Zur Beschreibung dieses Krieges in der Ukraine nehmen die meisten Publizisten Partei mal für die eine und andermal für die andere Seite der kriegführenden Mächte. Diese Stellungnahme verwundert nicht, wenn sie von einem Lakaien der Kriegsgewinnler kommt, aber wenn Linke beziehungsweise sich links nennende Publizisten derlei Position beziehen, fragt man sich schon, was das soll. Der Krieg in der Ukraine ist doch kein Volkskrieg und auch kein Befreiungskrieg, sondern ein imperialistischer Raubkrieg. Es geht um Bodenschätze, Absatzmärkte und nicht zuletzt darum, die eigene menschenverachtende Ideologie an den Mann zu bringen. Keine der beiden Mächte hat hehre Ziele etwa im Sinne der humanistischen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie betreiben eiskalt das Geschäft kapitalistischer Unternehmer. Deshalb wird dieser Krieg auch nicht enden, bevor nicht die letzte Patrone verschossen, der letzte Mann gefallen, das Land nicht restlos verwüstet und ausgeblutet ist. Kriege erschöpfen sich auch, wie zum Beispiel der dreißigjährige Krieg, welcher erst endete, als nichts mehr zu holen war in den umkämpften Gegenden.
Gewiss mag einer jetzt einwenden, das Beispiel sei zu weit hergeholt. Nur stehen wir heutzutage nicht vor dem gleichen Dilemma wie dazumal am Ausgang des Mittelalters? Als die herrschende Klasse nur so strotzte vor Dekadenz, die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung ein Höchstmaß erreicht hatte, die Bildung bis zur Verblödung herabgewürdigt war und fortschrittliche, widerständige Ideen mit purer Gewalt niedergehalten wurden? Da war es eigentlich an der Zeit, das König- und Fürstentum abzulösen und frische Kräfte an die Macht zu bringen. Nur duldeten die alten Geister den Aufstieg der jungen Bourgeoisie nicht, und statt nun zu weichen, führten sie Krieg! – einen dreißigjährigen Krieg, der uns in der historischen Betrachtung zumeist als Religionskrieg vorgeführt wird, jedoch von Anbeginn die Totenflecken der sterbenden Klasse an sich trug. Kurz vor Toresschluss wollte sich jeder Fürst ein noch größeres Stück der vom schwächelnden Rom abgeschlagenen Güter, Städte, Ländereien unter den Nagel reißen, indes ihm die Religion völlig schnuppe war. Ein jeder Fürst neigte hierhin und dorthin, Hauptsache, es brächte ihm Steuerzahler und Landgewinn ein. Die Hausreligionen dieser Häupter wechselten je nach Tagesangebot. Gewiss hätte auch der Heilige Vater in Rom noch seinem Gelübde abgeschworen und sich offiziell verheiratet, wenn es ihm den sicheren Sieg über die abtrünnigen Fürsten eingebracht hätte. Nur soweit kam es nicht mehr. Allein das Volk wurde bis aufs Letzte geschröpft und sein Besitz bis zur völligen Nacktheit geschliffen. Und damals wie heute litt die obere Klasse kaum unter dieser Barbarei, die die Söldner anzurichten hatten, bis die Städte entvölkert und die Dörfer verwaist waren und sich die Häupter anschickten, in Westfalen Frieden zu stiften, man möge die Waffen niederlegen und kultiviert miteinander verkehren, weil keiner mehr da war, der Großkopferden Taschen zu füllen. Dem folgten relativ friedliche Zeiten, in denen sich das Bürgertum emanzipierte, die Ausbeutung seiner Arbeiter im eigenen Land perfektionierte, und Europa sich wieder erholte, von einigen lokalen Zwistigkeiten mal ganz abgesehen. Im Wesentlichen ging es recht gemäßigt zu, indes das große Gemetzel nach Afrika, Asien, Australien und Amerika verlegt war. In den Kolonien hausten die Weißen wie die Schweine, brandschatzten, folterten, mordeten hemmungslos, und brachten ihr europäisches Mutterland derart zu neuer Blüte, indem sie Rohstoffe in rauen Mengen heimholten, bis auch das nicht mehr reibungslos funktionierte. Weltweit wuchs der Widerstand gegen Ausbeutung und Krieg. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Karl Marx die Bewegungsgesetze der Gesellschaft entdeckt, hatten er und seine Mitstreiter den politischen Freiheitskampf der Völker zur Wissenschaft ausformuliert und den Ausweg aus diesem ewigen Morden aufgezeigt. Seither sind wir in der Lage, Kriege als aus der Bereicherungsabsicht der Ausbeuterklasse heraus geführt sowohl zu erkennen als auch Kriege zu verhindern, so wir uns entledigen dieser sozialen Gruppe aus Kriegshetzern und Waffenproduzenten, welche noch immer die Völker zu Schlachtbank führt. Denn ganz klar steht geschrieben und der historische Beweis ist erbracht, wo die Arbeiter unter der Führung der Kommunisten die Geschicke der Gesellschaft bestimmen, finden Mord und Totschlag, Plünderung und Erniedrigung keinen Raum, werden Völkerhass und Raffgier strengstens unterbunden, wie zum Beispiel in der Deutschen Demokratischen Republik, der Volksrepublik Polen, der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern. Aber sie sind ausgetreten von der Reaktion, gestorben an der Unaufmerksamkeit ihrer führenden Klasse, und sofort fuhr die Kapitalistenklasse ihre Militärmaschine wieder hoch und zündelte hier und zündelte da, bis wir jetzt schon wieder vor einem Weltbrand stehen.
Und auch hier mag jemand einwenden: »Geh mir weg mit Sozialismus! Der Sozialismus hat sich nicht bewährt und Klassenkampf war gestern.« Nur haben wir nicht alle, auch die Arbeiter in Westdeutschland vom Sozialismus profitiert? Frieden war und ausreichend Nahrung und Heizung und mehr. Wir hatten nicht alles, aber viel. Im Angesicht von Leichenbergen und Trümmern beschworen unsere Altvorderen im fünfundvierziger Jahr den Frieden: »Lieber trocken Brot essen, als jemals wieder einen Krieg erleben müssen.« Selbst die Christdemokraten hatten sich in jenen Tagen Sozialismus ins Programm geschrieben, bis sie sich wieder den Verderbern und Demagogen anschlossen, weil bei denen das schnelle Geld zu holen war. Und sind nicht Lohnabbau, Schleifung der Altersrenten, Schließung von Krankenhäusern und Schulen auch Klassenkampf? Wie sich die Handlanger des Kapitals schinden, um den Arbeitern das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist zweifellos Kampf. Und wie sich die Arbeiter bemühen das Wenige, was ihnen verbleibt, zusammenzuhalten, ist ebenso Kampf – Existenzkampf! Dieser Kampf vollzieht sich bei uns im Stillen, schleichend und sehr leise, und bringt täglich welche um ihre Wohnung, Lohn und Brot. Die Wenigsten derer, die auf der Straße hausen, waren zu faul zum Arbeiten.
Natürlich gibt es auch jetzt eine Friedensbewegung, selbstredend gibt es Widerstand, wir Menschen wollen nicht vorzeitig und unter Qualen sterben oder in verwüsteten Landschaften leben. Aber der Frieden ist schwach, die Mächtigen verlachen ihn, weil unser Friedenswunsch, unsere Friedensgebete und unser Widerstand nicht an den Grundfesten ihrer Rüstung und Verblödungsstrategien rühren – weil wir Friedliebenden die Machtfrage nicht stellen! Und solange wir die Machtfrage nicht stellen, werden wir auch nicht ernst genommen und können auch nichts erreichen. Erst wenn wir wieder begreifen und breit publizieren, dass Kapitalismus Krieg ist, seinem Wesen nach Krieg bedeutet, dass Kapitalismus ohne den Krieg nach innen gegen die eigenen Arbeiter und ohne den Krieg nach außen gegen andere Völker gar nicht leben kann, und erst wenn sich die Friedensbewegung den Kampf gegen die Kapitalisten ganz groß auf ihre Fahnen schreibt, werden wir auch wieder Erfolge verbuchen können.
In diesem Sinne hatten sich im Osten der Ukraine 2014 die Volksrepubliken Donezk und Lugansk formiert, um genau diesen latenten Krieg zu beenden. Der faschistische Putsch in Kiew hatte die Menschen aufgerührt und sie legten die Axt an des Übels Wurzel. Sie gaben sich eine sozialistische Verfassung, nationalisierten die Banken, Industriebetriebe, Bodenschätze sowie sämtliche öffentliche Einrichtungen und richteten sich menschenwürdig ein. Die Kiewer Führung reagierte irritiert, kopflos, denn die Abtrennung des wirtschaftlich sehr starken Ostens von der übrigen Ukraine zeitigte den sicheren Ruin ihres Staatswesens und ihrer nach Westen gerichteten Strategie. Als reines Agrarland war die restliche Ukraine für die Intriganten aus Brüssel ziemlich wertlos, der mögliche Eintritt Kiews in die Europäische Union in weite Ferne gerückt. »Holt sie zurück!«, verlangten die Unterhändler der Europäischen Union. »Wir sind machtlos, schutzlos, ausgebrannt«, konstatierte die Kiewer Führung. Denn die Macher der Europäischen Union hatten in den vergangenen zwanzig Jahren dieses Land bis zur Gänze ausgenommen, Lebensmittel und Rohstoffe zu Dumpingpreisen herausgesaugt, Billigarbeitskräfte akquiriert und die Menschen mit Versprechungen hingehalten, sodass dem geplagten Land durch die Verselbständigung des Donbass der völlige Untergang drohte. Und auch die russischen Oligarchen hatten seit 1990, seit der staatlichen Autonomie der Ukraine nichts ausgelassen, die Ukrainer auf die Knie zu zwingen. Russische Gas- und Öllieferungen in die Ukraine wurden gestoppt und wieder aufgenommen, Zahlungen eingestellt und wieder realisiert. Das ukrainische Volk litt unter der schrecklichen Versorgungslage, dem Mangel an Heizung und den anderen Lebensmitteln und ließ sich dann sehr leicht verführen, folgte seinen faschistischen Rädelsführern und zerstörte seine sowjetischen Denkmale, entfernte die russische Literatur aus seinen Bibliotheken und Schulen, spie auf seine Geschichte und zertrampelte seine gemischt russisch-ukrainischen Gemeinden. Die russischen Staatsmedien publizierten die Ereignisse im Nachbarland breit, die Politiker vergossen Krokodilstränen ob dieser Kulturbarbarei und profilierten sich als Erben und Retter der Kiewer Rus. Jeder halbwegs wache Ukrainer musste sich bedroht fühlen, als der russische Präsident, gesegnet vom Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, feierlich erklärte, auf den Pfaden Peter des Ersten und Katharina der Großen zu wandeln, und seine Generäle ihre Truppen an der Grenze im Süden der Russischen Föderation zusammenziehen ließ, weil weder Peter noch Katharina jemals Mitgefühl mit den von ihrem großrussischen Reich unterjochten Völkern gezeigt hatten. Derweil rüstete der Westen die ukrainische Armee auf, instruierte Kopfjäger und Diversanten, um die Bewohner des Donbass das Fürchten zu lehren. Und sie fürchteten sich tatsächlich. Rund vierzehntausend Menschen sind bis Februar 2022 in Donezk und Lugansk von faschistischen Freischärlern hinterrücks und durch offene Anschläge ermordet, zahlreiche Wohnviertel, Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen angegriffen und zerstört worden. Die Hilferufe aus den Volksrepubliken wurden nicht gehört. Die westlich geprägte Weltöffentlichkeit blieb stumm, wiewohl die bürgerliche Presse die Arbeiter, Bauern und Intellektuellen im Donbass diffamierte, indem sie diffus berichtete von inneren Konflikten in der östlichen Ukraine, angeregt von Bandenführern mit kruden Vorstellungen und Mordgelüsten, obgleich die Arbeiter, Bauern und Intellektuellen dieses Landstrichs nur die Macht in die eigene Hand genommen, sich selbstredend auch bewaffnet hatten und den Brandstiftern die Stirn boten. Das Morden der faschistischen Freischärler ging derweil auch immer weiter. Nichtsdestotrotz entwickelten die Donezker und Lugansker ihre Heimat zu einer Gemeinschaft mit gerechter Verteilung, ohne Armut und Hunger, mit Bildung und Kultur für die Mehrheit und mit gesellschaftlicher Teilhabe aller, ungeachtet ihrer ethnischen Abstammung oder Herkunft.
Im Februar 2022 waren das Kiewer Regime und die Russische Föderation ausreichend hochgerüstet und ideologisch gewappnet, um das Äußerste zu wagen. Das russische Parlament anerkannte die Lugansker und die Donezker Volksrepublik, schusterte einen Beistandspakt zusammen und ließ seine Truppen im Donbass einmarschieren. Nur war diese sogenannte Befreiung zuerst eine Konterrevolution. Die Bezeichnung Noworossija, was Neurussland heißt, erinnert erschreckend an die »Aufbauhilfe« westlicher Konzerne, welche in den Neuen Bundesländern zwischen Elbe und Oder »blühende Landschaften« anrichteten, und lässt vermuten, dass das böse Erwachen bei den Bürgern im Donbass recht bald einsetzte, wie es sich auch bei uns im Osten Deutschlands ziemlich schnell einstellte. Die Volksrepubliken wurden rückabgewickelt, es fanden sich private Investoren, »Förderer« aus Russland, die die Produktionsstätten an sich rissen und fortan die politisch-ideologische Richtung diktierten – aus der Traum von Volkseigentum und Selbstbestimmung! Und von Frieden konnte erst recht nicht mehr die Rede sein. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine nivellierte die lang gehegten Hemmungen bei den Waffenproduzenten und Kriegshetzern weltweit. Was über Jahrzehnte der Entschuldigung, der Erklärung, eines Mindestmaßes an Glaubwürdigkeit und Berechtigung bedurfte, war augenblicklich ausgelöscht, als ein Gemeinwesen, das sich über gute einhundert Jahre als Friedensmacht behauptet hatte, zu den Waffen griff und dafür auch noch Beifall erheischte. Rücksichtlos fielen die Aggressoren über ihre Nachbarn her: Seit Oktober 2023 ermorden israelische Söldner die Palästinenser im Gazastreifen, Anfang Januar 2026 kidnappten nordamerikanische Killerkommandos den amtierenden Präsidenten Venezuelas, seit Ende Februar diesen Jahres führen Israel und die Vereinigten Staaten von Nordamerika Krieg gegen den Iran, dessen Generalität keine Gelegenheit auslässt, den Bündnispartnern der Vereinigten Staaten schwere Schäden zuzufügen, und in Libyen wüten israelische Banden ungebremst. Derart zieht der Krieg in der Ukraine weite Kreise und mordet und mordet und nimmt kein Ende.
Die russischen Oligarchen verbrämen das Vorgehen ihrer Truppen als antifaschistischen Befreiungskampf, was sich so aber nicht mit ihren wahren Intentionen vom Kriegsgewinn deckt. Denn stattdessen ihre Truppen gleich bis Kiew durchmarschierten, um dort den Enthauptungsschlag zu führen, die einigermaßen überraschte faschistische Clique zu entmachten, ließen sie ihre Armeen vor- und zurückgehen, und wieder angreifen und erneut Ruhestellung einnehmen, während sie Verhandlungen anbahnten und wieder absagten – und sie gewannen Unsummen durch den Waffenverkauf! Ohnehin hatten sie sich mit dem Donbass einen unglaublichen Zugewinn an Bodenschätzen, der entsprechenden Veredelungsindustrie, qualifizierten Arbeitskräften und intakter Infrastruktur gesichert, da mochten sie auf ihre reichlich sprudelnden Einkünfte auch nicht mehr verzichten. Sicherlich haben in der Anfangsphase die weltweiten Proteste gegen den Krieg, die Versprechungen der Kiewer Seite, deren Hinhaltetaktik, und die sofort angesetzten Gespräche zu einem zögerlichen Fortschritt, zu einer gewissen Unentschlossenheit bei den russischen Generälen geführt, aber im Wesentlichen ging und geht es den russischen Oligarchen wie allen kriegführenden Mächten nur darum, den einmal begonnenen Krieg möglichst in die Länge zu ziehen. Derweil auch die Herren der deutschen Rüstungskonzerne auf ihre Kosten kamen, indem sie zunächst ihre Lager von schrottreifen Waffen leerräumten und diese an die ukrainische Truppe verhökerten, um hernach lauthals ihre militärische Mittellosigkeit zu beklagen und Milliarden aus dem Staatssäckel abzugreifen. Die russische Wirtschaft wächst seit Kriegsbeginn um drei bis fünf Prozent, wie wir den Nachrichten aus dem Kreml entnehmen können, und auch die deutsche Wirtschaft wird wieder wachsen, wenn sie erst komplett auf Rüstung umgestellt ist – wiewohl sich der deutsche Arbeiter auf Zuschauen und Dulden beschränken muss, während sein »Sozialstaat« bis zur Unkenntlichkeit abgebaut wird, was im Mai und Juni 2026 von der Bundesregierung kennerisch und lauthals prognostiziert ist.
Derart sind die Empfehlungen der meisten Publizisten, Politiker, Strategen und Militärhistoriker, was den Kriegsverlauf in der Ukraine und sein Ende anbelangt, völliger Blödsinn. Deren Geschwätz mutet wie Kaffeesatzlesen an. Sie kommen logisch daher, aber ihre Analysen sind falsch. Der Krieg lässt sich nicht eindämmen oder beenden, indem man dem Kanzler etwas Nachhilfe im Fach Geschichte empfiehlt, an die Vernunft appelliert und immer mehr historische Beispiele über die siegreiche russische Armee aufruft. Vernunft ist ein Argument aus der Mottenkiste der bürgerlichen Revolution und taugte dazumal schon wenig. Denn kapitalistisches Profistreben ist nicht logisch und schon gar nicht vernünftig. Auch verfehlt der Hinweis auf die von Russland gewonnenen Schlachten gegen Napoleons Heerscharen oder etwa die Niederlage der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg seinen Zweck, weil diese Kriege unter ganz anderen Vorzeichen, mit ganz anderen Zielen geführt wurden als die derzeitigen Kriege. Die französische Armee unter Napoleon war beseelt von der bürgerlichen Revolution, welche zum Zeitpunkt ihres Ritts nach Russland bereits ihren Schwächen erlegen war, und die von Adolf Hitler geführte Clique wollte in der Sowjetunion den Kommunismus austreiben. In beiden Kriegen ging es um Sieg oder Niederlage einer Revolution, bei der die französischen Eroberer 1812 den Kürzeren zogen und die Rote Armee 1945 ihre Heimat und weite Teile Europas tatsächlich vom Faschismus befreite. Während der derzeitige Krieg in der Ukraine zwei Gleiche aufeinanderprallen ließ. Dieser Krieg ist das verheerende Spiel von Weltbeherrschern, die nichts anderes als Maximalprofite im Sinn haben. Damit ist der Krieg in der Ukraine weder zu gewinnen noch zu verlieren. Er muss immer weiter gehen, bis eines Tages irgendwann nur noch verbrannte Erde übrig bleibt und sich für die Gefallenen auch keine Totengräber mehr finden …
Und doch liegt die Lösung auf der Hand, wie ich bereits sagte – eine Lösung, die so simpel und so alt ist wie die Geschichte des Krieges selbst und um die Mitte des 19. Jahrhunderts von dem deutschen Philosophen Karl Marx und seinen Mitstreitern entdeckt worden ist: Der revolutionäre Klassenkrieg – ein Krieg der niederen Hunderttausend gegen die Klasse der Ausbeuter, in dessen Ergebnis die Arbeiterklasse die politische Macht übernimmt, den ganzen kaputten Staat selbstgerechter Kriegstreiber und Massenmörder durch die bewaffneten Armeen der Geknechteten zerschlägt, umstülpt und die Arbeitermacht errichtet. Dann ist auch die Kriegsgefahr gebannt, werden die Waffenfabriken geschlossen, wandern ein paar Gewehre, Haubitzen und Panzer ins Museum und wird das Menschengeschlecht auf der wunderschönen Erde in Frieden, Glück und Freiheit leben können.
Bild: Eine selbstfahrende Feldkanone der ukrainischen Armee im Einsatz im Donbass (PULS NEWS AND PRESS-REVIEW IN ENGLISH, September 9, 2014 (Creative Commons — Attribution))

»Keine der beiden Mächte hat hehere Ziele etwa im Sinne der humanistischen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.«
So wie es aussieht will Russland (sicherlich unter anderem!) mit Russland über Sprache, Herkunft, und sonstigen Beziehungen verbundene Menschen in der Ukraine schützen.
Noch nie was von den Sprachgesetzen in der Urkaine gehört? Noch nie was von der Sonderoperation gegen die ostukrainischen Gebiete gehört? Noch nie was von dem Massaker in Odessa gehört? Noch nie was von den zu den Russen überlaufenden ukr. Soldaten auf der Krim gehört? Noch nie was von den faschistischen, militärisch organisierten Banden in der Ukraine gehört? Noch nie was von westlichen Politikern auf dem Maidan gehört? Noch nie was von Nuland und den 5 Milliarden Dollar und deren Festlegung des antirussischen Nachputschpräsidenten gehört?
Selbst wenn nur die Hälfte von all dem stimmen würde …
Was ich nicht nur gehört sondern schon häufig gesehen habe sind hier in Deutschland Hochklasse-Autos mit ukr. Kennzeichen. Oder die unbestrittenen Riesenbeträge die an »schutzsuchende« Ukrainer hierzulande ausbezahlt wurden. Also mich stimmt das alles nachdenklich.
Und damit ist für mich der von mir oben zitierte Satz kein Blumentopf wert - ganz davon abgesehen dass »hehere Ziele« Schwachsinn ist. Wenn, dann sind es »hehre Ziele«.
In allen relevanten Kategorien: Sechs. Setzen! Und Bitte: Maul halten!
Bravo, Katharina! Auf den Punkt!
Zu Albrecht Storz: das, was Sie benennen sind alles vorgeschobene Vorwände, an die ich anfänglich auch glaubte, daß sie den russichen Krieg teils rechtfertigen könnten - de facto, ist aber der russische Imperialismus ebenso menchenverachtend und -feindlich, wie die faschistischen ukrainischen Auswüchse die Sie benennen!
»was Sie benennen sind alles vorgeschobene Vorwände,[…] daß sie den russichen Krieg teils rechtfertigen könnten «
Soso. Und was meinen Sie, wie sehr dieses angebliche Vorgeschoben-Sein für die Betroffenen, für die russophilen Ukrainer, die von den Staatsorganen des Landes in dem sie leben, verfolgt wurden und werden, Bedeutung hat?
Ich denke, denen ist es egal ob vorgeschoben oder nicht. Die suchen Schutz vor physischer Bedrohung und Vernichtung.
Ihr arroganten Marxtraumwandler.
Lieber Herr Storz,
ich weiß nicht, warum Sie sich derart echauffieren und entblößen. Eine sachliche Stellungnahme liest hier jeder gern, Beschimpfungen fallen auf ihren Urheber zurück. Nach der nochmaligen, gründlichen Lektüre meines Textes werden auch Sie Ihre Beanstandungen als gegenstandslos betrachten.
Mit freundlichen Grüßen
Katharina Johanson
Welche Beschimpfungen?
Ich habe Ihren Text nicht gelesen. Wenn ich jeden Text, den ich nach dem Lesen der ersten Zeilen als haltlos erkenne, dann trotzdem noch weiterlesen würde, käme ich mit meiner Zeit nicht aus.
Ihr erster Satz »»Keine der beiden Mächte hat hehere Ziele etwa im Sinne der humanistischen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.«« zeigt, wessen Geistes Kind Sie sind.
Herr Storz, wie polemisch auch immer, »Maul halten« muss wirklich nicht sein. Darüber sollte man doch nicht mehr reden müssen.
Das war als eine Bittte formuliert . aber gut. Dann bitte ich um Entschuldigung wenn das hier als Drama angesehen wird.
Sind wir heute eigentlich alle nur noch Mimosen? Von Merz bis Hinz und Kunz?
In Russland sind die Rüstungsbetriebe verstaatlicht.
Das ist auch der Grund, warum die russischen Granaten auch nur ein Achtel des Preise kosten als im Westen.
Also ist deine These des russischem Oligarchentums, respektive Kapitalismus, ähnlich des Westens nicht haltbar.
Beindruckende Positionserklärung. Abgesehen von einigen taktischen Differenzen, die bestehen blieben, erschiene eine Zusammenarbeit von Kommunistinnen und Kommunisten verschiedener »Konfessionen« auf der Grundlage des Textes praktikabel - wenn auch nicht kurzfristig zu erzielen und eingegrenzt auf das Agieren innerhalb der »Friedensbewegungen«.
Ein möglicherweise wesentlicher Dissenz lässt sich zwar längerfristig nicht ausschließen:
»(…) zum Beispiel in der Deutschen Demokratischen Republik, der Volksrepublik Polen, der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern. Aber sie sind ausgetreten von der Reaktion, gestorben an der Unaufmerksamkeit ihrer führenden Klasse (…)«
…da Johanson die Frage, wie die »Aufmerksamkeit« und »Führung« der »Klasse« organisatorisch beschaffen sein sollte, nicht aufgreift und keinen Hinweis auf eine Antwort gibt. - Zum jetzigen Zeitpunkt aber wäre es vielleicht auch verfrüht, eine Debatte darüber zu beginnen.
Dennoch - als eine Erinnerung daran, wie es schiefgegangen war:
https://www.youtube.com/watch?v=TWAkMTNe-y0
Grüße!
Und zu den marxistisch-kommunistischen Träumereien hier:
Russland und China haben diese ihnen übergestülpten WESTLICHEN Ideologien (deutscher Jude in London, in großbürgerlich-etabliert-vermögendem Umfeld angesiedelt, von einem britischen Kapitalisten finanziert, in direkter Nähe der »Fabian Society«, Darwin-Survival-of-the-Fittest-Bewunderer, …) längst überwunden und suchen nach den besseren Wegen während hier immer weiter haltlosen Träumen und falschen »Analysen« nachgehangen wird.
Und deswegen ist dieser »analytische Text« über den Konflikt halt- und daher sinnlos.
Russland kämpft um seine Souveränität und gegen eine Bedrohungslage durch die NATO. Und dabei spielen ganz sicher auch Zusammengehörigkeitsgefühle zwischen Russen und mit Russland Verbundene in der Ukraine eine Rolle.
Anstatt hier ewig Marx durchzukauen sollte man zwischendurch auch mal Mackinder und die Heartland-Theorie, Kissinger, Breszinski, Grand Chessboard, Friedman, Strafor, etc. betrachten.
In diesem Zusammenhang und auch sonst.
Zu kognitiven und ethischen Problematiken der Interaktion in einem durch KI vermittlelten Umfeld, ein Link auf ein Video mit der (sehr) ehrenwerten Anna Strasser:
https://www.youtube.com/watch?v=wedRtoD3ZvQ
…einmal etwas nicht Marxistisches und mit einem sehr »flexiblen« Humanismus: So geht´s halt, wenn von Klassengesellschaft abstrahiert wird, um (bei Anna mit Kant) am Konzept einer abstrakt-allgemeinen Vernunft festhalten zu können.--
Andererseits ist es m.E. auch fehlerhaft zu urteilen:
»Vernunft ist ein Argument aus der Mottenkiste der bürgerlichen Revolution (…). Denn kapitalistisches Profistreben ist nicht logisch und schon gar nicht vernünftig.« (Johanson)
…vielmehr wäre es der gleiche Fehler, der darin besteht, Vernunft nur oder vorrangig als individuelles Vermögen eines autonomen Intellekts aufzufassen, das, im Unterschied zur verworren transzendentalen Aufassung des liberalen Philosophierens, womöglich historisch abhanden kommen kann (»Dekadenz«) oder durch verstandesmäßig kalkulatorische Tätigkeit zum Zweck der Bereicherung (»Profitstreben«) beinträchtigt wird.
»In der ganzen englischen und fra.n.z*iischen Aufklärung bezeich-
net der Begriff „Vernunft« richtige Erkenntnis und den menschlichen
Besitzstand an ihr. Daß die deutschen Philosophen um Christian Wolff
das Wort „Raison« bloß im Sinne eines psychischen Vermögens genommen
haben, hat eine heillose Verwirrung zur Folge gehabt, die selbst noch bei
Kant nicht ganz beseitigt ist« (M. Horkheimer)
In diesem Sinne bliebe Aufklärung als Vermittlung wirklicher Kenntnisse und nicht als abstrakt-allgemeiner Appell an eine quasi-natürlich vorgestellte Moral die prinzipielle Aufgabe kommunistischer Agitation.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob elektronische Massenmedien sich als Mittel der Aufklärung indifferent gegen den ihnen so gesetzten Zweck verhalten. Ob, wie Redkahina meint, die »Digitalität« einen »neuen Gebrauchswert« darstellt - oder nicht vielmehr einen weiteren Gebrauchswert f ü r d e n Tauschwert.
Ist es vielleicht nur eine Machtfrage? Wäre es tatsächlich so, dann hätte Anna Blume die Nase im Wind - und das WEF ohnehin…
Ergänzung
Es ergeben sich mit der in den Geistes- und Sozialwissenschaften teilweise vollzogenen sog. »linguistischen Wende«, bzw. „kognitiven Wende“ erhebliche terminologische Verzerrungen. Konzepte z.B. der notorischen »Evolutionären Psychologie« würden (und werden) so mit Inhalten vermischt, die sie ursprünglich gar nicht haben und umgekehrt werden durch falsche »Übersetzung« Bedeutungsverschiebungen innerhalb der Terminologien begünstigt, in die sie übersetzt werden.
Nun sind die besondere linguistische Richtungen, die sich an den Theorien Noam Chomskys orientieren, zwar nicht die einzige Ursache der großen Konfusion in den bürgerlichen Geisteswissenschaften , aber bekanntlich eine bedeutende, eine die sich rückwirkend durch Chomskys politischen Aktivismus, durch den er unter linksbürgerlichen Journalistinnen und Journalisten hohes Ansehen besaß, noch verstärkte.
Derzeit ist Chomskys Ruf aus Gründen, die mir wenig interessant scheinen, völlig ruiniert – der Mann war schon immer so doppelgesichtig und die Umstände seiner vollendeten Bloßstellung können einen nicht überraschen. Es lassen sich aber durchaus Versuche bemerken, den jüngst aus dem künstlichen Koma Erwachten zu rehabilitieren. Möglicherweise haben diese Versuche weniger mit der Rolle, die er als Vorbild für Intellektuelle spielte zu tun, als mit seiner wissenschaftspolitischen Funktion als Sprachtheoretiker.
Deshalb und auch zum besseren Verständnis des oben verlinkten Videovortrags, ein älterer Vortrag Chris Knights
- ein vorbildlicher kommunistischer Akademiker:
https://www.youtube.com/watch?v=FMWCLoH4wSk
»Dieser Krieg ist das verheerende Spiel von Weltbeherrschern, die nichts anderes als Maximalprofite im Sinn haben. Damit ist der Krieg in der Ukraine weder zu gewinnen noch zu verlieren. Er muss immer weiter gehen, bis eines Tages irgendwann nur noch verbrannte Erde übrig bleibt und sich für die Gefallenen auch keine Totengräber mehr finden …«(Johanson)
Schön gemacht. Mit der Reduktion von Komplexität, die mit der Rede von den »Weltbeherrschern« vorgenommen wird, denen es nur um »Kohle« geht, lassen sich Friedensaktivistinnen gut einfangen und die gruselige Vorstellung von Leichen, die vergebens darauf warten, begraben zu werden, spricht christliche Endzeiterwartungen in einer ihrem Enthusiasmus entgegekommenden Weise an. Mit so etwas kann man auf Friedens-Demos bereits erreichen, zu einer Pizza eingeladen zu werden.
Das Problematische daran wäre, dass aus der Profitgier allein noch nicht folgt, dass der Krieg »immer weiter« geht…es gibt da immer einige Vorwitzige und Zweifler, die einwenden werden, dass die kapitalistischen »Demiurgen« ja eigentlich permanent »gierig« sind und maximale Profite bereits in Friedenszeiten gemacht hätten, woran man ja sähe, dass es ihnen wirklich nur darum und nicht um Krieg gehe. Eine Gelegenheit für lauernde Winkelaktivisten und proaktive Schafshunde, sich heranzuwanzen und scheinheilig diplomatische Lösungen vorzustellen, die eine schnelle Beendigung des Konflikts in Aussicht stellen, wenn nur der Klügeren nachgäbe - was den meisten Friedenaktivisten sofort einleuchtet und einen selbst blöd dastehen und, ja, bereits etwas nach Schwefel riechen lässt, besonders wenn man so unvorsichtig war, die angebotene Pizza anzunehmen - und das obwohl der Krieg ja tatsächlich immer weiter geht.
Es käme darauf an, noch etwas mehr sagen zu können, als dass es da die Herrschaft der Reichen und Gierigen gibt - das kann auch der örtliche Pax-Christi-Funktionär und alle werden ihm dankbar sein, solch »deutliche Worte« gefunden zu haben…
…hier wäre wohl der »Übergang«, wo sich taktische Differenzen von Kommunistinnen und Kommunisten plötzlich als strategische Gegensätze darstellen und eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden muß:
Pizza oder Argument?