Erklärung des Sekretariats des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und der Internationalen öffentlichen Vereinigung »Für die Union und die Kommunistische Partei der Union« (MOO SKPS), Moskau.
Der 22. Juni 2026 steht bevor – der 85. Jahrestag des perfiden Überfalls von Nazi-Deutschland und seinen europäischen Satelliten auf die Sowjetunion. Dies ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus, an die gefallenen Helden und Sieger sowie ein Tag des Kampfes gegen den Neofaschismus. Heute stellt der Faschismus aufgrund des globalen Charakters des Imperialismus und seiner allgemeinen Krise sowie der Verbreitung neuer Arten von Massenvernichtungswaffen eine noch größere Gefahr für die Menschheit dar.
Seit dem Angriff auf die Sowjetunion erhielt der Zweite Weltkrieg – der durch eine weitere Krise des kapitalistischen Systems hervorgerufen worden war und mit der Schaffung des Antikominternpakts begann – einen klar ausgeprägten antifaschistischen Befreiungscharakter. Dank der Anstrengungen der Völker der Anti-Hitler-Koalition und ihrer Staaten, allen voran des heroischen sowjetischen Volkes und seines Staates – der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) –, endete der Krieg mit dem großen Sieg über den europäischen Faschismus unter Führung von Nazi-Deutschland und den asiatischen Faschismus in Gestalt des japanischen Militarismus.
Man sollte meinen, dass die vielen zig Millionen unschuldigen Opfer an der Front, im Hinterland und in den besetzten Gebieten sowie die totale Zerstörung ganzer Regionen der Menschheit eine verlässliche Immunität gegen ein Wiederaufflammen faschistischer Kriege verliehen hätten. Doch Lenin und Stalin behielten recht mit ihrer Warnung, dass Kriege unvermeidlich sind, solange der Imperialismus mit seinem Kult des Profits, dem Streit der Monopole und der zunehmenden Vorherrschaft des Finanzkapitals existiert.
Und heute erleben wir vor unseren Augen die Wiedergeburt des Faschismus, der sich im Gegensatz zu seiner nationalsozialistischen Form im 20. Jahrhundert in das Gewand von Verteidigern der Demokratie und der Menschenrechte hüllt. Dieser wiedererstandene Neofaschismus westlichen Ursprungs, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Hegemon die Weltbühne betrat, versucht nun, seine Dominanz in einer veränderten Welt aufrechtzuerhalten, um die Ausbeutung aller Völker abhängiger Staaten fortzusetzen und Superprofite zu erzielen. Indem er seine gesamte militärische und wirtschaftliche Macht in die Waagschale wirft und das Völkerrecht offen und zynisch über Bord wirft, entfesselt er einen lokalen Krieg nach dem anderen, von denen jeder zu einem Dritten Weltkrieg führen kann. Das Besondere an diesem Krieg wird im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg der Einsatz von nuklearen und anderen Massenvernichtungswaffen sein, was die Vernichtung allen Lebens auf dem Planeten birgt.
Die ersten Schritte zu einem Atomkrieg wurden bereits von der amerikanisch-banderistischen Junta in Form von gezielten Angriffen mit glasfasergesteuerten Drohnen (UAVs) auf das Kernkraftwerk Saporischschja unternommen. Sie trafen die Turbinenhalle, und bisher hat nur der Zufall vor dem Beginn einer Katastrophe bewahrt. Die Imperialisten haben ihre Bereitschaft zum nuklearen Wahnsinn unter Beweis gestellt, und immer häufiger werden Rufe nach dem Einsatz von Atomwaffen laut.
Die eigene Vernichtung zu verhindern, ist heute die Hauptaufgabe der Menschheit. Ihre Lösung ist erreichbar, wenn der wachsende Widerstand der Völker gegen die neofaschistische Expansion nicht mehr zersplittert bleibt. Bedauerlicherweise beschränken sich die auf zahlreichen Foren, Treffen, Konferenzen und Kongressen der linken Kräfte ausgerufenen antifaschistischen Fronten und Plattformen auf die Verurteilung des Neofaschismus, Aufrufe zu dessen Bekämpfung und sogar zur Bildung einer einheitlichen antifaschistischen Front. Sie verfügen jedoch nicht über die organisatorischen und materiellen Ressourcen, um die konkrete Frage der Schaffung einer Weltorganisation zu lösen, die in der Lage wäre, alle antifaschistischen Kräfte zu bündeln und als Hauptstoßrichtung den Schlag gegen die Quelle des Neofaschismus zu wählen – gegen die westlichen Oligarchen und die militärisch-politische Elite der Staaten, in denen sie ansässig sind (die USA, Großbritannien mit ihren europäischen und asiatischen Satelliten). Sie sind nicht in der Lage, koordinierte, einheitliche Maßnahmen zu ergreifen, um die von den Neofaschisten entfesselten lokalen Kriege einzudämmen, neue zu verhindern oder entschlossen die Wiederaufnahme des Prozesses der nuklearen Abrüstung unter verlässlicher internationaler Kontrolle zu fordern.
Kommunisten müssen als die entschlossensten Verteidiger der Interessen der Mehrheit der werktätigen Bevölkerung – der Arbeiter, der werktätigen Bauernschaft sowie der intellektuellen, kreativen und wissenschaftlich-technischen Intelligenz – in den ersten Reihen des antifaschistischen Kampfes stehen. Die KPdSU und die MOO SKPS rufen die kommunistischen Parteien, Arbeiterparteien und alle antifaschistischen Organisationen dazu auf, theoretische Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und ihre Bereitschaft zum gemeinsamen Kampf zu erklären.
Wir schlagen vor, uns gemeinsam an die Regierungsparteien – die Kommunistische Partei Chinas und die Partei der Arbeit Koreas – zu wenden mit dem Vorschlag, dass diese als Organisatoren einer solchen Front auftreten. Wir rufen die Parteien der SolidNet-Gemeinschaft und der Weltweiten Antiimperialistischen Plattform auf, diese Initiative zu unterstützen.
Für die kommunistischen Parteien und die antifaschistischen Kräfte schlägt die Stunde der Wahrheit. Morgen könnte es zu spät sein.
Bitten um Rückmeldung bezüglich der Haltung zu dieser Initiative und deren Unterstützung werden per E-Mail erbeten.
Verabschiedet vom Sekretariat des Zentralkomitees der KPdSU und der MOO SKPS am 17. Juni 2026.
Im russischen Original hier: https://cpsu.by/news/obraschenie_sekretariata_tsk_kpss_i_moo_skps_og_merah_po_predotvrascheniyu_tretey_mirovoy_voynyi/
Bild: »Frieden. Alle, die aufrichtig sind, schließt euch uns an!«, Poster aus der Sowjetunion des Jahres 1952 von Nina Vatolina, mehr Informationen auf Posterplakat.com

Wie ist die Haltung der MagMa-Redaktion zu diesem Aufruf?
Wird die Initiative der KPdSU, die KP Chinas und die koreanische Partei der Arbeit zu ersuchen, eine antifaschistische Weltorganisation aufzubauen, von ihr unterstützt?
Dem Bericht der Kommunistischen Organisation (KO) vom Dritten Antifaschistischen Forum in Moskau ist zu entnehmen:
»Hervorzuheben ist, dass die KP China sehr deutlich präsent war – eine gewisse Veränderung gegenüber ihrer bisher eher zurückhaltenden Rolle.«
Unwahrscheinlich, dass der Initiative keine Absprache mit der chinesischen Delegation vorangegangen ist.
Macht den Ernst der Lage bewusst, nicht wahr?
Falls der Redaktion keine Antwort einfällt - auch gut…sowas sollte erst einmal »verdaut« werden…
Manchmal kann Defaitismus auch fehl am Platze sein…
Als ein Mitbewohner Anfang der Nuller von einer politischen Bildungsreise nach China zurückkehrte, konnte er von vielem Wunderbaren berichten, den boomenden Städten und dem planvollen Ausbau der Infrastruktur, besonders im Energiesektor. Weniger hatte ihn der Besuch einer Pekinger sozialwissenschaftlichen Fakultät begeistert, in der, seinen Eindrücken nach, die Lektüre von Hitlers »Mein Kampf« extensiver betrieben wurde als die des Marxschen Kapital. Man konnte ihm das alles glauben oder auch nicht; sicherlich war er kein ausgesprochener Lügner, aber seine Wahrnehmungen waren doch häufig von einem ans Pathologische rührendem Ressentiment beeinträchtigt und das in positiver wie in negativer Hinsicht…
Seitdem ist einige Zeit vergangen; das Millionenheer der Wanderarbeiter ist geblieben, die Verschuldung der chinesischen Kommunen gestiegen und die Riesen des Immobilienkapitals sind nicht mehr sicher. Und auch die Filmepen, die die Modernisierung einst in Gold malten, werden von wüsten und finsteren Bürgerkriegsstreifen verdrängt, in denen deutsche Stahlhelme und Fahnen der Kuomintang, nicht ohne Protest anzufachen, dem Publikum als Requisiten für den massenhaften Heldentod aufdringlich nahegebracht werden.
Es konnte nicht ausbleiben, dass eine Gegenbewegung einsetzte. Immerhin…
https://monthlyreview.org/articles/the-material-basis-of-a-spectre/
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Das Risiko von Atombomben eingeäschert zu werden bestand bekanntlich bereits während des Koreakriegs (1950-1953). Die KP Chinas unter Maos Vorsitz nahm es mit ihrer militärischen Unterstützung Nordkoreas auf sich. Dass ihr »oberstes Ziel« gewesen sei, »die eigene Vernichtung zu verhindern« lässt sich in Anbetracht dessen nicht behaupten. - Wie lässt sich diese Einstellung erklären, die von heutigen Kommunst_innen als skrupellos empfunden wird?
- Lassen wir Mao Zedong, den »Lehrer«, doch noch einmal selbst zu Wort kommen:
https://www.youtube.com/watch?v=pA6L-9Xi-74