Zum 85. Jahrestag des Überfalls auf die UdSSR am 22. Juni 2026
Der 22. Juni 2026 markiert den 85. Jahrestag des heimtückischen Überfalls Nazi-Deutschlands und seiner europäischen Satellitenstaaten auf die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Dieser Tag ist nicht nur ein historischer Gedenktag für die Millionen Opfer des Faschismus und die gefallenen Helden der Roten Armee, sondern angesichts der gegenwärtigen Zuspitzung der globalen Lage ein dringender Tag des Kampfes gegen den Neofaschismus. Aus militärwissenschaftlicher und historisch-materialistischer Sicht war der Angriff von 1941 der gewaltsame Kulminationspunkt der allgemeinen Krise des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium. Wenn wir die heutige, von akuter Blockbildung und atomarer Rüstungsspirale geprägte Weltlage analysieren, drängen sich die strukturellen Parallelen zur Vorkriegsperiode von 1935 bis 1941 geradezu gesetzmäßig auf.
1. Die ökonomische Triebkraft: Weltkrise und imperialistische Neuaufteilung
Die marxistisch-leninistische Analyse verweist primär auf die ökonomische Basis: Die Jahre vor 1941 waren elementar durch die Nachwehen der Weltwirtschaftskrise von 1929 determiniert. Um den inneren Kollaps zu verhindern, Märkte zu sichern und die revolutionäre Arbeiterbewegung im Zaum zu halten, formierte das am meisten chauvinistische, reaktionäre Finanzkapital die offene, terroristische Diktatur des Faschismus. Der Drang nach »Lebensraum« war im Kern der ökonomische Drang nach Absatzmärkten, Rohstoffen und der physischen Zerschlagung des sozialistischen Gegenmodells.
In der Gegenwart erleben wir die Agonie einer veränderten, aber strukturell identischen Dynamik. Das globale spätkapitalistische System befindet sich in einer permanenten Verwertungskrise. Der kollektive Westen, angeführt von den USA als imperialistischem Hegemon, sieht seine jahrzehntelange Monopolstellung schwinden. Um diesen relativen Niedergang aufzuhalten, greift das transnationale Finanzkapital erneut zu aggressiven Werkzeugen: völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen, Handelskriegen und einer massiven Rekordmilitarisierung. Der Kampf um die Einflusssphären in Eurasien ist die moderne Form des imperialistischen Ringens um die Neuaufteilung der Erde.
2. Strategische Blockbildung und Stellvertreterkriege
Zwischen 1935 und 1941 formierte sich schrittweise die Frontlinie des Zweiten Weltkriegs. Der Antikominternpakt schloss die aggressivsten Achsenmächte zusammen, während die bürgerlich-demokratischen Westmächte eine infame Appeasement-Politik verfolgten, in der Hoffnung, die faschistische Aggression nach Osten gegen die Sowjetunion zu lenken. Lokale Konflikte wie der Spanische Bürgerkrieg (1936 – 1939) fungierten dabei als logistische und ideologische Testgelände.
Heute beobachten wir eine analoge, scharf akzentuierte Blockbildung. Dem monopolkapitalistischen NATO- und G7-Kern steht ein heterogener, multipolarer Block gegenüber. Die heutigen lokalen Brandherde erfüllen exakt dieselbe systemische Funktion wie die Konflikte der späten 1930er Jahre: Sie sind Stellvertreterkriege im Vorfeld einer potenziellen globalen Konfrontation, entfesselt von westlichen Oligarchen und der militärisch-politische Elite, die lokale Kriege anfachen, von denen jeder zu einem Dritten Weltkrieg führen könnte.
3. Ideologische Camouflage: Der Faschismus im neuen Gewand
Trat der historische Faschismus des 20. Jahrhunderts noch mit offener rassistischer Aggression auf, so nutzt der reaktionäre Neofaschismus westlichen Ursprungs eine subtilere Rhetorik. Er tarnt sich als Verteidiger von »Demokratie und Menschenrechten«. Aus marxistischer Sicht bleibt die funktionale Essenz identisch: Es geht um die ideologische Mobilisierung der Massen für den imperialistischen Konflikt, die Errichtung von Feindbildern und die rücksichtslose Ausbeutung abhängiger Staaten zur Sicherung von Superprofiten.
4. Die qualitativ gesteigerten Gefahren der Gegenwart
Obwohl die ökonomischen Triebkräfte seit 1941 unverändert geblieben sind, hat das militärtechnologische Destruktionspotenzial eine neue, apokalyptische Stufe erreicht:
| Dimension | Die historische Lage (1941) | Die heutige Lage (2026) |
| Militärtechnologie | Konventionelle Massenheere, beginnende totale Industrialisierung des Krieges an materiellen Fronten. | Nukleares Overkill-Potenzial, Hyperschallwaffen, automatisierte KI-Systeme, drohnengesteuerte Glasfaser-Systeme. |
| Globale Interdependenz | Weitgehend national segmentierte Wirtschaftsräume; Autarkieversuche waren ökonomisch realisierbar. | Totale, unentwirrbare globale Verflechtung. Ein Systemkollaps führt unmittelbar zu weltweiten Hungersnöten. |
| Der subjektive Faktor | Existenz der UdSSR als sozialistisches Bollwerk und eine straff organisierte Weltbewegung (Komintern). | Zersplitterung der Arbeiterklasse; Fehlen eines ideologisch geeinten, globalen sozialistischen Gegenpols. |
5. Das atomare Menetekel
1941 bedeutete der Krieg unendliches Leid — doch das Überleben der Menschheit als biologische Spezies stand nicht zur Disposition. Heute hingegen führt jede direkte Konfrontation der atomaren Hauptmächte unweigerlich in die kollektive Selbstvernichtung. Die ersten Schritte hin zu einem Atomkrieg wurden bereits in Form gezielter Angriffe von Drohnen auf kritische nukleare Infrastrukturen, wie das Kernkraftwerk Saporischschja, unternommen. Nur der Zufall verhindert bisher eine Katastrophe.
Erklärung des Sekretariats des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und der Internationalen öffentlichen Vereinigung »Für die Union und die Kommunistische Partei der Union« (MOO SKPS), Moskau.
Der 22. Juni 2026 steht bevor – der 85. Jahrestag des perfiden Überfalls von Nazi‐Deutschland und seinen europäischen Satelliten auf die Sowjetunion. Dies ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus, an die gefallenen Helden und Sieger sowie ein Tag des Kampfes gegen den Neofaschismus. Heute stellt der Faschismus aufgrund des globalen Charakters des Imperialismus und seiner allgemeinen Krise sowie der Verbreitung neuer Arten von Massenvernichtungswaffen eine noch größere Gefahr für die Menschheit dar.
Seit dem Angriff auf die Sowjetunion erhielt der Zweite Weltkrieg – der durch eine weitere Krise des kapitalistischen Systems hervorgerufen worden war und mit der Schaffung des Antikominternpakts begann – einen klar ausgeprägten antifaschistischen Befreiungscharakter. Dank der Anstrengungen der Völker der Anti‐Hitler‐Koalition und ihrer Staaten, allen voran des heroischen sowjetischen Volkes und seines Staates – der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) –, endete der Krieg mit dem großen Sieg über den europäischen Faschismus unter Führung von Nazi‐Deutschland und den asiatischen Faschismus in Gestalt des japanischen Militarismus.
Man sollte meinen, dass die vielen zig Millionen unschuldigen Opfer an der Front, im Hinterland und in den besetzten Gebieten sowie die totale Zerstörung ganzer Regionen der Menschheit eine verlässliche Immunität gegen ein Wiederaufflammen faschistischer Kriege verliehen hätten. Doch Lenin und Stalin behielten recht mit ihrer Warnung, dass Kriege unvermeidlich sind, solange der Imperialismus mit seinem Kult des Profits, dem Streit der Monopole und der zunehmenden Vorherrschaft des Finanzkapitals existiert.
Und heute erleben wir vor unseren Augen die Wiedergeburt des Faschismus, der sich im Gegensatz zu seiner nationalsozialistischen Form im 20. Jahrhundert in das Gewand von Verteidigern der Demokratie und der Menschenrechte hüllt. Dieser wiedererstandene Neofaschismus westlichen Ursprungs, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Hegemon die Weltbühne betrat, versucht nun, seine Dominanz in einer veränderten Welt aufrechtzuerhalten, um die Ausbeutung aller Völker abhängiger Staaten fortzusetzen und Superprofite zu erzielen. Indem er seine gesamte militärische und wirtschaftliche Macht in die Waagschale wirft und das Völkerrecht offen und zynisch über Bord wirft, entfesselt er einen lokalen Krieg nach dem anderen, von denen jeder zu einem Dritten Weltkrieg führen kann. Das Besondere an diesem Krieg wird im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg der Einsatz von nuklearen und anderen Massenvernichtungswaffen sein, was die Vernichtung allen Lebens auf dem Planeten birgt.
Die ersten Schritte zu einem Atomkrieg wurden bereits von der amerikanisch‐banderistischen Junta in Form von gezielten Angriffen mit glasfasergesteuerten Drohnen (UAVs) auf das Kernkraftwerk Saporischschja unternommen. Sie trafen die Turbinenhalle, und bisher hat nur der Zufall vor dem Beginn einer Katastrophe bewahrt. Die Imperialisten haben ihre Bereitschaft zum nuklearen Wahnsinn unter Beweis gestellt, und immer häufiger werden Rufe nach dem Einsatz von Atomwaffen laut.
Die eigene Vernichtung zu verhindern, ist heute die Hauptaufgabe der Menschheit. Ihre Lösung ist erreichbar, wenn der wachsende Widerstand der Völker gegen die neofaschistische Expansion nicht mehr zersplittert bleibt. Bedauerlicherweise beschränken sich die auf zahlreichen Foren, Treffen, Konferenzen und Kongressen der linken Kräfte ausgerufenen antifaschistischen Fronten und Plattformen auf die Verurteilung des Neofaschismus, Aufrufe zu dessen Bekämpfung und sogar zur Bildung einer einheitlichen antifaschistischen Front. Sie verfügen jedoch nicht über die organisatorischen und materiellen Ressourcen, um die konkrete Frage der Schaffung einer Weltorganisation zu lösen, die in der Lage wäre, alle antifaschistischen Kräfte zu bündeln und als Hauptstoßrichtung den Schlag gegen die Quelle des Neofaschismus zu wählen – gegen die westlichen Oligarchen und die militärisch‐politische Elite der Staaten, in denen sie ansässig sind (die USA, Großbritannien mit ihren europäischen und asiatischen Satelliten). Sie sind nicht in der Lage, koordinierte, einheitliche Maßnahmen zu ergreifen, um die von den Neofaschisten entfesselten lokalen Kriege einzudämmen, neue zu verhindern oder entschlossen die Wiederaufnahme des Prozesses der nuklearen Abrüstung unter verlässlicher internationaler Kontrolle zu fordern.
Kommunisten müssen als die entschlossensten Verteidiger der Interessen der Mehrheit der werktätigen Bevölkerung – der Arbeiter, der werktätigen Bauernschaft sowie der intellektuellen, kreativen und wissenschaftlich‐technischen Intelligenz – in den ersten Reihen des antifaschistischen Kampfes stehen. Die KPdSU und die MOO SKPS rufen die kommunistischen Parteien, Arbeiterparteien und alle antifaschistischen Organisationen dazu auf, theoretische Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und ihre Bereitschaft zum gemeinsamen Kampf zu erklären.
Wir schlagen vor, uns gemeinsam an die Regierungsparteien – die Kommunistische Partei Chinas und die Partei der Arbeit Koreas – zu wenden mit dem Vorschlag, dass diese als Organisatoren einer solchen Front auftreten. Wir rufen die Parteien der SolidNet‐Gemeinschaft und der Weltweiten Antiimperialistischen Plattform auf, diese Initiative zu unterstützen.
Für die kommunistischen Parteien und die antifaschistischen Kräfte schlägt die Stunde der Wahrheit. Morgen könnte es zu spät sein.
Bitten um Rückmeldung bezüglich der Haltung zu dieser Initiative und deren Unterstützung werden per E‑Mail erbeten.
Verabschiedet vom Sekretariat des Zentralkomitees der KPdSU und der MOO SKPS am 17. Juni 2026.
Im russischen Original hier: https://cpsu.by/news/obraschenie_sekretariata_tsk_kpss_i_moo_skps_og_merah_po_predotvrascheniyu_tretey_mirovoy_voynyi/
Quellen- und Literaturverzeichnis
- Lenin, W. I.: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. In: Lenin Werke, Bd. 22, Berlin.
- Stalin, I. W.: Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion. Moskau.
- Sekretariat des ZK der KPdSU / Internationale Öffentliche Vereinigung »Für die Union und die Kommunistische Partei der Union« (IPA SKPS): Aufruf: Über Maßnahmen zur Verhinderung des Dritten Weltkriegs, Moskau, verabschiedet am 17. Juni 2026.
Bild: Propagandaposter des Oberkommandos der Wehrmacht, Gruppe 4, Abteilung für Auslandspropaganda, Text: Ukrainisch: »Für den Willen des Volkes!« (Posterplakat.com)

…hm… seine politische Praktik an Prognosen auszurichten, die sich an historische Analogien orientieren, bleibt ein Glücksspiel.
Aber an Spekulationen über den Fortgang des Weltgeschehens fehlt es ja nicht unter denen, die ihm ohnmächtig ausgeliefert sind.
…insofern als praktisch unverbindlicher Wetteinsatz:
Nach einer Schließung der Straße von Malakka würde sich die chinesische Bougeoisie im Zugzwang befinden. Eine militärische Einnahme Formosas böte sich an, um das Kräfteverhältnis etwas auszugleichen, aber auch diplomatische Lösungen nach unentschieden endenem oder währendem Schlagabtausch. Die politischen Kosten gingen zu Lasten der von der KP Chinas hergestellten ideellen Einheit des chinesischen Kapitalinteresses. In der Folge würden die bereits bestehenden Sonderwirtschaftszonen, vermehrt um die taiwanesische, im Bündnis mit dieser und verstärkt, gegeneinander im nationalen Rahmen konkurrieren und miteinander eine weitere Öffnung der Wirtschaft für den weiterhin hegemonialen US-Imperialismus vorantreiben. Die Politik »Ein Land, zwei Systeme« scheiterte, China als Nation zerfiele; die Suprematie des US-Imperialismus wäre wieder vollständig etabliert.
…glücklicherweise sind derartige Spekulationen billig genug, um sie als Wetteinsatz riskieren zu können (Flasche Sekt).
So oder »optimistischer«:
Derzeit ließen sich ohnehin Fragen antifaschistischer Bündnispolitik wegen der fehlenden internationalistischen Organisation des Proletariats nur akademisch diskutieren. Eine konkrete Option politischer Praxis stellt sog. »antifaschistische Politik« bislang nur für die etablierten chauvinistischen Organisationen und Parteien dar, die sie in ihrer Konkurrenz gegeneinander in Anschlag bringen, wenn es gerade passt.
In dieser Rücksicht ließe sich sagen, dass Kollege Koch, indem er uns die Erklärung der KPdSU anträgt, in Wahrheit für das BSW wirbt, wie er es sich wünschte. Er weiß es vielleicht nicht, aber er tut es.
… sicher ließe sich der Spieß auch umdrehen und mein Hinweis auf ein Buch (»In Stalin´s Shadow«) des »trotzkistischen« Autors Doug E Greene als Werbung für die PdL (Schwerdtner-Flügel) auslegen.
https://www.leftvoice.org/grover-furrs-medieval-stalinism/
…was ich wissen müsste…
aber wer weiß schon mit Gewissheit?
Ohne Partei verwirren sich die Pfade.
Das Hauptargument jedes Spalters ist, dass diejenigen, die für eine kampfstarke Einheit gegen den tatsächlich drohenden Untergang der Menschheit eintreten, als Revisionisten oder Chauvinisten bezeichnet werden, ohne eine Argumentation zu bringen und auch, was noch schlechter ist, ohne eine alternative Idee zu haben.
…?
…dass der Umstand des Bezeichnetseins selbst, also »revisionistisch« oder »chauvinistisch« genannt zu werden, das Hauptargument von Spaltern sei? Schelmisch.
- Wäre aber a u c h ein Argument, wenn auch nur »de jure« und als solches betreffs des Bezeichneten, der »kampfstarken Einheit gegen den Untergang…« als fehlerhaft zu beurteilen, sofern sich die »Einheit« in der Tat als »kampfstark gegen den Untergang« erwiese. Ein Zweifel de jure an der Möglichkeit dieser Einheit, das zu sein, wäre so vergeblich. - Tatsächlich aber besteht die von Dir unterstellte Einheit gar nicht, mag die Absicht sie herzustellen, auch gut sein.
Ob sie (die Einheit) sich in der Zukunft herstellen lässt, hängt eben nicht allein von der korrekten Intention ab, sondern von objetive und praktischen Faktoren. Ausschließen lässt sich die Möglichkeit, dass sie unter den Bedingungen einer etablierten chauvinistischen oder »revisionistischen« (letzteres hier nicht Bestandteil meiner Überlegung) Parteipraxis realisieren ließe.
Die Konsequenz wäre der Aufbau einer Partei, die nicht »chauvinistisch« ist, sondern, meinetwegen, den Untergang der Menschheit abwendet. Dazu ist eine »Idee« (vielleicht) insofern nötig, als jemand überhaupt auf den Einfall kommen musste. Das ist der Fall: s.o.
Die Modalitäten des Parteiaufbaus ergeben sich im Verlauf der Kritik an der als falsch erkannten Art und Weise der »chauvinistischen« Partei und deren Zwecke.
Eine »alternative Idee« ist dazu nicht nötig; sie wäre sogar schädlich. Der Einfall derjenigen, die ihn hatten, ist nur der Anfang über den notwendig hinausgegangen werden muss und wird.
Nicht originell.