und die später behandelte Strahlungsbilanzgleichung tauchen z.B. hier auf: Wallace, Hobbs: Atmospheric Science: An Introductory Survey. 2nd edition, Elsevier 2006, S. 385f – Tafelmitschrieb von M Engelhardt der Vorlesung Mikrometeorologie, gehalten von Herr H. Zimmermann im Sommersemester 2005, S. 7 und 10 – Vorlesung von Prof. Yusri Yusup an der School of Industrial Technology, Universiti Sains 2018 – Lehrmaterialien der Universität Washington, Gleichungen 10.1 und 10.3 – K Singleton: San José State University METR 130: Lecture 2, Spring Semester 2011, S. 7 – Oklahoma State University Soil Physics: Introduction to the surface energy balance 2021 – P S Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. James R. Holton, Elsevier LTD, 2nd edition, Oxford 2001, S. 12 und 38 – T Foken, M Mauder: Micrometeorology. Springer 2008, DOI 10.1007/978-3-540-74666-9_6, S. 11 und 16.
35 Im Unterschied zur »Temperatur« werden bei der »thermischen Energie« Drehungen und Oszillationen ohne räumliche Positionsveränderungen der Teilchen einbezogen. Tec-science: Innere Energie & Wärmekapazität von idealen Gasen (kinetische Gastheorie). Der hier vorgestellte Temperaturbegriff wird »kinetisch« genannt (HyperPhysics, Georia State University: Kinetic Temperature). Dazu passende ähnliche Temperaturdefinitionen sammelte aus medizinischer Perspektive A Yartsev: Definition of heat and temperature (Deranged Physiology 12.09.2024). Über Schwierigkeiten, dieses Zeug zu begreifen, gibt’s Studien, von denen M Sözbilir berichtet: A Review of Selected Literature on Students’ Misconceptions of Heat and Temperature (Bogazici University Journal of Education 20/1, 2003). Eine exakte thermodynamische, leider wenig intuitive Temperaturdefinition lautet: T ≡ (∂U/∂S)V,N (Wikipedia englisch). Mit so einem Temperaturbegriff erweist sich die gesamte »Klimaschutz«-Politik als Humbug, weil eine »mittlere oberflächennahe Globaltemperatur« (und sei es eine allein der Luft ohne untergemixte Wassertemperaturen, Folge 7) keinen physikalischen Sinn ergibt – sagt J Cohler: The Father of Lies: Hijacking Climate Science (Vortrag auf dem 43. Kongress der Doctors for Disaster Preparedness 5.7.2025). – Gegenposition: N Nikolov: Meaning of global temperature (Tom Nelson Pod #370, 29.1.2026) – Erwiderung darauf: Cohler/Soon: Rebuttal to Nikolov on global temperature (Tom Nelson Pod #371, 10.2.2026)
36 Physikalisch ordentlich langweilige Erklärung in Deutsch bei LTT Rostock – Thermodynamik endlich verständlich [echt jetzt?]: Wärmestrom. Physikalisch ordentliche ausführlichere Erklärung mit Pfannkuchen in indischem Englisch bei Skill Lync: What is Heat Flux? Kurze Ergänzung der Feuerwehr in texanischem Englisch.
37 Andere Meteorologiemenschen machen es genau umgekehrt. Mein Geldhaushalt findet die hier verwendete Konvention einleuchtender.
38 P S Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. James R. Holton, Elsevier LTD, 2nd edition, Oxford 2001, S. 11
39 Drei unterschiedliche Einsatzarten von Hx: Lehrmaterialien der Universität Washington, Absatz über Gleichung 10.2 – K Singleton: San José State University METR 130: Lecture 2, Spring Semester 2011, S. 7 – Tafelmitschrieb von M Engelhardt der Vorlesung Mikrometeorologie, S. 12, vorletzter Absatz.
40 Zahlen geschätzt aus der Grafik auf Seite 77 in F Imbery: Langjährige Variabilität der aerodynamischen Oberflächenrauhigkeit und Energieflüsse eines Kiefernwaldes in der südlichen Oberrheinebene (Hartheim). Dissertation Albert-Ludwig-Universität, Freiburg i. Brsg 2004. Hx steht dort für »Änderung der Wärmespeicherung im [Wald-]Bestand« beziehungsweise »Bestandeswärmestrom J«. Die Dissertation macht deutlich, wie kompliziert es ist, die Werte der einfach erscheinenden Energiebilanzgleichung zu ermitteln. Zusätzlich gibt es ein grundsätzliches Problem damit, dass die Energiebilanzgleichung nicht messbar aufgeht (T Foken: Die scheinbar ungeschlossene Energiebilanz am Erdboden – eine Herausforderung an die Experimentelle Meteorologie. Vortrag 1997 – M Mauder, T Foken, J Cuxart: Surface-Energy-Balance Closure over Land: A Review. Boundary-Layer Meteorology 177(8), 2020).
41 D Fisher Miller: Basics of Radio Astronomy – Chapter 3: The Mechanisms of Electromagnetic Emissions. NASA Jet Propulsion Laboratory, Advanced Mission Operations Section, Customer Integration Services Group, JPL D-13835, S. 20
42 G E Miller: Chapter 14 – Biomedical Transport Processes, in: J D Enderle et al.: Introduction to Biomedical Engineering (Third Edition), Academic Press, 2012, pp 937-993, ISBN 9780123749796, DOI 10.1016/B978-0-12-374979-6.00014-9
43 M Planck: Vorlesungen über die Theorie der Wärmestrahlung. Verlag von Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1906, S. 4
44 Lebewesen verwandeln Sonnenenergie in chemische Energie, z.B. bei der Photosynthese und Vitamin-D3-Produktion. Herauszufinden, wie viel das ausmacht, hatte ich leider keine Zeit.
45 D Brunt: Physical and Dynamical Meteorology Physical and Dynamical Meteorology. Cambridge University Press 1934, S. 274
46 D Brunt: Physical and Dynamical Meteorology Physical and Dynamical Meteorology, S. 275
47 Siehe Instant-Marx.
48 Genau genommen lassen sich Strahlungen generell nicht messen. Messen lässt sich immer bloß absorbierte, also nicht mehr existierende Strahlung. Die meteorologischen Messgeräte, mit denen Sonneneinstrahlung und Wärmestrahlungen von der Erdoberfläche aus gemessen werden, funktionieren im Prinzip so: Den zu messenden Objekten wird ein Material entgegengehalten, das sich durch Strahlung leicht erwärmt und bei Temperaturunterschieden deutlich seine elektrischen Eigenschaften verändert. Diese elektrischen Veränderungen werden erfasst. Siehe World Meteorological Organization: Guide to Instruments and Methods of Observation. Volume I – Measurement of Meteorological Variables. 2024 edition, WMO-No. 8 – Kipp & Zonen: CGR 4 Pyrgeometer Instruction Manual – T Stoffel, I Reda et al.: Pyrgeometer Calibrations for the Atmospheric Radiation Measurement Program: Updated Approach. Sixteenth ARM Science Team Meeting Proceedings, Albuquerque, NM, March 27 – 31, 2006 – Hukx (ehemals Hukseflux): How to measure net radiation? Online course 8
49 P S Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. J R Holton, Elsevier LTD, 2nd edition, Oxford 2001, S. 13. Ausdrücke in eckigen Klammern hinzugefügt.
50 R Stull: Meteorology for Scientists and Engineers – Chapter 3: Heat. 3rd Ed., University of British Columbia, 2017/2018, S. 73 (ganzes Buch ist hier). Ausdrücke in eckigen Klammern hinzugefügt.
51 Eintreffendes Sonnenlicht enthält langwellige Strahlung, deren allgemeine Nichtbeachtung in atmosphärischen Strahlenberechnungen zu Fehlern von einigen W/m2 führt. Die Abstrahlung der Erdoberfläche enthält kurzwellige Strahlung, deren allgemeine Nichtbeachtung in atmosphärischen Strahlenberechnungen zu Fehlern von weniger als 1 W/m2 führt. Das steht in F Zhang, K Wu et al.: Radiative transfer in the region with solar and infrared spectra overlap. Journal of Quantitative Spectroscopy and Radiative Transfer, V 219, November 2018, DOI 10.1016/j.jqsrt.2018.08.025
52 Gezeichnet nach P S Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. J R Holton, Elsevier, Oxford 2001, S. 40, und T Foken, M Mauder: Micrometeorology. Springer 2008, S. 13 (hier ist die Konvention, was als positiv und was als negativ zählt, umgedreht, so dass ich die Kurven vertikal gespiegelt habe). Ähnliche Grafik in T Foken, C J Nappo: Micrometeorology, Beck-Taschenbuch von 2008, und in vielen anderen Lehrmaterialien.
53 Wallace, Hobbs: Atmospheric Science: An Introductory Survey, S. 385. Auch in T Foken: Die scheinbar ungeschlossene Energiebilanz am Erdboden – eine Herausforderung an die Experimentelle Meteorologie (Vortrag 1997) ist bezüglich der »langwelligen Komponenten« des Strahlungshaushalts der Erdoberfläche die Rede von einer »Tatsache, dass Gegen- und Ausstrahlung etwa von der gleichen Größenordnung sind«, S. 138.
54 P S Arya: Introduction to Micrometeorology. Hrg. J R Holton, Elsevier, Oxford 2001, S. 38. In eckigen Klammern stehen im Original Formelzeichen nach Art von »RL↓« die in diesem Text zu »L↓« usw. vereinfacht sind.
55 R Stull: Meteorology for Scientists and Engineers – Chapter 3: Heat. 3rd Ed., University of British Columbia, 2017/2018, S. 258 (ganzes Buch ist hier). Konkrete Messungen über Wasserflächen ergaben schon lange eine negative Differenz L↓ – L↑ nahe Null: P Maughan: Measurement of radiant energy over a mixed water body. Oregon State University, Doktorarbeit für Ozeanografie 1966
56 Keine Begründung wäre: Mit der CO2-Konzentrationen steigen negative Rückkoppelungseffekte, so dass die Temperaturwirkung von zusätzlichem CO2 nachlässt. Die Rückkoppelungseffekte stoppen nicht die Ansammlung weiterer 261 W/m2 in den nächsten 4 Minuten. Sie könnten mitwachsen, doch kämen ohne Begründungen wie (B1) und (B2) unendlich große Energiemengen zusammen.
57 Grafik oben gezeichnet nach W A van Wijngaarden, W Happer: Dependence of Earth’s Thermal Radiation on Five Most Abundant Greenhouse Gases. Atmospheric and Oceanic Physics 2020, Seite 13. »Spectral flux 〈 ̃Z{i}(ν, zmp, f )〉« mit »Spektrale Leistungsdichte« übersetzt. Grafik unten gezeichnet nach B-Y Kim, K-T Lee: Using the Himawari-8 AHI Multi-Channel to Improve the Calculation Accuracy of Outgoing Longwave Radiation at the Top of the Atmosphere. Remote Sens. 2019, 11, 589; DOI 10.3390/rs11050589, S. 7
58 Zur Fragwürdigkeit dieser Vorstellung siehe Folge 13, Energiebilanz der Erde.
59 IPCC: Sechster Sachstandsbericht, S. 746 und 1006f. Im dritten IPCC-Sachstandsbericht (S. 93) wird erklärt, dass der Temperaturanstieg durch CO2 logarithmisch abnimmt. Er komme nicht vollständig zum Erliegen, weil in den Spektralflügeln des CO2 zusätzlicher Absoptionsspielraum bestehe. Im fünften IPCC-Sachstandsbericht heißt es: »Ein exponentieller Anstieg der CO2-Konzentration führt zu einem im Wesentlichen linearen Anstieg des [Strahlungsantriebs] RF (Myhre et al., 1998) aufgrund eines ›Sättigungseffekts‹ der stark absorbierenden Banden« (S. 147). Weiteres dazu in Folge 13, ab Stichwort »Rasool«.
60 D C Catling, J F Kasting: Atmospheric Evolution on Inhabited and Lifeless Worlds. Cambridge University Press, 2017, DOI 10.1017/9781139020558, S. 66. Kostenlose Ausschnitte gefunden bei der Universität von Chicago, Department of the Geophysical Sciences. Originaltext: »On Earth at 1 bar, air with a typical concentration of CO2 absorbs ~95 % of 15 µm radiation over a pathlength of only 1 m!«.
61 S P Raghuraman, D Paynter et al.: Greenhouse Gas Forcing and Climate Feedback Signatures Identified in Hyperspectral Infrared Satellite Observations. Geophysical Research Letters Volume 50, Issue 24, Dezember 2023, DOI 10.1029/2023GL103947. Ähnlich Y-T Chen, T M Merlis et al.: The Cause of Negative CO2 Forcing at the Top-Of-Atmosphere: The Role of Stratospheric Versus Tropospheric Temperature Inversions. AGU Research Letter Seo 2023, DOI 10.1029/2023GL106433
62 An dieser Stelle entsteht eine Komplikation, die auch auf die Gesamterde zutrifft: Die Wärmestrahlung wird von der Oberfläche des Kartoffelsalats abgestrahlt. Aus dieser Strahlungsmenge lässt sich nicht auf Temperaturerhöhungen von Kartoffelsalat-Abteilungen in Wiesennähe schließen. Innerhalb des Kartoffelsalats finden komplizierte Vorgänge der Energieverteilung statt, die von Abstrahlungen innerhalb des Salats begleitet sind und von Dingen wie Wärmekapazitäten von Kartoffelstücken im Unterschied zu Zwiebelstücken und vielem mehr beeinflusst werden. Inwiefern lässt sich aus der Wärmestrahlung der Erde an der TOA überhaupt auf Temperaturen in Oberflächennähe schließen?
63 Waschbecken von Diablanco | Wikimedia Commons
64 Dass die Temperatur in Folge von Druck, Konvektion usw. mit abnehmender Höhe steigen kann, wird damit noch nicht bestritten. Das wird erst bestritten, indem man sagt: Ohne Treibhausgase können bei der gegebenen Sonneneinstrahlung oberflächennah keine 15 °C herauskommen.
65 Laut NASA verliert auch die Erde durch Teilchentransporte Energie: täglich verschwinden einige hundert Tonnen Atmosphäre ins Weltall – zu wenig, um bei Energiebudgetüberlegungen beachtet werden zu müssen.
66 Berechnet für 15 °C und 101325 Pa Luftdruck nach dem Gasgesetz im Anhang. Mit der Loschmidt-Konstanten kommen 2,5482 · 1025 Teilchen heraus. – Lustige Erklärung großer Zahlen beim (deutschsprachigen) simpleclub – Bildmaterial von Wikimedia Commons: Polnischer Karoffelsalat in Australien, NASA-Erde.
67 Eine physikalischere Erklärung, deren Einzelheiten ich nicht einschätzen kann, gab Okulær (Kristian) 2014: The Great Magical ‘Greenhouse Effect’ Self-Amplifying Loop.
68 Um diese Sache auszubügeln, könnte man sich vorstellen, dass Treibhausgase den vertikalen Temperaturgradienten abflachen: unten mehr, dafür oben weniger Wärme. Das würde sich mit der Erklärung des 33 °C-Unterschieds durch Gegenstrahlung beißen, weil die Treibhausgase dann Wärme nur umverteilen würden.
69 Gerade neulich traf ich nach längerer Zeit einen alten Bekannten. Er wurde mRNA-gespritzt, wurde danach mit Diagnose »Covid-19« krank und überlebte später knapp eine Thrombose. Er meint, er sei gegen Covid-19 »geimpft« worden, obschon er danach mit »Covid-19« diagnostiziert wurde, und ist überzeugt, dass die Thrombose eine Folge der »Covid-19«-Erkrankung ist, weil dies die Ärztin sagt, die ihm das mRNA-Zeug verpasste. Was sollte die Ärztin anderes sagen? Vielleicht: »Nunja, es besteht eine gewisse Möglichkeit, dass es an der Impfung lag, und eigentlich hätte ich Sie vor der Impfung auf den schon früh aufgetauchten Verdacht erhöhter Thrombose-Wahrscheinlichkeiten hinweisen sollen, aber mich da auf dem Laufenden zu halten, fand ich zu aufwändig. Glauben Sie mir, als zwangszuimpfender selbständiger Taxifahrer hätten Sie das sowieso nicht wissen wollen! Nun sollten wir aber der Frage einer möglichen Impfwirkung nachgehen, damit in der statistischen Gesamteinschätzung des Impfstoffs mögliche lebensbedrohende Risiken nicht als Covid-19-Folgen versteckt werden. Schade nur, dass das kaum mehr zu machen ist, weil wir damals die nötigen, für mich bei geringer Einträglichkeit mit dem Risiko unpraktischer Erkenntnisse verbundenen Kontrolluntersuchungen nicht gemacht haben, durch die Sie unabhängig von der Ursache vermutlich gar nicht erst in die lebensbedrohliche Situation der Späterkennung der Thrombose gekommen wären.«? Details zum Thrombose-Zusammenhang z.B. in H N Q Tran et al.: Risk benefit analysis to evaluate risk of thromboembolic events after mRNA COVID-19 vaccination and COVID-19. npj Vaccines 9/166, 2024, DOI 10.1038/s41541-024-00960-7.
70 Weiter oben war aufgefallen, dass die Gegenstrahlung »verschwände«, würde sie nicht größer sein als die Hälfte der Erdabstrahlung. Dieser umgekehrte Effekt hängt damit zusammen, dass in der IPCC-Gegenstrahlungsgrafik die Gegenstrahlung ein rechnerisches Eigenleben B unabhängig von der hereinkommenden oberflächen-emittierten Sonnenenergie A (=57 W/m2) führt:
Die Erdabstrahlung beträgt A + B.
Ist das der Fall, kommt eine Gegenstrahlung in der Hälfte von B zustande: 0,5 B.
Ist das der Fall, kann die Erdabstrahlung bloß noch A + 0,5 B betragen. … Und immer so weiter.
71 Stefan Rahmstorf: Kann eine Bettdecke den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletzen? SciLogs 20.9.2016. Eine häufige Aussage von Leuten der ketzerischen Seite der Klimadebatte beruft sich auf den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik: Wärme kann nicht vom Wärmeren ins Kältere fließen. Rahmstorf verwandelt diese Aussage in: »Die Klimaleugner behaupten, die kältere Atmosphäre könne keine Wärmestrahlung in Richtung auf die wärmere Oberfläche strahlen.« Diese Aussage nennt Rahmstorf dann »Unsinn«. Der Austausch von »Wärme« mit »Wärmestrahlung«, um ein physikalisches Argument als Unsinn erscheinen zu lassen, hat nach Berichten des inzwischen verstorbenen Theoretischen Physikers Ralf D. Tscheuschner Tradition: Der Treibhaus-Showdown Rahmstorf-Ermecke: Zur wissenschaftlichen Methode der Physik und den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie, Seite 27 Punkt 11. Falls jemand etwas beitragen will: Tscheuschner, wenn auch kein Kommunist, hätte außer einem physischen Denkmal eine Gedenkwebseite mit Schrift- und Video-Sammlung verdient.
72 Stefan Rahmstorf: Antworten auf Leserzuschriften – »Wie funktioniert eigentlich der Treibhauseffekt?« Februar 2003 (gesehen 16.5.2026)
73 Um nicht Treibhausgasgläubigkeit gegen Gasgleichungsgläubigkeit auszuwechseln: Könnte am idealen Gasgesetz etwas Prinzipiellphysikalisches zu meckern sein wie es hier steht: X D Dongfang: Modified Equations of Molecular Dynamics (Mathematics & Nature Magazine 1, 202104, 2021, China)?
74 J M Aparicio, G Deblonde et al.: Signature of the atmospheric compressibility factor in COSMIC, CHAMP, and GRACE radio occultation data. J. Geophys. 114/D16, 2009, DOI 10.1029/2008JD011156. Das Thema scheint wenige zu interessieren – habe nichts Neueres gefunden.
75 Im Original haben r und A aus einem vom Autor erklärten guten Grund Überstriche. Die sind hier weggelassen.
76 Das muss nicht unbedingt bedeuten: ohne Atmosphäre hätte die Erdoberfläche weniger Energie, denn ohne Atmosphäre wäre die Zusatz-Ladung direkt zur Erdoberfläche gelangt. Außerdem wäre die Energie, die die Atmosphäre nach oben abstrahlt, zur Erdoberfläche gelangt.
Hereinkommende Sonnenstrahlung enthält etwa 12 W/m2 langwellige Strahlung (zwischen 4 und 1000 μm) – sagen F Zhang, K Wu et al.: Radiative transfer in the region with solar and infrared spectra overlap. Journal of Quantitative Spectroscopy and Radiative Transfer, V 219, November 2018, DOI 10.1016/j.jqsrt.2018.08.025.
Bild: Стебаев Александр Андреевич «Первые зрители» 1966 год. Alexander Stebaev (1966): Die ersten Zuschauer.






Ein Beispiel, dass Klimawissenschaften völlig spinnen:
laut dem Wikiblödia (h#ttps://de.wikipedia.org/wiki/Atmosph%C3%A4rischer_Temperaturgradient) herrschten in der Atmosphäre in 500 km Höhe - also in großer Nähe zum ~-270°C kalten Weltall - + (PLUS!) 1.100°C!
(Das wird auch in der Diskussion
(h#ttps://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Atmosph%C3%A4rischer_Temperaturgradient) im Beitrag von 88.69.42.106 noch einmal ausdrücklich als angeblich korrekt bestätigt)
Also hätte der Thermometer eines Wetterballons (oder zB Apollo 11) dort 1.100°C gemessen? Gewiss nicht!
Ein Trick mit der Temperaturdefinition in stark verdünnten Gasen? Wenn man Temperatur statistisch über die Geschwindigkeit der Gasteilchen definiert, bedeutet hohe Temperatur hohe Teilchen-Geschwindigkeiten. Damit würden aber die Gasteilchen in 500 km Höhe zu einem großen Anteil die in dieser Höhe geltende Fluchtgeschwindigkeit ins Weltall überschreiten (je weiter entfernt von der Erdoberfläche, umso niedriger muss die Fluchtgeschwindigkeit sein). Die Folge wäre doch eine radikales Entweichen der Erdatmosphäre in das Weltall.
Was ist da wo falsch? Der Hinweis auf die geringe Energiemenge aufgrund der geringen Teilchendichte scheint mir das Problem nicht zu entschärfen.
Zum Artikel:
»Von da an fließen 240 Tropfen pro Sekunde aus dem Waschbecken heraus. Der Wasserstand bleibt gleich hoch. Wie hoch er ist, ob die Wassermenge im Waschbecken 398 oder 398000 oder 39800000000 Wassertropfen umfasst, hängt von der Größe des Waschbeckens und der Höhe der Überlaufvorrichtung ab und hat nur am Rande etwas mit dem Wasserfluss von 240 Tropfen rein und 240 Tropfen raus zu tun.«
Das, würde ich sagen, zeigt den ganzen Klimawahn-Unfug: die Wärme (und zwar fühlbare Wärme, also reale Temperatur und nicht irgend ein Theoriegespinst nach der man in 500 km Höhe fast schlagartig verdampfen müsste bei den angeblich 1.100°C) unserer Atmosphäre hat ganz genau einzig und alleine nur mit den folgenden drei Faktoren zu tun:
- Wärme-Input, also Strahlung der Sonne, die auf die Erde auftrifft, die übrigens nicht konstant ist, da die Abstrahlung der Sonne fluktuiert (Sonnenflecken)
- Wärme-Output, also Strahlung, die die Erde an der oberen Atmosphärenschicht in den Weltraum verlässt (auch die ist natürlich nicht konstant wenn der Energie-Input nicht konstant ist)
- Wärmekapazität, also (nur sensible, nicht latente) Wärmespeicherfähigkeit des Systems Atmosphäre+Erdboden+Meere
Bei all dem spielen »Treibhausgase« Null und Nichts eine Rolle. Gase spielen nur in Form ihrer Wärmekapazität eine Rolle.
Und einzig und alleine die Wärmekapazität unserer Atmosphäre macht den Temperaturunterschied zu anderen Himmelskörpern aus wie etwa dem Mond, meine ich.
CO2 hat übrigens eine geringe Wärmekapazität, während Wasserstoff eine sehr hohe (unschlagbar hohe) Wärmekapazität hat. Damit „ein Hoch“ auf die heute angeblich angestrebte Wasserstoff-Wirtschaft.
Das Argument mit der Rückstrahlung der Atmosphäre auf die Erde scheint mir übrigens genauso schlüssig wie die Schildbürger-Denke, die Licht in Eimern in ihr Rathaus tragen wollten. Denn die Rückstrahlung führte schließlich zu Rückrückstrahlung. Und diese wieder zu Rückrückrückstrahlung, … Das gegebene Modell tut nämlich so, wie wenn nach dem ersten Rückstrahlungschritt Feierabend wäre und nichts mehr weiter geschehen würde.
Klimawissenschaften sind wie Virologie, und darüber hinaus jede Wissenschaften die Modelle, Simulationen oder »Gedankenexperimente« als Beweise verwenden, Verarschungswissenschaften, zumal sie heute mit Interessen und Profit verbunden sind.
Wo Wissenschaften früher (vor 1900, vor dem unseligen Plank und Einstein und dem aufkommenden Elend der »theoretischen Physik«) vielleicht dazu aufgestellt waren, Fehler und Irrtümer immer weiter auszumerzen, sind sie heute nur noch dazu da, zunehmende Verwirrung im Sinne irgendwelcher »pressure groups« zu erzeugen.
Wie kann die Wärmekapazität eine Rolle für die Temperatur spielen?
Wärmekapazität ist zuallererst eine Größe, die auf die Dauer der Einstellung einer Konstanttemperatur, ausgehend von einem ständigen Temperaturgefälle, hat. Ist die Wärmekapazität gering, so folgt die Temperatur des Körpers so gut wie unmittelbar der Erwärmung oder Abkühlung. Ist die Wärmekapazität hoch, so folgt diese Temperatur immer nur verzögert den äußeren Einflüssen.
Ein zyklisch beheizter und sich wieder abkühlender Körper wie die Erdoberfläche, durch den Wechsel von primär Tag und Nacht, sekundär durch die Jahreszeiten, also Wechsel der Einstrahlungsdauer und Wechsel des Einfallwinkels kann durch seine Wärmekapazität daran gehindert werden, eine maximal oder minimal erreichbare Temperatur zu erreichen (diese maximale oder minimale Temperatur sei die Temperatur, die unter gegebenen, KONSTANTEN Energie-Einströmungen und -Abströmungen sich einstellen würde). Damit ist der Körper in einem ständigen Ungleichgewicht - was schon für sich eine mittlere Temperaturangabe unsinnig macht, denn für so einen Zustand des Ungleichgewichts ist Temperatur gar nicht definiert.
Wenn man in einem Ofen einen Körper Temperaturzyklen aussetzt, der Körper dabei immer wieder eine höchste und immer wieder eine tiefste Temperatur durchläuft, kann man dann den Mittelwert daraus einfach als »mittlere Temperatur« annehmen? Hat dieser Mittelwert eine physikalische Bedeutung?
Wenn man EINE Temperatur ermittlen wollte, die für das System charakteristisch ist, so müsste man doch auch berücksichtigen, WIE LANGE eine jeweils gemessene Temperatur auftritt. Man müsste also eine _nach der Zeit gewichtete_ mittlere Temperatur bestimmen.
Hat die Mondoberfläche eine mittlere Temperatur von ca. -50°C (+120°C am »Tag« und -170°C bei »Nacht«)? Ist diese mittlere Temperatur irgendwie physikalisch sinnvoll? Ich glaube nicht. Würde in einem genügend großen Körper auf der Mondoberfläche in dessen Kern auf Dauer sich diese mittlere Temperatur einstellen? Eine Frage der Wärmekapazität und der Wärmeleitung.
In einem Meter Tiefe soll die Temperatur konstant -35°C betragen. Ist das glaubhaft wenn 1 Meter darüber über Tage die Temperatur zwischen +120 und - 170°C schwankt?
In welcher Tiefe herrscht wirklich eine konstante Temperatur, und wie hoch ist sie wohl?
Wunderbare Fleißarbeit.
Aber man kann ein Märchen, auch ein physikalisches Märchen wie den Treibhauseffekt nicht von innen heraus widerlegen. Das ist wie beim Froschkönig. Wenn man dem Kind erklärt, dass Frösche nicht sprechen können, dann widerspricht das Kind mit »Aber der Froschkönig kann sprechen.«
Es ist der Jesusfundamentalismus, mit dem die Kinder von kleinauf ans glauben statt wissen konditioniert werden. Damit ist jeder Versuch der späteren Aufklärung zum scheitern verurteilt.
Meine Wahrnehmungen (und ich traue inzwischen nur noch dem, was ich sehe und fühle und unmittelbar wahrnehme, weil inzwischen fast alles medial Vermittelte perfide gelogen ist) sagt mir,
dass der _Wärmeeintrag_ durch die Sonne gerade sehr hoch ist -
- UND NICHT, dass die _Wärmezurückhaltung_ (etwa wie angeblich durch CO2 bewirkt) erhöht wäre.
Wenn es nicht direkt an der Sonne liegt (deren Strahlungsabgabe nun einmal nicht konstant ist, also schon von daher mal mehr, mal weniger Energie kommt), sondern wie behauptet an der Atmosphäre liegt - dann ist die aktuell fühlbare Erwärmung darauf zurückzuführen, dass die Atmosphäre mehr Energie von der Sonne durchlässt -
- UND NICHT darauf, dass die Atmosphäre (wie die CO2-Wahnsinnigen behaupten) mehr Wärme zurückhalten würde.
Warum will man in Deutschland immer nichts weniger als die ganze Welt retten (»Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!«) indem man angeblich das atmosphärische CO2 kontrollieren wollte (völlig irrsinnig) oder auch, indem man alle Armen und mit Mühsal Beladenen der ganzen Welt zu sich einlädt? Oder indem man die Kriege anderer (Ukraine, USA, Israel) unterstützt, bezahlt oder gar in deren Namen führt?
Was ist so kaputt am europäischen Menschen, dass er das alles mitmacht, mit sich machen lässt, dafür sein Geld, sein Glück, sein Blut, seine Wohlfahrt, seine geistige und allgemeine Gesundheit spendet?
Wo sind die 200 Jahre Aufklärung seit Kant in Europa hingeraten? Wie haben wir diese Würde und diesen Stolz verspielt, aufgegeben, kampflos verloren, freiwillig hingegeben?